Asche

(4)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(4)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Asche“ von Sven Heuchert

"Manchmal denke ich noch an den Mann ohne Beine, aber dann ist es, als sei es gar nicht wirklich passiert. Als sei das etwas, das mir jemand anders erzählt hat, und das ich dann jemand anderem erzähle. Es ist seltsam, aber so ist es." 15 Stories in knapper, verdichteter Sprache über Verlierer und Desillusionierte, über Träumer und Vergessene. Und über Wunden, die sich nicht mehr schließen wollen.

Stöbern in Romane

Normal ist anders

Ich liebe diese Geschichte <3

_Unspoken_

Ein fauler Gott

Eine sehr schöne und sehr traurige Geschichte, leider hat mir die Umsetzung nicht so richtig Spaß gemacht.

killmonotony

Wenn ich jetzt nicht gehe

Schreibstil: wunderschön. Handlung und Protagonisten: Unrealistisch, verwirrend, verzettelt und zu dick aufgetragen.

Gelinde

Die letzten Tage der Nacht

Hier waren die Erfinder unter sich. Kämpferische und Siegeswilliger Roman

Postbote

Das geträumte Land

Langatmige, wenig innovative Geschichte über eine EInwandererfamilie, die der Illusion des American Dream auferliegt.

Schmiesen

Die Dame mit dem blauen Koffer

LIeblingsbuch des Jahres!!! Wunderschön geschrieben! Absolut lesenswert!

IrisBuecher

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Kurze Geschichten die lange nachwirken

    Asche
    BRichard

    BRichard

    10. December 2016 um 13:27

    Sven Heucherts Sprache ist kompromisslos und präzise. Seine Beschreibungen sind eindeutig wie Raucherhusten. Er zeigt seine Figuren in meist aussichtslosen Situationen mit allen ihren Schwächen und Fehlern - ohne sie vorzuführen oder bloßzustellen. Er ist als Autor an und auf ihrer Seite. Lässt ihnen immer einen Rest Würde, selbst wenn ihr Leben bereits in Trümmern liegt und sie die letzte kleine Chance jämmerlich vergeigt haben. Milieu pur. Viel Suff. Gewalt. Fluppen. Drogen. Sex. Vergewaltigung. Malochen. Das alles wird von sehr glaubwürdigen Dialogen getragen und ist so atmosphärisch und real, wie die abgestandene Luft einer Eckkneipe.Schon die Geschichte Sag den Frauen, wir kommen nie wieder ist eine harte und schonungslose Milieustudie. Sie entwickelt einen sich tückisch steigernden Sog, dem man sich nicht entziehen kann - selbst wenn man das hässliche Ende ahnt, dem man sich mit jedem weiteren Satz unvermeidlich entgegenliest. Das ist konsequent, dreckig und brutal - aber eben auch faszinierend und echt. Man bleibt dran, ob man will oder nicht. Hat immer noch Hoffnung, die Sache möge nicht gänzlich aus dem Ruder laufen. und weiß doch, wie sinnlos diese Hoffnung ist. Und man fühlte sich am Ende beteiligt wie ein Mitwisser und schämt sich irgendwie, nicht eingegriffen zu haben - so tief wird man in die Story hineingezogen.Asche - Das sind kurze Geschichten über Menschen, die in ihrem Leben einen kritischen Punkt erreicht haben. Oder direkt vor dem Abgrund stehen. Oder schon einen Schritt weiter sind. Kurze, aber keine kurzweiligen Geschichten. Sie sind tief- und abgründig, nachhaltig und man ahnt immer die größere Geschichte, die hinter diesen als Schlaglicht gezeigten Schicksalen steckt. Geschichten des Scheiterns und der Hoffnungslosigkeit, verlorene Träume, verspielte Chancen; all das verbunden mit der Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, wieder aufzustehen. Und wofür?Heuchert führt uns so dicht an seine Figuren heran, dass man alten Schweiß, und Alkoholdunst zu riechen und die Resignation in ihren Augen zu sehen glaubt. Figuren, die malochen und Abends mit schwieligen Händen nach der Bierflasche greifen, die gewalttätig und zugleich schwach sind, versagen, falsche Entscheidungen treffen. Oder keine! Wie der Ich-Erzähler in Sag den Frauen, wir kommen nicht wieder.Und doch gibt es auch die ruhigen, sanften und zärtlichen Momente in dieser harten und kompromisslosen Welt. Hier und da blitzt ein Hoffnungsschimmer auf. Das sind wohl gesetzte Akzente, die das Buch davor bewahren, in völliger Aussichtslosigkeit und Resignation zu versinken.Kann ich am Ende sagen, diese Geschichten gern gelesen zu haben? Nein. Denn diese Geschichten wollen nicht gern gelesen werden. Man muss sich auf sie einlasssen. Sie erarbeiten. Sie wirken lassen. Ihnen Raum geben. Sie im wahrsten Sinne des Wortes miterleben.  Genau das habe ich getan, fasziniert, oft ergriffen und ... völlig weg..  

