Das Rauschen in unseren Köpfen

von Svenja Gräfen 
4,4 Sterne bei27 Bewertungen
Das Rauschen in unseren Köpfen
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Sevenja Gräfen präsentiert in ihrem Debüt selbstbewusst ihren ganz eigenen Stil und trifft damit den Nerv der Zeit.

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Das Buch hat mich nicht mitgenommen - ein überlanger Poetryslam?

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Inhaltsangabe zu "Das Rauschen in unseren Köpfen"

Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara. Svenja Gräfen erzählt eine zarte wie poetische Liebesgeschichte, die mitten ins Herz trifft.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548290522
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:27.12.2018

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    Nimmer_Satts avatar
    Nimmer_Sattvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Sevenja Gräfen präsentiert in ihrem Debüt selbstbewusst ihren ganz eigenen Stil und trifft damit den Nerv der Zeit.
    Nah am Leben


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    MadameFlamussevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat mich nicht mitgenommen - ein überlanger Poetryslam?
    Schweres Gepäck

    <br/>

    Wie ich finde ein wirklich wunderschöner Buchtrailer. Sanft, leise plätschernd, klar und ungekünstelt.

    Leider konnte ich diesen Sound im Buch nicht finden, was mir fast schon ein wenig Leid tut, da ich der Autorin auch auf Instagram folge und sie ziemlich sympathisch finde. Ein wenig anders, eine Type eben. Doch das Buch hat mich nicht mitgenommen, ganz im Gegenteil hat es mich Kraft gekostet weiterzulesen. Und am Ende habe ich die Seiten nur noch überflogen. Vielleicht auch ein Rhythmus der Gegenwehr. Denn nach dem sich die Protagonistin und der Protagonist gefunden haben geht alles wieder auseinander, wie ein zu flüssiger Kuchenteig, der endlos verläuft, in der undichten Kuchenform.
    Lene und Hendrik. Es beginnt sehr schön, und nach und nach erfährt man etwas über die Vergangenheit der Figuren, vor allem über Hendrik. Seine Geschichte blättert sich auf, und scheint ihn bis heute zu verfolgen. Schweres Gepäck. Für Lene nicht gut auszuhalten. Und für die Beziehung vielleicht zuviel. Und am Ende zeigt sich das Versprechen nicht gehalten werden können. „Wir kriegen das hin“…
    Oder eben auch nicht.

    Erstaunlich dick das kleine Buch. Eine praktische etwas kleinere Größe, als sonst die Bücher haben, es liegt ungemein gut in der Hand. Ich bin immer noch erstaunt, das Buch hat über 200 Seiten.
    Benedict Wells wird auf dem Buchrücken zitiert. Die Sprache von Svenja Gräfens sei kunstvoll und von eigentümlicher Schönheit. Ich finde es klingt an den guten Stellen nach Poetry Slam oder auch Spoken Words (eine ähnliche Sache wie Poetry Slams nur realer, echter, weniger lustig). Ja vielleicht hätte es gereicht 2,3 Poetry Slam Texte zu dieser Geschichte zu schreiben anstatt ein ganzes Buch?
    Oder vielleicht ist das einfach eine andere Generation der ich nicht mehr so ganz folgen kann. Ich denk daran wirds liegen.

    Meins war es nicht.

    „Das ist kein Glück, wenn nie etwas passiert, das kann doch gar kein Glück sein. Wenn immer alles gut geht… „

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch zum Genießen. Lange habe ich keine so wunderschöne, poetische Sprache mehr gelesen. ,
    Wunderschöne Liebesgeschichte ohne Kitsch, dafür mit poetischer Sprache

    Kurzmeinung:
    Eine Liebe wie ein Rausch; ein Buch wie ein Gedicht. Diese Geschichte überzeugt mit einer wunderschönen, poetischen Sprache und einer intensiven Liebesgeschichte, die nicht seicht oder kitschig ist.

