Swantje Niemann

 4.2 Sterne bei 14 Bewertungen
Autorin von Drúdir.
Swantje Niemann

Lebenslauf von Swantje Niemann

Swantje Niemann wurde 1996 in Berlin geboren, und ist – unterbrochen von Aufenthalten in Bournemouth (in Südengland), Frankfurt/Oder (wohl für immer im langen Schatten von Berlin) und Bergen (in Norwegen) – mehr oder weniger dort geblieben. Sie studiert an der Europa-Universität Viadrina Kulturgeschichte. Wenn sie nicht schreibt oder liest, trainiert sie Kendo und spielt Harfe.

Alle Bücher von Swantje Niemann

Drúdir

Drúdir

 (14)
Erschienen am 19.09.2017

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Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

Mein lieber Zwerg, ist das toll!
MariaAlexandravor 2 Monaten

Wer sich bei den üblichen Fantasy-/Steampunk Romanen unterfordert fühlt, ist bei Drúdir genau richtig. Sprachlich auf ganz hohem Niveau entspinnt sich eine spannende Geschichte, mit sehr vielen Protagonisten, Verstrickungen und Verzahnungen, einer Prise Politik und trockenem Humor.

Der komplexe Roman ist nicht nur toll erzählt, er hat auch Gehalt. Mord, Liebe, Freundschaft, dunkle Machenschaften, Magie und Mechanik, Technik, Tragik und Intrigen – alles drin.

Zuerst ist da der Mord an seinem Lehrmeister, den der Uhrmacherzwerg Drúdir aufklären muss. Muss, weil er gar nicht anders kann. Er hadert mit seinen absolut ungewöhnlichen magischen Fähigkeiten (die noch dazu in der „Union“ verboten sind), aber er braucht sie auch, um hinter den großen Zusammenhang zu kommen. Denn die Welt der Zwerge, Menschen und Elfen befindet sich gerade im politischen, gesellschaftlichen und industriellen Umbruch. Die Atmosphäre ist erhitzt und ein Funke könnte dazu führen, dass ein Krieg ausbricht. 

Drúdir findet Mitstreiter, die allerdings auch eigene Interessen verfolgen, trifft auf Antagonisten, Handlanger und Gönner. Die Beschränkung auf wenige (Haupt-)Protagonisten, die sich in dieser Steampunk-Zwergen-Welt tummeln, ist nicht das Ding der Autorin. Aber sie hat alle Zwerge, Elfen, Menschen und „andere“ so gut in ihrem Charakter und Erscheinungsbild ausgearbeitet, dass man als Leser tatsächlich nicht den Faden verliert (wenn doch, dann findet man im Anhang eine Personenliste).
So gesehen ist allerdings „Drúdir“ als Roman-Titel unpassend, denn die Kapitel werden auch aus der Sicht von Findra, Svalris, Phandrael, Kyrai und anderen erzählt (was der Autorin auch einige erzählerische Kniffe erlaubt). Da hätte es als Titel sicherlich etwas gegeben, was mehr zieht.
„Dampf & Magie“ hingegen ist als Untertitel sehr passend, denn in dieser erschaffenen Welt stehen sich beide diametral gegenüber: die neuen Möglichkeiten der Technik, die jederzwerg in Anspruch nehmen kann vs. die missbilligten, althergebrachten Künste der Zauberei, die ein paar wenigen vorbehalten waren. Ganz nebenbei geht es auch noch um Künstliche Intelligenz, wofür Swantje Niemann eine verblüffend logische Erklärung liefert, um Schein und Sein und den Umgang mit der eigenen Vergangenheit.

Am liebsten scheinen der Autorin Sätze mit mindestens einem Nebensatz zu sein, der Stil bleibt aber durchgehend flüssig und gut zu lesen. Zudem scheint sie eine Freude daran zu haben, einen möglichst breitgefächerten Wortschatz zu gebrauchen. Das macht den Roman sprachlich äußerst abwechslungsreich und farbenfroh. Sie schildert mit Liebe zum Detail, im Ausdruck präzise und höchst poetisch das Drumrum und bei einigen Absätzen ging mir regelrecht das Herz auf.

Also wenn DAS ihr Debüt als Autorin ist, bin ich gespannt, was da noch so kommt. Denn die Autorin ist eine ganz große Erzählerin. Absolute Empfehlung!

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Der_Buchdraches avatar

Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

4.5 Sterne
Der_Buchdrachevor 8 Monaten

Bei manchen Büchern denkt man sich: »Hm, klingt eigentlich interessant.« Und dann verliert man sie, Schande über Schande, aus den Augen. Eines kann man vornweg nehmen: Das sollte beim Steamfantasy-Roman »Drúdir« von Swantje Niemann nicht geschehen, da einem damit ein wirklicher Leckerbissen entgeht.

Der Zwerg Drúdir ist ein Uhrenmacher. Doch dahinter verbirgt er seine Identität als Magier. Magie ist dieser Tage nicht mehr gern gesehen und wird ebenso wie jene, die sie ausüben, geächtet. Kommt heraus, dass Drúdir Magie besitzt, wäre das das Ende seiner Kariere. Als er hört, dass sein Uhrmachermeister ermordet aufgefunden wurde, beschließt er, dem auf eigene Faust auf die Spur zu kommen. Dabei stolpert er jedoch in etwas, das bedeutend größer ist, vielleicht sogar zu groß für einen einfachen Zwerg wie ihn.

Sagte ich neulich noch, dass »Vakuumsprung« von J.H. Artschwager der beste bisher von mir selbstverlegte Roman war, so wurde er schon kurz darauf von »Drúdir« übertroffen (der Fairness halber: nicht um viele Punkte). Der bisher selbstverlegte Roman, der im Oktober in der Edition Roter Drache erscheinen wird, kann mit vielen Stärken und nur wenigen Schwächen aufweisen.

