Susanne Preusker Die Verwahrten

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Inhaltsangabe zu „Die Verwahrten“ von Susanne Preusker

Einige Sicherungsverwahrte werden aus der Maßregel entlassen und verschwinden aus unerklärlichen Gründen von der Bildfläche. Politik, Polizei und Justizvollzug sind zunächst wenig beeindruckt, dann ratlos. Im Spannungsfeld zwischen politischen, juristischen und sehr persönlichen Interessen beginnt, unter dem Druck der Öffentlichkeit, eine halbherzige Suche nach den Vermissten und mündet in einem Wettlauf mit der Zeit. "Die Verwahrten" erzählt vor dem Hintergrund der aktuellen, gesellschaftspolitischen Diskussion um die Reform der Sicherungsverwahrung eine Geschichte, in der es keine Gewinner geben kann. Und kein Happy End. "Die Verwahrten" erzählt eine Geschichte, die uns hoffentlich ersprart bleiben wird.

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  • Ein Drahtseilakt zwischen Menschlichkeit und Angst

    Die Verwahrten

    Girdie

    27. July 2013 um 12:05

    Der Kriminalroman „Die Verwahrten“ von Susanne Preusker ist im Krimythos Verlag erschienen und umfasst 295 Seiten. Die Umschlaggestaltung ist schlicht gehalten und wirkt daher durch die dunkle Farbgebung, die für mich symbolisch für eine düstere Perspektive von Strafgefangenen steht wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Eine simple brennende Glühbirne verstärkt diesen Eindruck noch. Der Titel steht in direktem Bezug zu dem Thema, das dieser Krimi in den Focus nimmt, die Sicherheitsverwahrung. Peter Neugebauer erwacht in einem kahlen Raum ohne Fenster, ausgestattet nur mit einer Liege auf der sich ein Kissen und Decken befinden. Tisch, Stuhl, zwei Eimer, Klopapier, ein wenig zum Essen und Wasser zum Trinken, mehr gibt es in dem Raum nicht. Eigentlich war er gerade erst aus der Haft entlassen worden, die er wegen Vergewaltigung von drei jungen Mädchen abgesessen hat  und wollte per Bahn zu seiner Verlobten fahren, doch nun weiß er nicht wo er sich befindet. Jemand kommt, behandelt ihn verbal sehr grob, benennt ihn als Nummer und gibt ihm Verhaltensvorschriften. Doch Neugebauer lässt sich nicht hängen und wartet auf einen entscheidenden Fehlers seines Widersachers. So wie ihm ergeht es weiteren, gerade entlassenen Straftätern. Zunächst noch mit wenig Interesse wird das Verschwinden der Männer von Polizei und Justiz bemerkt, doch so mit und mit entwickelt sich der Fall zu einer politischen Angelegenheit. Strafgefangene verbünden sich und treten in Hungerstreik um eine Aufklärung zu verlangen und die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen. Handeln ist angesagt, doch das ist in Zeiten leerer Kassen und Personalmangels nicht so einfach. Wenn man weiß, dass  die Autorin lange Jahre als Psychologin Straftäter in Justizvollzugsanstalten therapiert hat, wird diese so unglaublich erzählte Geschichte glaubhaft. Dieses Buch ist aus mehreren Sichten geschrieben. In die allgemeine Erzählung des Handlungsablaufs flechtet Susanne Preusker die Gedanken und Gefühle der „Aufbewahrten“ ein, die von einer unbekannten Person nach Haftentlassung festgesetzt wurden. Es gelingt ihr eine gefühlskalte Szenerie aufzubauen, die den Leser mitleiden lässt. Zentrales Thema ist die Sicherungsverwahrung. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat hierzu entschieden, dass Sexualstraftäter, die ihre Strafe verbüßt haben, nicht im Nachhinein dazu verurteilt werden dürfen. Bis vor wenigen Jahren habe ich im Nachbarort eines Dorfs gewohnt, in dem ein ehemaliger Täter, bei dem laut Gutachten eine 80prozentige Rückfallwahrscheinlichkeit vorlag,  bei seinem Bruder Wohnung genommen hat. Durch den Landrat wurden die Bewohner gewarnt und eine 24 Stunden Observierung angeordnet, eineinhalb Jahre lang, bis diese Person durch den Druck der Öffentlichkeit sich selbst in Sicherheitsverwahrung begeben hat. Für die Ortsbewohner war stets die Frage im Raum, ob eine Gelegenheit einen Reiz darstellen und den früheren Täter wieder zu einer Tat veranlassen könnte. Einige der teilweise detaillierten, offenen, unverblümte Schilderungen im Buch erinnerten mich an dessen Straftat. Susanne Preusker schildert richtig die öffentliche Wahrnehmung als Drahtseilakt zwischen Menschlichkeit und Angst, die sich im Großen in der Fixierung in Erlassen und Gesetzen zum Thema wiederspiegeln. Eine Gerechtigkeit zu finden ist und bleibt schwierig. Die geschilderten Charaktere der Justiz könnten so tatsächlich existieren und agieren. „Die Verwahrten“ ist ein ganz besonderes Buch und kein schlichter Krimi. Das Ende des Buchs bietet noch ein paar Überraschungen, vor allem ein unerwarteter Täter, und lässt den Leser nachdenklich mit der Thematik zurück.