    Meine Meinung:
    Was für ein wundervolles Buch. Es erzählt die Geschichte von Lene und Hendrik und der ersten großen Liebe.
    Das Thema ist das wohl Älteste der Welt: Mädchen trifft Junge, Junge trifft Mädchen. Doch die Umsetzung ist es, die diese Liebesgeschichte hervorstechen lässt und von der Masse abhebt. Mit einem verträumten, manchmal nostalgischen Blick beschreibt Svenja Gräfen die Menschen und ihre Beziehungen. Die Familie und die behütete Kindheit, das Aufwachsen, das wilde Studentenleben und immer im Zentrum stehend: das Miteinander.

    Lene und Hendrik sind komplexe Charaktere, ganz echt und nah; ich konnte mich gut mit ihnen identifizieren. Sie erleben einen Alltag, der typisch ist, für unsere Zeit. Das ausgelassene Studentenleben, angetrunken über die großen Fragen der Menschheit diskutieren und die große Liebe. Dabei erleben die beiden ihre Liebe wie einen Rausch, in seiner Intensität fast schon beängstigend. Die beiden sind beinahe abhängig voneinander.


                                                       ***
    "Wir gingen nicht raus, wir wussten nicht, wozu. Es gab keinen Grund. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Und wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant, auf der Straße, aber eben nicht so; wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie." 
                                                       ***

    Ein Highlight war für mich der wunderschöne, poetische Schreibstil, voller Bilder. Die Sprache ist sehr außergewöhnlich und und ich musste mich erst daran gewöhnen. Dann habe ich sie aber sehr geliebt. Man merkt, dass die Autorin Poetry Sammlerin ist. Das ganze Buch liest sich wie ein einziges Gedicht. Ich habe wirklich lange keinen so wunderschönen Schreibstil mehr gelesen.
    Gestört haben mich beim Lesen allerdings die fehlenden Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Daran konnte ich mich leider nicht gewöhnen.
    Ebenfalls nicht so gemocht habe ich die plötzlichen Zeitsprünge, die mich teilweise etwas orientierungslos zurückgelassen haben.


                                                      ***
    "Es ist irgendwie gut, dass es das Sterben grundsätzlich gibt, als eine Möglichkeit. Falls es wirklich einfach viel zu viel wird, falls man sich gar nicht mehr zurechtfinden und beruhigen kann." 
                                                      ***


    Insgesamt ist "Das Rauschen in unseren Köpfen" aber ein großartiges Buch. Man taucht in in die Geschichte und lässt sich treiben von dem ruhigen Erzählfluss. Und jede Zeile ist ein Genuss, weil die Sprache einen verzaubert und die Geschichte schön, zart und zum Träumen ist.
    Doch der Roman ist keine seichte Liebesschnulze. Es ist nicht alles perfekt. Es wird deutlich, wie sehr uns unsere Vergangenheit prägt und wie schwer es einem das Leben machen kann. Es geht um Misstrauen, um Loslassen, und um eine dunkle Schwere, die einen zu übermannen droht.
    Trotz dieser Tiefe und der ernsten Themen stehen, Liebe und der Halt, den uns Freunde und Familie geben können klar im Fokus und machen Mut und Hoffnung.


                                                    ***
    "Vielleicht war es nämlich kein Unterschied, sondern eine Entwicklung, vielleicht waren nicht wir anders, sondern bloß die Zeit." 
                                                    ***

    Fazit:
    Ein Liebesroman, der aber nicht seicht oder kitschig ist. Das Buch ist voller Liebe, Freundschaft, Tiefe und Poesie. Dazu die wunderschöne und außergewöhnliche Sprache. Zum Genießen, Wegträumen und Verzaubern lassen. Klare Leseempfehlung!

