Susanne Staun

 3.3 Sterne bei 43 Bewertungen
Autor von Totenzimmer, Blutfrost und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Susanne Staun

Totenzimmer

Totenzimmer

 (36)
Erschienen am 24.08.2012
Blutfrost

Blutfrost

 (5)
Erschienen am 24.01.2014

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Rezension zu "Totenzimmer" von Susanne Staun

Eine gewöhnungsbedürftige Ermittlerin, die es dem Leser nicht leicht macht
PMelittaMvor 2 Jahren

Die Rechtsmedizinerin Maria Krause wird zu einer Leiche gerufen. Das junge Mädchen wurde misshandelt und ermordet, zunächst ein Fall wie jeder andere, doch schnell erkennt Maria, dass dieser Fall für sie unerwartet persönlich ist.

Als Rechtsmedizinerin hat Maria eigentlich keine Befugnisse zu ermitteln, in diesem Fall tut sie es dennoch und verstrickt sich immer mehr darin.

Der Täter hat merkwürdige Spuren hinterlassen, Verfärbungen auf der Haut des Opfers, die offenbar Rückstände vom Täter sind. Wie sich herausstellt, wurden sie durch die Einnahme eines Medikamentes verursacht, das gegen Lepra entwickelt wurde. Doch in Dänemark ist das Medikament gar nicht zugelassen und den letzten Leprafall gab es 1911. Trotzdem scheint dies die einzige Spur zu sein, die zum Mörder führt.

Maria hat so ihre Probleme mit ihrem sozialen Umfeld, außer der aus Nigeria stammenden Nkem, der sie von Kopenhagen nach Odense gefolgt ist, um nicht ihre einzige Freundin zu verlieren, sind ihre näheren Kontakte ausschließlich beruflicher Natur. Beliebt ist sie jedoch nicht.

Skandinavische Ermittler sind meist vom Leben gezeichnete, oft recht düstere Charaktere, doch bei Maria Krause geht das noch ein ganzes Stück weiter. Ich will nicht zu viel verraten, aber Maria ist ernsthaft psychisch krank. Da die Autorin sie selbst in Ich-Form erzählen lässt, ist es zunächst nicht einfach, sich in Marias Gedankenwelt hineinzuversetzen, bis zum Ende versteht man längst nicht jede ihrer Handlungen und sicher gibt es Leser, die von ihr abgestoßen sind. Ich empfand den Roman aber gerade deswegen als besonders und wenn man sich mit Marias „Eigenheiten“ abgefunden hat, entpuppt sich der Roman als durchaus spannend und interessant – aber sicher nichts für zarte Gemüter.

Nicht nur Maria darf selbst erzählen, sondern auch der Täter, der Leser darf dessen Tagebuch lesen und dieses ist sicher noch erschreckender als das, was man über Maria erfährt. Es handelt sich hier um einen Psychopath in Reinform, intelligent, überheblich, nach außen aber sympathisch wirkend und beliebt.

Nkem gefällt mit gut, zupackend, manchmal zwar Grenzen überschreitend (sie verletzt gerne die Privatsphäre Anderer), loyal und verständnisvoll. Ihr gelingt es hin und wieder Maria zu erden.

Wirklich tiefgehend lernt man die wenigsten der Charaktere kennen. Manche Personen werden mit nur einem Charakterzug charakterisiert, wie die krankhaft eifersüchtige Sekretärin Helle, nehmen aber im Geschehen dennoch wichtige Rollen ein. Im Grunde ist kein Charakter zu viel, fast jeder ist für das Gesamtgeschehen wichtig.

Der Fall ist schon durch die besondere Spur interessant, der Fokus liegt aber weniger auf den Ermittlungen – schließlich ist es kein Kriminalroman, sondern ein Thriller. Den Fortschritt der polizeilichen Ermittlungen erfährt man immer nur am Rande. Die Erzählung schreitet durch Marias Handeln voran, das sich irgendwann mit dem des Täters kreuzt. Hier könnte man ein paar Zufälle zu viel erkennen, andererseits, das Leben besteht aus Zufällen und aus ihnen entstehen Geschichten. Marias handelt wie bereits erwähnt nicht immer nachvollziehbar, teilweise regelrecht töricht, dies ist aber durch ihre kranke Psyche im Grunde erklärbar. Mich hatte die Geschichte nach einigen Seiten in ihrem Bann und ich war gespannt auf das Ende. Und dieses hatte es noch einmal in sich und ein paar Überraschungen auf Lager.

