Susen Truffel-Reiff

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Cover des Buches Tagwerk (ISBN: 9783866906730)

Tagwerk

(2)
Erschienen am 16.05.2018

Neue Rezensionen zu Susen Truffel-Reiff

Unglaubliche Aufnahmen - perfekt zum stundenlangen Staunen!

In diesem beeindruckenden Bildband finden sich Aufnahmen von Insekten, die einen staunen lassen. Die einzelnen Insektenportaits wurden jeweils aus 8.000 Einzelfotos zusammengesetzt und überzeugen so mit umfassbarerer Detailliertheit und bestechender Schärfe. Die Ausschnitte sind zudem außergewöhnlich gewählt, sodass man manchmal für ein paar Sekunden stutzt, bis man erkennt, was genau vor einem liegt. Die mit Mikroskoplinsen aufgenommenen Bilder lassen die kleinen Insekten wie exotische Skulpturen wirken und betonen ihre Schönheit gekonnt. Auf 144 Seiten finden sich ca. 120 Abbildungen. Beim Durchblättern des Werkes kam ich aus dem faszinierten Staunen gar nicht mehr raus und war von den Formen, Mustern, Strukturen und der Farbenpracht ganz begeistert. Man erkennt Haare, Schuppen, Linien oder Dellen. Jedes einzelne Bild ist sehr beeindruckend - ich konnte stundenlang die einzelnen Abbildungen betrachten.

Die Insekten stammen aus aller Welt und sind zum Teil so filigran und zerbrechlich, dass sie sich für eine öffentliche Ausstellung nicht eignen und daher hinter verschlossenen Türen aufbewahrt werden müssten. Dieser Bildband jedoch, zeigt diese große Vielfalt - und das mit viel mehr Details als man es mit dem bloßen Auge jemals erahnen könnte. Manche der ausgewählten Exemplare sind bereits vor 150 Jahren gesammelt worden - eines sogar von Charles Darwin selbst - und andere wiederum erst kürzlich gefunden.
Die Insektenportraits werden durch kleine Textboxen eingeleitet, in denen sich der deutsche wie auch der lateinische Name, eine sehr faszinierende Beschreibung sowie der Fundort erfahren lassen. Auf der Seite daneben findet sich eine Fotografie des Insekts. Danach folgen die überaus beeindruckenden Nahaufnahmen, die so unfassbar viele Details erkennen lassen. Mir ist es nahezu unmöglich, einen persönlichen Favoriten auszuwählen, da jede Abbildung so einzigartig ist. Aber dennoch: Der nigerianische Bockkäfer mit seinen feinen, ein aufregendes Muster bildenden Schuppen; die Fangschrecke aus Malaysia mit ihren metallischen Farben und auffälligen Mustern; die brasilianische Orchideen- oder auch Prachtbiene mit ihren unglaublichen, geradezu flüssig wirkenden Farben und vielfältigen Strukturen; der stachelige Schildkäfer aus China; der Blatthornkäfer aus Madagaskar, der wohl zu den schönsten Mistkäfern der Welt zählt; oder der Sandlaufkäfer aus Borneo, dessen Oberflächenstruktur ebenso beeindruckend sind wie seine schillernden Farben - sie konnten mich wohl am meisten für sich gewinnen.
Was ich zudem als äußerst ansprechend empfunden habe, war das Vorwort, in welchem festgehalten wird, welche Bedeutung Insekten für uns Menschen und unser Ökosystem haben. Bis zur Erfindung der optischen Linsen und Mikroskope war es gar nicht möglich, sie zu verstehen. Beim Lesen wird man von der Begeisterung des Kurators der Abteilung Entomologie im Naturkundemuseum der Universität Oxford, Dr. James Hogan, regelrecht angesteckt und begibt sich umso neugieriger auf die Entdeckungsreise der schönen Insekten.
Am Ende des Buches findet sich eine Seite, auf der jedes im Buch portraitierte Insekt abgebildet ist sowie eine Seite, auf der Levon Biss das fotografische Verfahren erklärt. Nachdem ich diese Beschreibung gelesen hatte, war ich dann vollkommen überwältigt; so viel Herzblut steckt in den Aufnahmen. Aber eines ist gewiss: Die umfangreiche Arbeit hat sich mehr als gelohnt!

Alles in allem handelt es sich um ein ganz außergewöhnliches Werk, das man kaum für möglich hält. Deswegen kann ich es jedem, der gerne einen ganz neuen Blickwinkel auf Insekten gewinnen möchte, wärmstens empfehlen!

