Erschlagen liegt der junge Landwirt Laurent Wendling auf seinem Acker, auf dem doch schon bald eine neue Halle zur Weiterverarbeitung des in der Gegend angebauten Weißkohls errichtet werden sollte. War dieser Plan etwa der Hintergrund für die brutale Tat? Das fragt sich schon bald Jean-Paul Rapp, Ex-Commisssaire und doch eigentlich im Ruhestand. Aber bitte, wenn ihn denn schon die Leute darauf ansprechen und von ihm auch eine Meinung hören wollen, kann er sich auch gleich in die Ermittlungsarbeit einmischen, zumal seine aktiven Kollegn ganz offensichtlich nicht in die richtige Richtung laufen.
Das Elsass ist wirklich eine wunderschöne Region und hätte deshalb auch einen guten Krimi, ja, vielleicht auch eine gute Serie verdient. Ich habe wohl mit dem dritten Band der Reihe begonnen und das Buch nur der Reminiszenz an tolle Aufenthalte im Elsass gekauft, der schön gestaltete Umschlag löste dann den eigentlichen Kaufreiz aus. Nur leider wurde das Lesen eine Enttäuschung: zuviel Klischee - das Chouroute war echt zuviel, wenn auch als Motiv-Hintergrund vom Ansatz her eine gute Idee - das Personal nicht nur stellenweise überzeichnet, auch überfordert und das ständige Essen, die Liebeleien des Commissaires und dann auch noch dessen betagter Hund, also echt, 0815-Strickmuster für Regionalkrimis. Handlung und letztlich Auflösung sind dann leider auch irgendwie schon bald durchschaubar und der böse Chemiekonzern ist dann wirklich nur noch "billig". Das Elsass kommt natürlich gut weg und wird heimelig und beschaulich beschrieben, durchaus richtig aber, wenngleich sehr typisiert. Weil das Buch aber doch schöne Erinnerungen ausgelöst und mich auf die Idee gebracht hat, mal wieder hinzufahren, sind es am Ende dann eben doch drei Sterne geworden.
Ach ja, die Sprachbilder sind bisweilen etwas merkwürdig, sollen wohl neu und lustig daherkommen, wirken dann aber doch bemüht und abwegig: "Der Wind ließ schnell nach und hatte seinen Sklaven, den Regen, bereits weit vorangetrieben." (S. 150)
Einen weiteren Band der Reihe wird es für mich mit Sicherheit aber nicht geben, ich werde ans Bücherregal gehen und mir den Simenon "Das Gasthaus im Elsass" raussuchen. Das Buch ist von 1931, aber der Erinnerung nach um viele Meilen besser! Dafür könnte es jetzt der richtige Moment sein.
Suzanne Crayon
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Suzanne Crayon
Verwicklungen Elsässer Art
Mord Elsässer Art
Zorn Elsässer Art
Geheimnisse Elsässer Art
Verlockungen Elsässer Art
Verlockungen Elsässer Art
Neue Rezensionen zu Suzanne Crayon
Suzanne Crayon Zorn Elsässer Art 2025 Emonsverlag
Megaschnell ausgelesen!
Hinter Suzanne Crayon (ein schöner Name) verbirgt sich ein Autorenduo. Ich hab schon einige Bücher dieser Autoren im Regal, aber bisher noch keins gelesen. (Aber ich verspreche, dass sich das ändert!)
Dieses Buch habe ich in Rekordzeit ausgelesen. Und hätte ich eine Erfindung, damit sich meine Augenlieder nicht schließen, hätte ich das Buch an einem Tag ausgelesen. So aber mussten die letzten 20 Seiten heute morgen dran glauben. Daher werde ich die anderen Bücher auf jeden Fall auch noch lesen.
Mir gefiel der Lokalkolorit und die Charaktere total gut. Vor allem Jean Paul Rapp und seine Sylvie. Der Schreibstil und der Krimi waren super, sonst wäre das Buch nicht so schnell ausgelesen gewesen.
Ich hatte jedenfalls viel Spaß, auch mit den Charakteren und freue mich, noch mehr von ihnen lesen zu können.
Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
8 Feensternchen für diesen tollen Krimi.
Der pensionierte Kriminalbeamte Jean Paul Rapp darf wieder einmal sein persönliches Netzwerk aktivieren, um seinem Nachfolger Commissaire Rimbout bei der Aufklärung eines Mordes zu unterstützen. Als man Gregori Moreau in seinem Weinberg tot auffindet. Recht schnell gerät Gregoris Zwillingsbruder Gaston, der Winzer, unter Verdacht hat er zwar ein mögliches Motiv aber kein Alibi. Aber ist Gaston wirklich der Täter?
Meine Meinung:
Dieser Krimi, der uns nach Rouffach im Elsass führt, besticht durch das detailliert ausgeführte Lokalkolorit, woran dann leider die Ermittlungen leiden. Wir erhalten Beschreibungen von Land und Leuten, dürfen kulinarische Spezialitäten verkosten und am (Privat)Leben von Jean Paul Rapp Anteil nehmen. Auch dieses wird zu meinem Leidwesen ziemlich ausgewalzt. Die Troubles mit der psychisch auffälligen Ex-Frau Isabelle, die berufliche Veränderungen der aktuellen Freundin Silvie oder das Leben seines Sohnes Edgar, der gemeinsam mit seinem Mann ein Restaurant in Paris betreibt - all das ist interessant, lenkt aber vom Krimi ab.
Es gibt einige Wendungen bis es zu einer unerwarteten Aufklärung des Verbrechen kommt. Nicht klar ist mir, warum Commissaire Rimbout bei seinem ehe nachlässig ermittelnden Mitarbeiter Sulzer wieder so nachsichtig agiert. Der gute Mann gehört an seine Pflichten erinnert.
Fazit:
Für mich leider der schwächste Fall dieser Reihe, daher nur 3 Sterne.
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