Sven Regener

 4 Sterne bei 2,347 Bewertungen
Autor von Herr Lehmann, Neue Vahr Süd und weiteren Büchern.
Sven Regener

Lebenslauf von Sven Regener

Der Verfasser, Drehbuchautor und Musiker Sven Regener, geboren am 1. Januar 1961 in Bremen, fasste zunächst in der Musikbranche Fuß, ehe er sein zusätzliches Talent als Romanautor entdeckte. Er wuchs im Stadtteil Neue Vahr in Bremen auf, dem er später auch einen seiner Romane widmete. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaften in Hamburg und Berlin. 1985 gründete er in Berlin die Band Element of Crime, in der er Gitarre spielt und auch die meisten Texte schreibt. Im Jahr 2001 veröffentlichte er seinen ersten Roman „Herr Lehmann“, der gleich durchschlagenden Erfolg hatte. Die Verfilmung des Buches, für die er auch das Drehbuch schrieb, gewann den Deutschen Filmpreis und auch den Deutschen Drehbuchpreis. Nach dem ersten Buch folgte noch die Romane „Neue Vahr Süd“ und „Der kleine Bruder“, welche das Leben von Herrn Lehmann weiter ausführen. Zudem hat er auch außerhalb der sogenannten "Lehmanntrilogie" einige Bücher veröffentlicht, darunter eine Autobiographie. Auch für die Verfilmung seines Romans "Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt", dessen Protagonist bereits als Nebenfigur in der Buchreihe um Herrn Lehmann auftrat, verfasste Regener selbst das Drehbuch. 2017 schaffte er es mit seinem Roman "Wiener Straße" erstmalig auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Alle Bücher von Sven Regener

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Herr Lehmann

Herr Lehmann

 (1,175)
Erschienen am 17.10.2005
Neue Vahr Süd

Neue Vahr Süd

 (627)
Erschienen am 03.07.2006
Der kleine Bruder

Der kleine Bruder

 (308)
Erschienen am 06.04.2010
Wiener Straße

Wiener Straße

 (38)
Erschienen am 07.09.2017
Meine Jahre mit Hamburg-Heiner

Meine Jahre mit Hamburg-Heiner

 (27)
Erschienen am 10.09.2013
Ärger mit der Unsterblichkeit

Ärger mit der Unsterblichkeit

 (4)
Erschienen am 11.05.2015
Die Lehmann Trilogie

Die Lehmann Trilogie

 (4)
Erschienen am 25.08.2009

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Neue Rezensionen zu Sven Regener

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Xirxes avatar

Rezension zu "Wiener Straße" von Sven Regener

Das ist dann wohl Kunst, weil nämlich Kunst ist, wenn es einer sagt, dass es Kunst ist!
Xirxevor 2 Monaten

Anfang der 80er Jahre in Kreuzberg: Wohin man schaut, besetzte Häuser; es herrscht ein Hauch von Anarchie. Man träumt von einem anderen Land: weg vom Kommerz und einem unterdrückendem Staat; Freiheit für Alle und Alles, insbesondere die Kunst.
In dieser Atmosphäre spielt 'Wiener Strasse' und erzählt vom Leben und den BewohnerInnen dort während einer kurzen Zeitspanne im November 1980. Über dem Café Einfall werden vier neue BewohnerInnen einquartiert, die der Inhaber des Cafés, Erwin Kächele, aus seiner eigenen Wohnung raus haben möchte. Immerhin wird er überraschenderweise Vater und braucht für sich und die Mutter seines Kindes Platz und Ruhe. So finden sich die Extremkünstler Karl Schmidt und H.R. Ledigt, der lethargische Frank Lehmann und Kächeles Nichte Chrissie in einer Vierer-WG wieder.
Was für ein Panoptikum an schrägen Gestalten, neben denen Frank Lehmann und die auf Krawall gebürstete 18jährige Chrissie völlig normal wirken. Österreichische Aktionskünstler, die auf Befehl ihres Anführers P. Immel lebende Bilder darstellen, Punks oder als Band Dr. Votz playback spielen. Fernsehteams des ZDF (oder doch SFB?), die erst Versicherungsrechtliches klären wollen, bevor sie besetzte Häuser betreten. Erwin Kächele, der mit Schwangerembauch seinen Geschäften nachgeht. Dazu Situationen, die durch stete Wiederholungen zum Running Gag werden ('Ist schon offen? Ich dachte, ...') oder durch die genaue Beobachtung ihre Absurdität offenbaren (beispielsweise wie Chrissies Mutter durch die DDR reist).
Doch den Schwerpunkt bilden die Künstler (Künstlerinnen scheint es damals nicht gegeben zu haben) und ihre Werke, frei nach dem Motto: 'Das ist dann wohl Kunst, weil nämlich Kunst ist, wenn es einer sagt, dass es Kunst ist!' Auch wenn alles recht überzogen dargestellt ist, fand ich das Lebensgefühl des damaligen Kreuzbergs gut getroffen und habe das Buch mit einem steten Grinsen im Gesicht gelesen. Manchmal war es mir zwar etwas zuviel des Guten, aber dennoch: eine amüsante Lektüre.

