Sven-André Dreyer Die Luft anhalten bis zum Meer

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Inhaltsangabe zu „Die Luft anhalten bis zum Meer“ von Sven-André Dreyer

Mit angehaltenem Atem unterwegs auf einer Reise, vorbei am "Samstagnachmittagsmädchen" in der Reihenhaussiedlung, kurz geht es "Heimwärts", doch dann folgt man dem Erzählfluss bis zum Meer und findet sich wieder "Da hinten irgendwo in den Dünen".

Für Liebhaber der besonderen Sprache durchaus ein MUSS !

— dicketilla
dicketilla

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    Die Luft anhalten bis zum Meer
    dicketilla

    dicketilla

    19. February 2014 um 16:26

    Es beginnt mit einer Tasche, gefunden unten am Fluss. Und eine traurige Geschichte um zwei Jungen nimmt seinen Lauf, verbindend durch einen Makel, dick sein und stottern, Freibrief für Spötter, die meinen über ein Leben zu richten. Und so folgen wir den Spuren, die uns der Autor aufzeigt. Oft kaum große Worte nötig, um den Zusammenhang, das Grauen zu begreifen. 9 Geschichten umfasst diese Kleinod, Geschichten nicht immer angenehm, verletzlich, ungeheuerlich meist von einer Traurigkeit umgeben, die betroffen macht. In kurzen Kapiteln, aber mit einer fast schon poetischen Sprache, die einen kunstvollen Umgang mit dieser verspricht. Ein schmales Buch mit einer großen Ausdrucksstärke. Sicher mit seinen knapp 100 Seiten schnell gelesen, aber dennoch tief nachhaltig. Für Liebhaber der besonderen Sprache durchaus ein MUSS !

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  • Luftknappheit

    Die Luft anhalten bis zum Meer
    Sarlascht

    Sarlascht

    08. September 2013 um 11:33

    „Die Luft anhalten bis zum Meer“ ist ein Buch, was keine Geschichten beinhaltet, sondern Leben, die tägliche Dosis, die tägliche Absurdität, die traurige Realität. Wie ein Voyeur lugt man in diese fremde Leben, die weit von dem eigenen entfernt scheinen und versinkt in ihren Gegebenheiten. Mal will man hinblicken, die ganze Situation aufnehmen, mal möchte man den Blick lieber abwenden, weil, was man nicht sieht, doch auch nicht sein kann, zumindest denkt und hofft man auf diese Weise und weiß doch, dass es eine durchschaubare Lüge ist. Letztlich will man hinschauen, jeden Schmerz aufnehmen, weil er einen interessiert, weil es nicht der eigene ist, fremdes Leiden sich leichter ertragen lässt und das eigene Leben relativiert. Die Worte, sie sind poetisch, wunderschön und tragen doch ein Kleid aus Traurigkeit, doch es steht ihnen ausgezeichnet, wären die Geschichten nicht geschrieben, wie sie es sind, der Schmerz würde durch die Zeilen durchfließen und nicht greifbar sein, aber Sven-André Dreyer gelingt es, ein Bleigewicht auf dem Herzen seiner Leser zu platzieren, mit welchen sie nach der Lektüre des Buches noch ein wenig durch die Welt stiefeln. Empfehlenswert fände ich es, wenn man die Erzählungen langsam angeht – man mag interessiert sein, alles auf einmal lesen wollen, aber es braucht Zeit. Liest man die Geschichten in einem durch, dann geht ein wenig der Schrecken verloren, man gewöhnt sich an die Traurigkeit und es kann sich kein wirkliches Gefühl festsetzen. Liest man jedoch etappenweise, jeden Tag eine Geschichte, so hat man jeden Tag seine Dosis Melancholie, die einen zum Nachdenken bringt. Das Gelesene möchte überdacht werden und darin sehe ich die richtige Art und Weise, dieses Buch anzugehen – als große Denkreise. Nach der Lektüre des Buches, jetzt liegt es schon etwas auf meinem Schreibstil und doch ist es immer noch in meinem Kopf, gerne nehme ich es noch zur Hand, blättere darin und lese eine Geschichte erneut, man könnte denken, es wäre langweilig etwas immer wieder zu lesen, doch dies ist nicht der Fall, es eröffnen sich neue Facetten – eine Erzählung wird noch greifbarer, je öfter man sich mit ihr auseinandersetzt. Das Büchlein umfasst gerade einmal 96 Seiten und es machte sich Enttäuschung in mir breit, weil es eben nur so ein dünnes Vergnügen werden würde, aber es ist nicht die Seitenanzahl, die letztlich zählt, sondern der Inhalt und dieser ist wort- und gefühlsgewaltig. Sicherlich hätte ich mir mehr Geschichten gewünscht, aber vielleicht wäre die Melancholie zu überdosiert gewesen, vermutlich waren die wenigen Seiten mehr als genug, um es für einen Moment zu ertragen. Fazit: Ein nachhaltiges Büchlein, was inhaltlich auf ganzer Linie überzeugen kann. Man kann sich noch so sehr schütteln, die Geschichten, sie wird man nicht so schnell abschütteln, sondern sie weitertragen, im Herzen, welches im Gefühlsrausch nicht genau weiß, was nun letztlich eigentlich fühlen.

