Susanne Schedel

 4.3 Sterne bei 14 Bewertungen
Susanne Schedel

Lebenslauf von Susanne Schedel

Susanne Schedel, geboren 1973 in Werneck, studierte Germanistik, Geschichte, Kommunikations- und Theaterwissenschaft in Antwerpen und Bamberg, wo sie 2003 mit der ersten Dissertation über W.G. Sebald promoviert wurde. Ihr Debüt Schattenräume wurde unter anderem mit dem Bayerischen Staatsförderpreis für Literatur ausgezeichnet. Susanne Schedel lebt in Düsseldorf.

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Neue Rezensionen zu Susanne Schedel

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Clari_214s avatar

Rezension zu "Wer soll denn das anziehen, bitteschön" von Susanne Schedel

Sommerträume
Clari_214vor 4 Jahren

Nora, die aufgrund von Zwangsneurosen lange in einer psychiatrischen Klinik gelebt hat und nun in ihr normales Leben zurückkehren darf. Doktorand Adrian, der an einer Schwelle steht zwischen der Wissenschaft und seiner großen Liebe. Pensionistin Alma, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Amüsement im Glücksspiel findet. Colette, die auf schmerzhafte Weise erkennen muss, wie Zeit die Menschen verändern kann. In acht Erzählungen beschreibt Susanne Schedel das Schicksal von Männern und Frauen verschiedenen Alters und Gesellschaftsstandes. Gemeinsam ist ihnen, dass sie an einem Wendepunkt ihres Lebens stehen. Entscheidungen liegen vor ihnen, welche zu treffen niemandem von ihnen leicht fällt. Noch halb in den Schuhen der alten Gewohnheiten steckend, aber doch auch schon Fuß fassend in einer nebulösen, noch keine klare Linie zeigenden Zukunft. Der Leser bekommt einen Einblick in eine Sphäre außerhalb des Sichtbaren, wird mitgenommen auf eine Reise, deren Ende in seiner Fantasie liegt.

Schedel bedient sich in ihren Erzählungen einer träumerischen, wie aus einer anderen Welt stammenden Sprache, die voller Tiefe die Schicksale der Menschen mit unzähligen feinfühligen, sinnbildlichen Elementen zu beschreiben versteht. Die eingesetzten Metaphern zeugen ohne Zweifel von einer großen erzählerischen Begabung, wirken allerdings an manchen Stellen etwas zu perfekt, zu konstruiert, zu durchdacht. Vergleichbar mit dem Gefühl an einem brütend heißen Sommertag, wenn jeder Handgriff unter der stillen, glühenden Mittagssonne ein wenig träger als sonst vonstattengeht, schleppen sich auch die Sätze ab und zu etwas langsam dahin, ohne richtig in den Fluss zu kommen. Einige Stellen sind zu wenig greifbar, zu verschleiert, um wirklich Lust an der Geschichte zu wecken.  Doch liegt die Vermutung nahe, dass genau diese Unnahbarkeit Intention der Autorin ist, um die Fantasie des Lesers anzuregen. Kann gefallen, kann aber auch langweilen. 

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MelEs avatar

Rezension zu "Wer soll denn das anziehen, bitteschön" von Susanne Schedel

Lebensweisheiten
MelEvor 6 Jahren

Manchmal sollte man sich mit dem was zu lesen gedenkt schon vorher auseinandersetzen, denn ich gestehe, das ich doch ziemlich überrascht war 8 Geschichten in dem Buch "Was soll denn das anziehen, bitteschön" vorzufinden. Jede Geschichte ist in sich abgeschlossen und dennoch hinterlassen sie jede Menge Raum für Spekulationen. Mir hat es sehr gefallen, denn ich fühlte mich in jeder Geschichte rundum wohl und da jede ganz anders ist als die vorherige ist es komplett überraschend was mich erwarten wird. Ein ganz anderes Buch, welches emotional wirklich bewegen kann, denn es geht hier um das echte Leben, das Leben wie es sein kann. Mal düster, mal traurig, mal lebensfroh und lebensbejahend, daher wirklich authentisch als wäre es meine eigene Geschichte.
Warum wollte ich das Buch lesen? Manchmal ist es ein Titel eines Buches, welches einen Menschen fragen werden lässt und ich denke wir Frauen kennen diese Frage "Was soll ich bloß anziehen?", während wir vor unserem voll gefüllten Kleiderschrank stehen. Die Frage " Wer soll denn das anziehen, bitteschön" warf mich deshalb doch ein klein wenig aus der Bahn, zumindest machte es mich extrem neugierig und deshalb bewarb ich mich für die Leserunde auf Lovelybooks.de.
Schon als ich das Buch in den Händen hielt fiel mir das Cover auf, denn es ist nicht einschneidend, von den Farben her eher gedämpft und eher einfühlsam, dennoch voller Ausdruck und ebenso kann ich die Geschichten beschreiben. Liebevoll und einfühlsam, ohne den Leser zu erdrücken. Ein Buch, welches seine Schönheit erst auf den zweiten Blick offenbart und seinen Leser dann doch zu packen vermag.
Von mir eine Leseempfehlung für ein authentisches Buch, welches ich sicherlich auch ein zweites Mal lesen werde, da ich es wirklich genossen habe in das Buch abzutauchen und immer wieder neue Möglichkeiten geboten bekam.