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    vivreavecdeslivress avatar
    vivreavecdeslivresvor einem Jahr
    Das Rauschen in unseren Köpfen | Rezension

    Während des Lesens dieses Buches existierte tatsächlich ein Rauschen im Raum - alles, ausser Svenja Gräfens Sprache schien zu verschwimmen. Das Buch hat mich mitgenommen, und wie. Wir sehen, wie das junge Paar Lene und Hendrik durch Berlin rauscht. Wir folgen ihren rauschenden Gedanken, und ziemlich oft auch dem rauschenden Ausgang.
    Was aber macht das Buch genau aus? Es ist wohl der Zeitgeist, den Svenja Gräfen graziös und scheinbar mühelos trifft, ohne grosse Umschweife. Wir Jungen möchten möglichst in einer globalisierten Metropole leben, möchten ständig unsere sozialen Kontakte weiter aufknüpfen. Vor allem aber suchen wir in allen Ecken und Winkeln nach Bestätigung - und nach dem Rausch. Dabei vergisst man sich oft selbst, und trotz zahlreicher Vegan-Trends schwindet unser Bewusstsein mehr und mehr. Wir möchten für etwas stehen, vor allem aber auch neben jemandem stehen. Und dann folgt hier irgendwann der Fall, die Bewusstwerdung, die Depression. Die Figuren in diesem Roman haben mehr oder weniger alle ganz schön zu kämpfen, mit ihren eigenen und ganz fremden Dämonen. Für diesen Kampf entwirft Svenja Gräfen aber eine zarte, leise-poetische Sprache, deren Sog man sich fast nicht entziehen kann.
    Und so wird die Welt unserer beiden Protagonist_innen geschaffen. Sie leben in einer Millionenstadt, aber sie leben eben auch in einem unsichtbaren Gebilde aus Emotionen, das für unser an lebhafter Farbe gewann, sichtbar wurde. Damit hat Svenja Gräfen praktisch das Unmögliche möglich gemacht, und darin liegt auch der Zauber vom Rauschen in unseren Köpfen.
    http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/08/das-rauschen-in-unseren-kopfen.html

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    ulrikerabes avatar
    ulrikerabevor einem Jahr
    Starke Verbundheit zur Protagonistin

    „…und atme weiter, ein aus, ein aus, was bleibt mir auch anderes zu tun…“

    Seit sie Kinder waren, sind sie ein Dreigespann, Lene und Jaro und Hanno. Lene ist Jaros Schwester, Hanna ist Lenes Freundin, Jaro ist Hannas Freund.
    Dann kommt Hendrik. Lene und Hendrik. Eine Zufallsbekanntschaft ist es, einfach in der U-Bahn über den Weg gelaufen. Und können von einander nicht los. Die Intensität der Beziehung zu Jaro und Hanna verändert sich. Dabei sind sie doch immer noch die gleichen, vielleicht ist es nur die Zeit, die sich verändert. Doch Hendrik hat eine Vergangenheit, die sich nicht einfach abstreifen lässt.
    Dieses Buch handelt ganz stark von der Liebe, vom Erwachsenwerden, von Abhängigkeiten und der Vergänglichkeit. Auch wenn Lene, eine junge Frau Anfang 20, an Jahren etwa genauso viel mit mir auseinander ist, hat mich ihre Art zu denken und zu fühlen ganz stark an meine eigene Weise erinnert. Ich fühlte ein ganz starke Verbundenheit zu dieser jungen Frau, was durch die eindringliche Sprache der ebenso jungen Autorin möglich wurde. Lenes Faszination über die Einfachheit des Verschwindens, ihr sich Herausnehmen aus glücklichen Situationen, den Beobachterstatus einnehmen, das Tränenatmen spiegelt sehr viel von meinem eigenen Empfinden wieder. Aber trotzdem oder genau deswegen hielt ich sie mir, musste ich sie mir auf Distanz halten.

    Das Rauschen i n unseren Köpfen ist ein Buch, das mich getroffen hat und das mich wahrscheinlich noch eine Weile beschäftigen wird.

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    michael_lehmann-papevor einem Jahr
    Liebesgeschichte und Entwicklungsroman in einem

    Liebesgeschichte und Entwicklungsroman in einem

    Der Leser lernt Lene kennen, als es gerade „funkt“ zwischen ihr und dem jungen Mann, den Sie per Zufall in der U-Bahn mit ihrem Fahrrad angestoßen hat.

