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Onni

vor 6 Monaten

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Hallo liebe Lese-Enthusiasten,

ich möchte Euch meinen Debütroman vorstellen, der Euch einlädt  auf eine kleine Zeitreise. Pia ist meine Heldin, aus ihrer Sicht wird die Handlung geschildert.

Als Pia zufällig einen TV Bericht über die Befreiung Rosstals im April 1945 durch die Amerikaner sieht, beginnt sie sich Fragen zu stellen nach der Geschichte ihrer Familie und inwieweit dies Einfluss auf ihre eigene Biografie hatte. Sie stößt auf Tagebücher und andere Dokumente ihrer Ahninnen. Es spannt sich ein Bogen ab 1850 von Notburga, der Ururgroßmutter über deren Tochter Maria, die eine Suffragette war, hin zur Oma Cäcilie, die nach Paris ging, zurück kehrte, heiratete und Pias Mutter gebar. Pia reist durch den Wandel der Zeiten, Aufbruch und Niedergang, Beginn des Technologiezeitalters. Sie erfährt einiges über die sich allmählich verändernde Stellung der Frau in der Gesellschaft.  Von einer rechtlosen, den unmündigen Kindern gleichgestellten Position hin zur emanzipierten Frau der heutigen Gesellschaft.

Andererseits gibt es die individuellen Antworten der Protagonistinnen auf ihre persönliche Lage.

165 Jahre lebendige, deutsche Zeitgeschichte.

Dieses Buch führt den Leser von der fränkischen Provinz nach Norwegen, USA, Frankreich und Afrika.

Im Spiegel der Biografien und Lebenswege der Ahninnen klärt sich für Pia ihr eigenes Leben. Am Ende versteht Pia ihre eigene Biografie besser und sie trifft eine Entscheidung.

Neugierig geworden? Dann bewerbt Euch :-) Meine Frage lautet, wann wurde die erste Universität in Deutschland gegründet und in welchem Jahr wurden Frauen regulär für das Studium zugelassen?

Ich werde täglich reinschauen, was so an Feedback, Fragen, Kommentaren und Hinweisen kommt und freue mich auf einen regen Gedankenaustausch.

Da das Buch 488 Seiten hat, denke ich dass wir 6 Wochen brauchen und die Leserunde startet am 15.4. und endet somit am 27.5.2017. Die Bewerbung läuft ab heute bis 10.4., der Versand erfolgt ab 11.4. an 10 Menschen, die Freude am Lesen und diskutieren haben.

 

Autor: Sybille A. Schmadalla
Buch: Von Notburga, Maria, Cäcilie, Malin und Pia

Onni

vor 6 Monaten

Plauderecke

One mans ceiling is another mans floor .... wir stehen als Frauen auf dem Boden den unsere Ahninnen bereitet haben. Starke Frauen der Vergangenheit - wer sind Eure Vorbilder?

parden

vor 6 Monaten

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Eigentlich bin ich nicht so sehr der Fan historischer Romane, auch wenn ich immer mal wieder einen lese, gerade zur neueren Geschichte. Aber das Thema interessiert mich schon, gerade angesichts der Tendenz, dass manche der jüngeren Frauen sich 'alte Zeiten' wieder herwünschen und es sich wundervoll vorstellen, sich ausschließlich um das Heim und die Kinder zu kümmern. Herrje. Trump würde sich freuen. Um einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung zu erhalten, würde ich mich daher freuen, hier mitlesen zu dürfen...

Die älteste Uni Deutschlands? Hui, gar nicht so einfach. 1386 nahm die Uni Heidelberg als erste in Deutschland den Lehrbetrieb auf. Geht man allerdings nach dem Gründungsprivileg, müsste die Uni Erfurt als älteste Uni Deutschlands gelten (1379 von Papst Clemens VII. erteilt - Heidelberg erhielt das Gründungsprivileg erst 1385; die haben dann wohl schneller gebaut...)

Zur zweiten Frage musste ich auch recherchieren - dümmer wird man hier jedenfalls nicht... ;) Gefunden habe ich Folgendes: 'An der Friedrich‑Wilhelm‑Universität in Berlin durften sich Frauen aufgrund eines Erlasses vom 18. August 1908 ordnungsgemäß immatrikulieren.' Vorher gab es wohl nur vereinzelt Gasthörerinnen an deutschen Universitäten - da war die Schweiz etwas schneller. Aber wenn man sich mal überlegt, dass in Deutschland vor 1978 die Ehefrau die schriftliche Genehmigung ihres Ehemannes vorlegen musste, wenn sie arbeiten gehen wollte, wundert einen irgendwie gar nichts mehr. Hart erkämpfte Rechte der Frauen...

