Sven Kuntze Altern wie ein Gentleman

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Inhaltsangabe zu „Altern wie ein Gentleman“ von Sven Kuntze

Die Lebensbilanz des bekannten und beliebten Journalisten 2007 ging der langjährige USA-Korrespondent der ARD und beliebte Fernsehjournalist Sven Kuntze in den Ruhestand. Kein einfacher Schritt, möchte man meinen, besonders für einen erfolgreichen und vielbeschäftigten Journalisten, wo doch bei vielen seiner Altersgenossen eine diffuse Angst vor dem Älterwerden, dem Nicht-mehr-gebraucht- Werden vorherrscht. Geistreich und mit feiner Ironie reflektiert Sven Kuntze diesen Lebensabschnitt und erzählt von seinen eigenen Plänen für die Zeit nach der Karriere und wie er sie allesamt über den Haufen warf. Ein Erfahrungsbericht von einem, der auszog in Würde zu altern – mit Stil und Achtsamkeit, mit Gelassenheit und Tatendrang, eben wie ein Gentleman.

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    Altern wie ein Gentleman
    Arun

    Arun

    Obwohl vom Alter her noch ein wenig Zeit ist wollte ich doch mal wissen was ein bekannter Journalist zu diesem Thema zu sagen hat. Gentleman eher nicht, doch dem Alter können wir alle nicht entgehen. Leider habe ich aus der Lektüre dieses Buches nicht all zu viel erfahren was für mich nützlich sein könnte. Sven Kuntze reflektiert eher sein Leben und seine Erfahrungen, hatte eher gehofft das Buch hätte gute Tipps für die Zeit nach der Arbeit. Jeder hat ja so seine eigenen Rezepte und wer mit offenen Augen durchs Leben geht braucht dieses Buch eigentlich nicht. Werde es beruhigt in die Bücherei zurückbringen.

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    NiWa

    NiWa

    14. May 2014 um 18:57
  • Rezension zu "Altern wie ein Gentleman" von Sven Kuntze

    Altern wie ein Gentleman
    Christian_Gersch

    Christian_Gersch

    11. October 2011 um 12:40

    Ich habe dieses Buch vorrangig gelesen, um mich besser in alternde Menschen hineinversetzen zu können. Genau diesen Zweck erfüllt das Buch exzellent. Ein Leser darf meiner Ansicht nach von diesem Buch keine Ratgeberqualitäten erwarten. Vielmehr werden Gedanken und Ideen vermittelt, mit denen sich der Leser auseinandersetzen kann. Anstatt Lösungen werden mehr persönliche Ansichten vom Autor präsentiert.

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  • Rezension zu "Altern wie ein Gentleman" von Sven Kuntze

