Sven Heuchert

 3,2 Sterne bei 78 Bewertungen
Autor von Dunkels Gesetz, Asche und weiteren Büchern.
Autorenbild von Sven Heuchert (©)

Lebenslauf

Geboren 1977 in der rheinländischen Provinz. 1994 dann Ausbildung, seitdem in Arbeit. Erste Kurzgeschichte ‘Zinn 40′ noch in der Schule. Mit neunzehn Umzug nach Köln. Liebe, Reisen, kleine Niederlagen, große Niederlagen. Rückkehr in die Provinz. Keine Preise.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Witwer von Chaltouva (ISBN: 9783550202650)

Die Witwer von Chaltouva

(1)
Neu erschienen am 29.01.2026 als Gebundenes Buch bei Ullstein Buchverlage.

Alle Bücher von Sven Heuchert

Cover des Buches Dunkels Gesetz (ISBN: 9783550081781)

Dunkels Gesetz

(59)
Erschienen am 14.07.2017
Cover des Buches Asche (ISBN: 9783946086765)

Asche

(6)
Erschienen am 23.01.2022
Cover des Buches Alte Erde (ISBN: 9783550050756)

Alte Erde

(4)
Erschienen am 03.08.2020
Cover des Buches Das Gewicht des Ganzen (ISBN: 9783550050725)

Das Gewicht des Ganzen

(3)
Erschienen am 23.02.2023
Cover des Buches Könige von Nichts (ISBN: 9783945426395)

Könige von Nichts

(1)
Erschienen am 01.02.2019
Cover des Buches Asche: Stories (ISBN: B07FPDHLF7)

Asche: Stories

(1)
Erschienen am 19.07.2018
Cover des Buches Die Witwer von Chaltouva (ISBN: 9783550202650)

Die Witwer von Chaltouva

(1)
Erschienen am 29.01.2026
Cover des Buches Asche (ISBN: 9783962152154)

Asche

(0)
Erschienen am 19.07.2018

Neue Rezensionen zu Sven Heuchert

Cover des Buches Die Witwer von Chaltouva (ISBN: 9783550202650)
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Rezension zu "Die Witwer von Chaltouva" von Sven Heuchert

Lust_auf_literatur
Die Witwer von Chaltouva

Um Missverständnissen gleich vorzubeugen: Die Witwer von Chaltouva sind nicht etwa die Ehemänner von verstorbenen Frauen, sondern eine Art riesige, urzeitliche Fische, die ich mir wie große Welse vorstelle.

Diese Fische kommen Jahr für Jahr auf ihrer Wanderung durch die Ville an dem Dorf Chaltouva vorbei, wo dann sie dann von den Männer des Dorfes in einem traditionellen Wettangeln aus dem Fluß geholt werden. Dieses Angeln, bei dem es manchmal um Leben und Tod geht, hat große Tradition und Bedeutung.


“Das erfolgreiche Überwinden des Fisches durch reine Muskelkraft und Willensstärke manifestiert die körperliche Leistungsfähigkeit des Individuums.” - und natürlich seiner Männlichkeit.


Ansonsten haben die Menschen des Dorfes wenig zu lachen. Die fetten Jahre sind längst vorbei, das Dorf ist im Niedergang. Die Welt von Heucherts Roman ist eine Art Karikatur eines mittelalterlichen, vorindustriellen Zeitalters, wie ich es auch aus Hollywoodfilmen kenne: grob, düster und schlammig, voller lumpiger Gestalten, Spelunken und Brutalität


In diese tumben Trostlosigkeit setzt Heuchert ein junges Liebespaar, Klara und Max. Ihre Väter sind gegen die Verbindung, und die beiden treffen sich heimlich. Sie träumen davon, das Dorf zu verlassen und die vorgezeichneten Pfade ihrer wenig vielversprechenden Zukunft zu verlassen. Doch gerade Max, der soeben einen brutalen Initiationsritus zum erwachsenen Mann durchlaufen hat, tut sich schwer damit, mit dem Vater und der Tradition zu brechen. Doch er fühlt auch, dass er im Dorf innerlich zu Grunde gehen wird, genauso wie die Männer vor ihm.



“Was hält ihn noch hier? Ist es die stumpfsinnige Gewohnheit, das laue Lüftchen des Erwartbaren, des Gleichförmigen; ein Leben wie ein Backstein, einmal geformt und ausgehärtet, bleibt es, wie es ist und immer schon war. Es ist das Blut, die Gewohnheit, das Gefühl, schon klein geboren worden zu sein und immer klein bleiben zu müssen.”


Obwohl Heucherts Roman in einer nicht näher definierten Vergangenheit spielt, find ich ihn bedrückend aktuell: Der Kölner Autor erzählt von Männern, die hinter den Floskeln von Männlichkeit ihre innere Leere, Angst und Einsamkeit verstecken. 


„Aber weder haben sie die Kraft, den Lauf der Dinge aufzuhalten, noch verfügen sie über eine Vorstellung davon, was eigentlich mit ihnen geschieht. Nur dieses seltsam unbestimmte Gefühl bleibt, es nagt und frisst an ihnen, macht sie ganz kirre. Sie finden keine Antworten auf die Fragen, die sie nicht stellen.“


„Die Witwer von Chaltouva“ ist brachial und gewaltig, spannend und mitreißend und hat mich sehr positiv überrascht. Definitiv werde ich nach weiteren Romanen des Autors Ausschau halten. Wenn dir Romane wie „Nordwasser“ von Ian McGuire und „Hundswut“ von Daniel Alvarenga gefallen haben, könnte der Roman auf jeden Fall was für dich sein!

