Susanne Schädlich „Briefe ohne Unterschrift“

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Inhaltsangabe zu „„Briefe ohne Unterschrift““ von Susanne Schädlich

Eine sensationelle, wahre Geschichte - Als Briefeschreiben noch gefährlich war
Sie schreiben Briefe und gehen ein hohes Risiko ein. Adressat: BBC London. 1949 startet die britische Rundfunksendung „Briefe ohne Unterschrift“. Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern werden darin verlesen, immer am Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen – unter ihnen ein Junge aus Greifswald …

Ergreifende Schicksale – Gnadenlose Ungerechtigkeiten

— EmmyL

Sollte in jeder Schule Pflichtlektüre werden, allerdings nach der Hälfte hat sich das Thema dann auch erzählt. Könnte kürzer sein!

— SATZZEICHEN

Dieses Buch macht nachdenklich und ein ganzes Stück klüger! Es ist allerdings sehr sperrig zu lesen.

— jaylinn

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  • "Briefe ohne Unterschrift" von Suanne Schädlich

    „Briefe ohne Unterschrift“

    JayLaFleur

    06. May 2018 um 15:13

    Klappentext"In London startete 1949 die BBC-Rundfunksendung „Briefe ohne Unterschrift“. Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern wurden darin verlesen, jeden Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die ein hohes Risiko eingingen und der gnadenlosen Verfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen."MeinungIch bin 1993 geboren, also erst ein paar Jahre nach dem Mauerfall – ein historisches Ereignis, das ein geteiltes Deutschland wieder vereinte. Dennoch gibt es sehr viele Menschen, die die Mauer noch in ihren Köpfen haben. Ich finde diesen Umstand sehr traurig, aber es ist auch erschreckend, wie viel Feindlichkeit in manchen Worten steckt, wenn heute noch über West- oder Ostdeutschland gesprochen wird.Umso wichtiger ist es daher, wenn es Menschen gibt wie Susanne Schädlich, Menschen, die aufklären, die die DDR und die Regierung nicht beschönigen. Menschen, die vergessene Zeitdokumente suchen und diese Briefe ohne Unterschriften im Rahmen eines Buchs veröffentlichen.Extrem erschreckend war für mich zu lesen, wie die DDR bzw. die Stasi seine eigenen Bürger ausspioniert hat. Und bei ihnen war nicht Schluss mit der Spionage, es ging noch weiter: BBC-Journalisten wie Treharne Jones und Austin Harris wurden ebenso überwacht. Sie waren in den Augen der Stasi ein großer Störfaktor und ihre Radio-Sendung „Volkshetze“ oder „staatsfeindliche Hetze“. Jones und Harris – die beiden Mitbegründer der Sendung – wurden auf Schritt und Tritt beschattet, sobald sie in die DDR eingereist sind. Auszüge aus ihren eigenen Stasi-Akten bekommen wir in diesem Buch zu lesen.Die ersten Briefe der DDR-Bürger, die Susanne Schädlich ins Buch gebracht hat, waren sehr ergreifend und emotional. Die Worte in den Briefen strahlen Wut aus, auf die Regierung, die Spionage. Aber sie tragen auch Hoffnung in sich, Hoffnung auf ein besseres Leben, auf ein vereintes Deutschland.Die größten Mankos an diesem Buch sind zum einen der Schreib- und Erzählstil, zum anderen habe ich während der kompletten 280 Seiten das Gefühl nicht verloren, die Autorin wolle einen Krimi oder Thriller aus dem Buch machen. Das und der diffuse Schreibstil hat eine gewisse Hektik mit sich gebracht. Durch die permanent benutzte indirekte Rede wurde mein Lesefluss stark beeinträchtigt, wirklich genießen konnte ich das Buch leider nicht, gefühlt musste alles sehr schnell gehen. Es wirkte gehetzt.FazitNach diesem Buch bin ich sehr froh darüber, dass ich in einer Zeit der Meinungsfreiheit groß geworden bin. Teilweise ist die DDR für mich noch unvorstellbar. Dennoch kann ich „Briefe ohne Unterschrift“ leider nicht zu hundert Prozent empfehlen. Die Hektik und der Schreibstil haben mich immens gestört. Daher bekommt das Buch zweieinhalb von fünf Sternen.Weitere InformationenGenre: Reportage, RomanVerlag: KnausISBN: 978-3-8135-0749-2Preis: 19,99€288 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlagdeutsche Erstausgabe: 20. März 2017

