Suzanne Joinson

 4.1 Sterne bei 12 Bewertungen

Alle Bücher von Suzanne Joinson

Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste

Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste

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Erschienen am 10.12.2013
A Lady Cyclist's Guide to Kashgar

A Lady Cyclist's Guide to Kashgar

 (1)
Erschienen am 01.07.2012
Guia de Kashgar para damas ciclistas

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 (0)
Erschienen am 30.11.2012
The Photographer's Wife

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 (0)
Erschienen am 04.08.2015
A Lady Cyclist's Guide to Kashgar

A Lady Cyclist's Guide to Kashgar

 (0)
Erschienen am 22.05.2012

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Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson

Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson
Katzenpersonal_Kleeblattvor 6 Jahren

Die Autorin Suzanne Joinson hat den Roman in zwei Zeitebenen geschrieben, 1923 zu Beginn der Unruhen in China und im England der Gegenwart.

Für Eva wird ein lang gehegter Traum wahr, als sie zusammen mit ihrer Schwester Lizzie und deren Freundin Millicent 1923 als Missionarsfrauen nach Ost-Turkestan, dem heutigen China, reisen kann. Eva hegt den großen Traum, mit dem Fahrrad durch die Wüste zu fahren und darüber einen Reiseführer schreiben zu können. Ihre Erlebnisse hält sie in einem Tagebuch fest.
Sie kommen bis Kashgar, da begegnet ihnen unterwegs ein junges Mädchen, das in den Wehen liegt. Millicent will dem Mädchen bei der Entbindung helfen, dieses verblutet jedoch unmittelbar nach der Geburt. Millicent wird des Mordes bezichtigt und die drei Frauen werden in Kashgar bis zum Prozess unter Hausarrest gestellt. Das neugeborene Mädchen wird in die Obhut von Eva gegeben, die ihr den Namen Ai-Lien gibt.
Durch die etwas ungewöhnliche Art von Millicent Missionsarbeit zu leisten, werden die 3 Frauen misstrauisch beobachtet und es schlägt ihnen Feindseligkeit entgegen.
Als die innere politische Situation eskaliert, Millicent verhaftet wurde und Lizzie stirbt, flieht Eva mit Ai-Lien ...

Als Frieda nach mehreren Auslandsaufenthalten wieder zu Hause ist, findet sie Post vom Amt vor, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie die letzte Angehörige von Irene Guy ist. Sie hat 1 Monat, um die Wohnung von ihr zu räumen. Ihr ist nicht ganz wohl dabei, denn eine Irene Guy ist ihr nicht bekannt, auch ihr Vater konnte ihr nicht weiterhelfen.
Beim Durchsuchen der Wohnung findet sie unter anderem auch 1 Foto ihrer schwangeren Mutter.
Obwohl sie seit ihrem 14. Lebensjahr keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter hat, da diese die Familie verlassen hat, sucht sie ihre Mutter, die nun in einer Kommune, oder besser gesagt Sekte lebt und kommt ihrer eigenen Vergangenheit dadurch ein wenig näher ...

Suzanne Joinson hat es geschafft, mich mit ihrem Buch in eine Welt einzuführen, die mir nicht geläufig ist. Sehr einfühlsam gibt sie die Stimmung in Ost-Turkestan und deren Bevölkerung wieder. Dank ihrer bildhaften Erzählung fühlte man sich als Leser dort nicht fremd. Es wirkte realistisch auf mich, als hätte sie es selbst genau so erlebt und wiedergegeben.
Sie erzählt, mit welchen Schwierigkeiten Eva zu kämpfen hatte, um die kleine Ai-Lien am Leben erhalten zu können, sei es von der Hygiene her oder von der Ernährung, da ja ihre Mutter bei der Geburt verstarb.
Einen sehr guten und realistischen Einblick erhält der Leser ebenfalls über das Leben in einem Harem.
Die Protagonistin Eva ist eine sehr sympatische junge Frau, die einen Traum hat, für den sie lebt. Als ihr das Baby anvertraut wird, zögert sie zunächst, da sie keinerlei Erfahrungen mit Babys hat, aber es dauert nicht lange und sie hat die kleine Ai-Lien ins Herz geschlossen.
Mit Millicent bin ich nicht so richtig warm geworden, sie war mir zu unstet und hat nur das gemacht, was sie wollte. Lizzie, die Millicent mehr oder weniger hörig zu sein schien, tat mir einfach nur leid, sie wirkte auf mich wie ein Blatt im Wind.

Anfangs schien es keine Verbindung zwischen den beiden Handlungssträngen zu geben. Die findet sich jedoch im Verlauf der Suche von Frieda.
Als Frieda ihre Mutter aufsucht, kann diese ihr die Verbindung zu Irena Guy vermitteln.
Die Autorin gönnt dem Leser mit Friedas Besuch bei der Mutter einen kleinen Einblick in das Leben einer Sekte. Kontrollzwänge werden offenbart und sogar vor Selbstverstümmelung wird nicht zurückgeschreckt. Für mich unvorstellbar, dass dem Sektenmitglieder freiwillig zustimmen. Wieder eine Welt, zu der ich keinen Bezug habe und das mir die Autorin sehr bildhaft vermittelt hat.

Ein Buch voller Faszination in einer fremden Welt, voller Widersprüche, voller Herzenswärme und voller Fragen.
All diesen Dingen ist die Autorin auf den Grund gegangen und lässt den Leser durch ihre bildhafte Erzählweise daran teilnehmen.

