Swetlana Alexijewitsch Zinkjungen

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Inhaltsangabe zu „Zinkjungen“ von Swetlana Alexijewitsch

Zinkjungen: So wurden im sowjetischen Afghanistankrieg die gefallenen Soldaten genannt. Ihre Leichen durften den Angehörigen nur in zugeschweißten Zinksärgen übergeben werden. Das Wort steht exemplarisch für die Verschleierungspraxis der Sowjetunion, die alles dafür tat, die brutale Realität des zehnjährigen Krieges geheim zu halten. Swetlana Alexijewitsch hat mit Soldaten, Müttern, Witwen und Krankenschwestern gesprochen und verarbeitet die Augenzeugenberichte in ihrem »Roman der Stimmen« zu einem erschütternden Antikriegsbuch. Friedenspreisträgerin Swetlana Alexijewitsch dokumentiert den universellen Wahnsinn des Krieges und seine verheerenden Auswirkungen auf ihre Gesellschaft – in Zeiten von weltweit auflodernden Krisenherden ist dieses Buch aktueller denn je. »Beharrlich, furchtlos, ergreifend.« Karl Schlögel, Laudatio zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013

stilistisches ein typisches Buch der Nobelpreisträgerin. Krieg in seinen persönlichen Tragödien versus politisch verordnetem Heldentum

— DrGordon
DrGordon

Ein bewegendes und aufrüttelndes Buch zum Thema Krieg und "seinen" Helden. Die Autorin hat den Friedenspreis auf jeden Fall verdient!

— Buecherseele79
Buecherseele79

Bewegende Literatur - im wahrsten Sinne des Wortes, mit enormer emotionaler Wucht und Authentizität

— MichaelSchrader
MichaelSchrader

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  • Im Krieg gibt es nur Verlierer

    Zinkjungen
    DrGordon

    DrGordon

    12. February 2017 um 09:08

    Die Nobelpreisträgerin bleibt Ihrem Stil treu. Kommentare und Erzählungen von Soldaten, deren Müttern, Medizinischen Personal und gelegentlich auch Zivilbeschäftigten. Krieg ist wohl immer grausam, in letzter Konsequenz Menschenverachtend und zerstörerisch. Selbstverständlich auch tödlich. Sehr gut und auch typisch for Alexijewitsch sind die verschiedenen Bilder, welche die Beschreibungen im Kopf des Lesers hinterlassen.  Wie der Krieg, die grossteils jungen Soldaten verändert und körperlich und seelisch zerstört.  Die Trauer der Mütter über Ihre Kinder, einmal verzweifelt, dann wieder stolz. Ein Guerilla Krieg, wie der in Afghanistan bringt wohl  immer nur das schlechteste im Menschen zu Tage.  Die Autorin beschreibt gut, die politische Motivation des Krieges aber auch, wie gerade die Zivilbevölkerung trotz Nachrichtensperre die Sinnhaftigkeit dieses Krieges immer stärker anzweifelt.  Die Sowjetunion sind nicht die Befreier, wie im 2. Weltkrieg sondern letztlich Invasoren. Die Afghanen verteidigen ihr Land gegen den Aggresor. .  Sehr stark ist am Ende des Buches die Beschreibungen, wo Alexijewitsch verklagt wird von 2 Personen, welche Sie interviewt hat. Einer Mutter eines getöteten Soldaten und eines Soldaten selbst. Diese sagen, dass Ihre eigenen Aussagen für Sie in Ihrer Ehre und Persönlichkeit verletzend sind und Alexijewitsch damit Geld verdient. Viel Geld. Letztlich geht es darum, dass der Schreibstil die Nobelpreisgewinnerin eine dokumentarische Erzählung ist und kein Interview. Nichtsdestotrotz wird Sie in einem Fall verurteilt, da Sie nicht die Wahrheit schreibt.  Schade ist, dass der gesamtpolitische und auch zeitliche  Kontext fehlt. Immerhin dauerte  der Krieg 10 Jahre. Dem Buch fehlt es aber an einer klareren Struktur. Die Kapitel Erster Tag, Zweiter Tag, Dritter Tag  zu nennen entzieht sich einer Logik oder Erklärung. Auch die Rolle des Staates, Motivation, Diktion ist nicht immer ausreichend erklärt.  Die  Autorin ist eine erklärte Kriegsgegnerin. Ihre Motivation für Ihre Erzählung ist den Krieg als solches zu beschreiben. In aller Tragik, Grausamkeit, Sinnhaftigkeit bzw. Sinnlosigkeit. Es gibt nur Verlierer, keine Gewinner. 