    Mehr
  • Keine Erlösung, nirgends.

    Asche
    FrankRudkoffsky

    FrankRudkoffsky

    30. August 2015 um 22:49

    In den positiven Rezensionen diverser Literaturblogs - unter anderem Buchrevier und Literaturen - wurden mir typische Männergeschichten vom Rand der Gesellschaft versprochen. Geschichten von Ex-Knackis, Säufern, Malochern. Von Männern mit Kacheltischen im Wohnzimmer und unbezahlten Deckeln in der Stammkneipe. Vergleiche mit Bukowski oder Irvine Welsh liegen da nahe, greifen aber zu kurz: Während ich nach der ersten Geschichte noch befürchtete, alles in „Asche“ sei auf krass gebürstet und ziele lediglich auf ermüdende Schockmomente ab, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Sven Heucherts Erzählungen erinnern an Tom Waits-Songs. Trotz ihrer Härte, ihrer Schroffheit sind es im Kern sentimentale Geschichten. In den lauten, polternden Stories schwingt stets Melancholie mit, die leiseren sind dagegen immer noch so rau und kantig, dass man sich als Leser an ihnen reibt. In karger, lakonischer Prosa schreibt Heuchert von Männern, die ihre besten Tage lange hinter sich haben – und selbst die waren miserabel. Männern, die nicht aus ihrer Haut, ihrem Viertel, ihrem Leben können. Seine oft stillen Verliererballaden kommen meist ohne Effekthascherei, Säuferromantik oder gar Pointe aus; vielmehr sind es ganz alltägliche Geschichten – Ausschnitte aus dem Leben seiner Protagonisten, die von Hoffnungslosigkeit und Ernüchterung zeugen. Die Figur aus der Erzählung „Sonnenscheinkind“ bringt (ausgerechnet in einer Passage über das Fingern einer Frau) hervorragend auf den Punkt, wie enttäuscht diese Männer von einem Leben sind, das so viel verspricht, wenn man jung ist – und später dann so wenig davon hält. „Damals war das noch ein Geheimnis. Man steckte seinen Finger da rein und hoffte, dass irgendetwas passieren würde. Später steckte man dann seinen Schwanz rein und hoffte auf so etwas wie Erlösung.“ Für die desillusionierten Menschen in „Asche“ ist keine Erlösung in Sicht, nirgends. Manche von ihnen versuchen auszubrechen. So wie Ingo, der von der Freiheit schwärmt, in seinem heruntergekommenen Auto zu leben – dessen Phantasie aber gerade einmal bis zum nächsten Kaff reicht. Oder dem Erzähler der letzten Geschichte, der Hähnchenwagen putzt, um sich mit dem gesparten Geld nach Spanien abzusetzen. Man ahnt, dass aus seinen Plänen nichts wird, ahnt, dass er an sich und seinem Umfeld scheitern wird wie so viele andere in diesem Band. Dennoch sind Sven Heucherts Stories nicht bloß eine verbitterte Abrechnung mit dem Leben. Es gibt in ihnen durchaus seltene, kurze Momente von Nähe und echtem Verständnis, wenn auch zumeist bloß in Andeutungen. Genau wie diese bleibt in „Asche“ vieles offen und unausgesprochen, wird vieles einfach in den Raum geworfen. Gerade weil Heuchert seine Figuren nicht auserklärt, wirken sie umso echter. Man spürt, dass sie eine Geschichte haben, ohne sie zwingend kennen zu müssen. Es ließe sich kritisieren, dass die Stories trotz der wechselnden Protagonisten oft ähnlich klingen; andererseits stammen alle Figuren aus demselben Milieu. Diese Männer sind keine Freunde großer Worte – ihnen reicht ein wissender Blick, eine vertraute Geste, ein Zunicken am Tresen, um zu erkennen, dass sie alle im selben Boot sitzen. „Asche“ hat diesen Sound hervorragend eingefangen. Mit seinem Erzählband hat Sven Heuchert einen gelungenen Erstling vorgelegt, dem eine große Resonanz zu wünschen ist. Denn: Nur weil ein Autor über Underdogs schreibt, muss er selbst noch lange keiner bleiben!

