Susanne Scheibler Und wasche meine Hände in Unschuld

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Inhaltsangabe zu „Und wasche meine Hände in Unschuld“ von Susanne Scheibler

508 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.05.1994')
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  • Pontius Pilatus und die Ostergeschichte - sehr gut erzählt

    Und wasche meine Hände in Unschuld

    mabuerele

    01. April 2013 um 16:13

    Tiberius ist Kaiser von Rom. Aber die meiste Zeit verbringt er auf Capri. In Rom hat Sejanus das Sagen. Er ist Tribun Pontius Pilatus wohlgesinnt und sorgt dafür, dass er als neuer Präfekt in die römischen Provinzen Judäa und Samaria geschickt wird. Der Roman erzählt Stück jüdischer Geschichte. Doch im Mittelpunkt steht Pontius Pilatus und seine junge Frau Procula. Die Erzählung beginnt mit seiner Berufung nach Judäa und endet mit seinem Tod. In dieser Zeit geschieht der Mord an Johannes des Täufers, die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung. All das ist geschickt mit dem Leben und Wirken des Pilatus verwoben. Daneben gibt es einen zweiten Handlungsstrang. Hier spielt Barnabas eine Rolle. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Widersprüche in der jüdischen Gesellschaft aufzuzeigen. Die Adelsschicht um Herodes Agrippa lässt es sich wohlergehen und kümmert sich nicht um Recht und Gesetz. Die Pharisäer um Kaiphas fürchten um ihre Macht. Gleichzeitig steht für viele Juden der Glaube im Mittelpunkt. Das bekommt Pilatus zu spüren, als er Standarten mit dem Bild des Kaisers in der Festung im sichtbaren Bereich des Tempels aufstellen lässt. Er war mit gutem Willen und viel Enthusiasmus an seine neue Aufgabe gegangen. Doch nun gibt es die ersten Toten. Pilatus muss aber auch auf die Wirkung seines Handelns in Rom Rücksicht nehmen. Verbannung und Todesurteile sind schnell gesprochen in der Zeit des Kaisers Tiberius. Esther, eine junge jüdische Frau, verachtet die Tatenlosigkeit ihrer Umwelt. Nach dem Tode von Vater und Bruder treiben sie ihre Rachsucht und ihr Hass gegen die Römer in die Arme von Bar-Abba, der von den Römern Barnabas genannt wird. Gleichzeitig verdichten sich in Judäa die Gerüchte um den erschienen Messias. Deutlich wird, welch unterschiedliche Hoffnung der einzelne in ihn setzt. Die Protagonisten sind sehr gut charakterisiert. Das betrifft Pontius Pilatus, aber auch Procula.   Procula, die Frau des Pilatus, ist eine intelligente junge Frau. Sie ist aber auch eine Suchende. In Rom hat sie zu dem unbekannten Gott gebeten. Nun lässt sie sich von ihrer Sklavin Ruth in die Religion und die Sprache der Juden einführen.   Selbst die Nebenfiguren werden deutlich herausgearbeitet. Eine besondere Rolle dabei spielt Daniel, der Esther bedingungslos liebt, auf Jesus hofft, bei seinem tod zusammenbricht und dann den neuen Weg erkennt. Hass, Eifersucht, Liebe und Verrat geben dem Roman seine Würze. Zwar wird die biblische Geschichte auf neue Art erzählt, doch sie bleibt nahe am Original. Die wichtigsten Lebensstationen Jesus werden beleuchtet. Interessant sind die Gespräche zwischen Procula und Pilatus. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es lässt sich zügig lesen. Viele Stellen zeugen von exakter Recherche der Autorin. Es bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung.     

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  • Rezension zu "Und wasche meine Hände in Unschuld" von Susanne Scheibler