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  • Wenn der Krieg einen Namen und eine Geschichte bekommt

    Zinkjungen
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    05. May 2016 um 21:42

    Die sowjetische Regierung fasst 1979 den Entschluss Truppen nach Afghanistan zu entsenden. Was bis dahin noch keiner ahnte- der Krieg soll  ganze 10 Jahre anhalten....Die Autorin Swetlana Alexijewitsch gibt diesen Menschen hier eine Stimme in Form von Müttern und Ehefrauen, Pionieren, Soldaten, Offizieren, Ärzten, Schwestern- all diese Menschen erzählen wie sie mit Begeisterung nach Afghanistan wollten, den Krieg "hautnah" erleben, wie ist es zu töten?!Und dass sie eigentlich alle  als seelisches und/oder körperliches Frack zurückkamen.Das Buch zeigt auf dass die Regierung damals befohlen hat diese jungen Menschen in den Krieg zu schicken, was sie in Afghanistan erwartet hat(die Versorung war alles andere als optimal!!) und wie sie als "Helden", nach Jahren des andauernden Krieges, nicht mal mehr eine Erwähnung in den Medien fanden, dass viele schlimme Dinge verschwiegen wurden, dass es "peinlich" war als "Krüppel" Heim zu kommen und um Wohnung, Essen, Prothesen und eine Arbeit "zu betteln".Ein erdrückendes Zeitzeugnis über einen Krieg der nicht hätte sein müssen, wo klare Grenzen nicht vorhanden waren, wo die Frage bleibt- was ist Gut, was ist Böse?Die Autorin schafft es, durch die Erzählungen der Leute, einen in dieses Stück Kriegsgeschichte der Sowjetunion eintauchen zu lassen.Sprachlich ist es nicht schnell zum verschlingen, man muss sich mit dem Lesen Zeit nehmen aber die Eindrücke bleiben einem noch lange im Kopf.Ich denke persönlich man kann es drehen wie man möchte- viele halten in der Heimat der Autorin dieses Buch für Hetze gegen die Kriegshelden, gegen die Heimkehrer.Für mich ist es ein Buch was sich gegen jegliche Art von Krieg ausspricht, ohne zu sagen wer hier mehr Böse ist oder nicht.Ein wirklich gelunges Zeitzeugnis und die Autorin hat den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, in meinen Augen, mehr als verdient!Ich spreche ganz klar eine Leseempfehlung aus!

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel
    Daniliesing

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Erfolgreicher Erstkontakt mit der neuen Literaturnobelpreisträgerin

