Suzy Zail

 4.6 Sterne bei 73 Bewertungen

Lebenslauf von Suzy Zail

Suzy Zail wurde 1966 in Melbourne geboren. Sie studierte Jura und arbeitete danach als Anwältin. Neben zahlreichen Artikeln für Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte sie einige Romane und Kinderbücher, für welche sie mehrfach ausgezeichnet wurde.

Alle Bücher von Suzy Zail

Der Klang der Hoffnung

Der Klang der Hoffnung

 (67)
Erschienen am 12.01.2015
The Wrong Boy

The Wrong Boy

 (0)
Erschienen am 02.01.2014
Playing for the Commandant

Playing for the Commandant

 (0)
Erschienen am 14.10.2014
Saving Midnight

Saving Midnight

 (0)
Erschienen am 05.03.2015
Il bambino di Auschwitz

Il bambino di Auschwitz

 (0)
Erschienen am 01.01.2015
Playing for the Commandant

Playing for the Commandant

 (0)
Erschienen am 14.10.2014

Neue Rezensionen zu Suzy Zail

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Rezension zu "Was dir bleibt, ist dein Traum - Die Geschichte eines Überlebens" von Suzy Zail

Eine absolute Empfehlung für alle, die sich für die Thematik interessieren.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten

Das ist eine der Rezensionen, bei denen man ewig lange vor dem Bildschirm sitzt weil man befürchtet, dass die eigenen Worte dem Roman nicht gerecht werden. Aber ich will es wenigstens versuchen, denn dieses Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen. Es hat mich gleichermaßen begeistert wie geschockt und mehr als einmal hätte ich es beinahe aus der Hand gelegt, weil mich die Ereignisse in der Geschichte sehr erschrocken haben. Zumal das alles auf einer wahren Geschichte beruht.

 

Als ich in der Bibliothek das Buch gesehen habe, wäre ich fast dran vorbei gegangen, weil das Cover für mich irgendwie nach einer lockeren Jugendgeschichte aussah. Im letzten Moment sah ich dann das Pferd unten auf dem Cover und nahm es zur Hand. Die Thematik hat mich dann sofort dazu gebracht, dass Buch mit nach Hause zu nehmen und lesen zu wollen.

 

Für mich ist die Geschichte bisher einzigartig, ich habe schon viele Geschichten gelesen, die in Konzentrationslagern spielen, aber diese hier ist anders. Durch den Protagonisten Alexander bekommen wir neben dem ganzen Leid auch die Hoffnung mit, das KZ irgendwann verlassen zu können. Sein Traum ist ein eigenes Gestüt, und die Liebe zu Pferden hält ihn am Leben. Besonders hängt er an Mitternacht, einem Pferd, das scheinbar ähnlich schlimm behandeln worden sein muss wie Alexander selbst. 

 

Eine ebenso große Rolle spielt das Lagerleben. Durch den Protagonisten erlebt der Leser, wie die Häftlinge untereinander Dinge tauschen, um irgendwie am Leben zu bleiben. Welche Ausmaße das annimmt, hat mich sehr mitgenommen, vor allem wenn man bedenkt, dass es früher dort wirklich so zugegangen ist.

 

Der Schreibstil von Suzy Zail ist sehr bildhaft und eindringlich, was natürlich schön, bei den schlimmen Szenen aber auch sehr heftig ist. Ihr Stil ist meiner Meinung nach genau richtig für die Geschichte um Alexander. Man merkt hier überhaupt nicht, dass das Buch für Jugendliche ab 12 geschrieben wurde, denn die Autorin erzählt sehr erwachsen.

 

"Was bleibt, ist dein Traum" ist eine Geschichte, die mir ewig im Gedächtnis bleiben wird.

 

Fazit:

Eine absolute Empfehlung für alle, die sich für die Thematik interessieren.

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MoWilliamss avatar

Rezension zu "Der Klang der Hoffnung" von Suzy Zail

Gibt es Grenzen?
MoWilliamsvor 10 Monaten

„Der Klang der Hoffnung – Die Geschichte einer unmöglichen Liebe“ warf mich zuerst aus dem Konzept. Eine Liebesgeschichte in Auschwitz ist nichts, was ich mir als besonders romantisch oder liebevoll vorstelle, erst recht nicht, wenn es sich dabei um eine fünfzehnjährige Jüdin und den Sohn eines Kommandanten handelt. Doch es ist nicht nur eine Geschichte über eine junge Liebe, wie man anfänglich vielleicht glauben mag, sondern ein kleiner Ausschnitt über Menschlichkeit, dessen Verlust und der Frage, ob es eine Rechtfertigung dafür braucht, überleben zu wollen. 

