Sybil Schönfeldt "Zu Tisch, zu Tisch!"

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Inhaltsangabe zu „"Zu Tisch, zu Tisch!"“ von Sybil Schönfeldt

Eine kulinarische Tour d'Horizon durch ein - und die Werke seiner größten Dichter

'Beim Erzählen fließen das Talent von Sybil Gräfin Schönfeldt, große Zusammenhänge anschaulich darzustellen, und ihre Liebe zu sinnlicher Sprache ineinander. Es geht ihr darum, Geschichte sinnlich erfahrbar zu machen.'
essen & trinken

Am Anfang des Jahrhunderts aß seine Majestät Kaiser Wilhelm II. im Berliner 'Palast Hotel' Marschallsuppe und
Rinderbrust auf Schlossherrinnen-Art, während es bei den Buddenbrooks in Lübeck als Höhepunkt des Weihnachtsmenüs den Plettenpudding gab.
Am Ende desselben Jahrhunderts entdeckten
die Westdeutschen die Sächsischen Quarkkeulchen, nachdem zwei Jahrzehnte vorher für Günter Grass der Butt zum Haupt- und Herzensfisch wurde.
Wir erfahren von fürstlichen Menüs und vom bürgerlichen Essen, von Kaiserbällen, Kleinküchen und deprimierenden Kriegswintern, von Charleston und Champagner, Spargelauflauf und grünen Heringen, vom Kochgeschirr, dem Symbol für eine ganze Generation, und verordnetem Sonntagseintopf, von Lebensmittelkarten und Care-Paketen, Cocktailpartys, Barbie-Puppen und der Brigitte-Diät, vom Feinschmecker, Fast-Food und von Fernsehköchen.
Und wir lernen Schriftsteller kennen, die diese Zeit in ihren Romanen beschrieben haben, von Thomas Manns Buddenbrooks bis Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, von Martin Walsers Ehen in Philippsburg bis Uwe Timms Heißer Sommer, von Günter Grass’ Butt zu Siegfried Lenz’ Arnes Nachlass. Und für die Köchinnen und Köche gibt es entsprechende Rezepte zum Nachkochen.

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  • Rezension zu ""Zu Tisch, zu Tisch!"" von Sybil Gräfin Schönfeldt

    "Zu Tisch, zu Tisch!"

    WinfriedStanzick

    06. July 2012 um 11:10

    Das vorliegende großzügig in goldfarbenem Leinen gebundene Buch ist ein kultur- und literaturgeschichtliches Meisterstück. Sybil Gräfin Schönfeldt, deren meisterhafte Übersetzung von „Wind in den Weiden“ mein Sohn und ich in der letzten Woche wieder einmal vorlesenderweise bewundert haben, hat darin „eine literarisch-kulinarische Reise durch das 20.Jahrhundert“ unternommen. Für jedes einzelne Jahrzehnt hat sie einen Essay geschrieben, in dem sie die Ess- und Trinkgewohnheiten der unterschiedlichsten Schichten beschreibt. In diese Kapitel eingearbeitet sind jeweils zwei literarische Zeugnisse aus dieser Zeit, die auf ihre Art Essen und Trinken und das Kochen zum Thema haben. Was wäre das Buch ohne die Rezepte? So ist etwa nach einer Stelle aus Günther Grass’ s „Der Butt“ ein Rezept für Butt abgedruckt. Für Menschen die gerne lesen, und auch gerne essen und trinken oder selbst kochen – und diesen Zusammenhang soll es ja gar nicht so selten geben- ist dieses wunderbare Buch ein ideales Weihnachtsgeschenk.

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  • Rezension zu ""Zu Tisch, zu Tisch!"" von Sybil Gräfin Schönfeldt

    "Zu Tisch, zu Tisch!"

