Swantje Niemann

 4.2 Sterne bei 16 Bewertungen
Autorin von Drúdir und Drúdir.
Autorenbild von Swantje Niemann (©privat)

Lebenslauf von Swantje Niemann

Swantje Niemann wurde 1996 in Berlin geboren, und ist – unterbrochen von Aufenthalten in Bournemouth (in Südengland), Frankfurt/Oder (wohl für immer im langen Schatten von Berlin) und Bergen (in Norwegen) – mehr oder weniger dort geblieben. Sie studiert an der Europa-Universität Viadrina Kulturgeschichte. Wenn sie nicht schreibt oder liest, trainiert sie Kendo und spielt Harfe.

Alle Bücher von Swantje Niemann

Cover des Buches Drúdir (ISBN:9783946425366)

Drúdir

 (14)
Erschienen am 19.09.2017
Cover des Buches Drúdir (ISBN:9783946425618)

Drúdir

 (2)
Erschienen am 21.02.2019

Neue Rezensionen zu Swantje Niemann

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Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

Eine kreative Idee und tolle Umsetzung
Der_Buchdrachevor 9 Monaten

Wer nach deutschsprachigem Steampunk sucht, ist bei Swantje Niemann auf jeden Fall gut beraten. »Masken und Spiegel« ist mittlerweile der zweite Band um den magiebegabten Zwerg Drúdir, welche ursprünglich im Selbstverlag erschien und mittlerweile ein zauberhaftes Heim in der Edition Roter Drache gefunden hat.

»Nach einem teuer erkauften Triumph versucht Drúdir vergeblich, wieder in seinem alten Leben heimisch zu werden. Als sich auch noch herausstellt, dass er bei seinen zwergischen Landsleuten im Norden nicht länger sicher ist, reist er ins Herz des Kontinents, um dort Jathrades Elytti zu finden – den Mann, von dem er Kontrolle über seine nekromantischen Fähigkeiten zu lernen hofft. Doch in Ch’Ashvaenta, der Stadt, in der die Menschen ihre Gesichter hinter prachtvollen Masken und ihre Vergangenheit hinter Lügen und Auslassungen verbergen, ist nichts wie erwartet.

Als Drúdir ankommt, ist Jathrades Elytti tot – womöglich ermordet. Auf der Suche nach dem Mörder lässt sich Jathrades‘ Tochter, die junge Maskenmacherin Nodia, mit gefährlichen Verbündeten ein. Ehe die beiden es sich versehen, haben Nodia und Drúdir sich in ein Netz aus Lügen, Rache und Verdächtigungen verstrickt, aus dem sie sich nur befreien können, wenn sie herausfinden, welches Geheimnis Jathrades fünfzehn Jahre lang so sorgsam gehütet hat.«

Um Band 2 zu verstehen, muss man nicht unbedingt Band 1 gelesen haben. Man kann, wenn einem kleinere Spoiler nichts ausmachen, also durchaus auch hier einsteigen.

Ich liebe noch immer die Idee, eine klassische Fantasywelt wie die Tolkiens eine industrielle Revolution durchleben zu lassen. Because why not? Vieles ist technisiert (besonders die Zwerge sind da natürlich ganz vorn dabei) und alles, was mit der alten Zeit zu tun hat, wird verpönt. So auch die Magie, die nun aber wieder zurückkehrt.

Die verschiedenen Völker reagieren unterschiedlich darauf. Während die Menschen, wenn auch vielleicht handwerklich nicht so geschickt wie die Zwerge, sich gut an die neuen Begebenheiten anpassen können, bleiben insbesondere die Elben, die noch sehr in der alten Welt voller Magie verwurzelt sind, förmlich in der Zeit stehen und verlieren mit einem Mal quasi ihre gesamte Macht im Weltgefüge.

Ich liebe diese Aspekte des Romans und hätte so gern noch viel mehr davon! Wie die verschiedenen Gesellschaften und deren Individuen auf die veränderten Bedingungen reagieren, habe ich so gern gelesen!

Auch die Charaktere selbst sind sehr spannend dargestellt. Keiner von ihnen ist ein Stereotyp und jeder von ihnen hat seine guten und schlechten Seiten, wie auch im echten Leben nichts immer nur gut oder böse ist. Das gibt den Figuren den Anschein-, dass sie real sind, echte Menschen (und Zwerge) eben. Übrigens ist das auch einer der Aspekte, die ich auch an A Song of Ice and Fire so mag. Auch die, die eigentlich die Guten sind, haben ein wenig Dreck am Stecken – und vielleicht auch die eine oder andere Leiche im Keller. Das lässt uns die Figuren hinterfragen, sie reflektieren, auch durch andere Charaktere, und (fiktiv-)historische Ereignisse unter einem neuen Licht betrachten. Ich würde mich jetzt einfach mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass hier Swantjes Studium der Kulturwissenschaften teils durchblitzte, was ich persönlich sehr positiv aufnehme.