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Leseratte-uhu

vor 4 Monaten

4. Pia recherchiert die Kriegsjahre ihres Vaters und Malin und Robert 14.5.
@Corsicana

Interessanter weise hat meine Mutter uns (meine Schwester und mich) immer vor den fremden Männern gewarnt, wir haben eingebleut bekommen nicht in fremde Autos zu steigen...im nachhinein, wenn man in den Medien mitbekommt, dass es oft Bekannte und Verwandte sind, die Kinder mißbrauchen, ist die Angst vor fremden Männer zu gering... Nach dem Lesen des Buches ist mir schon der Gedanke gekommen, dass meine Mutter vielleicht mitbekommen hat wie sich "fremde Männer" benehmen können (meine Mutter war 7 als der Krieg aus war), leider kann sie dieses Kapitel ihrer eigenen Geschichte nicht mehr verarbeiten, da sie an Demenz erkrankt ist.

Leseratte-uhu

vor 4 Monaten

3. Notburga und Malin 7.5.
@Corsicana

Ja, Malin war in ihrer Jugend viel dynamischer, doch dann wird sie von ihrem Leben desillusioniert, tragisch, doch anscheinend ging es vielen Frauen so. Meine Mutter, ich habe sie bereits ein paarmal erwähnt :), hat als Einzige ihrer weiblichen Geschwister es geschafft eine Ausbildung zu machen, vor allem eine, die sie sich selbst gewünscht hat. Sie hat zwar, als meine Schwester und ich geboren wurden, kurzfristig pausiert bzw. erst einmal aufgehört zu arbeiten, doch dann hat sie immer wieder eine neue Stelle gesucht. Unser Vater hat ihr das nicht verwehrt (ich habe erst als erwachsene Frau erfahren, dass die Arbeit der Ehefrau von der Genehmigung des Ehemannes abhing, das war in meinem Elternhaus kein Thema...) und trotzdem hat meine Mutter einmal gesagt - ich war im Studium - "wenn sie die Wahl hätte würde sie nicht noch einmal heiraten und Kinder bekommen" Ich war entsetzt, dies hat sie im Beisein meines Vaters gesagt, im Beisein uns Kindern. Zur damaligen Zeit wusste ich kaum etwas über die Frauenrechtsbewegung, doch ich wusste eins, diese Frau hatte uns alle im Griff, ihr Wille war meistens maßgebend, ich kann mich nicht an ein sog. "Machtwort" meines Vaters erinnern, diese Frau hat uns, ihre Familie nicht geschätzt, was haben wir falsch gemacht... sie, die uns immer mit dem "Schlagwort" Familie auf Linie gebracht hat, hat offen gesagt, sie würde auf uns verzichten. Das Warum und Wieso haben wir nicht von ihr erfahren, doch für mich war es quasi ein Startpunkt mich abzunabeln. Zwar immer wieder mit Rückfällen, unschönen Szenen und viel Herzleid, doch inzwischen habe ich es gelernt...Nun ist unsere Mutter krank und wir mussten wieder lernen, diesmal dass dies eine andere Frau ist, die nichts mehr mit der kalten Frau (Eiskönigin passt gut) zu tun hat....

Leseratte-uhu

vor 4 Monaten

Abschlussdiskussion und Fragen 28.5.

Titelbrainstorming:

- Eine femisistische Zeitreise
- Jede hat ihr eigenes Schicklsal
- Pia auf der Suche nach ihren Vorfahrinnen
- Frauenrechte im Wandel der Zeit
- Frauenschicksale
- gefundene Tagebücher

... es kommt natürlich darauf an, was aus dem Buch werden soll...

...vielleicht hat noch jemand Ideen?....