    michael_lehmann-pape

    21. January 2011 um 14:41

    Essen und Trinken im 20. Jahrhundert In 10-Jahres Schritten vollzieht Sybil Gräfin Schönfeldt eine literarische Reise der besonderen Art. Das Essen und die Essgewohnheiten sind es, denen sie ihr Augenmerk widmet und dem Leser dadurch ganz besondere, teils längst vergessene, Eindrücke des kulinarischen Lebens der letzten gut 100 Jahre. Eine Zeitspanne, in der sich in teils rasantem Tempo der gesamte kulinarische Bereich beständigen Veränderungen und Wechseln ausgesetzt sieht. Gewohnheiten und Lebensmittel, die über hunderte von Jahren fest angestammte Plätze im Leben der Menschen hatten, erleben durch technische Innovationen, durch die Zeitgeschichte und durch moderne, medizinische Erkenntnisse einen stetigen Wandel. Wandel, den die Autorin in angenehmer, nie oberlehrerhaft wirkender, Sprache nachvollzieht und hierbei jeweils auf die Besonderheiten der Epochen eingeht. Beginnend in der „guten alten Zeit“ der klaren Trennung der Klassen noch wirft sie zu Beginn einen charmanten Blick auf die kaiserlichen Menüs und das ansonsten gutbürgerliche Essen zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Die erlesene Menüfolge des Kaisers ist hierbei das eine, wie die Vorlieben des Kaisers bei Essen, Kleidung und Verhalten Eingang fanden in das Volk, wie sehr die „oberen“ zur damaligen Zeit auch kulinarisch als Vorbilder galten, das arbeitet Schönfeldt wunderbar heraus. Ebenso erhellend aber der Blick auf die 50er Jahre, Jahre, in denen die heutige Fast Food Kultur langsam ihren Beginn nahm, Pommes Frites, Pizza, Würstchen auf die Schnelle in Mode kamen (und bis heute nicht aus der Mode geraten sind). Die Novelle Cuisine der 70er Jahre, die Slow Food Bewegung der 80er Jahre, das Aufkommen der Massen an Fernsehköchen bis zum Jahre 2000 (hier endet die vergnügliche, kulinarische Reise) werden sorgsam vorgestellt und in Teilen auch in ihren Wurzeln kenntnlich gemacht. Zu jeder Dekade wählt Sybil Gräfin Schönfeld literarische Texte von Rang, teils in direktem Zusammenhang stehend (Falladas „Kleiner Mann, was nun?“), teils durch ein Stichwirt verbunden („Der Butt“ von Grass in den 70ern der Novuelle Cuisine). Ein bunter Reigen ergibt sich im Buch aus interessanter, längst vergangener, Esskultur im wahrsten Sinne des Worte, aus einer Vernachlässigung des Essens als gesellschaftlichem und gesundheitlichem Akt bis hin zur Gegenwart, gepaart mit dem erhöhten Interesse am besonderen Essen durch Sterneköche und Fernsehshows. Hier wird die Reibung und Spannung besonders deutlich, welch breites und öffentliches Thema Essen im Lauf der Jahre geworden ist und wie wenig Augenmerk der einzelne auf das Essen im Alltag nur richtet. Dies alles paart die Autorin mit dem literarischen Vergnügen, ausgewählte Texte der Literatur der entsprechenden Dekaden vorzustellen und in Verbindung zu setzen. Abgerundet wird das Buch durch eine ganze Reihe anregender Rezepte. Flüssig geschrieben mit interessanten Erkenntnissen, unterhaltsamer Darbietung und wichtiger Literatur ist das Buch durch die Bank empfehlenswert und ein reines Lese (und Eß) Vergnügen, das zum Nachkochen und Nachsinnen anregt.

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  • Rezension zu ""Zu Tisch, zu Tisch!"" von Sybil Gräfin Schönfeldt

    "Zu Tisch, zu Tisch!"

    Gospelsinger

    29. October 2010 um 20:37

    Die Essgewohnheiten ändern sich dauernd. Das kann man begrüßen (multikulturelle Vielfalt statt Einheitsbrei) oder bedauern (Fastfood und künstliche Geschmacksstoffe statt Genuss frischer Zutaten), immer aber ist das Thema Essen mit Emotionen aufgeladen. Sybil Gräfin Schönfeldt nimmt uns mit auf eine kulinarisch-literarische Reise durch das 20. Jahrhundert. Jeweils für ein Jahrzehnt werden die Essgewohnheiten beschrieben, ergänzt durch zeitgenössische Literatur und passenden Rezepten, abgerundet mit schönen Fotos. Die Politik und die Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse wirken bis in die Küchen hinein. So folgte beispielsweise auf die Schlemmerei zur Kaiserzeit der durch Industrialisierung und Krieg bedingte Mangel. Die Küchen wurden kleiner und rationeller. Die Kochbücher, Rezepte und Zutaten änderten sich. Das edel gestaltete Buch liest sich spannend und vergnüglich wie ein Roman und lässt einen staunen, wie viel vermeintlich Modernes schon Jahrzehnte alt ist. Die Rezepte mit den dazugehörigen Fotos machen Appetit, und Literatur passt sowieso zu jeder Lebenslage. Dieses Buch ist äußerlich und innen ein richtiges Goldstück!

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