    Zinkjungen
    MichaelSchrader

    MichaelSchrader

    23. October 2015 um 08:17

    „ Unbeirrt arbeite ich … an ein und derselben Aufgabe – die Geschichte auf den Menschen herunterzubrechen“, schreibt Svetlana Alexijevich. „Nach den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts und den vielen Toten braucht man andere ethische und metaphysische Positionen, um über die modernen (kleinen) Kriege wie den in Afghanistan zu schreiben. Man muss das Kleine, Persönliche und Einzelne abrufen. Den einzelnen Menschen. Der für irgendwen der Einzige ist. Nicht das Verhältnis des Staates zu ihm, sondern wer er für seine Mutter ist, für seine Frau. Für sein Kind.“ Dieser Ansatz hat ihr vor ein paar Tagen den Literatur-Nobelpreis eingebracht, und nachdem ich das schmale Büchlein (ohne die allerdings ebenfalls sehr lesenswerten Anlagen lediglich gute 220 eBook-Seiten) gelesen habe, habe ich auch eine Ahnung, wofür. Alexijevichs Genre ist die „dokumentarische Erzählung“, deren Mittel sie in allen ihren Büchern anwendet. Bei den „Zinkjungen“ bedeutet das: Auswertung von Tagebüchern und anderen persönlichen Aufzeichnungen und Dokumenten, vor allem aber dutzende Gespräche mit Veteranen des sowjetischen Krieges in Afghanistan von 1979-89, mit Müttern und Ehefrauen von Gefallenen, mit Krankenschwestern, Offizieren und einfachen Soldaten. Indem Alexijevich den Krieg auf die Erlebnisse und die Gefühlswelt ganz normaler Menschen herunterbricht, dekonstruiert sie die offizösen Erzählungen von der „internationalistischen Bruderhilfe“, die einer amerikanischen Invasion gerade mal um eine Stunde zuvor gekommen sei und von den sowjetischen Truppen, die in Afghanistan Brunnen bohren, moderne Landwirtschaft einführen und Schulen bauen würden. Gleichzeitig aber zerstört sie damit für viele Afghanistan-Veteranen und Hinterbliebene von Gefallenen das wichtigste, was ihnen geblieben ist und was ihnen noch Halt verleiht: der dünne Strohhalm des Glaubens daran, dass dieser Krieg eine gerechte Sache und die gefallenen und verstümmelten Söhne und Ehemänner ihre Gesundheit und ihr Leben für ein wichtiges übergeordnete Ziel gegeben haben: die Heimat, den Sozialismus, die Arbeiterklasse. Durch Schilderungen von in Afghanistan begangenen Gräueltaten, von der grausamen Behandlung dienstjüngerer Soldaten durch die älteren, von Korruption, Zwangsprostitution und schändlich unzureichender Versorgung der Truppe auch mit dem Allernotwendigsten werden die Mythen sozusagen an der Basis zerstört. Die kathartische Wirkung dieser Erzählung hat Svetlana Alexijevich in ihrer Heimat Weißrussland mit Anfeindungen seitens der alten und neuen Macht, von Soldatenverbänden und einigen der von ihr Interviewten bezahlt, die sie verklagten und versuchten, ihr Buch verbieten zu lassen. »Sie sagen, ich soll den Staat und die Partei hassen … Aber ich bin stolz auf meinen Sohn! Jawohl, ich bin stolz auf ihn! Er ist im Kampfeinsatz gestorben, als Offizier. Alle seine Kameraden haben ihn geliebt. Ich liebe den Staat, in dem wir lebten – die UdSSR, weil mein Sohn für ihn gestorben ist. Aber Sie hasse ich! Ich brauche Ihre schreckliche Wahrheit nicht! Wir brauchen sie nicht!! Hören Sie?!« - so eine Mutter im Prozess gegen Alexijevich. Die stellt dagegen ihr Ethos als Schriftstellerin: „Was muss ich verteidigen? Mein Recht als Schriftstellerin, die Welt so zu sehen, wie ich sie sehe. Und dass ich den Krieg hasse. Oder ich muss belegen, dass Wahrheit und Wahrhaftigkeit, dass ein Dokument in der Kunst etwas anderes ist als eine Bescheinigung vom Wehrkommando oder ein Straßenbahnfahrschein. Die Bücher, die ich schreibe, sind Dokumente und zugleich mein Bild der Zeit. Ich sammle Details und Gefühle nicht nur aus einem einzelnen Menschenleben, sondern aus der ganzen Atmosphäre der Zeit, aus ihrem Raum, ihren Stimmen. Ich erfinde nichts, ich dichte nichts dazu, ich setze das Buch aus dieser Wirklichkeit zusammen. Das Dokument, das ist zum einen das, was mir erzählt wird, und zum anderen Teil bin das auch ich als Künstlerin mit meiner Weltsicht, mit meinem Empfinden.“ Das Ergebnis ist tatsächlich beeindruckend. Sound und Rhythmus ihrer Erzählung sind unverwechselbar und entfalten eine authentische und emotionale Wucht, die ihresgleichen sucht. Unterhaltungsliteratur ist das natürlich nicht, aber bewegende Literatur – im wahrsten Sinne des Wortes.

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  • Das sowjetische Afghanistan-Trauma

    Zinkjungen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    03. June 2014 um 09:11

