Sybille Bedford

 3,7 Sterne bei 36 Bewertungen
Autor*in von Ein Liebling der Götter, Treibsand und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Sybille Bedford

Sybille Bedford, geboren 1911 in Berlin als Tochter des Barons von Schoenebeck und seiner englischen Gattin, wuchs in Deutschland, England, Italien und Frankreich auf. Als junges Mädchen lebte sie mit ihrer Mutter und deren zweitem Ehemann, einem Italiener, an der Côte d’Azur, dem Zufluchtsort für viele europäische Künstler und Intellektuelle der Zeit. Alle ihre Romane und Reiseerzählungen schöpfen aus ihrem reichen biographischen Hintergrund. Sybille Bedford hat außerdem viele Jahre als Gerichtsreporterin berühmten Prozessen beigewohnt und darüber für Esquire und Life berichtet. Sie starb 2006 in London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Sybille Bedford

Cover des Buches Ein Liebling der Götter (ISBN: 9783492249096)

Ein Liebling der Götter

 (16)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Am liebsten nach Süden (ISBN: 9783865550507)

Am liebsten nach Süden

 (4)
Erschienen am 14.03.2008
Cover des Buches Zu Besuch bei Don Otavio (ISBN: 9783492249102)

Zu Besuch bei Don Otavio

 (3)
Erschienen am 15.12.2008
Cover des Buches Ein Vermächtnis (ISBN: 9783847720010)

Ein Vermächtnis

 (3)
Erschienen am 16.09.2013
Cover des Buches Rückkehr nach Sanary (ISBN: 9783492264419)

Rückkehr nach Sanary

 (2)
Erschienen am 11.02.2011
Cover des Buches Ein trügerischer Sommer (ISBN: 9783492249126)

Ein trügerischer Sommer

 (2)
Erschienen am 01.09.2007
Cover des Buches Ein Liebling der Götter (ISBN: 9783492550604)

Ein Liebling der Götter

 (0)
Erschienen am 06.07.2020

Neue Rezensionen zu Sybille Bedford

Cover des Buches Am liebsten nach Süden (ISBN: 9783865550507)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Am liebsten nach Süden" von Sybille Bedford

Am liebsten nach Süden
Elenchen_hvor 7 Monaten

Manchmal stößt man ganz unverhofft über eine wunderbar unterhaltsame Lektüre auf eine sehr beeindruckende Persönlichkeit. Mir ging das zuletzt bei "Am liebsten nach Süden" von Sibylle Bedford, in der Übersetzung von Matthias Fienbork, so. Sibylle Bedford wurde 1911 in Berlin geboren. Sie war Halbjüdin und homosexuell - für die Nazis also eine wandelnde Zielscheibe. Um sie vor der Internierung zu bewahren arrangierte ihr Freund Aldous Huxley eine Scheinehe mit dem ebenfalls homosexuellen Engländer Walter Bedford. So konnte sich Sibylle Bedford vor dem Übergriff Nazi-Deutschlands retten und sich zugleich ein bürgerliches Leben sichern. Von all diesen Verwicklungen liest man in ihrer Reise-Essay-Sammlung "Am liebsten nach Süden" zwar nichts, schmökert man das Buch aber mit dem Wissen um diesen Hintergrund, stechen immer wieder ihr Freiheitsdrang und ihr gesellschaftskritisches Denken hervor.


Geschrieben hat Bedford ihre im Wesen sehr unterschiedlichen Reiseberichte zwischen der Nachkriegszeit bis hin zum Massentourismus der 1970er Jahre. Sie nimmt die Lesenden in acht Essays von Capri über Dänemark und die Schweiz mit bis in das autokratische Jugoslawien, immer mit einem besonderen Blick auf ihre Umgebung, einem Gläschen Wein in der Hand und einem ausufernden Essen auf dem Teller. Sie setzt sich einfach in ein Auto und fährt los und ist damit eine der ersten Frauen, die so über ihre Reisen berichten. Erschienen sind die Texte in diversen Hochglanzmagazinen, unter anderem der Vogue.


Gerade wegen solcher Bücher finde ich die Büchergilde einfach fabelhaft, denn niemals wäre ich von selbst darauf gekommen, diese Reiseberichte der 2006 verstorbenen Schriftstellerin und Journalistin zu lesen. Im Gewand der Büchergilde unterwegs-Reihe ist die Lektüre dazu noch ein richtiger Hingucker und passt in jede (Reise-)Tasche. Ein perfektes Sommerbuch, das die akute Reiselust stillt und mir eine ausgesprochen inspirierende Frau näher gebracht hat. Toll!

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Cover des Buches Ein Liebling der Götter (ISBN: 9783492249096)

Rezension zu "Ein Liebling der Götter" von Sybille Bedford

Charaktere ohne Eigenschaften
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

Es hätte durchaus eine Interessante Geschichte werden können, denn sie spielt in den zwanziger Jahren bis nach dem zweiten Weltkrieg an unterschiedlichen Orten Europas. Die Ich-Erzählerin ist die Tochter der vom Leben verwöhnten und opulent lebenden Constanza, welche wohl "Ein Liebling der Götter" ist.

Die Tochter Flavia, nicht weniger verwöhnt, sehr egozentrisch und eher gefühlskalt, was vor allem bei der Beschreibung ihrer eigenen Tochter unangenehm auffällt,  beschreibt ihr abwechslungsreiches Leben zwischen ihren Eltern, Liebeleien, dem Krieg, der Ehe, der Mutterschaft, der politischen Lage und immer wieder in Bezug auf ihre Mutter Constanza. 