Der Roman von der australischen Autorin Suzy Zail, deren Vater selbst Auschwitz überlebte und nach Australien auswanderte, erzählt die Geschichte von Hanna Mendel. Bereit, um das ungarische Konservatorium zu besuchen, sobald der Krieg vorbei ist, lebt sie seit geraumer Zeit im Ghetto von Debrecen. Schließlich werden sie in die Serly-Ziegelei umgesiedelt, um wenige Tage später mit dem Zug nach Auschwitz-Birkenau transportiert zu werden. Hanna wird sehr schnell von ihrem Vater getrennt, sie bleibt mit einer verstörten Mutter und ihrer älteren Schwester Erika zurück. Als sie im Mädchenorchester Auschwitz ihre alte Klavierlehrerin Piri trifft, ergibt sich bald eine lebenswichtige Chance – der Kommandant sucht nach einer neuen Klavierspielerin und Hanna wird dazu ausgewählt, vorzuspielen.
Zail bezieht gleich zu Anfang sehr viele historische Fakten mit ein – darunter das Ghetto, als auch die Serly-Ziegelei, deren Entstehung und Räumung historisch nahezu korrekt datiert ist. Auch das Mädchenorchester in Auschwitz, wie der gleich zu Beginn auftauchende Dr. Mengele hat es wirklich gegeben. Die meisten anderen Personen hat sie frei erfunden – zugleich in dem am Anfang auftauchenden Vorwort betont sie, dass es sich bei diesem Buch um einen fiktiven Roman handelt. Sie scheint sich auch ein wenig selbst aus der Situation „Auschwitz zu erleben“ zu „retten“. Denn ihr letzter Absatz beinhaltet, dass sie nicht so tun möchte, als wüsste sie über das Leben der Häftlinge in Birkenau Bescheid. „Ich denke nicht,“, schreibt sie, „dass jemand, der es nicht am eigenen Leib erfahren hat, das jemals verstehen kann. Aber es ist wichtig, es dennoch zu versuchen.“ 

Und das tut sie. Suzy Zail überzeugt durch einen sehr bildlichen, eigensinnigen Schreibstil, der sehr viel Platz für Beschreibungen lässt und trotzdem nicht die Spannung aufgibt. Sie hat mit einer erstaunlichen subtilen, aber dennoch nicht zu sanften Art Auschwitz-Birkenau und deren Vorkommnisse beschrieben. Was mir allerdings gefehlt hat, waren die Gefühle zu den Beziehungen zu ihrer eigenen Familie und zu den restlichen weiblichen Häftlingen in ihrer Baracke. Da ihre Mutter von Anfang an die Situation in Auschwitz ignoriert und so tut, als wären sie auf Ferienurlaub, begibt sie sich durch ihr Verhalten nicht nur in Gefahr, sofort erschossen zu werden, sondern auch, sich nicht auf das Überleben zu konzentrieren. Hanna beweist hier nicht sonderlich viele Gefühle und klammert sich an ihre Schwester – auch die Trennung von ihrem Vater und das Auftauchen am Ende (ich werde hier ausnahmsweise nicht spoilern ;D) einer geliebten Person verblasste in wenigen Absätzen und war mir zu wenig. Entweder Hanna dreht ihre Gefühle selbst langsam ab, was allerdings der Begegnung am Ende widersprechen würde, oder Zail hat sich tatsächlich auf andere Faktoren konzentriert. Als Erstes wäre die Darstellung der SS, der vorkommenden Nazis und der Blockführerin zu nennen. Obwohl Hanna von Anfang an betont, wie sehr sie diese Leute dafür hasst, was sie tun, lässt Zail immer wieder Momente der Menschlichkeit einfließen. Der Kommandant ist gegenüber Juden eiskalt und brutal – er behandelt sie, als wären sie wertlos – umso stärker wirkt somit seine liebevolle Behandlung gegenüber seinem Schäferhund. Durch diesen Kontrast hat die Autorin in meinen Augen eine sehr realistische Darstellung von dem geschaffen, was es hieß, als Jude „nichts“ wert zu sein, sogar weniger als ein Tier. Die SS und die Blockführerinnen führen diese Gegensätze fort, untereinander sind die Lagerkommandanten sehr menschlich zueinander und auch die Blockführerinnen zeigen ein anderes Benehmen, sobald man ihnen „Wertschätzung“ entgegenbringt und ihnen Zigaretten, Essen oder Dinge zusteckt, die sie in „Kanada“ umtauschen können. 
Zweitens, dass Zail Beziehungen durchaus mit sehr viel Feingefühl und vielen Emotionen beschreiben und erzählen kann, beweist die langsame Annäherung zwischen Hanna und Karl, dem Sohn des Kommandanten. Davor habe ich mich definitiv am meisten gefürchtet – was soll ich auch erwarten, wenn ich von „unmöglicher Liebe“ lese und ich automatisch an Twilight denken muss? An Twilight in Auschwitz? Dementsprechend ist diese Vorstellung nach wie vor wahnsinnig grotesk für mich – jedoch hat Zail sich sehr, sehr viel Zeit mit der Beziehung gelassen, die für mich persönlich nicht im Vordergrund der Geschichte stand, da sie im Vergleich viel zu wenig Seiten füllt. Karl rettet ihr vermutlich einmal das Leben und schließlich bemerkt sie, dass er in den Wäschekorb, den sie täglich in die Wäscherei von Auschwitz schicken lassen, Essen schmuggelt. Karl hasst, was sein Vater den Häftlingen antut und verschanzt sich daher im Haus und die meiste Zeit hinter einem Buch, doch er lässt Hanna und die anderen Häftlinge, die bei ihnen im Haus arbeiten, nicht im Stich. So gut er kann, rettet er sie vor seinem Vater und sagt nichts – wenn er außer Haus ist – wenn sie sich an den Essensresten bedienen.