‚Diese Fotosammlung feiert die Natur und die Fotokunst'

‚Diese Fotosammlung feiert die Natur und die Fotokunst, sie zeigt aber außerdem, wie Wissenschaft und Kunst effektiv eine neuartige und spannende Verbindung eingehen können.‘ (Vorwort von Dr. James Hogan, Kurator der Abteilung Entomologie des Naturkundemuseums der Universität Oxford)

Ich liebe Makroaufnahmen, weil sie eine Welt zeigen, die einem normalerweise verschlossen bleibt, und in Levon Biss‘ Buch ‚Portraits‘ findet man besonders schöne Makrofotos, die Insekten auf eine Weise zeigen, die man nie zuvor gesehen hat.

Die im Buch abgebildeten Insekten stammen aus der Sammlung des Naturkundemuseums der Universität Oxford, die mehr als fünf Millionen Exemplare umfasst, von denen einige von Charles Darwin persönlich während seiner Reise auf der HMS Beagle gesammelt wurden.

Die Fotografien von Biss sind wirklich spektakulär, und obwohl ich schon viele Makrofotobände angeschaut habe, hat mich der Detailreichtum in ‚Portraits‘ regelrecht umgehauen.

Bereits die Aufnahmen des kompletten Insekts sind beeindruckend, zeigen wunderschöne Färbungen und bizarre Formen, wobei der Blick aufs Insekt durch den neutralen, schwarzen Hintergrund durch nichts abgelenkt wird. Doch die Detailaufnahmen, die sich zusätzlich im Buch finden, sind noch faszinierender, sehen beinahe unwirklich aus: Man sieht schillernde Farben, metallisch glänzende Schuppen, feinste Härchen, ungewöhnliche Muster, die allesamt Facetten von Insekten zeigen, die man tatsächlich noch nie gesehen hat, und die eine Schönheit dokumentieren, die man gar nicht recht glauben kann.

Neben den Fotografien gibt es zudem knappe Informationen zu den abgebildeten Insekten: den Namen, die Herkunft und Hinweise zum Tier selbst.

‚Portraits‘ ist ein ungewöhnlicher und wunderschöner Bildband - perfekt für Insektenfreunde, für Fotobandbegeisterte und/oder für Leute, die schon alles haben und denen man etwas ganz Besonderes schenken oder empfehlen möchte.

Cover des Buches Tagwerk (ISBN: 9783866906730)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Tagwerk" von Susen Truffel-Reiff

sabatayn76
‚Aber ist das wirklich ein Beruf in Ihrem Land?‘ (Seite 10)

Als ich vor mehr als 17 Jahren für ein paar Wochen im Jemen war, habe ich mich länger mit einem Beduinen aus der Ramlat as-Sabatayn unterhalten. Als er mich fragte, was mein Beruf ist, habe ich ihm erzählt, dass ich Psychologie studiere. Mein Arabisch-Wörterbuch erwähnte ein eindeutiges Wort dafür, aber der Beduine konnte mit dem Begriff nichts anfangen, und auch als ich näher ins Detail ging, was zum Beruf eines Psychologen gehört, hatte er keinen Aha-Effekt. Der Beruf des Psychologen hatte in seiner Welt, in der man starke Familienbeziehungen hat und keinem Fremden das Herz ausschüttet, keinerlei Bedeutung und keine Entsprechung.

So ging es auch den Autoren/Fotografen des Bildbands ‚Tagwerk‘, die bei ihrer Arbeit immer wieder auf Menschen trafen, die nicht recht verstanden, dass Beobachten und Staunen Teil von Gelderwerb sein können.

Umgekehrt ist es so, dass die im Buch erwähnten Berufe durchaus auch in der westlichen Welt bekannt sind, auch wenn man in Mitteleuropa nie oder kaum noch Färber, Wäscher, Weber, Lastenträger oder Münzenmacher trifft bzw. sich Berufe zwischen Europa und der ‚dritten Welt‘ deutlich unterscheiden, z.B. Bäcker, Frisöre, Schneider oder Restaurantbesitzer.

Die Berufe im Buch wurden so in Kapitel aufgeteilt, als wären sie ‚Teile des menschlichen Körpers oder Geisteshaltungen‘ (Seite 17), z.B. ‚Mit dem Kopf‘, ‚Mit den Händen‘ und ‚Mit Kreativität‘. Die einzelnen Kapitel werden durch knappe Texte eingeleitet, die erklären, was der jeweilige Überbegriff beinhaltet und welche Bedeutung bestimmte Körperteile und die Arbeit mit diesen haben. Auch die einzelnen Berufsbilder werden kurz vorstellt, bevor Bilder zu diesen gezeigt werden.

Die oft großformatigen Fotografien sind sowohl dokumentarisch als auch ästhetisch, versiert aufgenommen und hochwertig gedruckt. Sie zeigen nicht nur die Menschen in verschiedenen Gegenden der Erde, wie sie ihrer Arbeit im jeweiligen Umfeld nachgehen, sondern fangen auch perfekt die Persönlichkeit der Abgebildeten und die Stimmung vor Ort ein.

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