Svenja Leiber

 4.4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autorin von Das letzte Land, Das letzte Land und weiteren Büchern.
Svenja Leiber

Lebenslauf von Svenja Leiber

Preisgekrönte Autorin aus Norddeutschland: Die 1975 in Hamburg geborene Schriftstellerin Svenja Leiber genießt hierzulande hohe Anerkennung, was ihre zahlreichen Auszeichnungen belegen. Nach ihrer Kindheit und Jugend in Norddeutschland geht Leiber 1995 nach dem Abitur zum Studium in die Hauptstadt und widmet sich den Fächern Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Geschichte. Im Jahr 2005 betritt sie als Autorin erstmalig die literarische Bühne und bringt mit ihrem Erzählungsband „Büchsenlicht“ ein gelungenes Debüt auf den Markt. 2010 erscheint ihr Erstlingsroman „Schipino“, der in Russland spielt und die Landschaften, die Menschen und die Widersprüche dieses Landes gekonnt beschreibt. Vier Jahre später veröffentlicht sie ihren zweiten Roman „Das letzte Land“, der ihre Leser in die Anfangszeit des 20. Jahrhunderts im Norden Deutschlands führt. Für ihr literarisches Können erhielt Svenja Leiber unter anderem den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis (2006), den Werner-Bergengruen-Preis (2009) und den Kulturpreis Schleswig-Holstein „Neue Prosa“ (2014). Ihre Werke „Büchsenlicht“ und „Das letzte Land“ sind ebenfalls als Hörbücher erhältlich. Svenja Leiber lebt mit ihrem Mann und mit ihren beiden Kindern in Berlin.

Alle Bücher von Svenja Leiber

Svenja LeiberDas letzte Land
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Das letzte Land
Das letzte Land
 (12)
Erschienen am 07.03.2015
Svenja LeiberSchipino
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Schipino
Schipino
 (2)
Erschienen am 01.08.2010
Svenja LeiberBüchsenlicht
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Büchsenlicht
Büchsenlicht
 (2)
Erschienen am 01.05.2010
Svenja LeiberStaub
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Staub
Staub
 (2)
Erschienen am 11.03.2018
Svenja LeiberDas letzte Land
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Das letzte Land
Das letzte Land
 (3)
Erschienen am 01.04.2014
Svenja LeiberBüchsenlicht
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Büchsenlicht
Büchsenlicht
 (0)
Erschienen am 01.03.2007
Svenja LeiberBüchsenlicht, MP3-Music-Pump-Player
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Büchsenlicht, MP3-Music-Pump-Player

Neue Rezensionen zu Svenja Leiber

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AnnBees avatar

Rezension zu "Staub" von Svenja Leiber

Orientierungslosigkeit pur
AnnBeevor 25 Tagen

Wahrscheinlich habe ich dieses Buch mit der falschen Erwartungshaltung gelesen. Es geht um den deutschen Arzt Jonas Blaum, der in seiner Kindheit ein prägendes Jahr in Saudi-Arabien verbracht hat und nun – opioidabhängig und allem überdrüssig, von seiner Freundin verlassen – zurück in den Nahen Osten kehrt. Nach Amman, Jordanien, genauer gesagt. Ohne konkreten Plan, zu Besuch bei einem Freund auf unbestimmte Zeit.
Erhofft hatte ich mir, auch angesichts der aktuellen Situation, etwas über das Leben, die Geschichte, die Kultur und Probleme der arabischen Welt zu lernen. Stattdessen habe ich über 200 Seiten Innenbeschau von Jonas Blaum gelesen, der mich mehr und mehr genervt hat. Eigentlich hängt er nur rum und tut sich selbst leid. Am meisten gepackt hat mich noch die Schilderung seiner Kindheit in Saudi-Arabien und die Beziehung zu seinem Bruder Semjon, der nicht das Mädchen sein will, das sein Körper für ihn vorgesehen hat. Ansonsten krankt Jonas an unserer Geworfenheit in diese Welt – tun wir alle, aber nach der Pubertät gibt es auch irgendwann ein Verfallsdatum dafür und verliert an Interesse. Um ihn herum sterben die Menschen, werden Eltern, werden vergewaltigt, flüchten, kämpfen, suchen nach Brunnen – Jonas lässt sich treiben, immer voll auf sich konzentriert. Eigentlich müsste man mal was machen, oder zumindest was sagen – aber ach, soll sich jemand anders drum kümmern.
Wenn die Autorin hauptsächlich diese innere Wehleidigkeit und Orientierungslosigkeit darstellen wollte, ist ihr das gelungen. Mir ist aber nicht klar, inwiefern das Relevanz haben oder warum man das lesen soll – ganz egal, wo auf der Welt die Geschichte angesiedelt ist. Ich konnte bei Jonas auch keinerlei Entwicklung erkennen. Am Ende macht er zwar mal was, aber auch nur aufgrund äußeren Drucks. Dabei faselt er innerlich wie gehabt vor sich hin. Ein Zitat von der ersten Seite fasst das Buch im Grunde perfekt zusammen:

