Susanne Steffen Der Windel-Samurai

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Inhaltsangabe zu „Der Windel-Samurai“ von Susanne Steffen

Einen Sake auf die Kinderkacke! 'Was willst du denn mit einem Japaner? Die arbeiten doch den ganzen Tag!' Susanne Steffens Vater ist entsetzt, als sie ihm ihre Heiratspläne eröffnet. Doch kaum hat sich Nachwuchs eingestellt, verblüfft Ehemann Ryunosuke alle, besonders seine Landsleute: Er nimmt Erziehungsurlaub, und zwar gleich zwei Jahre. Ein heldenhafter Plan, denn selbst kürzere Auszeiten für Väter sind in Japan noch völlig unüblich. So ist niemand darauf eingestellt, dass beim Mütterkurs, zum Babyschwimmen oder im Kindergarten plötzlich ein Mann auftaucht. Und die Akzeptanz der Mütter muss Ryunosuke sich erst einmal erkämpfen. Mit liebevollem Humor erzählt Susanne Steffen von ihrem turbulenten Familienleben im Land der aufgehenden Sonne - und wie das durch kulturelle Unterschiede noch komplizierter wird, als es ohnehin schon ist.

Nette kleine Geschichten aus dem japanischen Familienalltag.

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  • Japan mal aus anderer Sicht

    Der Windel-Samurai
    fhauser

    fhauser

    02. December 2013 um 10:45

    Als Mann einfach mal zwei Jahre bei den Kindern bleiben? Das ist schon im Westen nicht immer einfach. Im Japan freilich, wo die Väter ihre Kinder dank langer Arbeitszeiten oft nur wenige Minuten am Tag sehen, scheint dieser Plan geradezu unerhört. Doch Ryunosuke, Verwaltungsangestellter und Ehemann der Autorin ist fest entschlossen. Mütterkurs, Babyschwimmen, Kinderarzt und Spielgruppe: Heldenhaft erkämpft er sich die Akzeptanz und wird zum "Windelsamurai" - und stellt nebenbei noch einen Rekord als Mann mit dem längsten Erziehungsurlaub Japans auf. All dies ist ausnehmend unterhaltsam zu lesen und eine wunderbare Möglichkeit, eine Seite Japans zu entdecken, die auch manch ein Japaner nicht kennt.

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  • Ein Blick hinter alle Klischees

    Der Windel-Samurai
    CitizenWeasel

    CitizenWeasel

    03. August 2013 um 20:05

    "Firmensamurai" nennt man in Japan Männer, die aus Pflichtbewußtsein oder für die Karriere mehr Zeit auf der Arbeit als zuhause verbringen. Genau das Gegenteil, nämlich Erziehungsurlaub, hat Susane Steffens Mann Ryanosuke nach der Geburt seiner Tochter gewählt. Von dieser privaten kleinen Revolution, die im traditionsverbundenen Japan für einiges Aufsehen sorgt, erzählt die Auslandskorrespondentin Steffen in ihrem Buch. Die ungewöhliche Familiensituation eckt ab und zu an, liefert aber eher eine Rahmenhandlung für sehr interessante Insider-Einsichten in das japanische Alltagsleben. Mit viel Witz, Selbstironie und einer Prise philosophischer Betrachtung beleuchtet die Autorin die Unterschiede zwischen japanischer und deutscher Kultur und bringt dem Leser so dazu, hinter die Klischees zu blicken, die man sonst so über Japan kennt. Mit dem Tsunami von 2011 und der Fukushima-Katastrophe bekommt das Buch mehr Aktualitätsbezug, als wahrscheinlich geplant war, aber das macht es zugleich sehr authentisch. Seinen letzten Stern verdient es sich dann im abschließenden Kapitel, mit dem persönlichen Fazit der Autorin. "Der Windelsamurai" kommt erfrischend unaufgeregt daher. Vielleicht ist japanische Zurückhaltung etwas, was nach 12 Jahren in einem Land abfärbt. Einem Buch, gerade über Erziehungsfragen, tut sie jedenfalls sehr gut.