Onni

vor 4 Monaten

3. Notburga und Malin 7.5.
@Leseratte-uhu

Liebe Leseratte-uhu,
zu allererst danke ich Dir, wie auch allen anderen Teilnehmern, für die Offenheit und das Vertrauen, dass im Rahmen dieser Leserunde gezeigt wurde, ich fühle mich sehr wertgeschätzt.
Dieses Buch sollte anstoßen über die aktuelle Lage der Frauen nachzudenken und erworbene Rechte zu würdigen und sie zu verteidigen.
Beim Schreiben entwickelte es eine ungeheure Dynamik, insbesondere als ich über dem Schicksal der „Kriegsfrauen“ recherchierte. Ich war entsetzt! Deshalb wurde es auch ein Buch über Verstehen und Verzeihen.
Ich habe sehr viel gelesen und gehört über die Schicksale der Frauen und deshalb wurde meine Figur Malin auch „depressiv“. Zerbrochen an so viel – sich wiederholender - Gewalt.

Pia bekommt Kinder und Deine Frage, wie sie das geschafft hat ist zum Teil im Buch indirekt beantwortet, sie schafft es weil sie einen Partner hat, der die Kinder großzieht.
S. 117 als Lars darüber reflektiert wie gehöhnt wurde als er die Kinder erzog und als Hausmann zuhause blieb, es ist auch beschrieben dass sie erkennt, dass sie in der Erziehung ihrer Kinder Fehler macht, Muster wiederholt und auf S 448 ist beschrieben wie sie für sich beschließt, dass Lars die Kinder großzieht.

Die Reaktionen auf die Figur Malin, die ich erhalte, zeigen mir, dass ich mit dieser Figur einen Nerv getroffen habe. Die Nachkriegs-Mütter werden „wiedererkannt“. Es gibt viele persönliche Schilderungen, Nachdenkliches, totale Ablehnung und auch tiefe Mitleidsbekundungen für diese Figur.
Mir haben diese zum Teil heftigen Reaktionen auch gezeigt, es gab im Nachkriegsdeutschland diese „Eisköniginnen“. Ich zitiere eine Leserin „Nein, keine Eisprinzessin, eine Königin! Sie herrscht und beherrscht mit ihrer Kälte und ihrer Krankheit die ganze Familie…“
Die Figur der Pia zeigt, dass eine gewisse Versöhnung eintreten kann, wenn man nachvollzieht wie ein Mensch, eine Frau und Mutter zur Eiskönigin mutiert. Als Pia erkennt, dass die Mutter nicht gegen sie gehandelt hat aus „bösen Willen“ sondern ihre Unfähigkeit zur Empathie eine Folge der psychischen Erkrankung ist, da kann sie verstehen.
Mit dem verstehen kommt das verzeihen, verstehen heißt nicht mehr verurteilen, raus aus Mustern, raus aus schwarz/weiß.

Deine Mutter ist dement, sie kann nicht mehr berichten. Du hast selbst schon den Gedanken gehabt, wie es wohl auf eine 7jährige gewirkt haben muss, als die fremden Männer, die „Befreier“ kamen und was da wohl alles geschehen ist. Natürlich ist dies keine Entschuldigung für spätere Weitergabe von Verletzungen, vieles läuft da auf der unbewussten Schiene und ein kleines Kind hat dafür keine Wörter und die Mütter oft auch nicht.
Der Schluss aus S 459 beschreibt diesen Versöhnungsprozess als Pia sagt „das Wenige was gut war nehme ich mir mit, alles Schlechte lasse ich zurück“

In diesem Sinne – alles Liebe Onni/Sybille

Leseratte-uhu

vor 4 Monaten

Abschlussdiskussion und Fragen 28.5.

Hallo Sybille,
ja, der Satz "das Wenige was gut war nehme ich mir mit, alles Schlechte lasse ich zurück" kann ich noch etwas erweitern:
das Wenige was gut war nehme ich mir mit, das Schlechte ist nicht vergessen, aber vergeben und alles neue Gute nehme ich dankbar an und freue mich darüber - ja unsere Mutter ist in ihrem jetzigen Zustand zu allerlei positiven Überraschungen gut. Das zeigt wiederum, dass das Wesen meiner Mutter nicht grundsätzlich schlecht ist, nur konnte sie vielleicht früher in manchen Situationen nicht aus ihrer Depression/Krankheit raus (wir sind davon überzeugt, dass sie früher schon krank war und jetzt sich nur die Art und Weise geändert hat...)
Dein Buch kam zum richtigen Zeitpunkt - ich war schon über viele "Macken" von früher hinweg, der Prozess der Versöhnung mit der Mutter war schon im Gang und dann kommen noch diese Gedankenanstöße - perfekter Zeitpunkt, früher wäre zu früh gewesen :)

parden

vor 4 Monaten

Abschlussdiskussion und Fragen 28.5.

