Sven Siedenberg Do you remember?

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Inhaltsangabe zu „Do you remember?“ von Sven Siedenberg

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  • Rezension zu "Do you remember?" von Sven Siedenberg

    Do you remember?
    metalmel

    metalmel

    13. November 2007 um 23:02

    Ein kleines Album vergessener Helden soll das also sein. Nun, klein ist es und voller Prominenter auch. Aber vergessen? Und Helden? Ist Mathias Rust wirklich ein Held? Oder vielmehr nur ein geistig verwirrter Kerl, der mit einem Flieger auf dem Roten Platz in Moskau landet und später eine Krankenschwester niedersticht, weil diese nicht so will wie er? Nach einer Heirat, einem Prozess wegen des Diebstahls eines Kaschmirpullovers, der Gründung einer „Konfliktlösungsagentur“, befindet er sich heute in „den Sphären der kommerziellen Esoterik“. Wie schön für ihn! Ich war eigentlich ganz zufrieden, dass ich mich nicht mehr an diesen Menschen erinnert habe und nun taucht er in diesem Buch auf. Aber es gibt ja noch andere vergessene Helden. Als erstes gleich mal Vader Abraham. Also an den kann ich mich gut erinnern. Das „Lied der Schlümpfe“ war meine allererste Single damals. Leider hatte ich sie nicht lange, denn ich habe mich draufgesetzt und dabei ist sie zerbrochen. Er ist heute mehrfacher Plattenmillionär und tritt immer mal wieder in diversen „Chart-Shows“ im Fernsehen auf. Des weiteren finden sich im Buch so illustre Gestalten wie Ursula Andress, das erste Bond-Girl mit dem sexy Bikini, Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, Leonard Nimoy, Mr. Spock und Eduard Zimmermann, der uns die schöne Sendung „Aktenzeichen XY“ beschert hat. Wie ich finde, sind dies allesamt keine vergessenen Menschen, vielmehr sind sie immer noch präsent. Aber es gibt auch andere. Prominente mit dem „Ach-ja-den-gibt’s-auch-noch“-Effekt. Heinz Sielmann zum Beispiel. Ich habe seine „Expeditionen ins Tierreich“ zu gerne gesehen. Es war immer interessant. Tiere waren bei ihm nie Bestien, sondern er hat immer klargestellt, dass die einzige Bestie auf der Erde der Mensch ist. Oder David Hamilton. Der Weichzeichner-Fotograf, dessen Bilder immer in eine Art Nebel getaucht sind und wie aus dem Poesiealbum entnommen scheinen. Später dreht er dann Filme wie „zärtliche Cousinen“ mit einer ganz jungen Anja Schüte. Heute genießt er sein Leben in Südfrankreich und sichtet immer noch Tausende Abzüge. Heintje findet sich auch in dem Buch, der holländische Sängerknabe, der einst so erfolgreich „Mama“ schmetterte und davon 1968 2,5 Millionen Platten verkaufte. Wie der Autor schon ganz richtig schreibt, hat Heintje zwei Leben: Eines vor dem Stimmbruch und eines danach. „Davor: Schmalzend jubilierender Sopran. Danach: Ziemlich durchschnittlicher Bariton.“ Mit 17 ist die goldene Zeit vorbei. Aber Heintje lässt sich nicht entmutigen. Trotzig tingelt er durch Dörfer und Gasthöfe. Ab und an versucht er ein Comeback, doch mittlerweile hat er sich damit abgefunden für immer der Junge, der „Mama“ sang zu bleiben. Und so finden sich noch weitere ehemalige Prominente im Buch. Manchen geht es blendend heute, anderen nicht so sehr. So ist das eben. Der Ruhm kommt und er geht auch wieder. Für manche ist das tragisch, denn er war alles was sie hatten, für andere ist es egal, denn sie haben noch unendlich viel anderes vor. Ein nostalgisches Buch, manchmal etwas traurig und dann auch wieder zum Schmunzeln.

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