Insgesamt ein Thriller, der für einigen Nervenkitzel sorgt, mit einer gewöhnungsbedürftigen Ermittlerin, auf die man sich einlassen muss. Ich vergebe 4 Sterne und eine Leseempfehlung für Thriller-Fans, die auch vor Charakteren, in die man sich schwer hineinversetzen kann, nicht zurückschrecken. Ich werde sicher noch einen weiteren Roman mit Maria Krause lesen, ein weiterer ist bereits auf Deutsch erschienen.

Kommentare: 5
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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Blutfrost" von Susanne Staun

Blutfrost
Claudia-Marinavor 3 Jahren

Maria Krause ist Rechtsmedizinerin in Odense und dass sie bei ihrer Arbeit zumeist mit toten Menschen zu tun hat, ist wohl auch besser so für alle Beteiligten. Maria ist wahrhaftig kein Menschenfreund, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass man ihre Kindheit ohne Übertreibung als völlig verkorkst ansehen kann.

Doch genau diese Vergangenheit ist es, die sie nun heimsucht. Ihr Zwillingsbruder, der ihr das Leben zur Hölle gemacht hat, kommt zurück nach Dänemark um als Arzt zu praktizieren. Es dauert nicht lange, bis er unter einen fürchterlichen Verdacht gerät - er soll seine kleine Tochter schwer misshandelt haben. Maria setzt alles daran, ihm diese Tat zu beweisen und verstrickt sich dabei völlig in ihren eigenen Hassgefühlen gegenüber ihrem Bruder.

Und wer ist diese mysteriöse E., die ihr E-Mails aus Rexville, einer kleinen Stadt in den USA schickt? Um sie vor einer Person aus ihrem Umfeld zu warnen, der kleine Kinder missbraucht.

Bei all den familiären und psychischen Problemen, die Maria Krause so mit sich herumträgt, fragt man sich, wie sie da noch in einem Kriminalfall ermitteln will. Streng genommen tut sie das auch nicht wirklich, denn Blutfrost ist kein Kriminalroman im herkömmlichen Sinn.

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Claudia-Marinas avatar

Rezension zu "Totenzimmer" von Susanne Staun

Totenzimmer
Claudia-Marinavor 3 Jahren

Gerade erst ist die Rechtsmedizinerin Maria Krause von Kopenhagen nach Odense gezogen, da wird sich auch schon zum ersten Tatort gerufen. Eine junge Frau wurde ermordet, ihre Leiche geschändet – doch die einzige Spur, die Maria findet, ist ein Abdruck rotgefärbten Schweißes. Welcher Mörder schwitzt roten Schweiß? Außerdem ist Maria sich sicher, dass sie es mit einem Serienmörder zu tun hat, das nächste Opfer kann nicht weit sein. Wird sie den Mörder rechtzeitig stoppen können?

Maria Krause ist ein komplizierter Charakter. Sie ist stur und eigenwillig und geht am liebsten ihren eigenen Weg. Alleine. Nur ihre Freundin Nkem, die als Chemikerin ebenfalls in der Rechtsmedizin arbeitet, kommt an sie heran. Maria hat definitiv nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wie lässt es sich sonst erklären, dass sie in einer sterilen, fast leeren Wohnung lebt und sich mit Männern zu sogenannten „Rape-Dates“ trifft?

Aber sie ist auch ehrgeizig, nimmt den Fall persönlich und lässt nicht locker. Versinkt bis zum Hals in ihrer Arbeit und gerät dabei tiefer, als es gut für sie wäre. Doch genau das macht sie auch so sympathisch. Es ist ihre Hingabe für ihren Beruf, die Leidenschaft, mit der sie sich in dieser Männerwelt durchsetzt, sich immer wieder gegen Anmachen und blöde Sprüche der männlichen Kollegen und der Polizei zur Wehr setzt, die mir imponiert.

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