„Ich hatte das ganze Haben satt. Dieses imperativische Glück. Ein alles überwucherndes Spektakel. Überdreht hier, erstarrt dort. Und ich? Fasele. Beschämend. Offen gestanden bin ich sogar gewaltbereit. Ein Held. Wenigstens in Gedanken. Hochmütig und einsam also. Müde von Unversehrtheit.“ (S. 9)

Kürzer noch gegen Ende, S. 208: „Ach, was faselt mein Gehirn.“

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solveigs avatar

Rezension zu "Staub" von Svenja Leiber

Staub
solveigvor 4 Monaten

Sein Leben in Berlin erscheint dem jungen Arzt Jonas Blaum sinnlos. Seine Tablettensucht und die Unfähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen, bekämpft er vergeblich. Daher nimmt er die Einladung seines arabischen Freundes Bassan nach Saudi Arabien an. Hier, wo er einen Teil seiner Kindheit verbracht hat, scheint sein Wirken als Mediziner wieder einen Sinn zu erhalten; denn er wird um ärztlichen Rat und Hilfe gebeten. Es erscheint ihm wie ein Wink des Schicksals, dass er sich um Alim kümmern soll, einen zehnjährigen Jungen, der an Progeria leidet, einer Genmutation, welche die frühzeitige Vergreisung im Kindesalter bewirkt. Amman, das Leben in Palästina und die Erfahrungen mit Alim lassen bei Jonas Erinnerungen an seine Kindheit und Familie aufleben. Besonders die Ereignisse um seine jüngste Schwester Semjon, die eigentlich ein Junge sein wollte, haben bei ihm ein Trauma  hinterlassen.

Svenja Leiber verwebt geschickt Vergangenheit und Gegenwart miteinander, wobei die Erinnerungen an Semjon wesentlich klarer hervortreten als diejenigen an die anderen Familienmitglieder. Der Stil der Autorin lässt sich zwar leicht lesen, ist aber überaus reich an Bildern und Metaphern, die den Leser immer wieder animieren, inne zu halten und zu grübeln  -  bereits der Buchtitel ist von allegorischer Bedeutung und wirft Fragen auf. Staub als Symbol von Vergänglichkeit und Schwäche? Oder wird hier „Staub aufgewirbelt“?

So unscheinbar und unwichtig Staub erscheint  -  er kann enorme Wirkung erzielen. Sehr bildhaft erzählt Leiber von Amman und Jerusalem, die sie aus eigenem Erleben kennt. Und ebenso eindrücklich schildert sie Jonas, einen jungen Mann, der versucht, ein Trauma seiner Kindheit aufzuarbeiten. Er ist ein Mann auf der Suche, vordergründig nach einem Kind, tatsächlich aber auch nach einem Sinn in seinem Leben.

 

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miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Das letzte Land" von Svenja Leiber

Svenja Leiber - Das letzte Land
miss_mesmerizedvor 4 Jahren

Die deutsche Provinz, Beginn des 20. Jahrhunderts. Ruven Preuk hat es nicht leicht, er wächst als Außenseiter auf, auch sein Vater kann wenig mit ihm anfangen, hat er doch so gar keine tauglichen Hände auf dem Hof und ist ganz der Musik zugewandt. Doch er unterstützt ihn und nachdem auf dem Dorf kein geeigneter Lehrer mehr ist, wird Ruven in die Stadt zu Juden Goldbaum geschickt. Dort entdeckt er ein ganz anderes Leben, doch die dunkle Zeit wirft bereits ihre schwarzen Schatten voraus. Der Krieg kommt und Ruvens Hoffnung auf eine Musikerkarriere schwindet. Seine Frau und die Tochter Marie sind noch eine Stütze, doch die Nazis bringen die Familie zum Zerbrechen. Ruvens Träume zerfallen, der von der Musik genauso wie der von der Liebe, denn alter Hass wirkt ein Leben lang nach.

Burghart Klausner ist für mich einer der angenehmsten Vorleser anspruchsvoller Literatur. Prononciert erweckt er die Figuren zum Leben, denen Svenja Leiber nichts im Leben schenkt. Die Liebe zur Musik, die Ruven ein Leben lang begleitet, findet kein positives Ende, sie wird sogar zum Unheilsboten und verhindert eine schienbar noch mögliche Wende zum Guten. Ein trauriger Roman, voller in sich elender Einzelschicksale, die geprägt durch die Zeit werden und sicherlich viele Parallelen in der Realität finden.  

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