Die Frauen der Diktatoren

von Sveinung Mikkelsen 
4,0 Sterne bei3 Bewertungen
Die Frauen der Diktatoren
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Nicht immer haben Frauen einen Einfluss auf die Macht, aber oft - hier liest man interessante Geschichten darüber.

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Ein interessanter Einblick in das Leben von Frauen an der Seite von Diktatoren und ihrem Anteil an der Macht.

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Inhaltsangabe zu "Die Frauen der Diktatoren"

'Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.' Aber was für Frauen stehen hinter Männern, die Massenmorde, Unterdrückung und Gewalt zu verantworten haben? Wer sind sie, die Frauen der Diktatoren? Kindergebärende Ehefrauen, erotische Gespielinnen oder schmückendes Beiwerk?

Die Bandbreite von Beziehungen, die Diktatoren zu ihren Frauen pflegen, ist groß: Da ist die politische Unterstützerin Jiang Qing an Mao Zedongs Seite, die als inzestuös bewertete Nähe Caligulas zu seinen drei Schwestern, die komplizierte Dreiecksbeziehung Lenins, die für Nachfolger sorgende Ehefrau Asma al-Assad sowie Eva Braun, die die Nazi-Ideologie perfekt verkörperte. Oder die zum Sex mit Muammar Gaddafi versklavte 'Soraya' und die bis in den Tod treu ergebene Geliebte Mussolinis.

Sveinung Mikkelsen widmet sich erstmals einer Facette der Historie, die in der Geschichtsschreibung oftmals gar nicht erst auftaucht: den Frauen an der Seite von Despoten und Tyrannen. Er blickt hinter die Kulissen des öffentlichen Bildes und findet dort alles, von grausamen Wahrheiten bis hin zu echter Zuneigung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959721158
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:360 Seiten
Verlag:FinanzBuch Verlag
Erscheinungsdatum:11.06.2018

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    Sikals avatar
    Sikalvor einem Monat
    Kurzmeinung: Nicht immer haben Frauen einen Einfluss auf die Macht, aber oft - hier liest man interessante Geschichten darüber.
    Frauen an der Macht

    „Gute Klatschgeschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch aufschlussreich, insoweit es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass sie wahr sind.“

     

    Inwieweit sich die Geschichten rund um die Frauen in dem Buch von der Wahrheit abheben, lässt sich nicht immer genau feststellen. Vieles ist Klatsch, vieles Überliefert und manches etwas „angepasst“. Unterhaltsam sind sie allemal.

     

    Der Autor teilt das Buch in fünf Gruppen ein, in denen wiederum in kleineren Kapiteln jedem Diktator und seiner Frau bzw. Frauen ein Abschnitt gewidmet ist.

    Sieg Heil

    Europa, du Rotes

    Vor unserer Zeit

    Östlich von Eden

    Die Problemkinder der Entwicklungsländer

     

    Viele Frauen sind uns gut bekannt, manche waren für mich Neuland. Immer wieder stellt sich die Frage, warum um alles in der Welt sich Frauen gerade für diesen einen Mann entschieden haben … Natürlich waren Massenmörder nicht immer zu Hause die brutalen Monster, doch bei vielen stand Gewalt und Demütigung an der Tagesordnung.

     

    Vielfältige Beziehungen werden hier vorgestellt: Eva Braun, deren blindes Vertrauen zu Hitler gerade in der jüngeren Geschichte herausragend war und die ihm ohne mit der Wimper zu zucken in den Tod folgte. Oder Mi-hyangs Beziehung zu Nordkoreas Diktator Kim Jong-il (geb. 1941), die im „Genussschwadron“ arbeitete bevor sie nach Südkorea flüchtete und ihre Geschichte erzählte. Aber auch Jiang Qing wird erwähnt, eine der mächtigsten Frauen in der Geschichte Chinas und Ehefrau von Mao Zedong. Auch die hübsche Frau und Modeikone Asma al-Assad findet Erwähnung – wie wird ihr Leben noch verlaufen …

     

    Nicht immer geht es um die Ehefrauen, in vielen Porträts wird der jeweilige Diktator in den Fokus gestellt und die Frauen (Sklavinnen, Mätressen, Freundinnen, …) ranken sich um ihn – den Mittelpunkt der Macht. Vermutlich ist es auch nicht möglich, die Frauen ohne ihren jeweiligen Partner wahrzunehmen.

     

    Der Autor Sveinung Mikkelsen schreibt flüssig, die Geschichten lesen sich leicht – wenn auch viele Schrecklichkeiten der jeweiligen Diktatoren (und auch der Frauen) erwähnt werden. Nicht alle Porträts entsprechen ganz der Realität, hierzu gibt es zu wenig historisches Material und man weiß, wie viel durch Überlieferungen oder Propaganda verfälscht wird.

    Trotzdem habe ich viele Geschichten gerne gelesen und viel Neues erfahren.

    Kommentare: 1
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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Ein interessanter Einblick in das Leben von Frauen an der Seite von Diktatoren und ihrem Anteil an der Macht.
    Einflussreiche Frauen - Brutale Männer

    »Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.« 

    Dieser Volksweisheit versucht Autor Sveinung Mikkelsen auf den Grund zu gehen. Ist das wirklich so? Was davon ist Wahrheit, was Fiktion oder Selbstdarstellung? 