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  • Rezension zu "Die Luft anhalten bis zum Meer" von Sven-André Dreyer

    Die Luft anhalten bis zum Meer
    parden

    parden

    17. December 2012 um 18:18

    VER-DICHTUNG... Eher zufällig bin ich auf dieses kleine Büchlein gestoßen, Kurzgeschichten, einge wenige. Und doch haben die es in sich. Oft nur auf wenigen Seiten schafft es der Autor zudem auch noch in meist sehr kurzen Sätzen, ganze Bilderwelten zu kreieren. "Sprachlich habe ich selten so wunderschön reduzierte und in tiefe Traurigkeit gepresste Schilderungen gelesen", heißt es in einer anderen Rezension. Dem kann ich mich nur anschließen... Knapp 100 Seiten mögen wenig erscheinen für ein Buch, doch ist der Inhalt der meisten Geschichten fast poetisch verdichtet und konzentriert. Mehr könnte auch ein Zuviel sein... Dreyer sorgt mit seinen Formulierungen, den sprachlichen Bildern und den kunstvollen Auslassungen für eine Beunruhigung des Lesers, der dieser sich nicht entziehen kann, die gleichzeitig aber auch voll melancholischer Schönheit ist. Ein bemerkenswertes Buch der leisen Töne mit unter die Haut gehenden Geschichten und Sätzen: "Ich überlege, wo uns das nächste Jahr finden würde. Und das übernächste. Wo findet uns die Zeit?" (S. 35) Beeindruckend!

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  • Rezension zu "Die Luft anhalten bis zum Meer" von Sven-André Dreyer

    Die Luft anhalten bis zum Meer
    HermannBorgerding

    HermannBorgerding

    28. April 2012 um 13:33

    Sind das Erzählungen, die ich in "Die Luft anhalten bis zum Meer" gefunden habe? Ja, auch. Aber für mich ist das hohe Poesie (da spätestens nach Grass der Begriff der prosaischen Lyrik in ist, ist es angebracht hier von lyrischer Prosa zu schreiben). Jeder Satz könnte ein Vers eines atemberaubenden Gedichtes sein und ich musste das Buch immer wieder kurz zur Seite legen, um tief durchzuatmen und die Schönheit der Formulierungen zu genießen. Sven-Andre Dreyer liefert hohe Kunst, selten hat mich ein Buch so gepackt. Inhaltlich möchte ich hier nicht vorgreifen. Sprachlich habe ich selten so wunderschön reduzierte und in tiefe Traurigkeit gepresste Schilderungen gelesen. Mit 97 Seiten scheint dieses Buch etwas dünn. Der Inhalt ist aber dermaßen gigantisch, dass ich das Gefühl habe, ein größerer Umfang könnte mich völlig plätten. Ich gerate ins Schwelgen, dabei fallen mir gar keine passenden Superlative mehr ein. Für Menschen, die den kunstvollen Umgang mit Sprache lieben, eine absolute Pflichtlektüre! Vielleicht erscheint das hier zu enthusiastisch, aber genau dieses Gefühl habe ich jetzt direkt nach der Lektüre. Und so was passiert mir selten…

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  • Rezension zu "Die Luft anhalten bis zum Meer" von Sven-André Dreyer

    Die Luft anhalten bis zum Meer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    25. April 2012 um 11:18