    Altern wie ein Gentleman
    Clari

    Clari

    22. June 2011 um 17:34

    Gibt es das richtige Leben im falschen? Kenntnisreich und witzig beginnt Sven Kunze seine Abhandlung über das Alter. Er beruft sich auf Adorno, Simone de Beauvoir, Samuel Becketts „Endspiel“ u.a., um an ein Thema heranzuführen, vor dem man sich in jungen Jahren scheut, um, je näher man dem Alter kommt, schließlich geradezu wegzuschauen. Dabei unterscheidet der Autor genau zwischen dem „Voralter“, das etwa bis Ende siebzig anhalten mag, um danach endgültig beim Greisenalter anzukommen. In der Tat hat mir eine Dame von 90 Jahren anvertraut, man habe ihr in jungen Jahren das Alter als „Hölle“ beschrieben. Nun, da sie selber in diesem hohen Alter sei, müsse sie dem uneingeschränkt zustimmen. Sven Kunze redet nicht lange um den heißen Brei herum, um teils sarkastisch bis resignierend zu gestehen, dass es im Rentenalter zwar schöne Momente geben mag; dass diese aber keineswegs die Zeit der schwungvollen Jugend und dem aktiven Handeln früherer Zeiten entsprechen können. Um sich ein rechtes Bild zu machen, wie es zum Ende hin bei uns aussieht, hat er sich vorübergehend zum „Probewohnen“ in einem Heim für betreutes Wohnen eingemietet. Bezug nehmend auf den Zusammenhang zwischen Arbeit, Müßiggang und Sinnsuche, wie man ihn bei den alten Philosophen nachlesen kann, schwanken die Betrachtungen von Sven Kunze über Vergangenheit und Zukunft in eine Gegenwart, die keine Zukunft mehr kennt. „Zeit“ als Phänomen der Vergänglichkeit nimmt breiten Raum ein. Der Autor kommt nicht umhin, die zahlreichen Formen immer rasanter verlaufender Aktivitäten vom Töpfern bis zum Reisen und dem Golfspielen aufzuzeigen, mit denen man den Müßiggang umspielt, um der möglicherweise doch nicht so glücklichen Gegenwart zu entrinnen. Lust und Wohlleben bis zum Überdruss können dem unweigerlich sich nahenden Ende auf Dauer leider doch nicht standhalten. Die Abhandlungen Sven Kunzes sind geistvoll und zeugen von breitem Bildungsgut, mit dem er treffend und schlüssig unser Augenmerk auf alle die Einschränkungen richtet, die neben den angenehmen Seiten des Müßiggangs als gegeben hinzunehmen sind: es sind dieses die Kränkungen und Defizite, die das Altwerden in jeglicher Hinsicht begleiten. Seine Anhandlungen sind realistisch und konkret und mit zahlreichen Zitaten aus Altersforschung, Philosophie und Soziologie belegt: von der Einsamkeit bis zur Geschäftigkeit legt er den Finger auf die „Wunde“ Alter. Gelegentlich ist er mir zu wenig bereit, auch Utopien bezüglich des Alters zuzulassen, die doch alleine das Leben mit Hoffnung erfüllen. Doch sind auch diese nur bis zum Ende des „Voralters“ denkbar. Sven Kunzes Fazit ist, dass unser unvermeidliches Ende unsere Vorstellungen sprengt. Es gibt gewissermaßen einen dialektischen Sprung, mit dem der Wechsel vom „Da - Sein“ zum „Tot-Sein“ für keinen von uns richtig begreifbar ist. Als Hoffnung bleibt uns nur, dass der letzte Weg in Würde gegangen wird. Das Buch ist fundiert und klug, weil es eine breite Palette aller Perspektiven des Alterns aufzeigt.

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  • Rezension zu "Altern wie ein Gentleman" von Sven Kuntze

    Altern wie ein Gentleman
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    31. May 2011 um 15:14

