Svenja Leiber Schipino

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Inhaltsangabe zu „Schipino“ von Svenja Leiber

Schipino: vier Datschen in der Nähe einer maroden Kolchose. Eine Handvoll Menschen, ein Klavier und ein Gasherd auf einem Hügel mitten im Wald, umringt von Sümpfen und Seen.
Jan Riba ist aus seiner Welt gefallen und hier gelandet. Er hat sein Büro in Deutschland abgeschlossen und ist in den Zug nach Moskau gestiegen, zu seinem Freund Viktor, der ihm den russischen Sommer zeigen will. Zusammen sind sie nach Schipino gekommen, haben sich auf dem Heuboden eingerichtet und sich in das Leben der anderen gefügt.
Da sind Wassili, der launische Forscher, schön wie eine Frau; der glatzköpfige Pawel und die dünne Anna. Tolik mit dem Klavier. Darja, die in ihrem Kummer Kleider näht, und die geheimnisvolle Lilja, die wie ein flüchtiger Gast in den Holzhäusern ein und aus geht und sich nach Moskau träumt.
Und ganz Schipino wartet auf Mascha, deren Schicksal untrennbar mit diesem Ort und seinem Sterben verknüpft scheint.
Svenja Leiber ist eine Erzählkünstlerin, die Landschaften, Stimmungen und Situationen aus wenigen Worten entstehen lässt und ihren Figuren tief ins Herz schaut. "Schipino" ein ist Roman von geradezu magischer Sprachkraft über die Suche nach Atem in einer atemlosen Zeit.

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  • Rezension zu "Schipino" von Svenja Leiber

    Schipino

    WinfriedStanzick

    25. June 2011 um 13:23

    „Schipino“ ist der beeindruckende Debütroman der 1975 in Hamburg geborenen Svenja Leiber, die für ihre Erzählungen, die unter dem Titel „Büchsenlicht“ 2005 bei Schöffling & Co. erschienen sind, viel Lob und entsprechende Literaturpreise bekam. Sie folgt dem jungen Deutschen Jan Riba, der, weil er hier und in seinem Leben nicht mehr zurechtkommt, den roten Sinnfaden seines Leben verloren hat, auf seinem Weg nach Russland. Nur wenig führt er bei sich, als er mit dem Nachtzug abreist, das Tagebuch seines Großvaters, der am Russlandfeldzugs Hitlers teilgenommen hat und das voller Kriegsgräuel ist und einen Brief seiner Mutter, die selbst am Ende scheint und nach Liebe sucht. Jan Riba fährt über Moskau nach Schipino, einem aus vier Datschen bestehenden kleinen Ort in der Nähe einer heruntergekommenen Kolchose. Sein Freund Viktor hat ihn eingeladen dorthin. Viktor selbst hatte Jan kennen gelernt , als der vor einigen Jahren in Deutschland für ihn russische Texte übersetzte. Die beiden richten sich auf einem Heuboden häuslich ein, und beginnen sich langsam den anderen Bewohnern des Weilers anzunähern. Dem schönen Wassili, einem Forscher, der seine Stimmungen wechselt wie er will. Pawel und Anna. Dem Klavierspieler Tolik und den beiden Frauen Darja und Lilja. Alle haben sie, so wie auch Jan selbst, an etwas zu tragen, sie sind Suchende, alle miteinander. Ein ganzes Jahr lang bleibt Jan Riba in Schipino, mit seinem Leben in Deutschland hat er abgeschlossen, auf den Brief seines Arbeitsgebers reagiert er nicht. Es ist ihm egal, dass er seinen Job verloren hat, ihn beschäftigt sein bisheriges Leben. Svenja Leiber schafft mit einer ruhigen, dichten und stellenweise poetischen Sprache, diese Sinnsuche zu begleiten. Sie lässt offen, wohin sie führt, doch das tut dem Lesegewinn keinen Abbruch. Denn sie lässt immer wieder durchblicken, dass es der Versuch wert, sein bisheriges Leben zu ändern, es nüchtern anzublicken und nicht von vornherein auf das Ergebnis zu schielen. Es gibt immer ein Morgen, immer eine Zukunft …

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