Die Drúdir-Reihe ist und bleibt eine wunderbare Empfehlung für alle, die zwar gern von den klassischen Fantasy-Völkern lesen, diese aber gern einmal in einem erfrischend neuen Kontext sehen. Die Reihe baut historisch, sowohl inhaltlich als auch literarisch, auf der Tradition der High Fantasy auf, entwickelt sich daraus aber weiter. Eine tolle Idee und gelungene Umsetzung!


Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

Eine Fülle an neuen Ideen - tolle Fortsetzung!
Aleshaneevor 10 Monaten

Es ist schon drei Jahre her, seit ich den ersten Band über den Zwerg Drúdir gelesen habe, deshalb ist es mir vielleicht etwas schwer gefallen, wieder einzusteigen. Aber es gibt einige Hinweise auf die Vorgeschichte, die allerdings nicht unbedingt relevant für den 2. Teil ist - trotzdem würde ich dazu raten zuerst den Vorgänger zu lesen: vor allem um Drúdirs innere Zweifel zu verstehen. Er reist nämlich nach Ch’Ashvaenta, um sich der Verfolgung zu entziehen, da sich durch die früheren Ereignisse seine Begabung für Magie nicht mehr geheim halten lässt. Und obwohl nicht die besonderen Kräfte der Magie an sich gefährlich sind, schürt die Ungewissheit alleine die Ängste all derer, die sich dieser Macht hilflos gegenüber sehen.

"Diejenigen die er jagt, sind schließlich anders - zu anders,
als dass die normalen Regeln für den Umgang mit ihnen gelten könnten.
Das ist tatsächlich eine beängstigend normale Einstellung." Seite 216

Die Idee der Magie, die in dieser Welt schon fast verschwunden war und jetzt wieder neue Wege sucht, fand ich total faszinierend. Natürlich zieht man Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft, in der "das Fremde" gerne ausgegrenzt und oft mit Misstrauen begegnet wird. So werden auch hier zauberische Fähigkeiten als böses Hexenwerk verunglimpft und die Ängste geschürt, dass allem Magischen etwas negatives anhaftet.

Damit Drúdir seine Fähigkeiten endlich besser beherrschen kann erhofft er sich in der Werkstatt des angesehenen Maskenmachers Jathrades Hilfe aus den alten Büchern - doch schon kurz nach seiner Ankunft wird er in Verbrechen verwickelt, deren Auslöser weit in der Vergangenheit zu suchen ist.
Ich war anfangs etwas überfordert mit den vielen Namen und Verbindungen der Personen, aber dafür gibt es am Ende des Buches ein übersichtliches Verzeichnis aller Charaktere und auch einen Rückblick über alle wichtigen Ereignisse der Revolution.
Auch lassen alte Tagebucheinträge von Jathrades, dem Maskenmacher, immer mehr Licht auf die Verschwörung fallen, die das Land der Menschen und ihre Gesellschaft geprägt haben.

Erzählt wird es abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen und so konnte man sehr gut verfolgen, welche Ziele und Irrwege jeder vor Augen hatte und man dadurch das Handeln der Einzelnen gut nachvollziehen konnte. Vor allem gab es keine überflüssigen Verwirrspiele zwischen den Charakteren, die ja oftmals gerne genutzt werden um die Handlung in die Länge zu ziehen und dann unglaubwürdig wirken. Die Figuren agieren durchweg logisch und jeder auf seine Art vorsichtig, denn die vielen argwöhnischen Vermutungen, die die Unwissenheit mit sich bringt, lassen sich nicht so einfach wegwischen.
Die Hintergründe zu jedem einzelnen verbergen erst und offenbaren dann sehr gut, dass hinter jeder Tat ein Grund, eine Absicht steckt, ein verletztes Gefühl, eine verlorene Seele, die Gerechtigkeit fordert. Auch wenn man das nicht immer gut heißen kann handeln sie nicht aus reiner Willkür, sondern aus der Überzeugung, im Recht zu sein.

Besonders schön finde ich ja hier die Magie und die Autorin versteht es ausgezeichnet, das Wirken zu beschreiben, da hat sie sich wirklich originelle neue Ideen einfallen lassen, die ich so noch nicht kannte. Ein bisschen haben mir die typischen Steampunk Elemente gefehlt, die in Band 1 mehr zur Geltung kamen. Wahrscheinlich weil sie hier in der Menschenstadt nicht mehr so vorrangig in Szene gesetzt werden - trotzdem gab es einige kleine Details, die die mechanischen Raffinessen hervorgehoben und die Atmosphäre in dieser Richtung geprägt haben.

Die Stimmung an sich war meist eher düster, denn Ängste und Morde und die Aufdeckung, wer dahintersteckt, haben die Handlung bestimmt. Der Stil ist anspruchsvoll und nicht flüchtig zu lesen, ich musste mich meist konzentrieren, um alles wahrzunehmen und nichts zu verpassen. Das Tempo hätte an manchen Stellen etwas mehr anziehen können, aber insgesamt war es ein fesselndes Zusammenspiel an Intrigen und Ungewissheiten, die in einem spannenden Finale geendet haben.

Der erste Band hat mir zwar ein bisschen besser gefallen, trotzdem eine spannende Fortsetzung und vor allem ein ungewohntes Bild, das aus den üblichen Geschichten aus dem Genre heraus sticht.

