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Lilabella

vor 5 Jahren

(12)

Ich habe massenhaft Zeit gebraucht, um mich mit diesem Buch abzufinden. Es lag zwischendurch wochenlang einfach so in der Gegend herum, weil ich mich nicht dazu überwinden konnte, es weiterzulesen. Erst einmal, wegen der ganzen Sache mit Peeta, die einem aus dem letzten Buch ja immer noch negativ nachhängt… wird auch nur noch schlimmer während des Plots des dritten Teils der Hunger Games Trilogie. Irgendwann habe ich mich dann doch überwunden, es noch einmal in die Hand zu nehmen.
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Katniss geht mir im ersten Teil dieses Buches noch mehr auf die Nerven, als im letzten schon, und sie kann sich ja immer noch nicht entscheiden! Aber nicht nur dass, sie hat auch immer noch nichts dazu gelernt. Nach allem, was sie bisher im Capitol durchgemacht hat und nach der Ausbeutung ihrer eigenen Person fängt das Ganze ja im Endeffekt schon wieder von vorne an, nur diesmal auf der Seite der Rebellen. Ich konnte durch die kompletten 455 Seiten nicht verstehen, wie man so etwas mit sich machen lassen kann.
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Aus dieser Perspektive des präsenten aber passiven Mockingjay sehen wir die Geschehenisse auch die meiste Zeit, oder aus der Sicht eines verstörten und sich versteckenden Mädchens, das mit seiner Umwelt nichts zu tun haben will. Deshalb war die erste Hälfte des Buches auch relativ langatmig und meiner Meinung nach nicht gerade sehr spannend beschrieben. Das ändert sich jedoch im letzten Drittel des Buches. Besonders im (ich nenn es mal) “Final Battle” folgen Ereignisse schnell und auch überraschend aufeinander, dass ich das Buch in dieser Zeit genauso spannend fand wie den ersten Teil, den ich ja gar nicht aus der Hand legen konnte. Generell fand ich das letzte Drittel als Vorspann zum Ende ziemlich gut, ein im Endeffekt absolutes Chaos – macht das nicht einen dystopischen Roman aus? Andererseits muss ich gestehen, dass das Ganze mir auch etwas zu tragisch herübergekommen ist… wahrscheinlich ziemlich schwer einen Mittelweg zu finden.
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Wenn man mal GANZ an das Ende des Buches guckt, ist es mir wieder ein bisschen zu flach. Vielleicht liegt das auch an der ganzen Action im Vorteil oder der Apathie des Abschnittes (die ja durchaus berechtigt ist) aber man kommt sich vor, als wäre man einfach aus der einen Situation herausgezogen worden und in die andere hineingeschmissen – der Wechsel von einem Extrem ins Nächste war mich einfach zu schnell.
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Man muss wohl sagen, das so manche Tiefen des Plots (oder nicht nennenswerter Charaktere) von anderen Charateren wieder aufgefangen werden. Finnick und Prim zum Beispiel glänzen in diesem Buch, ebenso wie ich das Auftauchen des Prep-Teams und die Episoden mit Haymitch einfach genial fand. Gale passt perfekt in die Rolle, die man ihm in diesem Buch gegeben hat, denn er hat die Prinzipien, die damit einhergehen schon seit jeher verkörpert… wenn man den Schmus um Katniss mal weglässt.
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Alles in allem bin ich froh, dass ich das Buch dann doch noch gelesen habe, auch wenn es mir als finaler Teil dieser so vielversprechend anfangenden Trilogie als nicht würdig erscheint. Hätte man es bei “THE HUNGER GAMES” belassen, hätte ich persönlich besser damit abschließen können.

Autor: Suzanne Collins
Buch: Mockingjay
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