    In fünf großen Gruppen stellt der Autor Diktatoren und ihre Frauen vor:  

    1. Sieg Heil

    2. Europa, du Rotes

    3. Vor unserer Zeit

    4. Östlich von Eden

    5. Die Problemkinder der Entwicklungsländer 

    In jeder Gruppe sind Frauen, die wir gut oder weniger gut kennen zu glauben. Vieles ist überliefert, einiges aus der Klatschpresse und manches bewusst lanciert. 

    Die Bandbreite ist groß: Vom schmückenden Beiwerk (Asma al-Assad) bis zu machthungrigen Furie (Jiang Qing, die Gefährtin Maos). War Eva Braun wirklich nur ein blondes Dummchen, oder hat sie Hitler beeinflusst?  

    Macht macht sexy? – Ist das der Grund warum sich viele Frauen zu Diktatoren hingezogen fühlen?  

    Nicht über alle Frauen gibt es wirklich gesicherte Quellen. Was die Familie Kim so treibt, ist ein gut gehütetes Geheimnis – hier bleibt dem Autor wenig mehr als Klatsch und Spekulation. Auch das Liebesleben von Caligula und Nero bis hin zu Iwan dem Schrecklichen ist kaum wahrheitsgetreu dokumentiert. Hier haben Zeitgenossen eher Propaganda für oder gegen diejenige betrieben. Manches ist selbst inszeniert 

    Auffallend ist, dass die Qualität der Porträts unterschiedlich gelungen ist. In den Kapiteln eins und zwei scheint es die am besten historisch fundierten Quellen zu geben.  

    Meistens steht der Diktator im Mittelpunkt. Der Einfluss der Frauen, seien es Ehefrauen, Geliebte, Weggefährtinnen oder Sexsklavinnen lässt sich schwer abschätzen. 

    Es ist schwierig ein Porträt dieser Frauen ohne den Mann an ihrer Seite darzustellen.  

    Viele ziehen nach dem Machtverlust ihres „Mannes“ den eigenen Tod vor (Eva Braun). Elena Ceausescu und Clara Petacci sterben an der Seite des Diktators. Maos Witwe geht als Mitglied der legendären „Viererbande“ in die Geschichte ein.  

    "Gute Klatschgeschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch aufschlussreich, insoweit es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass sie wahr sind". (S.5)  

    Dieses Statement von Prof. Oystein Sorensen trifft den Nagel auf den Kopf. Das ist gleichzeitig das Dilemma des Autors und die Faszination, sich mit den Frauen der Diktatoren zu beschäftigen. 

    Dem Autor gelingt es, das Interesse an dem einem oder anderen ungleichen Paar zu wecken.

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig, auch wenn sich z.B. die Vernehmungsprotokolle mit Elena Ceausescu alles andere als amüsant lesen. 

    Bleibt nur abzuwarten, was aus Asma al-Assad wird, wenn Bashir nicht mehr der Diktator von Syrien ist. 

    Fazit: 

    Trotz stellenweiser schwieriger Faktenlage durchaus glaubwürdig.  Gerne gebe ich 4 Sterne.


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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 4 Monaten
    Unterhaltung und Wahrheit?

    "Gute Klatschgeschichten sind nicht nur unterhaltsam, sondern auch aufschlussreich, insoweit es berechtigten Grund zu der Annahme gibt, dass sie wahr sind". Das steht auf der ersten Seite des Vorworts, geschrieben von einem norwegischen Professor. Damit trifft er zugleich beides: den wunden Punkt dieses Buches und den Grund, warum man es dennoch lesen sollte.

    Ob nämlich alle Geschichten, die der Autor in seinem Werk verbreitet, tatsächlich wahr sind, kann man nicht beurteilen. Bei einigen ist inzwischen so viel Zeit vergangen, dass man kaum noch zwischen Tatsachen, Legenden und Gerüchten unterscheiden kann. Bei anderen hingegen, etwa bei der nordkoreanischen Kim-Dynastie, findet man genügend Gründe für Zweifel. Die Quellen, aus denen diese vorgeblichen Berichte entspringen, haben allen Grund zur Übertreibung oder zum Märchen erzählen. Das muss selbst der Autor zugeben.

    Nichtsdestotrotz unterhält dieses Buch. Nicht immer durchgehend, weil auch der Stil der Geschichten sich gelegentlich nicht zum Besseren ändert, um sich danach wieder zu fangen. Merkwürdigerweise kann man aber beobachten, wie die Qualität, wenn auch nicht durchgehend, sich immer mehr verschlechtert. Die ersten Geschichten (Mussolini, Hitler, Franco, Lenin, Stalin und Ceausescu) waren jedenfalls für mich die informativsten. Und zwar nicht, weil man viel über die Frauen dieser Herren erfährt, sondern über diese angeblichen Größen selbst. Insbesondere die Geschichten über Lenin und Stalin können das Bild dieser Herrschaften deutlich ändern, wenn man dafür frei genug ist.

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