Susanne Saygin

 4,1 Sterne bei 32 Bewertungen
Autor*in von Feinde, Crash und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Susanne Saygin

Susanne Saygin, geboren 1967, aufgewachsen im Rheinland, Geschichtsstudium in Köln und Cambridge, Promotion in Oxford. Danach Tätigkeit im akademischen Projektmanagement und in der freien Wirtschaft. Die Autorin mit deutsch-türkischen Wurzeln hatte ihren Lebensmittelpunkt knapp zwanzig Jahre lang in Köln. Seit 2010 lebt und arbeitet sie in Berlin. Für ihren von der Presse hochgelobten Debütroman »Feinde« hat die Autorin über fünf Jahre lang recherchiert. »Crash« ist ihr zweiter Roman.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Susanne Saygin

Cover des Buches Feinde (ISBN: 9783453438897)

Feinde

 (25)
Erschienen am 10.09.2018
Cover des Buches Crash (ISBN: 9783453439900)

Crash

 (7)
Erschienen am 09.08.2021
Cover des Buches Feinde (ISBN: 9783837141559)

Feinde

 (0)
Erschienen am 10.09.2018

Neue Rezensionen zu Susanne Saygin

Cover des Buches Crash (ISBN: 9783453439900)
mapefues avatar

Rezension zu "Crash" von Susanne Saygin

Rasant, spannungsreich und hochdramatisch
mapefuevor 10 Monaten

„CRASH“ ist nach dem beeindruckenden Debüt mit „Feinde“ der zweite Thriller der Autorin Susanne Saygin. Nicht aalglatt routiniert durchkomponiert, sondern ein Roman der anderen Art. Wie viele ihrer schreibenden Kollegen und Kolleginnen beschränkt sie sich nicht auf eine mehr oder weniger dynamische Suche nach dem Täter, sondern folgt dem Mainstream und widmet sich einem gesellschaftlich brisanten Thema, wie noch in „Feinde“ Korruption, Menschenhandel und Sklavenarbeiter auf dem Bau, nun mit Bossen, Karrieretypen und Tussis im Businesskostüm im Anwaltsmilieu und deren Kunden, hier speziell im Immobilien- und Baugewerbe.

Dr. Torsten Wolf, aufstrebender Wirtschaftsanwalt, mit familiären und ehelichen Problemen belastet, wird mit dem wichtigsten Mandaten der Kanzlei betraut, dem Nolden Konzern. Sein Auftrag: Die Nachfolgerin des verstorbenen Baulöwen Christof Nolden Saskia Nolden auf Kurs bringen und unter Kontrolle halten. In der bevorstehenden Gesellschafterversammlung soll er die Richtigkeit des Jahresabschlusses von Nolden-Bau bestätigen.
Isa, 50, hartnäckige Privatermittlerin, Intimfeindin von Nolden, nach verlorenem Prozess gegen Nolden im Zeugenschutzprogramm, kehrt nach Jahren nach Berlin zurück, vordergründig ihre verschollene Freundin Mira zu suchen, in Wahrheit will sie Rache am Nordens Clan. Als vorgeschobene Zahlenanalytikerin wird sie Wolfs Assistentin. ‚Die Frau in Grau‘. Sie liefert im die entsprechende Munition, um Nolden Bau hochgehen zu lassen. Es wurden 50 Millionen Euro veruntreut. Was wird Wolf tun?

Wolf, ein ambivalenter Charakter, in der Kanzlei das „Arschloch“ wegen dem unprofessionellen Umgang mit seinen Sekretärinnen, karrieregeil wegen der in Aussicht gestellten Beförderung zum Equity Partner und Gutenachtgeschichten erzählend am Bett seines Sohnes Ben. Er balanciert am finanziellen Abgrund. Wagt er den Absprung nach Australien?

Saskia Nolden versteckt hinter ihrer unbedarften Püppchenmaske und Kunstliebhaberin eine knallharte gefährliche Eso-Retreat-Managerin. Diverse Geldflüsse und was damit finanziert wird, das ist das eigentliche aufklärerische Anliegen von Susanne Saygin. Kein einziger Protagonist wird sympathisch gezeichnet, ein Stilelement von Saygin, ‘wir alle sollen das war sie uns schildert abstoßend finden.‘ Rasant, spannungsreich und hochdramatisch der Plot. Im geschliffenen Schreibstil wechseln einander detailverliebte Nebensächlichkeiten, kaltschnäuzige Dialoge, skurrile und verstörende Aktionen ab.

Zu Noldens Baukonzern passen die unzähligen Baustellen, in denen Saygin „buddelt“. Zu viele Bruchstellen und lose Enden, die nicht geknüpft werden. Dramatik am Ende: „No way out.“

Susanne Saygin, Gewinnerin des Deutschen Krimipreises 2021 hat eine Botschaft an ihre weiblichen und männlichen Leser: „Leute, ihr habt keine Ahnung, ich sage euch was da abgeht.“

Kommentare: 1
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Cover des Buches Crash (ISBN: 9783453439900)
walli007s avatar

Rezension zu "Crash" von Susanne Saygin

Der Wolf
walli007vor einem Jahr

Seit Jahren schon versucht Isa Kurzeck die Machenschaften in der Nolden-Gruppe aufzudecken. Sie war ganz dicht dran, doch der Firmenchef Christof Nolden saß am längeren Hebel. Isa und ihre Mitstreiter leben seitdem undercover. Als die Nachricht, dass Nolden an einem Herzinfarkt verstorben ist, Isa erreicht, sieht sie eine zweite Chance. Isa Kurzeck kehrt nach Deutschland zurück, zum einen, um ihre verschwundene Freundin Mira zu suchen und zum anderen, um ihre Recherche wieder aufzunehmen. War es ein Zufall, dass Mira vor ihrem Verschwinden in der Anwaltskanzlei tätig war, die auch das Nolden Mandat betreut? Isa schleust sich dort ein und triff auf den findigen, aber gehetzten Torsten Wolf, der sich um die Nolden-Gruppe kümmert.


