Sven Fennema , Christoph Gunkel Neuland

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Inhaltsangabe zu „Neuland“ von Sven Fennema

Wenn der Mensch geht, holt sich die Natur den Raum zurück. Sven Fennema, Meister der Lost-Places-Fotografie, reiste durch Deutschland und die Nachbarländer und setzte solche Szenen ins Bild: von Bäumen überwucherte Industriestätten, überwachsene Dörfer, inwändig begrünte, geheimnisvolle Wohnzimmer. Entstanden ist ein Prachtband mit der bildgewaltigen Vielfalt des Verfalls vergessener Orte und Plätze: zauberhaft, verstörend und geschichtenreich.
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  • die Poesie des Vergänglichen

    Neuland
    SeilerSeite

    SeilerSeite

    22. July 2017 um 18:27

    Nach dem Erfolg von "Nostalgia" liegt nun der nächste hochwertige Bildband des Fotografen Sven Fennema vor. Darin widmet er sich verlassenen Orten, die von der Natur zurückerobert wurden. Diese besonderen Lost Places fallen durch ihr eigentümliches Zusammenspiel von einstigem menschlichem Ordnungswillen in Form der Architektur und der langsamen, aber stetigen Wiedervereinnahmung durch die grünen Bewohner auf.Die exakte Lage der Orte verrät Sven Fennema nicht. Zu viele der morbiden Schönheiten wurden bereits durch Vandalismus beschädigt und verunstaltet. Doch tut das der Faszination der Reise, auf die man von dem Fotografen mitgenommen wird, keinen Abbruch. Gemeinsam mit ihm steigt man schmale, überwucherte Gassen empor, um zu einem abgelegenen italienischen Bergdorf zu gelangen. Man bestaunt die verlassene Siedlung mit ihren verwinkelten Wegen, während man Fennemas Worte liest: "Hier hat sich mir die Gewalt der Natur besonders eindrücklich gezeigt. Ich fühle mich in den zugewachsenen Gassen so verloren, als ob ich der letzte Mensch auf Erden sei."Dieses Gefühl stellt sich ebenso bei alten Fabrikanlagen ein, in denen nun friedlich das Grün sprießt, in märchenhaften Schlössern, die direkt einer Fantasywelt entsprungen scheinen oder früheren Vergnügungsparks, deren einzige Gäste heute lange Efeuranken sind. Die Bilder nehmen den Betrachter durch sorgfältige Bildkomposition, kreativen Umgang mit Licht und Schatten und technischem Können unmittelbar mit hinein in diese geheimnisvolle Welt. Im Focus steht dabei immer die Art und Weise, wie die Natur in die durch Menschen angelegten Orte eindringt.Das Buch gliedert sich in vier Hauptkapitel, die grob den Jahreszeiten nachempfunden sein sollen. Dabei geht es jedoch nicht um Aufnahmen im Frühling, Sommer usw., sondern um die Art des Verfalls. Jeder Abschnitt wird eingeleitet von Christoph Gunkel. Auch für jedes Bild gibt es einen kleinen erklärenden Text. Diese wären jedoch nicht immer nötig gewesen, da viele Fotografien für sich wirken. Positiv hervorzuheben ist, dass der Fotograf selbst zu Wort kommt und von seinen Reisen berichtet. Die thematisch passenden Zitate berühmter Persönlichkeiten sind eine nette Zugabe.Sven Fennema gelingt in diesem Bildband eine ansprechende und anspruchsvolle Dokumentation von schwer zugänglichen Lost Places in Europa. Ein bisschen weniger Text hätte nicht geschadet, um die Bilder für sich stehen zu lassen. Für Profi- als auch für Hobbyfotografen sowie allen entdeckerfreudigen Naturliebhabern sei das Buch als Anregung und Inspiration empfohlen.

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  • ‚Der Mensch geht, die Natur kommt.‘

    Neuland
    sabatayn76

    sabatayn76

    10. June 2017 um 22:38

    In seinem Buch ‚Neuland‘ bildet der Fotograf Sven Fennema das schmale Zeitfenster ab, ‚in dem sich Symbole des Fortschritts und der Zivilisation langsam zurückbilden, um sich schließlich in das Gegenteil zu verkehren: Der Mensch ist gegangen, die Natur übernimmt, verändert und zerstört am Ende.‘. Ich mag Lost Places-Fotografie, aber ‚Neuland‘ ist meiner Meinung nach noch spannender als die üblichen Fotos von verfallen(d)en Gebäuden und wunderbaren Lichtstimmungen, denn hier sieht man, wie die Natur zurückkehrt, was sich dadurch verändert und welche Stimmung an solchen Orten herrscht.Die Fotografien im Buch sind meist großformatig, bisweilen auch doppelseitig. Die Motive sind atmosphärisch, manchmal auch etwas skurril, z.B. die abgebildeten Bäume, die durch Stühle wachsen. Stets handelt es sich aber um technisch hervorragend aufgenommene Fotografien, die das Motiv perfekt einfangen und dem Betrachter eine gewisse Vorstellung davon bieten, was das Besondere des jeweiligen Ortes ist, wieso der Fotograf beeindruckt und fasziniert war. Knappe Legenden vermitteln kurze Informationen darüber, was zu sehen ist, auch wenn man nicht erfährt, wo genau das Gebäude zu finden ist. Dies ist manchmal schade, aber die Gründe des Fotografen, warum er die Orte nicht genau lokalisiert, sind auch einleuchtend, so dass man sich beim Betrachten zwar immer wieder wünscht, am jeweiligen Ort selbst zu fotografieren, aber auch versteht, warum solche Orte nicht einer breiten Masse verfügbar gemacht werden sollen und dürfen. Die jeweiligen Kapitel werden durch längere Texte eingeleitet, in denen Informationen zu verschiedenen Orten, Zeiten und Ereignissen geboten werden, so dass der Bildband nicht nur besonders ästhetisch, sondern auch lehrreich ist.

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