    Und durch die Zeitwechsel, die Gräfen ebenfalls vornimmt, lernt der Leser Lene zugleich an der Schwelle zum Erwachsenwerden statt. Noch im Haus am Stadtrand mit modernen, legeren Eltern. Mit Ihrem Bruder, der ein Jahr älter ist und nach dem Abitur nach Asien verreist. Mit ihrer besten Freundin Hanna (die auch für ihren Bruder Jaro eine besondere Person ist und weiter werden wird).

    Im Lebensumkreis dieser Lebensphase, Auszug, WG mit der besten Freundin, erste Freunde und dann, mit Hendrik, die tiefe, erste, symbiotische Liebe, die erst einmal kaum Worte, die auch kaum äußeres Leben benötigt, um tief zu wirken, das alles vermag Gräfen sehr empathisch, mit gleichzeitiger Distanz des Beobachters und aus dem Inneren von Lene heraus sprachkräftig zu beschreiben.

    So entsteht ein Kaleidoskop innerer und äußerer Entwicklungslinien junger Menschen in Berlin, der Ablösung vom Elternhaus (wie Gräfen mit einem Satz auch die Eltern mit ins Boot holt, die „leben in einem Haus mit nun zwei mehr leeren Zimmern), wie das Suchen nach einem eigenen Weg beiläufig mitläuft (auch wenn Hanna umgehend weiß, was sie will und dies auch umgehend bekommt), wie die Wohnungssuche im Berlin der Gegenwart sich gestaltet (auch wenn Lene und Hanna wie im Vorbeigehen ihre Traumwohnung erhalten), all das ist auf den Punkt erzählt.

    Mit verschachtelten Sätzen, die zugleich kühl wirken und doch vielfältige Emotionen transportieren, mit einer sich langsam entwickelnden Geschichte, die ihre Hürden haben wird. Wie das Gefüge der vermeintlich „reinen Liebe“ erschüttert werden wird und dabei die ganze Ohnmacht und Hilflosigkeit des jungen Lebens von Lene in den Raum tritt, all das liest sich treffend, flüssig und gut im Roman.

    Wobei da vieles, auch Wichtiges im Vagen bleibt. Kleine Zeichen im Lauf der Ereignisse in der Beziehung, aber auch mit treffenden, symbolischen Bildern von Abschied und „dies eigentlich nicht sehen wollen“ in ganz alltäglichen Dingen des gemeinsamen Lebens verwandeln diesen, eigentlich ja Missstand, wenn nicht ganz klar wird, was da eigentlich im Busch ist und aus der Vergangenheit von Hendrik die Gegenwart beginnt, mit zu beeinflussen, gerade in eine Stärke des Buches. Denn der Leser empfindet mit und muss gar nicht so genau wissen, es reicht, zu spüren, wie da Wichtiges sich Schritt für Schritt auseinanderentwickelt samt der Trauer, die hier und da bereits im Vorfeld angedeutet wird.

    Eine starke, anregende, treffende Lektüre. Bei der es nicht nur im Kopf von Lene rauscht, sondern auch im Herzen der jungen Leute und es Gräfen gelingt, dieses „Rauschen“ auch dem Leser nah und eng zu vermitteln.

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    Lisss avatar
    Lissvor einem Jahr
    Leider nicht mein Buch!

    Leider nicht mein Buch!

    Leider konnte mich dieses Buch nicht so wirklich überzeugen, da es in sehr langen verschachtelten Sätze geschrieben wurde und auch keine normale romanartige Erzählweise besitzt, wie ich sie von Fantasie- und Jugendbüchern kenne. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, was schon sehr lange gedauert hat.

    Lene ist ein frisches, junges Mädchen, das in behüteten Familienverhältnisse aufgewachsen ist und mit einer Freundin in einer WG wohnt. Dann lernt sie den unbekannten Hendrik kennen, der ihr Leben auf den Kopf stellt. Es ist ein Buch über die erste große Liebe, über Familie und Vergangenheit. Denn Lene muss mit den Dingen aus Hendriks Vergangenheit lernen umzugehen, was gar nicht so einfach ist.