    Das sowjetische Afghanistan-Trauma Wie in „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“, jener auch immensen Fleißarbeit, mit der Swetlana Alexijewitsch den Millionen Frauen des zweiten Weltkriegs (und deren Leiden, den Folgen für die Selle) eine Stimme verliehen hatte, wendet sie sich in diesem Buch, Anfang der 90er Jahre erschienen, den Menschen des „Sowjetischen Vietnam“ zu. Jenem Krieg gegen und in Afghanistan, der nicht gewonnen wurde, nicht gewonnen werden konnte, der 1989 mit dem Abzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan endete. Ein Ereignis, das den Zustand der Region nachhaltig geprägt und verändert hat und im Kern bis heute für den Zustand Afghanistans wegweisend verantwortlich ist. Nicht umsonst hat jener Krieg damals die Taliban in später bekannter Form hervorgebracht, Schreckensherrschaft nach sich gezogen, Wurzeln des Terrors gelegt, die bis heute eine weitere militärische Intervention und ein in sich zerrissenes Land hervorgebracht haben. Aber es ist nicht die „große Politik“, die Alexijewitsch in den Mittelpunkt ihres Interesses setzt (auch wenn diese indirekt oft mitschwingt), es sind und bleiben die einfachen Menschen, die Schicksale, das, was das Erleben des (dieses) Krieges bewirkt, ausgelöst, als Trauma in den Raum gesetzt hat, Soldaten, die dort gekämpft haben kommen zu Wort, aber auch das „Umfeld“. Witwen, medizinisches Personal und Mütter von Gefallenen. Indem sie ihrer Technik treu bleibt, diese vielfältigen und verschiedenen Menschen einfach ihre Geschichte erzählen zu lassen, Worte zu hören und in das Buch aufzunehmen, in denen die Folgen formuliert werden (mal flüssig, reflektiert, oft brüchig, kaum die passenden Begriffe für den inneren Schrecken zu finden). Ungeschminkt und nicht tastend, zurückhaltend erzählen die Menschen im Buch, schütten ihr Herz aus. Was vielleicht die größte Gabe der Autorin ist, einerseits Vertrauen in den Begegnungen aufzubauen und andererseits den Fluss der Gedanken nicht aufzuhalten. „Zinkjungen“ sind übrigens jene Gefallenen, die in verschweißten Zinksärgen „nach Hause“ kamen. Um den Zustand der Leichen, die brachiale Grausamkeit dieses Krieges „der Heimat“ vorenthalten zu können. „Mein bester Freund…..er war wie ein Bruder….den habe ich von einem Einsatz in einem Plastiksack zurückgebracht. Gehäutet….den Kopf abgehauen….Arme und Beine abgehackt, ein ausgeschlachtetes Tier statt eines kräftigen jungen Mannes. Ich habe meine Wahrheit im Plastiksack getragen, ich habe vor nichts mehr Angst“. Einzelheiten, die in der Heimat nicht bekannt waren, ein erbitterter Kampf um jeden Zentimeter Boden, bei dem die sowjetischen Invasoren mit aller Härte bekämpft und demoralisiert wurden, bei dem körperliche Grausamkeiten oft wie in einem Exzess stattfanden. Alexijewitsch ist jene Stimme Russlands gewesen, die mit diesem Buch erstmalig das ganze Grauen, die Qualen der Soldaten und die Radikalität der Kämpfe der breiten Öffentlichkeit dort bekannt machte. Ein Buch mit erkennbar öffentlicher Wirkung zur damaligen Zeit und mit immer noch augenöffnender Klarheit für alle jene, die Krieg nur an grünen Tischen bedenken und entscheiden. „Ich wurde entlassen und bekam dreihundert Rubel als einmalige Unterstützung. Für leichte Verwundung gibt es einhundertfünzig, für schwere dreihundert“. Und das war es dann für „Vater Staat“. Betreuung? Versorgung? Sich dem Träume von Soldaten, Ärzten, Schwestern stellen? Die Folgen für Hinterbliebene Familien, Frauen, Kinder, Mütter, Väter zumindest zu versuchen, aufzufangen? Ein erschreckendes, gerade in seiner sachlichen Nüchternheit und dem offenen Raum bieten für die teils stammelnden Worte nur beeindruckendes Werk, das nichts an Aktualität verloren hat, finden solche Kriege und Grausamkeiten nun eben nur an anderen Orten statt. Und da sind die zu kleinen Stiefel und die blutigen Füße bei der Vereidigung schon kaum der Rede wert. Aber ein klares Zeichen einmal wieder, wie es derer viele im Buch gibt, welchen Stellenwert (nicht nur) sowjetische Soldaten (nicht nur) in diesem Krieg besaßen. Harte Kost, die sehr fundiert recherchiert zusammengestellt wurde und im Buch mutig und ungeschminkt ihre Wirksamkeit entfalten kann. Mit einem fast ebenso interessant zu lesenden Anhang über die offiziellen Widerstände, die Buch und Autorin zu bestehen hatten und die aufzeigen, das die menschliche Wahrheit hinter den Kriegen nicht erwünscht ist. Stört. Zum Schweigen gebracht werden soll, Damit die Öffentlichkeit glaubt, was geglaubt werden soll. Was dank solcher Bücher zum Glück nicht unter der Decke gehalten wird.

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