Meine Rezension ist nun auch fertig - und ich möchte mich noch einmal dafür bedanken, dass ich hier mitlesen durfte. Auch wenn das Leseerlebnis etwas anders war als erhofft, fand ich die Diskussionen hier sehr bereichernd. Ebenso wie die zusätzlichen Informationen, die die Autorin hier gab. Und bei allen Kritikpunkten, die ich so hatte, glaube ich auch an das Potential des Buches. In diesem Sinne: viel Glück!

https://www.lovelybooks.de/autor/Sybille-A.-Schmadalla/Von-Notburga-Maria-C%C3%A4cilie-Malin-und-Pia-1428278334-w/rezension/1459353221/

Onni

vor 4 Monaten

Abschlussdiskussion und Fragen 28.5.

Leserunde beendet - mein persönliches Fazit

Es hat etwas gedauert bis ich meinen gesamten Eindruck der letzten 6 Wochen in Worte fassen konnte.
Mein allererster Gedanke war: Schade, dass es vorbei ist!
Es war wahrlich nicht immer angenehm für mich, aber selten habe ich eine so offene, intensive und ehrliche Diskussion geführt – und das mit wildfremden Menschen. Darin bestand für mich die Bereicherung.
Dafür danke ich meinen Teilnehmerinnen für so viel intensiven Gedankenaustausch, so viel Offenheit.
Gestern war ich bei einer Lektorin für ein Vorgespräch und auch das Korrektorat wird bei ihr liegen.
Soweit zu den größten – selbstverschuldeten - Kritikpunkten an diesem Buch.
Es hat mich gefreut, dass auch heftige Kritikerinnen wie Parden das Potential des Buchs gesehen haben.
Hart aber Fair – wäre eines von mehreren Headlines, die ich über die sechs Wochen stellen würde.
Das Buch hat inhaltlich eindeutig eine zweigipflige Verteilung von1 Stern bis 5 Sterne bei Amazon, in den bisher erhaltenen Rezensionen / Bewertungen.
Einige Sachen die ich beabsichtigt habe, haben überhaupt nicht die gewünschte Reaktion bewirkt, so wurde kein einziger Bezug auf die philosophischen Zitate genommen, unter denen jedes Kapitel stand. Meine versteckten Anspielungen im Kapitel „Cäcilie“ auf ihre Begegnung mit großen Künstlern der Moderne, die damals alle in Paris lebten und großen Sammlerinnen aus USA – leider kein „Schmunzeln“.
Anderes hat mich überrascht, so die unmittelbare Herstellung zu Bezügen zur eigenen Familiengeschichte und den Frauenschicksalen der Mütter, Großmütter und Urgroßmütter.
Hier liegt sicherlich auch ein Stück des „Unbehagens“, des „Unangenehmen“ dieses Buches: die Fragen die es aufwirft. Fragen nach der eigenen Biografie, dem eigenen Verhältnis zur Mutter, Großmutter. Die Fragen nach den Kriegserfahrungen der Eltern/Großeltern usw. „Es zog mich in ein tiefes dunkles Loch“ (Robberta 1 Stern)
Auch den hohen Grad an Emotionen, Ablehnung und Protest, Wörter wie Wut fand ich gut, denn das bedeutet, dass man dabei ist, engagiert ist, eine Haltung zur Figur oder Handlung einnimmt.
„Das Buch kam gerade zur rechten Zeit….“ … „
Ich sichte die 229 Beiträge und clustere nach Themenkomplexen, damit hatte ich bereits begonnen und bin noch nicht ganz fertig. Etwas ratlos bin ich noch, wie die Überarbeitung aussieht:
1 Buch hieße straffen und kürzen oder 5 Bücher als fiktive Familiensaga, das wäre „ausbauen“, wobei ich in diesem Fall die gesamte inhaltliche Abfolge umstellen müsste … oder einen 1000seiter als Debütroman?!
Neben Kritik und vielen Hinweisen, Anregungen und Vorschlägen habe ich mir mitgenommen, dass das Thema interessant ist. Die Geschichte von Notburga, Maria, Cäcilie, Malin und Pia wird nicht so schnell vergessen werden.
Dies war meine erste Leserunde und ich hoffe, dass noch einige weitere folgen werden und dann würde ich meine aktiven Leserundenteilnehmerinnen gerne wieder alle an Bord holen.
Vielen Dank und liebe Grüße bis demnächst Eure Onni /Sybille

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