Susanne Muhle Die DDR im Blick

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Inhaltsangabe zu „Die DDR im Blick“ von Susanne Muhle

„Die DDR im Blick“ präsentiert 28 prägnante „Geschichten“ aus den Forschungswerkstätten junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die zu einem vielfältigen und anschaulichen Streifzug durch die DDR-Vergangenheit einladen. Sie berichten über eine Lebenswelt, die vom totalen Machtanspruch des Regimes durchdrungen war, von Begegnungen zwischen Ost und West, aber auch von Ausbruchsversuchen aus dem realsozialistischen Alltag. So spiegeln die Texte aktuelle Debatten in der DDR-Forschung wider und zeugen von der Doppelbödigkeit und Komplexität der DDR-Geschichte, hinter deren nostalgischer Verklärung oft die Verdrängung von Verantwortung steht. Die Beiträge sollen zum Weiterlesen anregen, zur Diskussion über die jüngste deutsche Vergangenheit anstiften und die Erinnerung an die SED-Diktatur wachhalten.

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  • Rezension zu "Die DDR im Blick" von Susanne Muhle

    Die DDR im Blick
    berka

    berka

    16. November 2008 um 18:13

    Es gibt Momente die sich einprägen: am 9.11.89 fuhr ich Rolltreppe in einem Kaufhaus an der Frankfurter Zeil, als im Radio die Maueröffnung verkündet wurde. Die kam an jenem Tag nicht völlig überraschend, aber doch unerwartet und es war der entscheidende Durchbruch auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Und diese Entwicklung hätte ein Jahr vorher niemand vorausgesagt. Als 'Prognosedebakel' bezeichnet man so etwas im nachhinein, erfuhr ich aus einem der Aufsätze in: Muhle/Richter/Schütterle (Hrsg.) - Die DDR im Blick, Metropol 2008, 317 S., 19 € 1998 gründete die Bundesregierung eine 'Stiftung Aufarbeitung' ( http://www.stiftung-aufarbeitung.de ). Dem aktuellen Vorstand gehört u. a. der Bürgerrechtler und Ex-Minister Rainer Eppelmann an, der sich als Pfarrer in Ostberlin an den Aktivitäten der Menschenrechtsgruppen beteiligt hatte. Die Stiftung vergibt Stipendien an junge Forscher, damit diese das im Stiftungsnamen beschriebene tun: nämlich aufarbeiten. Das Ergebnis können zehnseitige Aufsätze sein, wie sie in diesem Buch zusammengefasst sind, und zwar gleich 28 Stück davon. Die Autoren sind mehrheitlich recht jung (70er Jahrgänge, wenige ältere) und durchweg unbekannt. Einige sind in der DDR, andere in der BRD oder im Ausland aufgewachsen. Die Berichte spiegeln aber eher ihre Forschungsarbeiten wieder, weniger eigenes Erleben. Ein Lesebuch mit einer großen Themenvielfalt: von inszenierten Volkswahlen über ein sozialistisches Kreuzfahrtschiff bis zur Karriere von NVA-Soldaten in der Bundeswehr. Die gelungene Zusammenstellung birgt kaum Überschneidungen, einzig Wolf Biermann ist zweimal Thema: sein Verhältnis zu Brecht und seine Rolle im DDR-PEN. Den meisten Artikeln merkt man den universitären Hintergrund an: der Schreibstil ist sachlich mit gelegentlicher Tendenz zu langweilig, Zitate werden sauber deklariert, vor allem aber wirken die geschilderten Sachverhalte immer gut recherchiert und abgesichert, z. B. wenn es um Fälle von Selbsttötung geht bei denen das MfS unberechtigt aber nicht unverschuldet in Verdacht geriet. Einige weitere Themen, um die Spannweite zu verdeutlichen: - Wildwest-Praktiken des Geheimdienstes der DDR, vor allem vor dem Mauerbau und auch auf dem Boden der BRD - Pflichtstudien im Marxismus-Leninismus, lästige Pflicht für jeden Studierenden - die 'individuelle Kuh', ihre Rolle in der privaten Landwirtschaft - Repressalien gegenüber Ausreisewilligen mit einer detaillierten Beschreibung der eingesetzten Mechanismen - gelangweilte Jugendliche in der südthüringischen Provinz - die Ruine der Dresdner Frauenkirche als Ort geduldeter Kundgebungen - die Leipziger Buchmesse, dort wurde offenbar hauptsächlich geklaut - die Geschichte der gesamtdeutschen Olympiamannschaft (noch in Tokio '64 trat eine gemeinsame Mannschaft an, 1972 erklangen erstmals die Landeshymnen) - die zunehmende Bedeutung von DDR-Kunst in der BRD in den 70er und 80er Jahren, besonders faktenreich dargestellt Für mich (im Ruhrgebiet aufgewachsen, die DDR war für mich fester Bestandteil der deutschen Realität, eine Wiedervereinigung habe ich lange für politisches Wunschdenken gehalten) eine interessante Lektüre, die auf sachliche Art vergessene oder mir unbekannte Fakten und Zusammenhänge darstellt. Als ich mich durch den stellenweise etwas trockenen Stoff gekämpft hatte war ich am Ende erstaunt über die Vielfalt der mitgenommenen Eindrücke. (diese Rezension erschien auch bei westropolis unter dem Titel 'Ostropolis')

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