    Zu Beginn ist noch alles sehr rosig in ihrer Beziehung. Sie verlieren sich richtig darin. Nichts anderes ist mehr wichtig, als zusammen zu sein und diese Zeit zusammen zu genießen. Lange Zeit dreht sich Lenes Welt um nichts anderes mehr. Sie vernachlässigt auch viele andere Dinge. Doch als Hendriks Vater stirbt, beginnt die Welt sich weiterzudrehen und das in rasender Geschwindigkeit. Es passieren viele Dinge auf einmal und selbst ich musste einige Passagen mehrmals lesen um mitzukriegen, was genau gerade passiert.

    Die stockige Erzählweise unterstützt das allerdings nicht. Vor allem auch die fehlenden Gesprächszeichen machen die Sache schwierig. Alles ist ohne Anführungszeichen geschrieben. Manchmal hatte ich ebenfalls das Gefühl, dass die Autorin den Leser nicht ganz mitnimmt, sondern ein bisschen auf der Strecke lässt, denn jetzt einige Woche nach dem Lesen, kann ich mich nicht mehr an alles erinnern, was sehr schade ist.

    Fazit

    "Das Rauschen in unseren Köpfen" ist ein Buch über die erste große Liebe, über Freundschaft, Familie und Verantwortung. Der Erzählstil hat mir dabei leider nicht gefallen, da die Autorin viele verschachtelte Sätze verwendet hat, die oft keinen ordentlichen Satz bilden. Auch die fehlenden Anführungszeichen machten es mir schwer. Vor allem hatte ich aber ab der Hälfte des Buches das Gefühl auf dem Weg von der Autorin vergessen worden zu sein. 2,5/5 Punkte.

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    fluffywordsblogs avatar
    fluffywordsblogvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mehr fürs Herz als für den Kopf. Beim nächsten Buchladenbesuch einfach mal mitnehmen.
    Verliebt in Svenja Gräfens „Das Rauschen in unseren Köpfen“

    So ein hübsches kleines Buch. Es liegt gut in der Hand, wird durch ein sich küssendes Paar geschmückt und, oho, erzählt eine Liebesgeschichte. Svenja Gräfen führt uns nach Berlin, setzt uns dort in einer hübschen Altbauwohnung aus und stellt uns einigen mehr oder minder studentischen Gestalten vor. Das könnte langweilig, für den einen oder anderen vielleicht auch zu alltäglich sein, aber zum Glück kann Frau Gräfen schreiben.

    Lene lernt Henrik kennen. Sie liebt seine Locken und Wollpullis, beide berauschen sich an Berliner Nächten und vor allem aneinander. Jedes Wetter fühlt sich plötzlich nach Sommer an, aus entlegensten Zutaten werden gastronomische Erlebnisse. Zu Lenes und Henriks romantischem Erzählstrang gesellen sich bald jene der Zeit, die ihrem buchstäblichen Ineinanderlaufen in Berlin vorausgeht. Organisch, traurig und logisch fühlt es sich an, wenn nach und nach das Leben vor dem Wir an Bedeutung gewinnt.

    „Henrik kratzt mit dem Messer das Marmeladenglas aus; was für ein banaler Moment, denke ich, was für eine furchtbar banale Handlung.“ Genau mit dieser Banalität kokettiert Das Rauschen in unseren Köpfen: Das Geräusch des Messers im Marmeladenglas, eine gesellig verrauchte Küche, ein Glas, in dem Oliven schwimmen – Svenja Gräfen fotografiert sprachlich die Sinneseindrücke ihrer Figuren und lässt den Lesenden mitschmecken, -riechen, -hören und -fühlen. Diese Bilder führen dazu, dass es schwer fällt, das Büchlein nicht in einem Rutsch zu verschlingen.