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  • Anonyme Angst

    „Briefe ohne Unterschrift“

    SATZZEICHEN

    04. November 2017 um 17:04

    Als junges Mädchen besuchten wir öfters meinen Patenonkel in Coburg und machten mit ihm Ausflüge. Manche dieser Ausflüge gingen an die nahe Grenze zur DDR. Einmal spazierten wir dort herum, sahen auf der anderen Seite der Mauer jemanden in einem Haus hinter dem Fenster die Gardinen zur Seite schieben. Die Person winkte uns. Ich winkte eifrig zurück, dabei fiel mir mein Lieblingskuschelhase, den ich gerne bei mir trug, auf den Boden. Als ich ihn aufheben wollte, blickte ich wieder in Richtung Grenze. Die Person hinter dem Fenster war verschwunden, jemanden patrouillierte an der Mauer. Ich erinnere mich lebhaft an die Panik, die in mir aufbrauste, weil ich für kurze Zeit die irrationale Angst hatte, dieser Jemand würde mir nun meinen Hasen wegnehmen. Banal – und trotzdem eine meiner wenigen konkreten, direkten Erfahrungen mit der DDR. Ich habe sie nie von „innen“ gesehen, als es sie noch gab, erst nach dem Mauerfall verschlug es mich einmal für eine Woche zu einer Gastfamilie nach Apolda – und es war schrecklich! Mein „Austauschmädchen“ und ich hatten uns so wenig zu sagen, dass es absurder hätte nicht sein können. Als wir uns in der peinlichen Stille der unendlich langen Woche wieder mal ein paar Sätze abrangen, berichtete sie mir von diesem Kinofilm, der so ätz-langweilig gewesen sei, dass sie mittendrin hatte rausgehen müssen. Sie sprach von meinem Lieblingsfilm: „Der Club der toten Dichter“. Spätestens da war Schicht im Schacht bei uns. Danach hatte ich für viele Jahre kaum noch Berührungspunkte mit Ostdeutschland. Und irgendwann war dann alles plötzlich gut durchgemischt. Beim Studium hatte man Kommilitonen aus den neuen Bundesländern, Freunde studierten oder arbeiteten im Osten, Ossis und Wessis verliebten sich. Um mich herum gab es nur noch Deutsche – irgendwann schlummerte auch der Wettkampf zwischen Ost- und Westprodukten ein, man sprach nicht mehr von Ossis und Wessis. Für mich ist es tatsächlich auf eine sehr unspektakuläre Art normal, dass es mittlerweile nur noch ein Deutschland gibt. Und doch weiß ich auch noch genau, wie mein Opa früher oft sinniert hat, dass er das wohl nicht mehr miterleben würde, dass die Mauer fällt. (Hat er doch – 1989. Und er hat vor Freude geweint.) Umso mehr hat mich der Titel „Briefe ohne Unterschrift – Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte“ aufhorchen lassen und angesprochen. Es gab eine BBC-Sendung, die man – illegalerweise – im Osten anhören konnte und die Leserbriefe vorlas, kommentierte und einander gegenüberstellte, so dass es zu einer Art indirekten brieflichen Diskussion kam? – Ich hatte keine Ahnung! Susanne Schädlich hat Recherchearbeit, wahre Sisyphusarbeit, betrieben und dieses – offensichtlich nicht nur von mir – vergessene (vielleicht sogar nie bekannte) Stück Zeitgeschichte wieder ausgegraben. Bei den Nachforschungen im Rahmen der literarischen Aufarbeitung ihrer Familiengeschichte stößt sie auf eine kurze Passage zu der BBC-Sendung und wird neugierig. Schädlich ist selbst Betroffene des DDR-Regimes: Ihr Onkel, Karlheinz Schädlich, bespitzelte als Informeller