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claudia_seidels avatar

Rezension zu "Wer soll denn das anziehen, bitteschön" von Susanne Schedel

Menschen am Wendepunkt
claudia_seidelvor 6 Jahren

Bei „Wer soll denn das anziehen, bitteschön“ aus dem Rowohlt-Verlag handelt es sich um Susanne Schedels zweiten Band mit Erzählungen nach ihrem Debüt „Schattenräume“, für das sie sogar mit dem Bayerischen Staatsförderpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Die aus Unterfranken stammende Autorin lebt mittlerweile in Düsseldorf und ist promovierte Germanistin.

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Das Buch besteht aus acht in sich abgeschlossenen Erzählungen, in denen jeweils andere Protagonisten verschiedenster Altersklassen im Mittelpunkt stehen. Dabei handelt es sich um recht alltägliche Personen, wie sie einem auch auf der Straße begegnen können. Ein Student, der eine Hochschulkarriere anstreben will, aber Gefahr läuft, dabei sein Privatleben komplett zu vernachlässigen. Eine verwitwete ältere Damen, die aus Verbundenheit zu ihrem verstorbenen Mann regelmäßig ins Casino geht. Eine unter Angststörungen leidende Frau mittleren Alters, die von ihrem Mann nach einem längeren Klinikaufenthalt abgeholt wird. Eine junge Frau, die ihren Freund besucht, der als Doktorand an einer amerikanischen Universität ist und eine andere, die eine besondere Beziehung zu ihrer Großtante, einer Ordensschwester hat. Auch die Orte der Handlung sind ganz verschieden: Unter anderem Alabama, Italien, Hamburg und Unterfranken. Das, was die Protagonisten in den Geschichten erleben, erscheint auf den ersten Blick manchmal nicht allzu spektakulär, stellt für sie selbst aber doch eine einschneidende Situation dar. Die verbindende Gemeinsamkeit zwischen allen Erzählungen ist, dass sie von Momenten im Leben handeln, an denen sich, mal mehr mal weniger offensichtlich, ein Umbruch andeutet.

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Susanne Schedel versteht ihr Handwerk und es gelingt ihr, in ihren Erzählungen Situationen, Stimmungen und Bilder einzufangen und diese sehr authentisch und anschaulich zu beschreiben, sodass man das Gefühl hat, den Protagonisten sehr nahe zu sein. Die Charaktere sind sehr verschieden, aber durchweg überzeugend gezeichnet, was es spannend macht, sich beim Lesen auf sie einzulassen und interessante Eindrücke aus ihrem Leben zu erhalten.  

In ihren Erzählungen findet die Autorin viele treffende sprachliche Bilder, die man gerne im Gedächtnis behält und für die es sich lohnt, die Geschichten auch ein zweites Mal zu lesen. Der Sprachstil der Erzählungen ist angenehm lesbar und die Wortwahl wirkt wohlüberlegt und jeweils sehr gut zur Situation passend. Gerne würde ich daher noch mehr von Susanne Schedel lesen. Zudem finde ich es toll, dass es auch Autoren und Verlage gibt, die sich noch trauen, Erzählungen zu verfassen und zu veröffentlichen, auch wenn es sehr schwer ist, damit heutzutage einen Kassenschlager zu landen.


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Gespräche aus der Community

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SusanneSchedels avatar

Liebe Leserinnen und Leser,

vor wenigen Tagen ist mein Buch "Wer soll denn das anziehen, bitteschön?" im Rowohlt Verlag erschienen. Dazu möchte ich euch heute zu einer Leserunde einladen, zu der wir auch 15 Rezensionsexemplare verlosen. Ich freue mich auf eure Eindrücke, Beiträge und auf den Austausch mit euch!

In diesem Band sind acht längere Erzählungen versammelt. Jede der acht ist eine ganz eigene Geschichte für sich, aber sie haben auch Gemeinsamkeiten: sie erzählen von Umbrüchen, von Lebensentwürfen, die enden und die, manchmal sogar fast gleichzeitig, neu beginnen, und das an den verschiedensten Orten der Welt: in Süddeutschland, in der Toskana oder in Amerika, in einem Kloster oder in einer Spielbank. Der Klappentext trifft diese Gemeinsamkeit der Texte, wie ich finde, sehr schön: "Es gibt Augenblicke, in denen das, was war, und das, was sein könnte, sich wie in einer Doppelbelichtung überlagern. Das bisher gelebte Leben, seine Erfahrungen, fügen sich zu einem Bild, in dem das Künftige schon mitschwingt wie ein Versprechen."

Könnt ihr euch auch an solche Augenblicke erinnern? Wenn ja, dann schreibt mir doch einfach einen und bewerbt euch bis zum 20.3. zur Teilnahme an der Leserunde. Ein paar Zeilen genügen, ich bin schon sehr gespannt...

Viele Grüße

Susanne Schedel

 

SusanneSchedels avatar
Letzter Beitrag von  SusanneSchedelvor 5 Jahren
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von 2 Lesern aktuell gelesen

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