Sybille Lengauer Hospitalistische Liebeslieder

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Inhaltsangabe zu „Hospitalistische Liebeslieder“ von Sybille Lengauer

Mangelhaft. Mit diesem simplen Wort konnte man ihr ganzes bisheriges Leben zusammenfassen. Zumindest, wenn es einen interessiert hätte. Wenn jemand hergekommen wäre, um zu fragen: "Sag, Henni, wie ist es denn so, dein Leben?" dann hätte sie, wie aus der Pistole geschossen geantwortet: "Mangelhaft!" Aber es kam keiner, war nie einer gekommen und würde auch niemand mehr. Nicht in diesem Leben und an ein Nächstes wollte sie wirklich nicht mehr glauben. Nicht heute, nicht morgen. Reinkarnation mangelhaft. Einfach zum Haare raufen.

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  • Rezension zu "Hospitalistische Liebeslieder" von Sybille Lengauer

    Hospitalistische Liebeslieder

    Kittie

    04. March 2011 um 23:59

    Ich glaube bevor ich hier anfangen kann, muss ich ein "Vorwort" einschieben in dem ich ein wenig meinen Sybille-Kult frönen kann. Damit ich nachher halbwegs objektiv sein kann, aber wenn ihr meine Ergüsse verfolgt habt, dann wisst ihr, dass Bücher bei mir etwas sehr subjektives sind. Da es später auch mehr um das Buch gehen soll, muss ich mich hier noch mal schnell diesen Kult hingeben. Achja die gute Sybille... wirklich eine tolle Frau, die mit ihren Geschriebenen tiefste Bewunderung ausgelöst hat. Man erinnere sich nur an 'Hirnwichsen' ihren ersten großen Auftakt - wo ich doch hoffe, dass ihr euch auch schon mal mit befasst habt. Wenn nicht besteht dort noch Nachholbedarf und dies kann man bei ihrem MySpace-Account zu Hirnwichsen erledigen. Wenn ihr es noch nicht kennt, dann schaut dort in den Blog, holt euch Anreize und kauft am besten gleich dieses Buch. Dann werdet ihr mich auch besser verstehen können... Nun aber zum Eigentlichen: Was kommt nach Hirnwichsen? -Hospitalistische Liebeslieder, denn die bezaubernde Sybille Lengauer ließ ihren Gedanken freien Lauf und verfasste ein österreichisches "Märchen" um die Grundschullehrerin Henrietta Karbacher, die ihr gesamtes Leben mit einem Wort beschreibt - mangelhaft. "Existenz? Mangelhaft. Beruf? Mangelhaft. Privatleben? Mangelhaft bis zum Exzess! Aussehen? Mangelhaft. Lebenswille? Ungenügend." Der Lebenswille schon ungenügend - dies ist wohl der Knackpunkt warum Henrietta beschloss endgültig aus diesen mangelhaften Leben auszutreten. Sie bricht auf zum Liebesfelsen von Unterschlundsbach, wo sich sonst das Unterschlundsbacher Jungvolk vergnügt und ihren Trieb nachgehen - ein Erlebnis, welches Henrietta nie erleben durfte - um sich dort in den Tod zu stürzen. Sie ist auch kurz davor ihrem Leben ein Ende zu setzen, aber dies soll ihr nicht vergönnt sein, denn der Tschusch Milan hält sie von ab. Obwohl er mit der selben Absicht den Liebesfelsen aufsuchte. Aber der Tod wird noch lange auf die beiden warten müssen, denn vorher tun sie sich zusammen und schmieden finstere Pläne gegen das Unterschlundsbacher Volk. So viel erstmal zum Inhalt und da ich nun das komplette Buch kenne, kann ich euch sagen, dass diese depressive Grundstimmung, die der Klappentext oder der Auszug vom MySpace-Profil suggeriert, wird später komplett über den Haufen geworfen. Es geht im Lauf der Geschichte noch viel lustiger zu. Erwähnen möchte ich hier das Kapitel "Dienstag". Da habe ich herzhaft gelacht und vor allem laut - was, soweit ich mich erinnern kann, noch nie beim Lesen eines Buches hatte. Man muss vielleicht einen etwas eigenartigen Humor mitbringen, denn mancher könnte dies vielleicht schon als ekelig empfinden. Aber ich fand es toll und zum Ende der Geschichte konnte ich auch noch mal lachen. Stichwort: Bürgermeister und seine Frau. Was einem, neben seltsamen Humor, auch zu Gute kommen könnte, ist wenn man in irgendeiner Art und Weise das Dorfleben kennt. Weil Henrietta und Milan könnte man auch als Außenseiter bezeichnen. Sie fett, hässlich und noch Jungfrau, er der "dumme" Ausländer, den man mit sämtlichen Arbeiten ausbeuten kann. Solche Menschen gehen schnell unter oder werden zum Gespött im Dorf. Vor allem dann wenn man auf der Gegenseite Typen hat wie die "Hübsche", eine Schulderektorin, die sich keine Sorge um einen Mangel an Schülern machen muss, sorgte sie denn selbst für genug Nachschub, den "Sportler" (Sportlehrer), einen durchtriebenen Bürgermeister und einen Pfarrer, der sich nicht nur zu Gott hingezogen fühlt. -Kommt mir fast vor wie in meiner Heimat.