Susanne Koelbl Krieg am Hindukusch

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Inhaltsangabe zu „Krieg am Hindukusch“ von Susanne Koelbl

Zwei Top-Reporter berichten aus Afghanistan In ihren faszinierenden, mitunter schockierenden Reportagen bringen uns Susanne Koelbl und Olaf Ihlau den Konfliktherd Afghanistan nahe. Sie sprechen mit Beteiligten aller Seiten – jungen Talibankämpfern, Drogenbaronen, verschleierten Polizistinnen, westlichen Diplomaten und Soldaten – und geben damit dem vermeintlich so fernen Konflikt ein konkretes Gesicht. Debatte über Bundeswehreinsatz am Hindukusch geht weiter.

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  • Rezension zu "Krieg am Hindukusch" von Susanne Koelbl

    Krieg am Hindukusch

    WinfriedStanzick

    04. June 2011 um 17:57

    Nicht erst seit der damalige Verteidigungsminister Peter Struck in die Mikrofone der Pressevertreter diktierte, Deutschland werde nun auch am Hindukusch verteidigt, ist jene Bergwelt von Stämmen mit langer Erfahrung von Kriegen und Terror zu einem ständigen Teil bundesdeutscher Innenpolitik und Außenpolitik geworden. Einer immer weiter wachsenden Zahl von Bundesbürgern ist schon lange nicht mehr zu vermitteln, warum deutsche Soldaten dort in immer häufigerem Abstand sterben, ja, warum sie überhaupt dort sind und wohl auch noch lange dort bleiben sollen. Politisch bewusste und interessierte Zeitgenossen, die über die zugänglichen Medien seit Jahren die deutsche Afghanistanpolitik verfolgen, und weil sie einmal etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen, zu diesem nun in zweiter Auflage völlig aktualisiert erscheinenden Buch von Susanne Koelbl und Olaf Ihlau greifen, machen schon auf den ersten Seiten und in der Folge immer mehr die überraschende Erfahrung, wie wenig sie eigentlich von diesem Land, seiner Geschichte, seiner Kultur und den Menschen wissen, die dort seit Jahrhunderten eine eigene Form von Gesellschaft entwickelt haben, und die schon zahllosen großen Mächte und ihren Kriegstruppen getrotzt haben. Zuletzt holten sich die Russen sehr blutige Nasen dort und den alliierten Truppen der Gegenwart wird es nicht anders gehen. Susanne Koelbl, die als Auslandsreporterin des SPIEGEL seit dem Fall der Taliban so häufig in Afghanistan gewesen ist wie kein anderer deutscher Journalist, hat für dieses Buch ihre ganz ausgezeichneten Kontakte genutzt, die sie in alle gesellschaftliche Gruppe und Schichten in Afghanistan hat, bis in die Kreise der Taliban, der Regierung und der regionalen Stammesführer und hat zusammen mit dem ausgewiesenen Afghanistankenner Olaf Ihlau, der schon während der sowjetischen Besatzung von dort für den SPIEGEL berichtete, ein lesenswertes und aufschlussreiches Buch geschrieben, nach dessen Lektüre man anders über dieses Land und seine Zukunft denkt. Und auch anders über das bundesdeutsche militärische und zivile Engagement dort. Die beiden Autoren schätzen den Erfolg des westlichen militärischen Eingreifen sehr skeptisch ein, und prognostizieren, dass am Ende, wenn es gut geht, allerhöchstens ein brüchiger Waffenstillstand mit radikalen Islamisten stehen wird, und somit eigentlich alles umsonst gewesen ist, und kein einziges Problem, weswegen man aufgebrochen war, gelöst sein wird. Sehr lesenswert und aufschlussreich für alle am politischen Weltgeschehen und deutscher Politik interessierte Zeitgenossen.

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