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Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson

Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson
Felivor 6 Jahren

Schon seit einiger Zeit habe ich kein Buch mehr gelesen, was mich so sehr in den Bann gezogen hat wie „Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste“. Wer Reisegeschichten liebt und gerne etwas über ferne Länder erfahren möchte, dem kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen, um sich verzaubern zu lassen von dieser wunderschönen Geschichte.
Suzanne Joinson hat ihr Buch in zwei Erzählstränge aufgeteilt, die eine Geschichte spielt im historischen China Anfang der 1920er Jahre, die zweite Geschichte ist in der heutigen Zeit in England (London) angesiedelt.
Lizzie und Eva gehen zusammen mit der Missionarin Millicent von England aus in die Mission in das historische China von 1923, genauer nach Kashgar in Ost-Turkestan. Lizzie ist mit Herz und Seele bei der Sache, Eva hingegen ist die lange Reise vor allem deswegen angetreten, um eine neue Welt kennenzulernen und darüber einen Reiseführer zu schreiben. Dieser Reiseführer bildet den einen Teil des Buches. Sie berichtet von ihrer ersten Zeit in dem fremden Land, wo so vieles anders ist und sie als Europäerinnen auffallen. Als sie dann einem Mädchen bei der Geburt helfen und dieses dabei stirbt, werden sie „gefangen genommen“ und dürfen nicht weiterreisen, sollen sich aber um das Neugeborene kümmern. Von den Moslems werden sie schief angeguckt und sind nicht willkommen. Zu ihrem Glück dürfen sie in ein Haus außerhalb der Stadtmauern ziehen. Doch auch hier ist zu merken, dass sie nicht mit offenen Armen empfangen werden. Was Lizzie und Millicent scheinbar nicht merken, aber Eva sehr wohl mitbekommt, ist die Feindseligkeit der Einheimischen, wo sich die Frage stellt, ob diese überhaupt missioniert werden wollen. So haben sie mit unzähligen Schwierigkeiten zu kämpfen und es ist unklar, ob sie jemals wieder zurück nach England reisen können.
Frieda ist gerade zurück von einer langen Reise, die sie aufgrund eines Forschungsauftrages unternommen hatte, mit dem Ziel, die Jugend in der islamischen Welt zu interviewen, ihre Anliegen und Sorgen zusammen zu fassen und letztendlich Lösungen anzubieten. Sie fühlt sich, frisch zu Hause angekommen, in ihrer Wohnung eingesperrt wie in einem Käfig. Als dann auch noch ihre Affäre Nathaniel vor der Tür steht, wird das Wiedersehen auch nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Sie fühlt sich nicht zu Hause, nicht wohl, so dass man ihre Melancholie mitfühlen kann. Als dann aber in den ersten Nächten ein Mann vor ihrer Tür liegt und dort Dinge an die Wand malt, fühlt sie sich zunächst unbehaglich, legt diesem Fremden aber Kissen und Decke vor die Tür. Doch am nächsten Tag ist er weg und hinterlässt nur etwas Gemaltes an der Wand. Es ist unklar, was mit diesem Mann ist. Frieda bekommt zudem noch einen Brief von der Behörde, der ihr mitteilt, dass sie die einzige Erbin einer Irene Guy ist, von welcher sie nun die Wohnung auflösen muss. Sie ist völlig verwirrt und kann sich nicht erklären, wer diese fremde Frau sein soll. Hier kommt dann wieder der fremde Mann ins Spiel, der eine Unterkunft sucht und ihr anbietet, bei der Wohnungsauflösung zu helfen.
Die meiste Zeit stellt man sich die Frage, wie diese beiden Erzählstränge, die nichts gemein zu haben scheinen, zusammenpassen sollen. Suzanne Joinson verzaubert den Leser und nimmt ihn mit auf eine Reise in die Wüste nach Kashgar, erzählt von einer fremden Welt, von unterschiedlichsten Lebensbräuchen und Mythen, von der christlichen Mission in der islamischen Welt, und zum anderen als Kontrast das kalte und feuchte England, mit einer Protagonistin, die einsam ist, allein in ihrer Wohnung und scheinbar nicht weiß, wie es mit ihrem Leben weitergehen soll.
Mich hat dieser Roman gerade wegen dieser Gegensätze mitgerissen, die bunte, fremde und schillernde Welt in Kashgar vor 90 Jahren, die mir so völlig unbekannt ist, und auf der anderen Seite die Gegenwart, die oft grau, trist und vorhersehbar erscheint. Joinson verbindet diese beiden Welten zauberhaft in ihrem Buch, stellt die Personen so klar dar, dass man sowohl mit auf die Reise der Missionarinnen geht, als auch mit Frieda mitleidet.
Für mich ist „Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste“ ein tiefgründiger, märchenhafter, unterhaltsamer und Lust auf mehr machender Roman, der mich überrascht hat und mich neugierig macht auf weitere Bücher von Suzanne Joinson.

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Selene87s avatar

Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson

Rezension zu "Kashgar oder Mit dem Fahrrad durch die Wüste" von Suzanne Joinson
Selene87vor 6 Jahren

Das Buch hatte seine Höhen und Tiefen. Anfangs hab ich mich gern in die Geschichte eingelesen, mochte den Wechsel zwischen Vergangenheit u Gegenwart und zu sehen, wie zwei Frauen über die Jahrzehnte miteinander verbunden sind. Aber zweimal hatte ich richtige Hänger beim Lesen, an denen es nicht richtig voranging. Auch vom Ende des Buches bin ich nicht ganz überzeugt.

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