© Aleshanee
Weltenwanderer

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Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

Mein lieber Zwerg, ist das toll!
MariaAlexandravor einem Jahr

Wer sich bei den üblichen Fantasy-/Steampunk Romanen unterfordert fühlt, ist bei Drúdir genau richtig. Sprachlich auf ganz hohem Niveau entspinnt sich eine spannende Geschichte, mit sehr vielen Protagonisten, Verstrickungen und Verzahnungen, einer Prise Politik und trockenem Humor.

Der komplexe Roman ist nicht nur toll erzählt, er hat auch Gehalt. Mord, Liebe, Freundschaft, dunkle Machenschaften, Magie und Mechanik, Technik, Tragik und Intrigen – alles drin.

Zuerst ist da der Mord an seinem Lehrmeister, den der Uhrmacherzwerg Drúdir aufklären muss. Muss, weil er gar nicht anders kann. Er hadert mit seinen absolut ungewöhnlichen magischen Fähigkeiten (die noch dazu in der „Union“ verboten sind), aber er braucht sie auch, um hinter den großen Zusammenhang zu kommen. Denn die Welt der Zwerge, Menschen und Elfen befindet sich gerade im politischen, gesellschaftlichen und industriellen Umbruch. Die Atmosphäre ist erhitzt und ein Funke könnte dazu führen, dass ein Krieg ausbricht. 

Drúdir findet Mitstreiter, die allerdings auch eigene Interessen verfolgen, trifft auf Antagonisten, Handlanger und Gönner. Die Beschränkung auf wenige (Haupt-)Protagonisten, die sich in dieser Steampunk-Zwergen-Welt tummeln, ist nicht das Ding der Autorin. Aber sie hat alle Zwerge, Elfen, Menschen und „andere“ so gut in ihrem Charakter und Erscheinungsbild ausgearbeitet, dass man als Leser tatsächlich nicht den Faden verliert (wenn doch, dann findet man im Anhang eine Personenliste).
So gesehen ist allerdings „Drúdir“ als Roman-Titel unpassend, denn die Kapitel werden auch aus der Sicht von Findra, Svalris, Phandrael, Kyrai und anderen erzählt (was der Autorin auch einige erzählerische Kniffe erlaubt). Da hätte es als Titel sicherlich etwas gegeben, was mehr zieht.
„Dampf & Magie“ hingegen ist als Untertitel sehr passend, denn in dieser erschaffenen Welt stehen sich beide diametral gegenüber: die neuen Möglichkeiten der Technik, die jederzwerg in Anspruch nehmen kann vs. die missbilligten, althergebrachten Künste der Zauberei, die ein paar wenigen vorbehalten waren. Ganz nebenbei geht es auch noch um Künstliche Intelligenz, wofür Swantje Niemann eine verblüffend logische Erklärung liefert, um Schein und Sein und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

Am liebsten scheinen der Autorin Sätze mit mindestens einem Nebensatz zu sein, der Stil bleibt aber durchgehend flüssig und gut zu lesen. Zudem scheint sie eine Freude daran zu haben, einen möglichst breitgefächerten Wortschatz zu gebrauchen. Das macht den Roman sprachlich äußerst abwechslungsreich und farbenfroh. Sie schildert mit Liebe zum Detail, im Ausdruck präzise und höchst poetisch das Drumrum und bei einigen Absätzen ging mir regelrecht das Herz auf.

Also wenn DAS ihr Debüt als Autorin ist, bin ich gespannt, was da noch so kommt. Denn die Autorin ist eine ganz große Erzählerin. Absolute Empfehlung!

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Drúdir (ISBN:undefined)
Ein neues Zeitalter ist angebrochen – aber die dunkle Magie der Vergangenheit kehrt zurück!
Dampfkraft und die genialen Maschinen der zwergischen Erfinder haben die Welt unwiderruflich verändert. Magie gilt als Relikt einer Zeit, in der Zauberei und Religion Werkzeuge der Unterdrückung waren.
Deshalb ist es dem jungen Uhrmacher Drúdir nahezu unmöglich, seine magische Begabung zu akzeptieren. Doch als sein bester Freund ermordet wird, kann er nicht tatenlos bleiben.
Die Suche nach der Wahrheit führt ihn in die unterirdische Seestadt Schwarzspiegel. Dort begegnet er unerwarteten Verbündeten und entdeckt, wie fragil der innere Frieden der neugegründeten Zwergenrepublik ist. Seine Ermittlungen bringen ihn auf die Spur einer Verschwörung, die die Freiheit aller bedroht.
Drúdir muss in eine Welt der Geheimnisse, Intrigen und Gewalt eintauchen, um das Unheil abzuwenden…


Klingt spannend? Dann hüpfe jetzt für eines von zehn ebooks in den Lostopf! :)
Wir freuen uns sehr, dass auch die Autorin Swantje Niemann an der Leserunde teilnehmen wird. 
66 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Swantje Niemann wurde am 21. August 1996 in Berlin (Deutschland) geboren.

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