    Mehr
  • Stories – Von ganz unten

    Asche
    BeaMilana

    BeaMilana

    18. June 2015 um 16:26

    Sven Heuchert schreibt in seinen "Stories" von Menschen am untersten Rand der Gesellschaft, von der Hoffnungslosigkeit, dem Dreck, dem Suff, ihren Fluchtversuchen und verlorenen Träumen. Und er schreibt richtig gut. Er kennt das Milieu, erzählt in kurzen, verdichteten Sätzen Episoden aus dem Leben der Schulabbrecher, Drogensüchtigen, Gestrandeten, durch harte Arbeit Verschlissenen, den Asozialen. Das ist manchmal schwer zu ertragen, vor allem wenn Frauen Gewalt angetan wird, aber authentisch und brutal; noch lange nach der Lektüre von "Asche" bleiben manche seiner Figuren und Begegnungen im Gedächtnis haften. Zusätzlich zu den vier Sternen vergebe ich einen für das gelungene Debüt. Autoren wie ihn, ("kleine Niederlagen, große Niederlagen, keine Preise") findet man, glaube ich, nicht so oft in Deutschland. Bin gespannt, was wir noch von ihm hören ... Wer einen Eindruck von seinem Talent bekommen möchte, wird auch auf seiner Webseite fündig.

    Mehr
  • Asche in mein Haupt

    Asche
    nicolasdlange

    nicolasdlange

    21. April 2015 um 21:45

    Sven Heuchert veröffentlicht mit "Asche" eine Sammlung von 14 Kurzgeschichten. Sven Heucherts Geschichten stehen für sich. Allein. Kraftvoll. Direkt. Mitten aus dem Leben, wie es wirklich ist. Manchmal roh. Manchmal nachdenklich. Manchmal schräg - aber niemals banal. Eben echt. Unverfälscht. Sven Heucherts Stil ist wie eine Handfeuerwaffe aus den guten, alten Ganstgerfilmen der frühen Hollywood-Zeit. Keine Hightec-Spielerei, die eher blendet als mit Funktion zu glänzen weiß. Dafür klassisch, reduziert und wirkungsvoll. Und das Ziel wird getroffen - in Heuchterts Fall durch die rohe Wucht teilweise zerfetzt. Auch wenn die Charaktere und ihre Beweggründe dem eigenem Leben desöfteren nicht ferner sein könnten, so schafft es Heuchtert einem diese Personen so nahe zu bringen, dass man sich zwar vielleicht nicht mit ihnen identifiziert, aber sie dennoch als Freunde bzw. Kumpels erachtet. Egal, was sie tun. So kann dem letzten Asi noch eine Art kumpelhafter Sympathie abgerungen werden, selbst wenn er gerade dabei ist einen fremden Kopf gegen eine Mauer zu knallen... Von Sven Heuchert ist noch viel zu erwarten und hoffentlich auch zu bekommen.

    Mehr