    Ich sage es ganz ohne Ausflüchte: Kurzgeschichten oder kurze Erzählungen waren für mich bisher der dreckige Pöbel der literarischen Gesellschaft. Das lag aber nicht an den Ideen, die die Autoren im Hinterkopf hatten, sondern an der Form, wie sie erzählt wurden. Anscheinend schaffen es nur wenige Vertreter der Zunft meine Bedürfnisse zu treffen, wenn es um das Erzählen in einer sehr verdichteten Art und Weise geht. Aber was erwarte ich eigentlich? Ich möchte nach wenigen gelesenen Seiten nicht in einem Raum zurückgelassen werden, dessen Mobiliar aus Fragezeichen besteht. Auf der anderen Seite sollen die Charaktere und Szenerien aber auch nicht so ausführlich beschrieben werden, dass gar kein Platz für die eigentliche Handlung bleibt. Diesen Spagat schafft man nur, wenn man sprachlich präzise und pointiert schreibt und wenn man seine Idee mit wenigen, aber sehr berührenden Details an den Leser heranträgt. Die Schwierigkeit lag nun bisher darin solch ein gutes Werk zu finden. Betonen muss ich hier eindeutig BISHER! Sven-André Dreyer hat mich davon überzeugt, dass meine Ansprüche nicht ganz aus der Luft gegriffen waren. Es ist sogar möglich, sie zu übertreffen. In seinem Buch "Die Luft anhalten bis zum Meer" erzählt er in neun kurzen Geschichten von traurigen und teilweise abschreckenden Begebenheiten des täglichen Lebens, die meist mit Gewalt oder Krankheit zusammenhängen. Sonderbarer Weise ist es schön etwas über diese traurigen Ereignisse zu lesen. Der Leser kommt sich dabei wie ein ungewollter Voyeur vor, der doch gar nicht so etwas schreckliches beobachten wollte, aber nicht anders konnte. Vielleicht kann man es am besten mit einem Unfall vergleichen, an dem man vorüberfährt. Man schaut hin, versucht Details zu erkennen und wenn es ganz schlimm aussah, recherchiert man zu Hause nach den Umständen. In Dreyers Erzählungen wird ebenso das Leben der Protagonisten verfolgt und teilweise regelrecht seziert. Und erst am Ende löst der Autor den Gedankenknoten, in dem er die Ursache für den Schmerz der Personen enttarnt. Meist schafft er es damit sogar noch, einen Schockmoment zu erzeugen. Dass das Lesen trotz der Traurigkeit Spaß macht und sehr berührt, liegt an der melancholisch schönen Sprache des Autors, die mit wenigen Worten ganze Gedankengebäude erschafft und Spannung erzeugt. Wenn Fontane und vielleicht Tellkamp die Meister der Bandwurmsätze sind, obwohl ich den ersteren ehrlich gesagt sehr gerne lese, ist Dreyer ein Virtuose der Drei-Wort-Sätze. Ich hätte nie gedacht, dass man es schafft, mit so kurzen Sätzen und auf so wenigen Seiten, ein ganzes Leben zu erzählen. Zudem springt er in den verschiedenen Zeitebenen hin und her. Das erscheint dem Leser zunächst recht wahllos. Doch schnell wird klar, dass sich dahinter ein Plan verbirgt. Denn schließlich läuft unser Leben nicht immer so linear, wie wir es gerne hätten. Nein, wir erinnern uns und haben Empfindungen, die nicht einfach ausgelöscht werden können. Als wäre das nicht schon Kunst genug, legt der Autor noch nach. Alle Erzählungen beinhalten die Aspekte Atem und Meer. Das gemeinsame Atmen, das Anhalten der Luft oder ein aufgeregtes Staccato werden in die Handlungen eingebettet und stehen fast ungewollt, ganz leise und klein in einer Art sekundären Mittelpunkt. Und das Meer ist an sich schon so mit Bildern behaftet, dass man hier gar nicht auf seine Bedeutung für Sehnsucht, Abschied und Erneuerung eingehen muss. Fazit: Ein berührendes, aufrüttelndes und sehr nachhaltiges kleines Buch, über dessen Handlungen ich gar nicht so viel erzählen möchte, weil man es lesen muss! Chapeau Herr Dreyer!

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  • Rezension zu "Die Luft anhalten bis zum Meer" von Sven-André Dreyer

    Die Luft anhalten bis zum Meer
    Second993

    Second993

    09. April 2012 um 12:19

    "Die Luft anhalten bis zum Meer" kreiert Bilderwelten in Moll und doch denke ich unterwegs beim Innehalten häufig: "Schön!" Etwa bei dem Jungen "der Enttäuschungen sammelt wie andere Schallplatten" oder bei dem Mädchen, das lieber "Sand" spielen möchte als "Vater-Mutter-Kind". Dem Autor ist ein bemerkenswertes Buch der leisen Töne mit unter die Haut gehenden Geschichten und Sätzen gelungen wie: "Das Jahr hat uns nicht mehr gefunden". Melancholisch schön!

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