Cover des Buches Das Gewicht des Ganzen (ISBN: 9783550050725)
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Rezension zu "Das Gewicht des Ganzen" von Sven Heuchert

Dajobama
Leider nicht meins...

Das Gewicht des Ganzen - Sven Heuchert 

Hmmm, es soll hier wohl um Trauerbewältigung gehen. 

Milli flüchtet nach dem Freitod des Sohnes aus ihrer langjährigen Ehe, aus ihrem Leben. Sie zieht sich zurück in die Einöde und trifft dort auf Ross.  

Milli und Ross erzählen abwechselnd aus ihrer jeweiligen Perspektive. Es ist recht fragmenthaft erzählt, meist in kurzen Sätzen, teils nur wenige Worte. 

Dafür dass dieser Roman nicht mal 200 Seiten lang ist, werden erstaunlich viele entferntere Geschichten aufgerollt. Die eigentliche Geschichte kommt dafür gefühlt kaum voran.

Der Roman ist gut geschrieben, atmosphärisch. Die Liebe zur Natur ist erkennbar, ebenso eine tiefe Melancholie. Nur leider konnte mich die Geschichte an sich überhaupt nicht erreichen. Tatsächlich bin ich immer wieder abgeschweift und habe mich über weite Strecken gelangweilt. 

Schade, aber manchmal passt es einfach nicht. 

2 Sterne 

 

Cover des Buches Das Gewicht des Ganzen (ISBN: 9783550050725)
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Rezension zu "Das Gewicht des Ganzen" von Sven Heuchert

Kristall86
Absolute Leseempfehlung!

!ein Lesehighlight 2022!


Klappentext:

„„Im späten Licht rückte die Wildnis näher an sie heran. Die Grenzen von Leib und Erde verwischten. Etwas Altes wuchs zusammen.“  


Jeder hat sein Bündel zu tragen, doch das Gewicht des Ganzen trägt allein die Mutter. Milla hat sich nach dem Freitod ihres Sohnes nach Kanada zurückgezogen. Sie hat ihre Spedition aufgegeben und den Mann, mit dem sie ein halbes Leben zusammen war. In einem alten Haus mitten im Nirgendwo versucht sie weiterzumachen. Sie lernt Russ kennen, einen Antiquitätenhändler, als sie einen Revolver versetzen will, den sie unter einer Treppendiele gefunden hat. Zwischen beiden entsteht etwas, das man eine Freundschaft nennen könnte, das aber zugleich mehr und weniger ist als das. Bis sich ihre Wege wieder trennen.“


Das Gewicht des Ganzen“ ist ein schmales Büchlein von Autor Sven Heuchert. Die Geschichte wird beworben mit den Worten, es sei glasklare Prosa. Und genau das ist es auch - hier ist alles ungebunden und dennoch „hält“ man als Leser den roten Faden fest in der Hand. Millas Geschichte sitzt tief und lässt auch die Leserschaft nicht kalt. Ihr Rückzug ist die Flucht vor allem und verkriechen vor allem was einem Menschen noch schmerzen könnte wenn doch eigentlich der größte Schmerz auf einem liegt. Ihre Zuflucht ist ein altes Haus inmitten im Nirgendwo. Sie will versuchen mit ihrem Schmerz einher zu gehen. Mal gelingt es ihr, mal nicht. Wie würden wir Leser damit umgehen? Eine schwere Frage zu einem sensiblen Thema welches wir uns gar nicht erst vorstellen wollen. Ein wenig Licht in Millas graue Welt bringt Russ. Sie lernen sich zufällig kennen und auch er hat seinen Seelenrucksack zu tragen. Milla ist nicht die Einzige die Schmerz (er)trägt! Die beiden lassen sich auf einander ein - aber nicht wie Sie jetzt vielleicht denken! Genau hier zeigt Heuchert noch feinere Töne als ohnehin in der gesamten Geschichte! Seine sensible Sprache, seine gefühlvolle Wortwahl lassen uns Leser hier nicht im Meer der Tränen versinken sondern genau in die andere Richtung schwimmen. Hier geht es um Trauerbewältigung in vielen feinen Richtungen! Von Verarbeitung will ich hier noch gar nicht sprechen aber allein jemanden zu finden der einen versteht, ist mehr wert als jeder Lottogewinn auf dieser Welt. Sven Heuchert formt seine Protagonisten ganz langsam in einem weichen Ton und überrollt weder die Figuren noch uns Leser. Er ist nicht aus auf ein rasantes Ende oder einen Knaller zum Schluss, er will mit seinen Worten zeigen wie beschwerlich dieses Leben sein kann mit all seinen Wendungen und Erlebnissen und wie wir damit umgehen könnten, wenn wir es denn wollen. Ja, „das Gewicht des Ganzen“ kann einen manches Mal erdrücken bis wir keine Luft mehr bekommen, aber manchmal ist es auch gut und hilfreich wenn man das Ganze mit jemanden teilen kann. 

Ich bin schwer beeindruckt von diesem Wert und von Heucherts Schreibstil - 5 Sterne inkl. Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Sven Heuchert wurde am 10. Juni 1977 in Siegburg (Deutschland) geboren.

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