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  • Eine brutal ehrliche Geschichte ohne Gewinner

    Die Verwahrten

    WinfriedStanzick

    15. July 2013 um 16:40

    Ihr erstes Buch „Sieben Tage Im April“  war eine stellenweise schwere Lektüre. Ein erschütterndes und gleichzeitig ermutigendes Buch einer Frau, die Unsägliches erlebt hat und die im ungeschminkten und präzisen Erzählen dessen, was mit ihr geschehen ist und wie sie damit fertig wurde, Trost und Mut nicht nur für sich selbst findet. Susanne Preusker ist Psychologin. Sie arbeitet als Leiterin der sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter in einen Hochsicherheitsgefängnis , als sie im Frühjahr 2009, zehn Tage vor ihrer lange geplanten Hochzeit, von einem inhaftierten Sexualstraftäter sieben Stunden in ihrem Büro eingesperrt, mit dem Tode bedroht und mehrfach vergewaltigt wird. Viele Menschen, denen so etwas angetan wird, kommen nie mehr wieder auf die Beine. Doch Susanne Preusker wollte dem Entsetzlichen, was ihr angetan wurde, keine Macht über ihr Leben einräumen, und deshalb hat sie begonnen zu erzählen, was ihr geholfen hat, in ein neues Leben zurück zu finden. Mit ihren "Geschichten vom Überleben" will sie anderen Menschen, die an einem traumatischen Erlebnis leiden, helfen, so wie sie selbst gegen die Dämonen im Kopf, im Herzen und in der Seele anzukämpfen: "Wenn es mir mit diesen Geschichten gelingen sollte, nur einem Menschen, der sich in einem ungewollten Leben wiederfindet, Mut zum Überleben zu machen, hat es sich gelohnt."   Mit ihrem spannenden ersten Roman “Die Verwahrten“ setzt sie nicht nur ihre literarische Verarbeitung des Unsäglichen, was ihr widerfahren ist, sondern legt den Finger in einer der gegenwärtig schwierigsten „offenen Wunden“ des Strafrechts. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Debatte um die Reform der Sicherungsverwahrung erzählt Susanne Preusker eine  düstere Geschichte um freigelassene ehemalige sicherheitsverwahrte Straftäter.  Es ist eine brutal ehrliche Geschichte ohne Gewinner, ohne Happy End, mit einer lange so nicht für möglich gehaltenen Lösung am Ende, eine Ende, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.      

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  • nichts für schwache Nerven......