Mitarbeiter (IM) der Stasi über viele Jahre lang die eigene Familie. Darüber hat sie in „Immer wieder Dezember“ geschrieben. Doch das Radiothema lässt sie nicht los. In Reading, einer kleineren Stadt nicht weit von London, ackert sie sich durch 233 Ordner, sucht besonders interessante Dokumente heraus und stellt sie in den historischen Kontext. Die Original-Briefe werden kursiv gesetzt, die Aktenauszüge der Stasimitarbeiter in der typischen Schreibmaschinenschrift. So wird schon gestalterisch klar, welche Quelle gerade „spricht“. Austin Harrison, der Moderator der Sendung, ist viel mehr als nur der Sprecher. Er recherchiert, reist nach Ostdeutschland, macht sich sein eigenes Bild von der Lage. Und vor allem: Austin Harrison spricht Deutsch. Um die sprachlichen Nuancen zu verstehen, versucht er immer am Puls der Zeit der Umgangssprache zu bleiben. Auch Deutsche sind Mitarbeiter beim BBC, sie helfen dem Team „Briefe ohne Unterschrift“ bei der sprachlichen Erfassung. Günter Burkhart ist einer von ihnen und Susanne Schädlich macht ihn ausfindig, spricht mit ihm. Treharne Jones und Peter B. Johnson sind weitere BBC-Schlüsselgestalten, durch die Schädlichs Informationen abgerundet werden. Mit Jones führt sie ebenfalls Gespräche, Johnson hat einige Bücher geschrieben. Wichtigster Insider ist jedoch Karl-Heinz Borchardt. Als Schüler schrieb er anonyme Briefe an Austin Harrison und dessen Sendung und die Stasispitzel leisteten ganze Arbeit: Sie deckten seine Identität auf, spürten den gerade 18 Jahre alt gewordenen Kerl auf und steckten ihn ins Gefängnis. All seine Lebenserfahrungen fließen in Schädlichs Dokumentation ein. Von 1949 bis 1974 stellte „Briefe ohne Unterschrift“ für viele ostdeutsche Bürger ein Ventil dar, unter großer Angst ihrem Kummer, Frust und ihren Sorgen Luft zu machen. Fragen wurden gestellt, die von Harrison manchmal beantwortet, immer aber kommentiert wurden, so dass manch einer der Zuhörer durch die Sendung ein umfassenderes Bild davon bekommen konnte, wie die Welt auf die DDR blickte, was sie in ihr sah. Im Juli 1974 nimmt der BBC ohne Nennung von Gründen die Sendung aus dem Programm. Im Januar 1975 meldet sich Austin Harrison noch einmal zur gewohnten Sendezeit und richtet das Wort an seine ehemaligen Hörer. Er versucht, zu erklären, weshalb die Sendung nach 25 Jahren eingestellt wurde. Doch seine Erläuterungen wirken merkwürdig blass. Fragen bleiben ungelöst. Es wird nie endgültig geklärt werden, was die wirklichen Auslöser waren: War die Sendung mit ihrem Format altmodisch geworden? Wie viel Anteil am Ende hatte die Tatsache, dass Harrison krank wurde? Hatte doch die SED die Fortsetzung der Sendung unterbunden? Mit ihrem Buch ist Susanne Schädlich ein Zeitdokument gelungen, das Eingang in den Schulunterricht finden sollte. Zu wenige wissen heute noch, dass DDR nicht nur bedeutete, nicht reisen zu können, nicht Zugang zu allen Medien und Lebensmitteln zu haben, sondern dass es vor allem bedeutete, dass Menschen unterdrückt wurden, die Meinungsfreiheit nicht mehr existierte, vielerorts eine Atmosphäre der Angst herrschte. Bei aller Verklärung der Vergangenheit sollte dies nie in Vergessenheit geraten. Mit ihrem Buch hat Schädlich ihren Beitrag dazu geleistet.