    Das Lesen mit allen Sinnen macht auch vor den schlimmen Tagen nicht halt: Letzte Zigaretten, die im Morgengrauen zur Übelkeit führen, und pappiges Toastbrot lassen leider den Lauf, den die Geschichte von Henrik und Lene nimmt, vorausahnen. „Über meinen Augen lag ein Schleier, als wäre ich kurzsichtig geworden, ich erkannte die Dinge nicht mehr richtig.“ Das, was Lene nicht sehen kann oder will, wird jedoch nie vollends determiniert, beim Namen benannt – eine weitere Stärke des kleinen Romans.

    „Sobald man dem Ding einen Namen gibt, bekommt es ja eine andere Dimension“, sagte Svenja Gräfen, die ebenso wie ihre Figuren in ihren Zwanzigern ist und in Berlin wohnt, im April in einem Interview mit jetzt.de. Diese rauschige Sicht auf traumatische Ereignisse, die sich in die Liebes- und Lebensgeschichten mischen, ähnelt einem Votum für emotionales statt kognitives Schreiben und Lesen. Das Rauschen in unseren Köpfen wimmelt vielleicht nicht vor großen und innovativen Gedanken, lässt aber die der Lesenden zu. Beim nächsten Besuch im Buchladen einfach mal mitnehmen.

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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    Die Geschichte einer großen Liebe



    Lene, die uns in diesem mit kunstvoller Sprache verfassten Roman von Svenja Gräfen die Geschichte ihrer ersten großen Liebe erzählt, ist in einer guten, gebildeten Familie behütet aufgewachsen und hat zu dieser auch nach ihrem Wegzug nach Berlin ein gutes Verhältnis. Nun lebt sie mit ihrer besten Freundin in einer WG.
    „Als ich Hendrik traf, vergaß ich für einen Moment, dass es je eine Zeit gegeben hatte, in der er noch keine Rolle spielte.“ So beginnt ihre Erzählung. Eine eigentümlich schöne Beschreibung dessen, was passiert, wenn ein Mensch sich verliebt. Sie stürzen regelrecht ineinander, nicht nur ihre Körper verschmelzen, sondern auch ihre Zukunft:
    „Die Abende, die Nächte gehörten uns. Wir gingen nicht raus. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant; aber eben nicht so, wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie.“

    Lene ist glücklich, und zunächst macht es ihr nichts aus, dass der eher stille Hendrik so wenig aus seinem Leben erzählt. Das war, wie sich sukzessive herausstellt, nicht leicht. Ob Hendrik im Laufe des Jahres, das in dem Roman beschrieben wird, alles selbst erzählt hat, oder ob die Autorin einen auktorialen Erzähler eingeschaltet hat, bleibt undeutlich.
    Tatsächlich aber wird deutlich, dass sein manchmal äußerst merkwürdiges Verhalten, das auch Lenes große Liebe nicht mehr übersehen kann in einem Zusammenhang steht mit Hendriks Vergangenheit, seiner Herkunftsfamilie, aus der er floh, nachdem der mysteriöse Tod seines Vaters sie zerstört hatte. Und da ist zunehmend Hendriks Beziehung zu seiner früheren Partnerin Klara, seiner ersten großen Liebe die sich bei ihm meldet und sich in Erinnerung bringt

    All das schleicht sich immer mehr in die vorher so lockere Beziehung zwischen Lene und Hendrik und nagt an ihr. Wie die Geschichte ausgeht, soll hier nicht verraten werden. Doch der Hinweis sei gestattet, dass dieses Buch auch für den schon etwas älteren Leser eine Menge Erinnerungen wachruft an Zeiten, wo die Liebe über einen kam wie ein plötzlicher Sturm. Aber vielleicht auch an Beziehungen, die durch die Vergangenheit und das erlebte Schicksal des Partners schweren Belastungsproben ausgesetzt waren.






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    aufgeblaetterts avatar
    aufgeblaettertvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das Buch ist ein modernes Buch voller Emotionen und über die Liebe. Es ist alles andere als kitschig!
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    »Svenja Gräfens Sprache ist kunstvoll und von einer eigentümlichen Schönheit.« Benedict Wells

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