Sven Svenson

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Meuterei auf Titan, Wandelstern und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sven Svenson

Meuterei auf Titan

Meuterei auf Titan

 (2)
Erschienen am 10.08.2017
Die Auserwählten

Die Auserwählten

 (1)
Erschienen am 22.10.2016
Planet der Sandblumen: Roman

Planet der Sandblumen: Roman

 (1)
Erschienen am 22.01.2013
Die Mondgöttin

Die Mondgöttin

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Erschienen am 01.02.2004
Zeit der Zeitlosen

Zeit der Zeitlosen

 (1)
Erschienen am 01.06.2005

Neue Rezensionen zu Sven Svenson

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Rezension zu "Meuterei auf Titan" von Sven Svenson

SF-Kaleidoskop
buchwanderervor einem Jahr

„Geschichte ist nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft.“ (S.215)

Zum Inhalt:


Die 29 Texte unterschiedlichster AutorInnen aus der SciFi resp. Phantastik streifen einen Großteil der klassischen Kernthemen des Genres. Seien es nun Zeitreisen (z.B. „Omega4“ – Frank Lauenroth, „Das letzte Mammut“ – Norbert Fiks) und deren Implikationen, die Auswirkungen von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz (z.B. „Fast ein Paradies“ – Irene Maschke, „21st Century Factoid Man“ – Tobias Reckesmann), ebenso wie das schier unerschöpfliche Feld des Umgangs mit außerirdischen Technologien und Intelligenzen (z.B. „Terra Barbarica – Julia Annina Jorges, „Paul Hanneder“ – Rico Gehrke).

Wie verflochten Menschen trotz ihres Fernwehs zu den Sternen mit ihrem Heimatplaneten sein können / werden klingt in lyrischer Metapher in der „Ballade von König Cofalbulme“ als Intro an. Wie sich potentielle extraterrestirsche Lebensbereich dem Menschen erschließen oder aber auch verweigern können damit beschäfitgen sich z.B. Erzählungen wie Paul Hanneders „Anpassungsfähigkeit“ und „Eifersucht“ oder Peggy Weber-Gehrkes „Berg,Sumpf und Dschungel“). Und dass trotz allen Fortschrittes der Mensch doch stets sich und seine Unzulänglichkeiten mitnimmt arbeitet Sven Svensons „Neue Welten“ gezielt heraus.

Fazit:


Bestechend an diesem Band mit dem Untertitel „2016´ COLLECTION OF SCIENCE FICTION STORIES“ ist der breite Bogen an Autoren und Themen den die Herausgeberin hier in einem Kaleidoskop der Phantastik zusammengestellt hat. Zwangsläufig gibt es dabei Kurzgeschichten, die den einen oder anderen Leser mehr und andere die ihn weniger ansprechen werden. Zweifelsohne jedoch versucht jeder Erzähler, jede Erzählerin sich auch profunde und eloquente Art und Weise mit dem gestellten Thema auseinanderzusetzen. Es entstehen dadurch gewagte Denkansätze, teils schräge Gesichtspunkte, die eine neue Optik erlauben, ebenso klassisch solide SF-Geschichten mit hohem Unterhaltungswert.

Zum Buch:


Für die ansehnliche Stärke von 618 Seiten ist das Buch ausgesprochen stabil verleimt, auch tragen die imprägnierten Buchdeckel, sowie der ebenso ausgeführte Rücken zu einem wertigen Eindruck bei. Typografische Gestaltung wird sparsam eingesetzt und stört in keinster Weise den Lesefluss. Die Haptik des Bedruckstoffes ist angenehm und der Druck schön ausgeführt, was sich auch in der wenigen schwarz-weiß Drucken am Ende des Bandes positiv niederschlägt. Die Wahl des Coverbildes ist Geschmackssache, meinen hat es nicht getroffen – zu stereotyp sexistisch aus meiner Sicht –, aber dies tut der Qualität der Erzählungen zum Glück keinen Abbruch 😉 .

