Susanne Stephan Gegenzauber

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Inhaltsangabe zu „Gegenzauber“ von Susanne Stephan

Ein Gedichtband der Thaddäus-Troll-Preisträgerin 2007, der durch die Kunst der Reduktion besticht.

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  • Rezension zu "Gegenzauber" von Susanne Stephan

    Gegenzauber

    SV

    06. August 2008 um 11:09

    „Gegenzauber“ heißt der Gedichtband von Susanne Stephan, der beim tapferen Tübinger Klöpfer&Meyer Verlag erschienen ist. Tapfer deswegen, weil das einer der Verlage ist, die, unbeirrt von wirtschaftlichen Zwängen, immer auch Lyrik im Programm haben. „Gegenzauber“ – schon der Titel setzt eine Assoziationskette in Gang: Hier zaubert jemand? Hier hab ich ein Gegenmittel? Ist es böser Zauber? … Im ersten Kapitel geht’s vor allem um Höhlen, um die Bewohner von Höhlen, deren Überreste, Geräte, Bilder, Spuren noch sichtbar sind und die ihre Welt, voller Zauber und notwendigem Gegenzauber, als rätselhaftes Erbe hinterlassen haben. Die Welt und das Leben mit der Hilfe von Zauber, oder Gegenzauber - in den Fällen, in denen einem die Unerklärlichkeit der Welt begegnet, die anders nicht mehr in den Griff zu bekommen ist - beschreibt Susanne Stephan in kleinen, knappen Gedichten voller verwunderlicher und wahrer Bilder. Auch im scheinbar ganz Nahen – „Innenstadt“, „Stromausfall“, „Nelken“ sind Titel einzelner Gedichte - gibt es die nicht berechenbaren Momente, die kleinen unscharfen Ränder der Realität, dort wo möglicherweise Zauber und Gegenzauber wohnen und vielleicht noch immer nötig sind um den Tag zu bestehen. Susanne Stephan ist eigentlich eine Realistin, die nur beschreibt was sie sieht – vielleicht sieht sie ja einfach ein wenig mehr. Nelken Ein Spalt Erde inmitten der Steine ist genug, mehr als genug, wenn die Wurzeln hungrig nach Himmel, die Blüten durstig nach Hitze ihr Duftfass schwenken inständig über jede Stufe zum Haus. Ich setze mich auf die letzte, die kühle, und grüße den Falter, der so weiß, so torkelig gibt einen Engel im erdnahen Rausch.

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