Sybille Ebert-Schifferer Caravaggio

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Inhaltsangabe zu „Caravaggio“ von Sybille Ebert-Schifferer

Um 1600 erregte der junge Caravaggio (1571-1610) in Rom durch seine neuartigen Bilder großes Aufsehen. Sie stachen hervor durch ihre unerhörte psychologische Authentizität, ihre kühne Naturnähe und ihre geistreichen Einfälle. Seine Kunst trug Caravaggio Wohlstand und sozialen Aufstieg ein, sein Lebenswandel brachte ihn immer häufiger mit dem Recht in Konflikt. Sybille Ebert-Schifferer zeichnet in ihrem großzügig illustrierten Band ein bewegtes, vielseitiges Bild von Leben und Werk des Künstlers.<br>Dabei stellt sie zahlreiche Klischees in Frage, welche das Urteil über Caravaggio von Anfang an geprägt haben. Indem sie ihn in den Kontext seiner Zeit stellt, macht sie einen anderen Caravaggio sichtbar, der sich als nicht weniger schillernd und fesselnd erweist. Anders als immer wieder behauptet, mangelte es dem Maler weder an Bildung noch an Frömmigkeit, und er war technisch höchst versiert. Er entwickelte eine erfolgreiche Marktstrategie, erlangte großes Ansehen bei seinen hochstehenden Auftraggebern, und selbst seine juristischen Vergehen folgten den Verhaltensnormen einer adeligen Schicht, an der er sich orientierte. Alle originalen Gemälde Caravaggios sind in diesem Band abgebildet. In ihnen durchdringen sich Profanes und Heiliges auf unnachahmliche Weise. Im Geiste ihrer Zeit sollten sie die Affekte ansprechen, beim Kenner Staunen erregen und die Menschen zum Glauben führen. Das Geheimnis der ungeminderten Wirkung von Caravaggios Kunst erschließt dieses neue Standardwerk.<br>

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  • Rezension zu "Caravaggio" von Sybille Ebert-Schifferer

    Caravaggio
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    28. January 2013 um 13:38