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Rezension zu "Die Auserwählten" von Sven Svenson

Wahlmöglichkeiten – Rezension zu „Die Auserwählten“ von Sven Svenson
buchwanderervor 2 Jahren

„Es traf ihn schmerzlich, sich inmitten aufblühender, emporstrebender Natur zu befinden, und daran nicht beteiligt zu sein.“ (S.83)1)

Zum Inhalt:

Über 10 Kurzgeschichten hinweg spannt Sven Svenson einen Bogen, der im Titel bereits seinen ebenso simplen wie aussageschweren Niederschlag findet: auserwählt sein. Nicht immer haben die Akteure seiner Texte Einfluss auf eben diese Wahl, sei es nun, dass sie als Ziel einer zeitüberdauernden Liebe („Impetus“) als Ziel der Zuneigung erwählt wurden, sei es dass sie der schlichten Arterhaltung dienen sollen („Mondsüchtig“) oder zur Belustigung einer sensationssüchtigen Meute an Unterhaltungskonsumenten („Die Kuppel“) – ein Schelm, wer hier einen Aktualitätsbezug vermuten sollte  – vorgeführt werden.
Es geht stets um Wahlmöglichkeiten, so trist auch die „reale“ Situation sein mag („Der Ausflug“, „Die Kuppel“), stets ist es eine Wahl, die getroffen wird, sei es nun vom oder für den Handelnden. Die hierbei wohl eingdringlichste Erzählung – ohne dabei den anderen deren Reiz absprechen zu wollen – dürfte „Kategorie“ sein: welche Wahl, welche unterschiedlichen Entscheidung würde man in unterschiedlichen Kulturen , unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen Lebensrahmenbedingungen treffen, gleichwohl sich die Grundeinstellung, der Charakter als ein ähnlicher und wertfreier Part dabei erweist.

Zum Inhalt des Bandes:

Impetus Der Springer Ein Leben Kategorie Die Besucher Der Ausflug Die Wahl Ayas Oase Mondsüchtig Die Kuppel

Fazit:

Viel Gespür kann man dem Autor in Bezug auf die Zusammenstellung der Kurzgeschichten attestieren. Sie stellen einen breiten Fächer des Erzähltalents Sven Svensons unter Beweis und ein Gespür für die dem Moment innewohnende Möglichkeit, welche zu Nutzen der Mensch seinen freien Willen – so man denn an einen glauben will – einzusetzen verpflichtet ist. Dass Svenson ein Faible für SciFi als Genre hat, daraus macht er keinen Hehl, es wäre jedoch auch erheblich zu kurz gegriffen ihn nur dieser Sparte der Belletristik zuordnen zu wollen; so stellt sich für mich als Leser das Buch als eine gelungene Aus-Wahl seiner Geschichten dar.

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Rezension zu "Planet der Sandblumen: Roman" von Sven Svenson

Allegorisches Terraformen…
buchwanderervor 3 Jahren

„Man hatte ihm Wertvorstellungen vorgegeben, die er sich zu eigen gemacht hatte. Doch diese Werte entpuppte sich nun als Vorwände, als Ablenkung und letztendlich als unwahr.“ (S.76)

