Svenja Leiber Büchsenlicht

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Inhaltsangabe zu „Büchsenlicht“ von Svenja Leiber

Frau Leites kocht Holunderblütensaft in leere Kornflaschen ein, und die Jugend verblüht am Glascontainer, während auf der Pappelkoppel die Drillmaschine aufsetzt und der Edeka-Laster auf dem Buswendeplatz hupt. In der norddeutschen Provinz wird geliebt, geheiratet, gemordet und gestorben, und fast jeder ist schon mal über 'nen Appelkorn gestolpert. Sei es Tönnes, der zwei Meter hohe Wutausbruch, oder die weitäugige Polizistentochter, die was mit dem Reitlehrer hat. Svenja Leibers Figuren haben den Landregen im Gemüt. Da verliebt sich Heide Raschpichler in Hans Daleckie, nur weil ihr zu ihm kein passendes Tier einfällt, und die Spätaussiedlerin Greta bewirtet die Landfrauen mit Haribo und Daim, bevor sie dem Großbauern einen Korb gibt. Büchsenlicht ist ein Kanon, ein verregnetes Lied aus dem Norden. Hier, wo die Menschen mit Treckerreifenhaut ihre Wurzeln geschlagen haben, drohen andere auf den morastigen Äckern ins Bodenlose zu versinken. Landidyll oder Lebensknast, das müssen Einheimische wie Zugereiste für sich entscheiden - und Jammern gilt nicht.

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Unglaublich intensiv. Jeder Gedanke und jedes Gefühl der Charaktere hat mir bewusst gemacht, welche Monster Menschen sein können.

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-Leselust-

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  • Rezension zu "Büchsenlicht" von Svenja Leiber

    Büchsenlicht

    oblomov

    06. December 2010 um 14:50

    Der Klappentext zu Svenja Leibers Büchsenlicht klingt verzweifelt anpreisend. Das ist unnötig. Aber es ist gut zu wissen, dass sie den Literaturpreis Prenzlauer Berg gewann, es wäre auch schön gewesen, zu erfahren, dass sie den Werner-Bergengruen-Preis für Büchsenlicht erhielt… In dem Erzählband Büchsenlicht vermitteln 13 Kurzgeschichten exzellent die Atmosphäre in der Norddeutschen Provinz. Von der Qualität schwanken die Erzählungen. Auch passt eine, in meinen Augen ganz und gar nicht in diesen Band (Chicken Deleuze) und zudem wirkt diese auch noch wie ein misslungener Versuch Judith Hermann zu kopieren. Was wiederum durch andere, exzellente Texte, verfasst in ihrem eigenen Still, aufgefangen wird. Aber zu ihrer Stärke: Die fast schon greifbaren Charaktere, sie haben gemeinsame Schnittmengen in den Geschichten und werden mit dem Brennglas beleuchtet. „Luna wartete überhaupt immer. Sie wartete auf das Leben, das Ende des Unterrichts und auf ein besseres Aussehen.“ Die Autorin lässt den Leser hinter Türen blicken, an denen man gewohnt vorbei schauen möchte. So erzeugt sie bedrückende Stimmung. Spielt mit verknappter Sprache. Wie in der Erzählung vom brutalen Familienvater. „Meist hatte sie geschwiegen und ihre Seele zusammengedrückt.“ Aber auch fröhliche Tristes mit gewaltigen Sätzen, die Bilder malen: “Um Punkt Zwölf saß sie wieder in der Küche, vor einem Teller mit Blumenkohl oder Kartoffeln, die sie sich auf der tauben Zunge zergehen ließ.“ Alles in Allem ist der Erzählband sprachlich meist Licht, aber auch Schatten; sie erzeugt gelungen Atmosphäre, „Der Abend rutschte leise durchs Fenster. Büchsenlicht.“; spricht schwere Dinge mit einer Leichtigkeit aus, „Friedhelm war treu gewesen bis zum Schluss. Seiner Greta und seinem Führer. Hatte immer noch ein eisernes Hakenkreuz auf der Fahnenstange, bis die Polizei kam. […] Er habe niemandem was getan, meinte er. Die Altbauern dagegen hatten alle ein paar Seelen auf dem Gewissen. […] Und jetzt machten sie alle auf saubere Weste. Nee, nee. Greta schüttelte den Kopf dazu. Sie hatte das Kreuz runtergeholt, als Friedrich unter die Erde kam. Hatte es ihm mit in Grab geworfen, heimlich, im Blumenstrauß. „Na, nu zeig das ma deinem lieben Gott, woll’n ma sehn, was der dazu sagt.“ Ich habe nie auf dem Land gelebt, aber so stelle ich es mir vor.

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