Je länger ich über diesen Roman nachdenke, umso mehr frage ich mich, ob für Zail selbst die Liebe tatsächlich im Mittelpunkt stand. Denn für mich ist die Freundschaft – die viel länger im Fokus steht und die sich zwischen Hanna und Karl entwickelt – viel wichtiger. Sie allein hätte schon gereicht, um zu zeigen, dass es egal ist, welche Religion Menschen haben oder welcher Minderheit sie angehören. Die Liebe entsteht wahnsinnig zart und lässt Hanna so oft hinterfragen, da Karl immerhin der „anderen“ Seite angehört, dass ich ihr sie glaube. Aber sie hätte diesen Faktor nicht benötigt – Zail hat auch so eine sehr subtile, gefühlsbetonte Geschichte von Auschwitz erzählt. 

Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, dass diese „unmögliche Liebe“ so stark aufgezogen werden muss. (Ich bin hier sehr genau, weil ich dieses Buch vermutlich noch für eine Uniarbeit benötige) Auf S.90 begegnen sich die beiden das erste Mal, auf S.130 richtet Karl das erste Mal (gezwungenermaßen) das Wort an sie und auf S.160 sprechen sie das erste Mal wirklich miteinander, weil Karls Vater nicht zuhause ist. Auf S.230 müssen sie sich trennen, da die Russen immer näher kommen (das Buch umfasst 280 Seiten). Die „Liebesgeschichte“ spielt für mich keine sonderlich große Rolle. Und wie sollte sie auch? Hanna geht nicht Klavier spielen, hätte es nie getan, wenn es nicht darum gegangen wäre, extra Essensrationen für sie, ihre Schwester und ihre Mutter zu bekommen. Meine persönliche Vermutung ist, mit der ich hoffentlich falsch liege, weil sie mich rasend macht – dass mit dieser verbotenen Jugendliebe (natürlich) die Verkaufszahlen angekurbelt werden sollten. Was auch sonst? Verbotene Liebe zieht doch immer. Aber es geht hier nicht um Twilight, sondern um das Überleben in Auschwitz. Ich hoffe, dass hier ein Marketingteam sich dessen bewusst war.

Andererseits, falls Suzy Zail ihren Roman tatsächlich als Liebesgeschichte bezeichnet, es sich so gewünscht und dies beabsichtigt hat, möchte ich natürlich fest an ihre vermutliche Intention glauben, dass auch Liebe keine Grenzen kennt, dass auch an einem so grauenvollen Ort wie Auschwitz Liebe entstehen kann. Denn wie hat mein Professor gesagt? Warum muss Auschwitz immer für den Tod stehen, warum kann es nicht auch ein Hoffnungszeichen dafür sein, dass es Menschen gab, die tatsächlich überlebt haben?

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LeseMama82s avatar

Rezension zu "Der Klang der Hoffnung" von Suzy Zail

Eine ergreifende Geschichte
LeseMama82vor 2 Jahren

Von einem auf den anderen Tag wird in Hannas Heimatstadt Debrecen ein Ghetto errichtet, dass die Juden nicht verlassen dürfen. Hanna und ihre Familie mitten drin. Als sie dann von dort fortgebracht werden, unter menschenunwürdigen Umständen in Viehwaggons gepfercht, hat Hanna nur eine Hoffnung: egal was als nächstes kommt, es kann nur besser werden. Doch dann halten sie in Auschwitz.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht mit einer Protagonistin, die nur von ihrer Musik und einer verbotenen Liebe am Leben gehalten wird.

Jeder von uns kennt unsere Geschichte und weiß, was sich in den Konzentrationslagern abgespielt hat. Doch für mich war es eine ganz andere Erfahrung den Geschehnissen im KZ durch die Augen und Gefühle einer Inhaftieren zu folgen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das Buch auch aus diesem Grund gut als Schullektüre eignen würde.

Sehr ergreifend!

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