Kommentare: 2
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Matzbachs avatar

Rezension zu "Wiener Straße" von Sven Regener

Leerlaufkommunikation at it's best
Matzbachvor 6 Monaten

Wie soll man ein Buch vorstellen, das kaum Handlung enthält? Schwer, aber nicht unmöglich. "Wiener Straße" setzt da an, wo "Der kleine Bruder" aufgehört hat. Frank Lehmann ist frisch in Berlin angekommen und muss erst einmal sehen, wie er dort klar kommt.

Doch ist der Roman keineswegs die Fortsetzung der Lehmann-Trilogie, denn dieses Mal geht es zwar auch um, aber nicht nur um ihn. Regner erzählt multiperspektivisch die Geschichten einzelner bereits bekannter Figuren wie Lehmanns bestem Freund Karl (der es hier aber noch nicht ist) oder dem Kneipenbesitzer und Exilschwaben Erwin, und einiger neuer Figuren in der selbsternannten Künstlerszene Kreuzbergs. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen witziger und spritziger Unterhaltung (zahlreiche Leerlaufdialoge und verschrobene Gedanken der Protagonisten sind einfach nur zum wegömmeln) und dem Wecken nostalgischer Gefühle. Für Berlinbesucher aus der ehemaligen Bundesrepublik, so wie ich es damals war, war gerade Kreuzberg mit seiner Mauernähe, seinem heruntergekommenen Charme und seinen zahlreichen Szenekneipen ein Muss und der Kiez, in dem der Frontstadtmythos am deutlichsten zu spüren war. Allein das Schwelgen in den Erinnerungen daran macht das Buch für mich zu einem Lesegenuss, den heutige Berlinbesucher wahrscheinlich gar nicht mehr nachvollziehen können. Früher war nicht unbedingt alles besser, aber irgendwie heimeliger.

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Stephanuss avatar

Rezension zu "Der kleine Bruder" von Sven Regener

Teil 3 der Herr Lehmann Geschichte
Stephanusvor 6 Monaten

Frank Lehmann, die Hauptfigur, fährt in diesem, dritten Band der Reihe, aus seiner Bremer Provinz nach Berlin, um bei seinem großen Bruder Manfred, den er sehr bewundert zu leben. Dieser ist jedoch verschwunden und Frank trifft nur die Freunde von Manfred, Karl, Chrissie, H.R. und Erwin. Auf der Suche nach Manfred, den er letztlich findet, stellt Frank fest, dass die Geschichten, die Manfred ihm und seinen Eltern aus Berlin erzählten, nicht stimmten und er als armer Künstler über die Runden kommen muss. Frank gewöhnt sich in Berlin ein, findet in Karl einen besten Freund und beginnt sein Leben in Berlin der 1980er Jahre.

Im typischen Stil von Sven Regener ist auch dieser dritte Band der Herr-Lehmann-Reihe geschrieben, das das Leben als Künstler und Überlebenskünstler in Berlin beschreibt. Die Handlung ist nicht mehr so gut gelungen wie in den beiden Vorgängern (insbesondere bei "Herr Lehmann") und plätschert eigentlich über das gesamte Buch dahin. Zeitlich zwischen Band 2 und Band 1 angesiedelt scheint das Buch weniger inspiriert und vielleicht nur eine Verpflichtung zum Schreiben gewesen zu sein. Die schnodderige Sprache mit den kurzen Sätzen lassen aber auch hier wieder den unvergleichlichen, typischen Herr-Lehmann / Sven-Regener Sound entstehen, der das Buch auch dieses Mal trägt. Wer diesen Schreibstil und die Sprache mag, sieht auch über die schwächere Handlung hinweg und erhält ein kurzweiliges Buch. Als Einstieg in die Reihe nicht geeignet und dann besser mit "Herr Lehmann" beginnen.

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Sven Regener wurde am 31. Dezember 1960 in Bremen (Deutschland) geboren.

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