Um genau zu sein ist die einzige Schwäche etwas, was wohl nur linguistisch interessierte Leser stören wird: krude Fantasy-Sprachen, die mich an so gut wie jedem Roman stören, der meint, so etwas einbauen zu müssen. Nehmen wir dieses Wort, ein Begriff der Romanwelt, und machen ein Ratespiel, was es wohl heißen mag:  Sprakar-Godwis-Historig-Rúnhalar. Man wird wohl mit nur wenig Denkaufwand erahnen können, was sich dahinter verbirgt, was zum Kernproblem führt. Eine unserer Welt völlig fremde Welt kann nie und nimmer Sprachkontakt zu unseren Sprachen erhalten haben. Damit sind so große Ähnlichkeiten zwischen den Sprachen der Romanwelt und unserer eigentlich unmöglich.

Abgesehen davon kann man wirklich nicht viel meckern! Die Geschichte entwickelt sich langsam, ist aber stets spannend und man legt das Buch nur ungern zur Seite, selbst wenn der Dozent eigentlich das Seminar beginnen will …

Die Welt, die hier aufgebaut ist, ist spannend und abwechslungsreich. Steamfantasy scheint ohnehin nicht das allzu häufigste Genre zu sein, und Zwerge kann es ruhig öfters als Hauptprotagonisten geben. Auch das ganze Drumherum von Drúdirs Heimat ist schön ausgestaltet. Schon fast schade, als es vorbei war, und man nicht weiter darin abtauchen konnte.

Die Dialoge konnten ebenfalls überzeugen. Sie wirkten natürlich und locker und hin und wieder fehlte auch nicht ein gewisser Witz. Auch die Charaktere waren wirklich toll und können mit einigen wirklichen Charakterköpfen aufwarten. Besonders die elfischen Agenten, Drasirai genannt, waren wirklich faszinierende Protagonisten, von denen man unbedingt mehr haben wollte, obwohl sie einem einen kalten Schader bescheren!

Die Dynamik der Charaktere sorgte für einige Spannung, da sich zwei Parteien gezwungen sehen, plötzlich miteinander zu arbeiten, da sie mehr oder weniger dasselbe Ziel haben, obwohl sie so wirklich Freund eigentlich nicht sind. Da knistert es förmlich zwischen ihnen, was wirklich klasse ist.

Wo es auch knistert, ist zwischen der Automata, eine Maschine, der Leben eingehaucht wurde, und einem der Protagonisten. Das war ein besonders spannender Aspekt des Romans. Die Automata, die von allen am Anfang noch nur als intelligente KI und Maschine betrachtet wurde, entwickelt auf einmal Emotionen, die wir eigentlich als humanoid einstufen würden. Was ist sie also? Maschine oder Zwerg? Das ist eigentlich eine sehr aktuelle Frage, wie ich finde; etwas Ähnliches wurde auch einmal und wesentlich zentraler im sehr empfehlenswerten Film »Her« mit Joaquin Phoenix und Scarlett Johansson bearbeitet, einer Liebesgeschichte zwischen einem Menschen und seinem hochintelligenten Operation System.

Die selbstverlegte Ausgabe, die ich noch gelesen habe, wartet noch mit ein paar kleinen Rechtschreibfehlern auf, die der Verlag dann hoffentlich im Oktober ausgebessert haben wird.

Alles in allem ein wirklich sehr empfehlenswerter Roman! Wer nicht immer nur die gängigen Klischees von Elfen und Zwergen und Magiern lesen will, findet hier eine erfrischend andere Bearbeitung der üblichen Tropes. Es gibt nur wenig zu meckern. Zwar reißt es mich nicht so sehr vom Hocker, wie es Tolkien und Sanderson vermögen, aber »Drúdir« ist und bleibt ein sehr guter Roman und eine klare Empfehlung.


Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionexemplares!

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AmaliaZeichnerins avatar

Rezension zu "Drúdir" von Swantje Niemann

Epischer und außergewöhnlicher Steam-Fantasy-Roman. Bitte mehr davon.
AmaliaZeichnerinvor einem Jahr


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Gespräche aus der Community

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neobookss avatar
Ein neues Zeitalter ist angebrochen – aber die dunkle Magie der Vergangenheit kehrt zurück!
Dampfkraft und die genialen Maschinen der zwergischen Erfinder haben die Welt unwiderruflich verändert. Magie gilt als Relikt einer Zeit, in der Zauberei und Religion Werkzeuge der Unterdrückung waren.
Deshalb ist es dem jungen Uhrmacher Drúdir nahezu unmöglich, seine magische Begabung zu akzeptieren. Doch als sein bester Freund ermordet wird, kann er nicht tatenlos bleiben.
Die Suche nach der Wahrheit führt ihn in die unterirdische Seestadt Schwarzspiegel. Dort begegnet er unerwarteten Verbündeten und entdeckt, wie fragil der innere Frieden der neugegründeten Zwergenrepublik ist. Seine Ermittlungen bringen ihn auf die Spur einer Verschwörung, die die Freiheit aller bedroht.
Drúdir muss in eine Welt der Geheimnisse, Intrigen und Gewalt eintauchen, um das Unheil abzuwenden…


Klingt spannend? Dann hüpfe jetzt für eines von zehn ebooks in den Lostopf! :)
Wir freuen uns sehr, dass auch die Autorin Swantje Niemann an der Leserunde teilnehmen wird. 
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Swantje Niemann wurde am 21. August 1996 in Berlin (Deutschland) geboren.

Swantje Niemann im Netz:

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in 18 Bibliotheken

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