    Opulente „Bild-Biographie“ Entspannt und elegant, so kann es nennen, legt Sybille Ebert-Schifferer, Direktorin der Bibliotheca Hertziana in Rom, eine sachgerechte, persönliche und reich bebilderte Biographie und Darstellung des Werkes des Michelangelo Merisi aus Caravaggio in diesem großformatigem Bildband vor. Eine reichhaltige und bestens abgelichtete „Ausstellung“ der aussagekräftigen und intensiven Bilder Caravaggios bilden hierbei in gleicher Weiser einen Sinnesgenuss, wie es die vielfachen und stets fundierten Textbeiträge vermögen. Durchaus kommt man als Leser der Rezeption und Bewertung Caravaggios „vom malenden Engel zum Verderber der Malerei“ auf die Spur. Eine Rezeption, die Ebert-Schifferer ebenso sachkundig und unaufgeregt reflektiert, wie sie den Lebens- Und Schaffensweg Caravaggios umfassend zu Gehör bringt. Ein Maler, der von Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit her „für Aufregung“, zunächst in Rom, gesorgt hat. Wie auch im weiteren Verlauf der Rezeptionen und Interpretationen über die Jahrhunderte hinweg die „Interpretationsoffenheit“ seines Werkes immer wieder breite Gelegenheiten ergeben hat, sich aus neuen, anderen, individuellen Standorten her dem Werk zu nähern. Christologe oder Bohemien? Rebell mit sozialem Widerstand oder Protege der Reformtheologie? In dieser Meinungsvielfalt stellt sich die Autorin umgehend selbst als „Restriktionistin“ dar und vollzieht dies im vorliegenden Werk einerseits durch die Beschränkung auf jene Werke, die als weitgehend gesichert „eigenhändig“ gelte und geht zum anderen in die Richtung, alle Behauptungen über Werke und Biographie nicht aus „Zirkelschlüssen“ her herzuleiten, sondern jeweils kritisch an der Quellenlage zu prüfen. Zwei Ansinnen, denen die Autorin im Werk spürbar nachkommt und somit eine, soweit das im Blick auf Caravaggio möglich ist, durchaus objektive Grundlage für den Leser in Betrachtung des Werkes und der Biographie des Malers schafft. In all diesen Möglichkeiten, sich dem Werk zu nähern, den vielfältigen Interpretationsansätzen, wundert es nicht, dass Caravaggios Bilder zunächst vielfach Reaktion in den damaligen intellektuellen Kreisen fand, bevor er vom „Volk“ ebenfalls breit wahrgenommen wurde. Wobei umgehend (bereits 1642 in der Biographie durch Baglione) gleichsam auch die Kennzeichnung als „Nichtskönner“ vorgetragen wurde, mitsamt einer Steigerung des (schon älteren) Versuches, die Bewunderer Caravaggios sozial zu deklassieren. Von Beginn an also spalteten sich die Betrachter des Werkes in Bewunderer und Feinde. Eine Spannung, die Ebert-Schifferer, dankenswerterweise sehr flüssig und eingängig im Stil, von Beginn an darlegt und damit den „roten Faden“ für die Darstellung der vielfach divergierenden Bewertungen in den Raum des Buches legt. Wichtig vor allem im Blick darauf, dass kaum einer (gerade der frühen) Autoren „interessenlos“ sich Maler und Werk genähert hat, sondern vielfache Schriften und Aussagen aus je subjektiven Interessen geleitet waren. In den Lebensstationen Lombardei (Kindheit, Jugend und Ausbildung), Rom ( Aufgehender Stern und Rivalitäten, Gönner und Kritiker) und Exil (Neapel, Malta, Sizilien) einerseits äußerlich und im abschließenden Kapitel „Kunstqualitäten“ (Innovation, Selbststilisierung, heilig und profan, die Herstellung der Bilder, Affekte und Sinnlichkeit) von der „Innenseite“ des Malers her betrachtet zeigt Ebert-Schifferer die Verbindung von Mann, Leben und Werk auf, legt Entwicklungslinien in Biographie und malerischem Ausdruck vor und bleibt jederzeit differenziert in ihrer Darstellung auch der verschiedenen historischen und divergierenden Stränge der Rezeption Caravaggios. Alles in allem ein umfassendes, bestens zu lesendes und zu schauendes „Kunst-Werk“ der Darstellung Caravaggios.

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  • Rezension zu "Caravaggio" von Sybille Ebert-Schifferer

    Caravaggio
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    14. May 2011 um 14:53

    Der vorliegende prächtig ausgestattet Band ist ein besonders empfehlenswertes Beispiel moderner kunstgeschichtlicher Darstellung. Sybille Ebert-Schifferer erzählt dort nicht nur das erfolgreiche und später sehr umstrittene Leben Caravaggios, der um 1600 im Rom durch seine Malerei großes Aufsehen erregte und für spätere Kunstepochen eine unschätzbare Wichtigkeit bekam. Sie ordnet das Werk Caravaggios kunsthistorisch ein und zeigt und beschreibt sein Leben und Werk in drei Abschnitten: 1. Lombardei 1571-1592 2. Rom 1592-1606 3. Exil 1606-1610 Es ist, wie die Autorin in ihrem Vorwort schreibt, ein völlig neuer, restriktionsfreier Versuch, der einem großen Vorbild geschuldet ist: „Es kann daher nichts als das dezidierte Bemühen angezeigt werden, die Kunst nach den Regeln der Kunst und den Menschen nach den Maßstäben der Geschichte zu beurteilen und dabei als Leitstern Wolfgangs Hildesheimers epochale Mozartbiographie im Auge zu behalten.“ Doch nicht nur für die Fachleute ist dieses Buch von hohem Interesse, auch der Laie wird bei seiner Lektüre viel lernen über Kunst, die Menschen, die sie herstellen , und über Kunstgeschichte und die Menschen, die sie, von welchem Interesse auch immer geleitet, schreiben.