    Ein sehr persönlicher Blick auf das Altern Eine ganz besondere Zeit ist es, nach eigener Aussage, in der Sven Kuntze sich befindet. Eine „geschenkte“ Zeit, geschenkte 15 Jahre, die Generationen vorher nicht gegeben waren. Jene Zeit zwischen 60 und 75 (plus minus), die einerseits meist schon im Ruhestand verbracht werden, keine dringende „Arbeitsaufgabe“ (und damit landläufig auch Sinn) mit sich bringen, die andererseits aber noch viele Möglichkeiten offen lassen würden und nicht, wie in den Generationen vor Sven Kuntze (Jahrgang 1942), bereits dem Greisenalter zuzuzählen sind. Er selbst ist diesen Schritt irgendwann gegangen, vom aktiven Journalisten in den Ruhestand hinein und hat diese Erfahrungen, vor allem aber viele grundlegende Gedanken zum Altern nun in Buchform vorgelegt. Kein Ratgeber ist es, was er geschrieben hat, sondern eine Zustandsbeschreibung, nach einigen, großen Themen hin geordnet, die intensiv im Tonfall und den dahinter erkennbaren Emotionen nun im Raum steht. Durchaus ironisch bis zynisch, in Teilen enttäuscht wirkend, aber auch mit so manchen Ratlosigkeiten daherkommend, bis hin zum (natürlich ohnmächtigen) Auflehnen gegen das, was an körperlichem Verfall noch zu erwarten ist. Wobei Kuntze durchaus nicht nur von eigener Seite nun her, sondern bereits im Vorfeld sich kompetent mit diesem Lebensabschnitt beschäftigt hatte. Im Zuge seiner Arbeit hatte er sich bereits einmal 3 Monate in ein Seniorenzentrum eingemietet. Erfahrungen, die vielfältig mit in seinen Lebensbericht, so kann man das Buch nennen, einfließen. Da, wo die Blumen noch blühen auf dem Balkon, da sitzen die regen Bewohner, da, wo das Gestrüpp verdorrt, da geht es auch im Zimmer dem Ende entgegen. Wirken der Einstieg und die ersten 20, 30 Seiten durchaus eher zynisch geprägt, so, wie sich Kuntze nun dem „verdrießlichen Sujet“ (dem Alter) zuwendet in seinem Rundumschlag gegen Floskeln wie „Das Alter als Chance“ oder angesichts des soziologischen Problems, dass „die rüstigen Alten“ mehr und mehr in den Raum setzen, entfaltet sich das Buch im Lauf der Zeit als eine sehr grundlegende und nachdenklich stimmende Betrachtung des Lebens (aus „gealteter“ Sicht heraus), die höchst lesenswert sich wesentlichen Themen nähert. Mitnehmend auch gerade da, wo sich Kuntze dem „Erbe“ seiner Generation stellt. Was an Leben wirklich tief mitgenommen wird ins Alter. Wenn er spitz formuliert, dass „Friede, Wohlergehen und das Primat der Äußerlichkeit vor dem der Persönlichkeit“ eben kaum wirkliche Spuren auf den Gesichtern hinterlassen haben (wie auch, wenn es immer nur um das eigene, kleine, äußere Wohlergehen ging), dann reichen seine Anmerkungen durchaus über das enge Thema des Buches hinaus und stellen die Lebensfrage an jedes Alter. Durchaus selbstkritisch betrachtet Kuntze hier den eigenen Lebensweg und vermag es verständlich und emotional, den Leser an dieser Kritik teilhaben zu lassen. Aber auch thematisch ist das Buch durchaus gehaltvoll. Die Betrachtungen des „Müßigganges“ mitsamt der kulturgeschichtlichen Herleitung, seine deutliche Wendung gegen eine fast schon genetisch verankerte „protestantische Arbeitsethik“, die aus manchen Rentnern noch Menschen mit komplett gefülltem Terminkalender machen, weisen nicht nur für das Rentenalter, sondern letztlich für jeden erwachsenen Menschen eine durchaus bedenkenswerte Richtung zur Reflektion des „Mangels an Muße“, den das „tätige Leben“ zu bieten hat und damit eine Reflektion der reinen „Veräußerlichung“ menschlichen Seins in der modernen Welt. Der „schöne Schein des Alters“, den setzt Kuntze zum Einstieg bereits einer Entzauberung aus und nimmt auch im Blick auf Müßiggang, Zeit für die Zukunft, Weisheit des Alters, Einsamkeit, die Leiblichkeit und anderen Themen kein Blatt vor den Mund. Mit Humor, teils aber auch bitterer Ironie, nie schöngeredet und immer ganz aus seiner persönlichen Erfahrungswelt heraus findet sich eine illustre Desillusionierung des Alters und Alterns, in der dann aber immer wieder die Schätze jener Zeit, die Erlebnistiefe und die Freiheit aufblitzen. Auch die Freiheit für das ein oder andere Glas Rotwein zu viel. Ein Buch, dass trotz aller Entzauberung schönredender Floskeln Mut macht für die „Zeit danach“. Die nicht dem „Anti-Aging“ Stress geopfert werden sollte und auch nicht einem zu einem endlosen Sterben führen sollen. Denn „es ist noch nicht alles gesagt“, sagt Kuntze fast ganz zum Schluss zu Recht.

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