    Die Verwahrten

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    10. June 2013 um 06:40

    Inhalt Auf unerklärliche Weise verschwinden einige Sicherungsverwahrte, die aus der Haft entlassen wurden, von der Bildfläche. Polizei, Justiz und Politiker wollen sich anfangs nicht damit befassen, werden aber nach einiger Zeit sehr ratlos. Durch Druck von der Öffentlichkeit, beginnen sie aber eine halbherzige Suche nach den Vermissten und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt..... Meinung In diesem Buch geht es um die Reform einer Sicherungsverwahrung, bei der es für keinen einen Ausweg gibt. Aktuelle und gesellschaftspolitische Diskussion laufen ständig, aber keiner hat ein wirkliches Interesse daran, was eigentlich passiert. Schwere Straftäter, Mörder oder Vergewaltiger wurden eigentlich nach der Verbüßung ihrer Strafe in Sicherheitsverwahrung gebracht, solange, bis keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit besteht. Nach dieser neuen Reform jedoch, werden sich sofort entlassen. Einer Person passt dies überhaupt nicht. Man weiß bis zum Schluß nicht, wer der eigentliche Fadenzieher ist, welchen diesen Ex-Knackis, das Leben zur Hölle macht und diese entführt und eingesperrt hat. Auf brutalste Weise, lässt er diese Personen leiden und schreckt dabei nicht einmal vom Töten ab. Diese Entführten bekommen Nummer, statt Namen und werden aufs grausamste gefoltert und ihrer Freiheit entzogen. Angeblich sollen sie so, resozialisiert werden. Orts- und Personenbeschreiben sind sehr detailgerecht, man fühlt und denkt mit ihnen mit und kann ihre Leiden und Qualen sehr gut erahnen. Teilweise war mir dies zu grausam und einfach nur ekelig. Man merkt, das die Autorin von Berufswegen sich sehr gut darin ausgekennt und alles sehr genau recherchiert hat. Auf der anderen Seite beschreibt aber die Autorin, das sich Polizei und Politik einen Dreck um dies alles scheren und erst nach einiger Zeit, nur notdürftig Forschungen darüber anstellen. Alles wird verschönert und irgendwie vertuscht, am Ende bekommt aber jeder sein Fett und seine „gerechte Strafe“ ab. Leider aber mit ein paar menschlichen Opfern. Im großen und ganzen wurde „Die Verwahrten“ spannend geschrieben, das Ende ist auch ein Schluß und ich wäre im Leben nicht darauf gekommen, wer der Drahtzieher hinter der ganzen Sache ist, und warum er dies eigentlich getan hat. Cover Das Cover sieht eher unscheinbar aus, ich hätte mir das Buch von selbst wahrscheinlich nicht gekauft. Es wurde in Grüntönen gehalten, und eine Glühbirne, die im Sinne für Polzei, Vernehmung und Justiz steht, befindet sich in der Mitte. Fazit „Die Verwahrten“ ist ein sehr realistischer, aber auch ziemlich brutaler Thriller, der mich sehr zum Nachdenken bewegt hat. Man erfährt, das auch in der Politik nicht immer alle eine weiße Weste haben und dort auch ziemlich viel schief läuft. Aber immer auf Kosten der „Kleinen“. Dieses Werk hat mich gut unterhalten, aber durch die doch ziemlich schockierende Schreibweise erhält dieses Buch von mir 3 von 5 Sternen und eine geteilte Leseempfehlung, aber nichts für schwache Nerven.

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  • Politisch hochaktuell, düster und spannend

    Die Verwahrten

    Tilmann_Schott

    27. March 2013 um 10:57

    Dass Strafvollzug, egal wie modern und fortschrittlich geprägt, immer auch Vergeltung ist, hat bereits 1976 der damalige Justizminister in Schweden Lennart Geijer gesagt. Vier Jahrzehnte nach der in Bezug auf den deutschen Strafvollzug reformorientierten Zeit (die Schweden damals schon wieder hinter sich hatte) ist das Thema Strafvollzug und Sicherungsverwahrung wieder hochaktuell. Der Kriminalroman "Die Verwahrten" greift das politisch brisante Spannungsfeld auf, in dem sich Strafvollzug und Sicherungsverwahrung bewegen: Zwischen Resozialisierungsvollzug, Sicherheit der Allgemeinheit, subjektivem Sicherheitsempfinden und den Urmotiven Vergeltung und Rache. Susanne Preusker, selbst vom Fach und erfahrene Psychologin im Justizvollzug, gelingt es eine düstere und spannungsgeladene Geschichte um diesen Themenbereich zu inszenieren und ihn damit den Leserinnen und Lesern viel näher zu bringen als es die Presseberichterstattungen erreichen können. Differenzierte Charaktere, von denen keine/r nur "gut" oder nur "schlecht" ist, machen die Geschichte zur Inszenierung, die die/der Leser/in nicht nur liest - sondern hautnah erlebt. Verraten werden soll hier nichts Näheres zum Inhalt und Ausgang, das Erlebnis stetig steigender Spannung soll nicht vorweggenommen werden!

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