    Und wasche meine Hände in Unschuld

    sarahsbuecherwelt

    05. November 2010 um 10:37

    Dieses Buch befand sich in einem historischen Buchpaket, welches ich schon vor einigen Monaten gekauft hatte. Da ich, wie eingangs erwähnt, an einer historischen Buch-Challenge teilnehme, wollte ich dieses Buch dort lesen. Der Grund dafür ist, dass ich schon seit Monaten um dieses Werk einen großen Bogen gemacht hatte, da ich historische römische Werke nicht unbedingt gerne lese. Schon in meiner Schulzeit fand ich solche Bücher eher schwer von den Namen und anderen Begrifflichkeiten her. Der Klappentext klang zwar sehr vielversprechend, aber trotzdem kostete es mich große Überwindung mich an dieses Buch zu trauen. Der Einstieg war für mich sehr schwer. Es wird über Tiberius Werdegang zum Kaiser und seiner Einstellung geredet, aber es wird nicht erzählt, wann genau er regiert hat. Das fand ich immer schade und mit jedem neuen Satz hoffte ich auf die Lösung. Erst über Google konnte ich mir einen klaren Blick über diesen Kaiser verschaffen. Hier hätte ich am Anfang des Buches eine kleine Einführung besser gefunden, um den Leser mit dem Kaiser und der damaligen Zeit auf Faktenbasis vertraut zu machen. Doch nicht nur dieser Aspekt hat mir das Lesen erschwert. Ich fand es sehr schwierig mich durch den ungewohnten Satzbau zu kämpfen. Kämpfen ist der richtige Ausdruck, denn viele Sätze musste ich wirklich zweimal lesen, um sie überhaupt verstehen zu können. Es ist eine recht alte Sprache, die durch zahlreiche römische Begriffe gespickt ist. Auch wenn ich mir persönlich vieles durch den Satz herauslesen konnte, wollte ich trotzdem genau wissen, worum es sich hier handelt. Zum Beispiel war mir Nobilität oder Lektika kein Begriff. Die ersten 20-30 Begriffe war es ja noch möglich meinen Mann zu löchern, aber da er vieles auch nicht kannte, blieb mir nur Google übrig. Nach dieser Vielzahl von Fragen war er jedoch schon sehr genervt und bat mich, nicht ständig zu fragen. An dieser Stelle befand ich mich auf Seite 87. Jeder kann sich vorstellen, wie häufig ich im Verlauf des gesamten Buches im Internet etwas nachschlagen musste. Ich empfand es als störend, da es den Lesefluss sehr gehemmt hat. Die Geschichte selbst ist sehr spannend, bildhaft und lehrreich. Zwar weiß ich nicht, wie viel davon erfunden ist, und wie viel davon auf Tatsachen beruht, aber ich konnte mich hervorragend in die damalige Zeit hineinversetzen. Die Autorin schafft ein authentisches Bild. Durch die spannenden Verknüpfungen der einzelnen, farbenfrohen Charaktere, wurde das Buch nie langweilig. Ich konnte so viel dazu lernen, dass ich auch die lehrreichen Aspekte total spannend empfand. Trotzdem hätte ich mich über einige Zahlen und richtige Fakten im Text sehr gefreut. Auch wenn diese Punkte weggelassen wurden und nur durch eine eigene Recherche zum geschichtlichen Lernen führten, konnte ich das Werk nicht aus der Hand legen. Die Kapitel sind recht lang, sodass ich es schwer fand, zwischendurch eine geeignete Stelle zum Pausieren zu finden. Gerade wenn ich etwas nachschlagen musste, brauchte ich eine halbe Seite um mich wieder einzulesen. Daran erkennt jeder wie schwer der Text an sich ist. Die Schrift ist in einer normalen Größe und wird durch eine Vielzahl von Absätzen sehr übersichtlich gestaltet. Durch diesen Aufbau macht das Lesen für mich mehr Spaß. Ich persönlich habe mich an acht Tagen durch das Buch gekämpft, da ich einfach meine Pausen brauchte. Die eigentliche Geschichte ist spannend, sodass ich diese an zwei Tagen hätte lesen können, aber durch den alten Sprachstil und die vielen mir fremden Worte, brauchte ich gelegentlich eine Verschnaufpause und eine leichtere Kost nebenher. Wer sich mit der Zeit um Tiberius vertraut machen möchte, sollte dieses Buch definitiv lesen. Es ist zwar alles andere als bekannt, aber es ist trotzdem sehr gelungen, informativ und authentisch verfasst worden. Wer jedoch auf der Suche nach vielen Fakten ist, sollte sich lieber keinen Roman kaufen, sondern auf ein Sachbuch zurückgreifen. Die Lebenssituation zu dieser Zeit wird jedoch perfekt beschrieben und jeder Leser bekommt einen guten Eindruck über die damaligen Verhältnisse und Machtspiele. ===Bewertung=== Von mir bekommt das Buch vier Sterne. Abzug gibt es für die Sprache und die vielen Fremdworte, die auch nicht am Ende des Buches geklärt werden, sondern eigenen Einsatz bei Google erfordern. Wer sich jedoch mit römischer Geschichte oder Romanen auskennt, wird seine Freude an diesen sicherlich sehr unbekannten Werk finden.

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