Zum Inhalt: Terraformen, das ist es was Willard Zwei als seine Lebensaufgabe sieht. Darin geht er auf, definiert seine Position in einer kleinen überschaubaren Gesellschaft mit definierten Regeln, einem Halt bietenden Kodex und klaren Aufgabengebieten. („Es gab Regeln – eindeutige Bedingungen, an die sich jeder zu halten hatte, auch wenn diese noch so enttäuschend, vielleicht sogar ungerecht, frustrierend oder sonst was waren.“ (S.19)) Ein grundsätzlicher Fehler, der sich in dieses System eingeschlichen hat, bedingt jedoch ein offensichtliches Ungleichgewicht zwischen der Anzahl von Männern und Frauen der kleinen Gesellschaft auf dem Planeten, der aufgrund seiner Sandfarbe Yellow genannt wird. Doch auch für dieses Malheur finden die Räte eine scheinbar für alle tragbare Lösung. Über diese und viele andere, „Lösungen“ nachzudenken, dazu kommt Willard erst, als sein Leben gleich zweifach aus der Bahn – und er aus der Gemeinschaft – geworfen wird: er wird zum einen Zeuge eines schändlichen Verstoßes zweier Yellener, wobei er unbedarfter Weise für die Folgen daraus zum Handkuss kommt, zum anderen entdeckt er bei der Kontrolle seiner riesigen Moosplantagen ein Objekt… ein lebendes Objekt.
Auf diesem schmutzfarbenen Sandplaneten gingen die Yellener stets davon aus die einzigen zu sein, das einzig Richtige zu tun und gemeinsam ein einziges Ziel zu verfolgen. Wie jedoch mit diesem Fremden ungehen? Einem Fremden, welches auch noch „besser“ als die Yellener mit der Umwelt zurecht kommt, keinerlei offensichtliche Aggression an den Tag legt, ja sogar zuvorkommend und aufreizend höflich zu Tage tritt. Die ohnehin fragile Welt der Yellener erleidet schnell Schlagseite, schwelende Konflikte erhalten Nahrung durch das Aufdecken eklatanter Ungerechtigkeiten, die bisher schlicht zugedeckt wurden. Der immense innere Druck, den eine jüngere Generation mit neuen Ideen und vor allem unbequemen Fragen provoziert, sucht einen Weg sich zu manifestieren.
Das fast schon leise, verhaltene Aufeinanderprallen zweier Weltbilder – jenes der Yellener und jenes der Neuankömmlinge – , kumuliert nicht in einem gigantischen Krieg, einer epischen Schlacht oder dergleichen. Viel subtiler, unaufhaltsamer, dadurch jedoch noch intensiver nimmt die Geschichte einen Lauf, welcher die Yellener nicht einmal vor die Frage / die Wahl nach dem Überleben stellt, diese wurde schon lange vor der Geburt des ersten ihrer Gesellschaft beantwortet.

Fazit: Bis dato kannte ich Sven Svenson vor allem als Autor von kurzweiligen, teils recht hintergründigen Kurzgeschichten, dessen Schreibstil in den Geschichten einer kontinuierlichen Entwicklung unterliegt und so zum einen schwer kategorisierbar, zum anderen jedoch stets frisch im Ausdruck und vielseitig in der Darstellung ist. Was der Autor mit seinem ersten Roman jedoch zu Tage fördert, das liegt im wahrsten Sinne des Wortes einen Quantensprung weiter. Es ist definitiv kein Hochgeschwindigkeitstext! Die fesselnde Komponente liegt vielmehr in der drängenden Intensität mit der der Handlungsbogen rund um Willard Zwei, seine Rolle in einer von Geburt an sterbenden Gesellschaft und deren Auseinandersetzung mit einer sich verändernden Umwelt gespannt wird. Gerade dieses beinahe vollständige Verzichten auf reißerische, action-geladene Passagen, trägt dazu bei, die vielen subtilen Höhepunkte im erzählerischen Fluss um so intensiver wirken zu lassen. Sprachlich stellt der Text über 170 Seiten einen Lesegenuss dar, der zum einen eine in sich (ab)geschlossene, fast schon minuziös detailierte Geschichte vor dem inneren Auge entwirft, zum anderen aber nie langweilig oder gar langatmig wird. Was das Buch zu einem ganz besonderen Leseabenteuer macht, sind die unaufdringlichen und dennoch unübersehbaren Analogien zu einer Zeit, die in unsere (reale) Geschichte schlicht als „die Wende“ eingegangen ist.

Zum Buch: Die Verleimung des Buchblockes ist für ein BoD Buch sehr stabil ausgeführt, Typografie und Druck sind ansprechend, einzig die Schrift ist grenzwertig klein gehalten. Positiv fällt auch die Gestaltung des Covers aus, sowohl was Material als auch Motiv anbelangt. In Summe ein auch optisch ansprechendes Buch.

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