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  • Wenn Papa in Erziehungsurlaub geht - in Japan

    Der Windel-Samurai
    Katzenpersonal_Kleeblatt

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    31. July 2013 um 07:49

    Susanne Steffen hat es nach Japan verschlagen. Sie hat dort ihre Liebe gefunden und einen Japaner geheiratet, Kulturschock lässt grüßen, vor allem ihre Eltern. Sie hat sich dort mit einem kleinen Medienservice selbständig gemacht und ihr Mann Ryunosuke arbeitet in einer öffentlichen Behörde. Als sich Nachwuchs ankündigt, verkündet ihr Mann lautstark, er nimmt Erziehungsurlaub, denn schließlich hat das Wohlfahrtsministerium diese Förderung ins Leben gerufen und er ist der Meinung, dass sie als staatliche Einrichtung das mit umsetzen sollten. Gesagt, getan. Als er seinem Chef Satoh erzählte, dass er Erziehungsurlaub nehmen will, war der ganz begeistert von der Idee. Ryunosuke sollte sich doch eine Woche Urlaub nach der Geburt freinehmen und nicht gleich erwarten, dass die Frau einen Tag nach der Geburt schon das gewohnte Abendmenü auftischen würde. Als Ryunosuke Satohs Vorschlag ablehnte und einen Erziehungsurlaub über 2 Jahre beantragte, saß dieser da und schnappte wie ein Fisch nach Luft. Bis jetzt gibt es diese Förderung wohl, aber wer ist so vermessen, diese in Anspruch zu nehmen? 2 Jahre!!! Ryunosuke setzt sich durch, zumindest bei seinem Chef. Was ihm etwas schwerer fallen wird, ist das Vertrauen der anderen Mütter zu erringen, denn welcher Mann ist denn schon für ein Baby zuständig oder arbeitet als Hausmann? Der arbeitende männliche Durchschnittsjapaner hat eine Arbeitszeit jenseits von Gut und Böse. Die Kinder sehen die Väter oftmals nur am Wochenende, eine rechte Beziehung kann sich dort nicht aufbauen. Die Frau ist der Hauptansprechpartner für die Kinder. Susanne und ihr Mann Ryunosuke halten es anders, hier arbeitet die Frau weiter und der Mann geht in Erziehungsurlaub. Und nicht nur sein Chef hat mit dieser Vereinbarung so seine Probleme. Auch die anderen Mütter, die er regelmäßig bei den Vorsorgeuntersuchungen kennenlernt, machen es ihm nicht leicht, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Auch wenn Ryunosuke es nicht zugibt, es trifft ihn, dass sie lieber Telefonnummern mit Susanne austauschen als mit ihm. Dieses Buch ist eine humorvolle Lektüre über die Zeit des Erziehungsurlaubes von Ryunosuke. Seine Bemühungen, in der Welt der Mütter zu "überleben", sind wahrhaft heldenhaft. Es stört ihn nicht, dass er auf Vorurteile trifft, er liebt seine Kinder und will ihnen das beste in der Zeit antun, was irgendwie geht. So ganz nebenbei erfährt man als Leser ein wenig über das Leben und die Gebräuche in Japan. Dass eine Taufe in Japan in keinster Weise mit einer hiesigen vergleichbar ist, sondern dass dort nur ein wenig herumgewedelt wird, mussten auch Susannes Eltern schmerzlich erleben. Interessant fand ich auch den Kult mit den Toten. Im Haus einen Schrein und die Toten werden mit der Post in einer Urne einfach so verschickt, illegal natürlich. Aber auch die Suche nach einem Kindergartenplatz scheint in Japan nicht ganz einfach zu sein, zumal man da auch schon mal als Elternteil an einer Aufnahmeprüfung teilnehmen darf, je nachdem, wo man sein Kind unterbringen möchte. Ach ja, wusstet ihr eigentlich schon, dass in Japan schlafen am Arbeitsplatz nicht verpönt ist? Wer am Arbeitsplatz einschläft, zeigt, dass er überarbeitet ist. Der Körper gönnt sich eben mal eine Zwangspause. (Ich werde das meinem Chef mal offenbaren.) Ein wunderbar humorvolles Buch, in dem es auch Missgeschicke zu berichten gibt, sehr zur Freude des Lesers. Ich denke da ans Babyschwimmen oder an die Spielerchen mit der Bento-Lunchbox. Aber einen kurzen Blick gibt es auch auf das starke Erdbeben, das den Reaktorunfall in Fukoshima verursachte. Susanne lebt in Japan mit ihrer Familie und erlebt dann auch solche Ereignisse aus nächster Nähe. Ein absolut erfrischender Roman, den man nicht mehr aus der Hand legt. Ich zumindest habe ihn hintereinander durchgelesen und mehr wie einmal blöde gegrinst. Das Buch ist nicht nur eine tolle Sommerlektüre, es ist für zwischendurch eine absolute Leseempfehlung.

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