Isa Kurzeck wirkt wie besessen von den Machenschaften im Immobilienkonzern Nolden, während Torsten Wolf durch seine sich in Auflösung befindliche Ehe abgelenkt, sich manchmal kaum konzentrieren kann. Sein eigenes Unvermögen kaschiert er, in dem er seine Assistentin runtermacht. Wieder einmal hat er eine in die Flucht geschlagen. Die offene Stelle ist die Chance für Isa in die Nähe von Nolden zu kommen. Die Entdeckungen, die die ungleichen Partner machen, sind haarsträubend, aber reicht das, um einen Konzern bzw. die Erbin von Christof Nolden anzugreifen?


Dieser spannende Thriller spielt noch vor der Pandemie. Die allgemeine Stimmung, die der Roman widerspiegelt wird jedoch sehr präzise getroffen. Die Gesellschaft ist zerrissen, kaum einer hilft dem anderen, aufdringliche Werbung ist allgegenwärtig, der Ton ist hart und häufig gnadenlos. Da wundert es nicht, wenn so ein Konzern eine erste Krise, trotz mutmaßlichen Betrug, Schwarzarbeit und gar Mord, übersteht und scheinbar wie Phönix aus der Asche aufsteigt. Man möchte Isa zustimmen, da kann auch bei dem neuen Unternehmen etwas nicht stimmen, so einfach ändert sich ein Firmenchef schließlich nicht. Zwar gewinnt man den Eindruck, dass die Autorin sich zu Beginn etwas zu lange mit dem mit seinen Lebensumständen hadernden Torsten Wolf aufhält, punktet sie im weiteren Verlauf mit der treffenden Beschreibung der schnelllebigen und an Mitmenschen desinteressierten Umwelt. Wenn Isa Kurzeck und Torsten Wolf weitere Fakten auftun und man erfährt welch perfides Ziel verfolgt wird, kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen. In dem Roman wird ein düsteres, aber leider wohl realistisches Bild gezeichnet. Wie das Buch auf die Krimibestenliste gelangt ist, kann man gut nachvollziehen.

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Cover des Buches Crash (ISBN: 9783453439900)
Haverss avatar

Rezension zu "Crash" von Susanne Saygin

Beängstigend realistisch!
Haversvor einem Jahr

Die Machenschaften fragwürdiger Immobiliengesellschaften sind in jüngster Vergangenheit in diversen Thrillern thematisiert worden, z.B. in Eckerts „Stunde der Wut“ oder Schorlaus „Kreuzberg Blues“. Nun also Susanne Saygins „Crash“, in dem es ein Wiedersehen mit dem Nolden-Konzern gibt, den wir bereits aus dem Vorgänger „Feinde“ kennen.

Christof Nolden, der skrupellose Baulöwe ist tot. Herzinfarkt, keine Fremdeinwirkung. Seine Witwe soll die Geschäfte mit Unterstützung eines Vertreters der Wirtschaftskanzlei weiterführen, die sich bereits seit längerem um die Belange des Unternehmens kümmert. Die Wahl fällt auf Torsten Wolf, der kein gutes Gefühl bei der Übertragung des Mandats hat, aber den finanziellen Verlockungen nicht widerstehen kann. Zwar tauchen beim Prüfen der Bücher Ungereimtheiten auf, aber Geld ist ein mächtiger Ratgeber, und so verdrängt er sein ungutes Gefühl, zumal er keine Beweise findet. Als seine Assistentin spurlos verschwindet, kommt Isa ins Spiel, die Privatermittlerin, die wir aus dem Vorgänger kennen. Sie verlässt ihr mehr oder weniger freiwilliges Exil auf den Äußeren Hebriden, um nach ihrer Freundin zu suchen. Es spielt ihr in die Karten, dass Wolf eine neue Mitarbeiterin benötigt, sie bewirbt sich, bekommt die Stelle und prüft mit dessen Unterstützung die Zahlen des Konzerns. Gemeinsam kommen sie einer raffinierten Manipulation auf die Spur und finden heraus, welche Pläne die Witwe mit 50 Millionen Euro hat.

Was Saygin in diesem Berlin-Roman beschreibt, wirkt nicht weit hergeholt und kann/könnte so jederzeit geschehen. „Crash“ ist ein moderner Roman, verankert in der Realität, der keine Morde braucht, um Spannung zu erzeugen. Es reicht das genaue Hinsehen. Und das macht die Autorin, wenn sie die Verflechtungen von Kapital und Politik und deren schmutzigen Geschäfte beschreibt. Geld verschafft die Möglichkeiten, ist gleich Macht, auch wenn es darum geht, mit unkonventionellen Mitteln den Boden für populistische Bewegungen zu bereiten. Beängstigend realistisch.

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