Sven Heuchert Punchdrunk

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Inhaltsangabe zu „Punchdrunk“ von Sven Heuchert

„Eine Geschichte über Loyalität und Schicksal. Über das Weggehen und das Wiederkommen.“ Einblicke in ein zerstörtes Leben. Boulevard of broken Dreams. Alles in klaren, eindringlichen Sätzen auf den Punkt gebracht. Sensibel und gleichzeitig kraftvoll. Jeder Satz sitzt. Trägt Stimmung, transportiert Gefühle, aber ohne rührselig zu werden. Helmut Krauss’ Stimme passt perfekt, bringt die Stimmung wunderbar rüber. Gänsehaut pur.

Düster emotionale Geschichte mit einem zu schnellen Ende.

— Lunamonique

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    Punchdrunk

    Lunamonique

    09. July 2016 um 15:17

    Von Sven Heuchert stammt der Kurzgeschichtenband „Asche“. In „Punchdrunk“ erzählt er von einem ehemaligen Boxer, der mit dem Schatten seiner zerrütteten Familie zu kämpfen hat. Die namenlose Hauptfigur kehrt von der Eismaschinen-Arbeit in Portugal zurück in seine rheinische Heimat. In der Stammkneipe „Schmales Handtuch“ trifft er sich mit seinen alten Kumpels und besucht kurze Zeit später seinen Vater im Gefängnis. Die Erinnerungen haben ihn auf der Reise eingeholt und holen ihn auch jetzt wieder ein. Die Gitrarrenmusik des Autors und Musikers Sven Heuchert ist ein guter Einstieg in die düstere Geschichte. Bei den Kapitel-Übergängen lenkt sie ab und bringt etwas Leichtigkeit hinein. Der Vater des namenlosen Protagonisten ist ein Säufer und Schläger. Er sitzt wegen Totschlags im Gefängnis. Opfer seine letzte Lebensgefährtin Irene. Der Sohn besucht seinen Vater, obwohl er mit ihm längst abgeschlossen hat. Warum ist da noch dieses dünne Band, was beide verbindet? Was hat er damals von den Ereignissen mitbekommen? Erinnerungen kommen hoch unter anderem auch an die Zeit als Boxer, die Niederlage zum Schluss und die Verachtung des Vaters. Sprecher Helmut Krauss mit seiner tiefen, sonoren Stimme, schafft es  das Dramatische in nüchterne, eindringliche Worte zu fassen. Auch der Sohn ist ein Trinker. Er kämpft selber mit seinen Dämonen. Die Angst schwingt mit, wie sein Vater zu werden. Wie weit hat er sein Leben noch im Griff? Die Mutter ist nach Miami geflüchtet, will einen Neuanfang und mit der Vergangenheit abschließen. Dazu zählt auch der Sohn. „Die Schuld, die bleibt, die verfolgt einen.“ Auch der Sohn gibt sich Schuld an dem Schicksal seiner Mutter. Sie hat viele Prügel von ihrem Mann einstecken müssen. Hätte es einen Ausweg für Mutter und Sohn geben können? „Vielleicht war ich immer eine Idee meines Vaters.“ Der Sohn kann dem Schatten seines Vaters nicht entkommen. Was muss geschehen, dass er die Vergangenheit verarbeiten kann? Die miteinander verbundenen Schicksale berühren. Mitleid kommt vor allen Dingen mit dem Sohn auf. Tante Marlene gibt Einblicke in die Vergangenheit. Der Vater jung, naiv, verliebt. Wo fing die Veränderung an? Wo liegen die Gründe für Wut und Hass? Es gibt nur wenige Infos dazu. Vieles bleibt unerklärlich. Auf CD 2 kommen andere Stimmungen hoch. Es geht gefühlvoller zu, nicht mehr dieses Extreme. Die Gedanken zur Mutter, die Suche nach Erklärungen zeigen die sensible Seite der namenlosen Ich-Figur. Seine Einsamkeit wird deutlich. Wieso kann er sich nicht loslösen? Ist das überhaupt möglich? „Ich will weg, aber ich weiß noch nicht wohin.“ Das Ende kommt sehr abrupt, ist kein wirklicher Abschluss und lässt daher Raum für Spekulationen.  Das Cover zeigt eine ramponierte Boxerhand. Fast wirkt sie wie eine Zombie-Hand. Nur die Zigarette stört das Bild vom Schocker. Das Düstere der Geschichte wird auf dem Cover gut eingefangen, auch wenn es nicht zentral um das Thema „Boxkampf“ geht. Die Ich-Figur führt auch eine Art Kampf. „Punchdrunk“ hat Intensität. Der Vater übt immer noch ein wenig Macht auf den Sohn aus. Er bewegt ihn zu den Gefängnisbesuchen. Die Geschichte hat einen beklemmenden realen Touch.  

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