- Da hat man es als Außenseiter verdammt schwer. Da kann so mancher Tag wirklich zum Alptraum werden. Wenn man das kennt oder sich vorstellen kann, dann wird man auch schnell Zugang zu Henrietta oder Milan finden und die Beiden in ihren Taten so gut verstehen können. Denn sie rechnen mit allen ab und spielen denen bitterböse Streiche. Was das für Streiche genau sind? Tja... um das herauszufinden, müsst ihr das Buch schon selber lesen. Und glaubt mir es lohnt sich. Denn es zeigt uns nicht nur, dass Liebe für alle da ist, sondern es sind auch andere Wahrheiten enthalten. Besonders im Kapitel "Schönheit?". Hier feuert Milan mal richtig was ab. Es ist nicht nur immer das Äußere. Klar so eine Hollywood-Püppi sieht schon schön aus, aber was nützt einem Schönheit, wenn keine Menschlichkeit dahinter ist? Oder Intelligenz? Was bringt einem eine Sexbombe, wenn man mit der sonst nichts anfangen kann. Da geht man(n) ein paar Mal drüber und irgendwann verblasst die Schönheit und dann muss was Neues her. Irgendwo kann es das doch nicht sein. Nichts, Niemand ist perfekt und wer so einen Perfektionismus anstrebt, ist einfach gesagt ein Idiot. Herrlich was Sybille ihrem Kopf da entsprungen ist. Hospitalistische Liebeslieder ist nun Sybille ihr zweites Werk und wenn es auch grundverschieden zu Hirnwichsen ist, muss es sich einen kurzen Vergleich gefallen lassen. War Hirnwichsen noch eine Ansammlung von Gedichten und Kurzgeschichten, ist Hospitalistische Liebeslieder eine komplett in sich geschlossene Geschichte. Ist aber nur die äußere Form. Vom Inhalt her ist Hirnwichsen das Bessere. Wie aber schon gesagt, bin ich nicht ganz objektiv und mittlerweile ist ihr erstes Werk bei mir auch schon im höchsten Kultstatus und wie ich etwas zuerst kennengelernt habe, hab ich es auch am Liebsten. Ist die böse Gewohnheit und wie Menschen sind ja von Natur aus faul. ;) Wie auch immer... So steht Hospitalistische Liebeslieder dem ein wenig nach, was aber noch lange nicht heißt, dass es schlecht sei. Es ist immer noch genial und es gibt reichlich zu entdecken und zum Nachdenken und irgendwann werde ich es auch genauso lieben wie Hirnwichsen. Da bin ich mir sicher. Vielleicht habt ihr euch weiter oben über das Wort "Tschusch" gewundert. Nein es ist kein Schreibfehler und es ist auch keine seltsame Art von meinem Neologismus. Es ist ein österreichisches Wort und ich musste auch Google befragen wo mir dann erklärt wurde, dass es ein abwertendes Wort für Menschen aus dem süd-östlichen Bereich ist. Es ist aber nicht nur das eine Wort auf österreichisch, sondern man findet doch noch einige mehr. Manche bekommt man aus dem Zusammenhang raus und andere wieder nicht. Daher eine kleine Empfehlung von mir: Ostarrichi.org. Dies ist ein deutsch-österreichisches Online-Wörterbuch. Hat mir gut weitergeholfen - aber auch erst als ich den Schimpfwortfilter rausgenommen hab. Schön was ich wieder an neuen Wörtern dort gelernt habe. Ich freu mich schon auf dem Nächsten, der mir dumm kommt. Den knall ich dann diese Wörter um die Ohren - das wird ein Spaß! Übrigens Schreibfehler. Was mir schon bei Hirnwichsen aufgefallen ist, war hier das Selbe. Ich hab keine Druck- bzw. Schreibfehler gefunden. Das muss ich mal loben, denn bei anderen Büchern (gut die haben auch weniger Klasse) entdecke ich hin und wieder mal welche. Aber das nur als Randbemerkung. Abschließend bleibt mir nur zu sagen, dass Sybille ihre Bücher unter keinen Weihnachtsbaum fehlen dürfen! Also beschenkt eure Frauen, Männer, Freunde, Kollegen, ... diese Bücher sind einfach ein MUSS für Freunde des geschriebenen Wortes. Also besorgt euch dieses Buch und gebt euch diesem Erlebnis hin. Es lohnt sich... was auch besonders dafür spricht, ist das ich ein Buch niemals ein zweites Mal lese. Aber bei Sybille ihren Werken mache ich liebend gerne eine Ausnahme.

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