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  • Rezension zu "Caravaggio" von Sybille Ebert-Schifferer

    Caravaggio
    HeikeG

    HeikeG

    Chiaroscuro . Michelangelo Merisi aus Caravaggio war eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des 16. und 17. Jahrhunderts. Wenige Künstler haben wohl die Nachwelt so fasziniert und zu Spekulationen angeregt wie er. Dreieinhalbtausend Literaturtitel tragen seinen Namen bzw. beschäftigen sich mit ihm und seiner Malerei. Die einen sehen in ihm „einen rebellischen, von der modernen Naturforschung angetriebenen Freidenker, einen heterodoxen Bohemien, der aus sozialem Widerstand die Unterschicht frequentierte“, die anderen als einen Protegé des Reformtheologen Kardinal Federico Borromeo, der christologisch verrätselte Bilder erfand. Und nicht zuletzt die allseits beliebten psychoanalytischen Deutungen seines Lebens und Werks. . Die exzentrische und tragische Lebensgeschichte des Italieners scheint sich jedenfalls in seinen eigenartigen Bildschöpfungen widerzuspiegeln, die schon seine Zeitgenossen spalteten. „Das Faszinosium von Caravaggios Kunst besteht wohl nicht zuletzt darin, dass sie nicht nur all das aushält, sondern immer wieder intellektuell anregende Erkenntnisse ermöglicht.“, schreibt Sybille Ebert-Schifferer im Vorwort zu ihrer opulenten Werks- und Bildbiografie. Die Direktorin der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) in Rom bekennt sich selbst als Restriktionistin in jeder Hinsicht. Sie geht mit der Anerkennung von Gemälden als Originale Caravaggios sehr sparsam um. So beschränkt sie sich in ihrem Buch zum einen auf Werke des Künstlers, die ihr als sicher eigenhändig gelten. Zum anderen unterzog sie jede Behauptung über Werke und Biografie einer kritischen Wertung und verzichtete lieber auf Aussagen, als sie in ihren Text einfließen zu lassen. . Entstanden ist eine substantielle Monographie, die fern jeglicher, vielleicht liebgewordener Diskussionen bleibt, wie zum Beispiel diejenige über mit Caravaggios Gemälden verknüpfte Skandale und Ablehnungen. Sybille Ebert-Schifferer rätselt weder über die Modelle des Malers, noch versucht sie den von unterschiedlichsten Biografen „ersonnenen Kitt zwischen Person, Werk und Unauslotbarkeit “ zu bestätigen oder zu widerlegen. Der Autorin gelingt es dadurch, die reale Figur in „ihrer historischen Fremdheit und das Werk in seiner verbalen Unauslotbarkeit wiederzugewinnen“. Ihr Versuch, alle historisch plausibel erscheinenden Ansätze miteinander zu verbinden und fruchtbar zu machen gelingt ausgezeichnet. Das Buch ist nicht nur visuell eine Augenweide, auch der gut verständliche Text, in einer anschaulichen Wissenschaftssprache verfasst, trägt zum äußerst positiven Gelingen des Gesamtwerkes bei. . Fazit: 267 Seiten informeller Text, fern jeglicher Spekulationen, knapp 200 zum Teil großformatige und farbige Abbildungen in hervorragender Druckqualität, Zeittafel, Glossar und visuelles Werksverzeichnis vereint Sybille Ebert-Schifferers opulente Monografie, die einen präzisen und differenzierten Blick auf das mitunter in den letzten Jahren recht verzerrt dargestellte Leben und Wirken Caravaggios wirft. Eines jedenfalls ist unbestritten: Vor allem durch sein dramatisches Hell-Dunkel („chiaroscuro“) und die Inszenierung der Figur, bei der der menschliche Ausdruck in seiner Natürlichkeit und ihre psychologische Authentizität im Vordergrund steht, revolutionierte Caravaggio die Malerei entscheidend.

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