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  • Sperrig

    „Briefe ohne Unterschrift“

    jaylinn

    07. June 2017 um 10:50

    Diese Rezension erscheint auch auf meinem Blog www.zeilenliebe.wordpress.com. Allgemeines: Briefe ohne Unterschrift basiert auf wahren Begebenheiten. 1949 startete die BBC eine Rundfunksendung, in der Briefe von Bürgern der DDR anonym verlesen wurden. Susanne Schädlich stieß auf diese Briefe, die man für verschollen gehalten hatte und recherchierte die Hintergründe. Dafür reiste sie unter anderem nach London und traf dort ehemalige Mitarbeiter der BBC. Dabei herausgekommen ist ihr Buch Briefe ohne Unterschrift. Es ist 2017 im Knaus Verlag erschienen und hat 284 Seiten. Das Cover ist in schwarz-weiß gehalten. Ein Mann, der einem den Rücken zukehrt, steht auf einer Brücke. Das erinnert an einen Spionagethriller. Das Innere der Buchdeckel ist mit Kopien der Originalbriefe bedruckt. Das geht unter die Haut! Inhalt: „Sie schreiben Briefe und gehen ein hohes Risiko ein. Adressat: BBC London. 1949 startet die britische Rundfunksendung „Briefe ohne Unterschrift“. Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern werden darin verlesen, immer am Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen – unter ihnen ein Junge aus Greifswald …“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Mit diesem Buch liegt wieder ein Stück Zeitgeschichte der jüngeren deutschen Vergangenheit vor, über die ich aus eigener Erfahrung nichts weiß. Die verschiedenen Schriftarten erleichtern die Orientierung beim Lesen. So sind die Briefe im Text kursiv, Zitate aus Stasiakten in Schreibmaschinenschrift gedruckt. Briefe ohne Unterschrift ist eine Mischung aus Roman und Sachbuch, im Klappentext heißt es „dokumentarische Erzählung“. Susanne Schädlich versucht, beide Genres miteinander zu verknüpfen, sodass dieses Buch grundsätzlich gut lesbar sein sollte. Aus meiner Sicht ist diese  gute Idee aber nicht gut umgesetzt. Man weiß oft nicht, an welchem Ort man sich befindet oder wer welche Briefe unter welchen Aspekten geschrieben hat. Das irritiert sehr und mindert den Lesefluss. Es wird ein breites Geschichtswissen vorausgesetzt. Es gibt zwar ein Glossar, das aber um wichtige historische Ereignisse ergänzt werden müsste, um wirklich hilfreich zu sein. Das Buch enthält Briefe für und gegen die DDR, beide Positionen werden dargestellt. Allerdings überwiegen (logischerweise) die regimekritischen Briefe. Es ist aus heutiger Sicht unfassbar (oder angesichts des Internetzeitalters auch nicht), wie perfide spioniert wurde, in welcher Angst man leben musste, wenn man in der DDR politisch kritisch unterwegs war. Insgesamt ist es anstrengend, dieses Buch zu lesen, weil jeder Brief unglaublich viele Informationen enthält. Ich habe vor einiger Zeit die Serie Weißensee gesehen (sehr zu empfehlen) und war daher schon ein wenig für die Thematik des Lebens in der DDR sensibilisiert. So habe ich dieses Buch zwar besser verstehen können, aber durch die ständigen Hinweise auf historische Ereignisse, die wiederum Bezüge zum Kalten Krieg, zu Verträgen, zu Schauplätzen in Berlin, zum Alltagsleben in Ost und West anreißen, ist es für mich nicht lesbar, da mein Wissen dafür nicht ausreicht. Fazit: Dieses Buch macht nachdenklich und ein ganzes Stück klüger! Es ist allerdings sehr sperrig zu lesen.

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