Es bleibt jedoch so gut wie immer bei Beschreibungen. Ich war nie nah genug, um die Charaktere besser zu erkennen, geschweige zu verstehen. Alles ist wie aus weiter Ferne beschrieben und ich bin das ganze Buch hindurch nicht wirklich in eine gute Lesestimmung gekommen. 

Gelesen habe ich das Buch jedoch dennoch, weil es erstaunlich gut geschrieben ist, sehr flüssig ausformuliert, ohne Längen und ich immer dachte, jetzt muss doch mal mehr Licht auf die Handlungsweisen gelegt werden und vielleicht auch Hintergrundinformationen detailliert dargestellt werden?  

Da es jedoch in der Ich-Form und aus der Sicht der sehr langweiligen Flavia geschrieben ist, ist es eigentlich nur konsequent, dass auch der Leser nicht mehr erfährt, da die Gedankentiefe dieser jungen Frau sehr oberflächlich ist und bleibt. 

Demzufolge plätschert der Roman so dahin, man kann ihn lesen, wenn man nichts Besseres hat oder einfach nur ganz abschalten will. Wirklich empfehlenswert ist er aber nicht. 

Für die Story ein Stern, für die den Schreibstil aber drei. 

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Cover des Buches Ein Vermächtnis (ISBN: 9783596165827)
Viv29s avatar

Rezension zu "Ein Vermächtnis" von Sybille Bedford

Beginnt brillant, wird ab der zweiten Hälfte banal
Viv29vor 3 Jahren

Sybille Bedford gewährt uns hier einen stark von ihrem eigenen Familienhintergrund geprägten Blick in zwei deutsche Familien zwischen 1870 und 1914.

Zunächst lernen wir die jüdisch-großbürgerliche Familie Merz in Berlin kennen. In einer herrschaftlichen Villa wohnt das alte Ehepaar Merz recht fern von der richtigen Welt. Wir lernen die Familie Merz durch detaillierte, mit trockenem Humor verfaßte Beschreibungen ihrer Villa, ihres Lebensstils und ihrer Familienbeziehungen kennen. Ein Großteil des Romans besteht aus Dialogen, die uns recht schmucklos präsentiert werden, manchmal nur durch die Dialogzeilen, manchmal durch ein recht einfaches "sagte x", "sagte y", "sagte x". Die Dialoge zu Beginn sind einfach wundervoll, fassen das Wesen der Charaktere ausgezeichnet zusammen, sind in ihrer Knappheit unglaublich komisch.

Die zweite Familie sind die Lanadeligen von Felden aus Baden. Eine Familie mit jahrhundertealter Geschichte, dem Alten verhaftet, der neue Welt gegenüber mißtrauisch. Es wird französisch parliert und mit diesem neuen Deutschland kann man so gar nichts anfangen, mit den Preußen sowieso nicht. Auch hier wieder bemerkenswerte Lebensfremdheit. Man sitzt auf seinem Gut und ignoriert weitgehend, was da so alles draußen vor sich geht. Auch das wird ausgezeichnet beschrieben, trotz knapper Beschreibungen sind die Charaktere fabrig, lebenssecht. Hier wechselt die Tragik des Geschehens (ein Sohn der Familie wird durch die grausamen Praktiken einer Kadettenanstalt fürs Leben gebrochen) mit der Situationskomik, die sich durch die ganz eigene Art dieser Landadelswelt ergibt. Etwas anstrengend fand ich die vielen Sätze auf Französisch und die Tatsache, daß die Charaktere manchmal bei der deutschen Version des Namens genannt werden, manchmal bei der französischen (zB Julius/Jules).

Jules ist derjenige, der durch eine Heirat die beiden Familien Merz und von Felden verbindet. Hier war ich ebenfalls amüsiert durch die auf beiden Seiten bestehenden religiösen Sorgen & Vorurteile, die sich aus einer katholisch-jüdischen Verbindung ergeben. Man taucht wirklich ein in diese Welt des Großbürgertums und Landadels, die erste Hälfte des Buches ist ein großartiges Sittenbild. Julius ist ganz hervorragend im Geldausgeben und auch hier ist das Selbstverständnis jener Welt herrlich charakterisiert, weil es sich einfach von selbst versteht, daß er nicht arbeiten wird, sondern durch ausgesprochen großzügige Zuwendungen der Familien seinen ganz dem Genuß gewidmeten Lebensunterhalt bestreitet.

Nachdem die erste Hälfte des Buches also durch den herrlich pointierten Stil und das Eintauchen in diese Welt erfreut, wurde es in der zweiten Hälfte für mich langweilig. Julius' zweite Ehe mit einer ebenfalls völlig sinnlos dahinlebenden Frau wird hauptsächlich durch Dialogfetzen beschrieben, die - wie das Leben der beiden - ausgesprochen inhaltsleer sind. Das ist sicher Absicht, langweilt aber in dieser Häufung. Wir bekommen unerklärte Häppchen hingeworfen und sehen lesenderweise reichen Leuten beim Sich-Langweilen zu. Die wird zum Handlungsinhalt und das reicht einfach irgendwann nicht mehr aus. Für mich hat sich die Autorin ab der Mitte des Buches zu sehr in der Banalität verloren, das Pointierte verschwand, das Rührende auch. Diese zweite Hälfte war schlichtweg zäh und kein Vergnügen mehr.

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