Sydney Stafford Fünf Wochen: Der Kampfschwimmer (Band 1)

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Inhaltsangabe zu „Fünf Wochen: Der Kampfschwimmer (Band 1)“ von Sydney Stafford

--- GAY MILITARY THRILLER --- Sönke Liebig, ein junger Soldat des Marineunterstützungskommandos, hat beschlossen, die Familientradition aufrecht zu erhalten und Kampfschwimmer zu werden. Doch bevor er die Ausbildung antreten kann, muss er an einem höllischen Auswahlverfahren teilnehmen. In fünf harten Wochen werden die Anwärter an ihre Grenzen und weit darüber hinaus gebracht. Nicht nur die auf ihn wartenden Herausforderungen machen Sönke zu schaffen, auch sein Ausbilder schikaniert ihn. Gleichzeitig wird sein Privatleben vollkommen auf den Kopf gestellt und Sönke findet sich in einer verbotenen Beziehung wieder, die auf keinen Fall ans Licht gelangen darf. Es kommt, wie es kommen muss: Die Situation eskaliert und alles steht auf dem Spiel.
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  • Ein Offizier und Gentleman im Tauchbecken

    Fünf Wochen: Der Kampfschwimmer (Band 1)
    BarbaraDrucker

    BarbaraDrucker

    23. March 2017 um 22:16

    "Früher war er immer der Mädchenschwarm gewesen, und er hätte jedes Wochenende eine andere Frau haben können. Angebote gab es genug." Zu dumm nur, dass Sönke Liebig nicht wirklich an Frauen interessiert ist. Kurz bevor er sich dem Auswahlverfahren zur Kampfschwimmerausbildung stellt, macht seine Freundin mit ihm Schluss – er sei gefühlskalt. Sönke muss ihr recht geben und weiß durchaus, woher der Wind weht. Allerdings ist er von einem Outing noch meilenweit entfernt, noch glaubt er selbst, ein "normales" Leben führen zu können. Bis er im psychologischen Teil der Aufnahmeprüfung Farbe bekennen muss. Die fünf härtesten Wochen seines Lebens beginnen, und Sönke muss sich nicht nur den Schikanen seines Ausbildners stellen, sondern auch seinem eigenen Gefühlschaos. Zumal es rund um das Tauchbecken herum wahrlich nicht an attraktiven, durchtrainierten Männern mangelt.Es war meine erste Militär-Romanze, und ständig musste ich an "Ein Offizier und Gentleman" denken. Schikanierende Ausbildner, Freundschaften im Team, Kameradschaft und persönliche Probleme – "Der Kampfschwimmer" ist eine Liebesgeschichte, aber keineswegs oberflächlich. Sydney Stafford stattet jede Figur mit einem individuellen Charakter aus, die Rotte und ihre Ausbildner setzen sich aus facettenreichen Persönlichkeiten zusammen, und man findet sehr schnell Zugang zu ihnen.Die Geschichte wird durchgängig aus Sönkes Perspektive erzählt, wir tauchen daher vor allem in seine Gedanken ein. Die anderen Figuren lernt man durch ihre Handlungen und Dialoge kennen, und überrascht hat mich der unterschwellige Humor, der dabei immer wieder durchblitzt. Kein Schenkelklopfer-Humor oder Brachialkomik, sondern flapsige Sprüche, wie sie in einer reinen Männerwelt durchaus glaubwürdig sind. Sydney Stafford scheut nicht vor derben Aussagen zurück, hält aber gekonnt die Balance zwischen ordinär und authentisch. Die Figuren wissen selbst, wann sie "Flachwitze" machen, die wirklich guten Pointen rutschen ihnen eher en passant raus und bestechen gerade durch ihre Beiläufigkeit. Ich musste jedenfalls ein paarmal herzlich lachen.Ein paar sprachliche Unsauberkeiten gibt es, die lassen beim Lesen stutzen, hemmen aber den Lesefluss nicht so, dass man aus der Story rausfällt. Gewöhnungsbedürftig waren für mich die Kosenamen, doch das mag dem Unterschied zwischen nord- und süddeutschem Sprachgebrauch geschuldet sein. Mir persönlich wimmelt es zu viel von "Süßen". Ein "süßer Rotschopf" nervt irgendwann einmal, einen "süßen Seebär" stelle ich mir so um die sechzig vor und dass ein ehemaliger Kampfschwimmer seinen achtundzwanzigjährigen Sohn, der in seine Fußstapfen tritt, ausgerechnet "mein großer Kleiner" nennt, kaufe ich ihm nicht ab. Durch die Kosenamen wirkt Sönke weit jünger als er ist, doch das ist vielleicht sogar bezweckt, weil er sich trotz großer sexueller Neugier eine liebenswürdige Unschuld bewahrt hat.Neben dieser Unschuld zeichnet sich Sönke vor allem durch seine Unsicherheit aus. Er nimmt stets das Worst-Case-Szenario an, und angesichts seines Kopfkinos geht mir das meiste dann doch ein bisschen zu einfach. Sein Outing, seine ersten Erfahrungen mit Männern, sein erstes Mal schwuler Sex usw. Gerade bei den drastischen Wendepunkten in Sönkes Leben hätte ich mir eine Spur mehr Drama gewünscht. Dennoch ist die Geschichte vom ersten Augenblick an spannend erzählt, bis sie im letzten Drittel ordentlich an die Nieren geht. Denn kaum hat Sönke seine große Liebe gefunden, wird er auch schon in tiefe Zweifel gestürzt. Sein Date platzt, und sein Lover hält unerklärlichen Abstand. Sönke kämpft nicht nur gegen die Wellen der Ostsee, sondern ist auch gezwungen, sich im Strudel von Ohnmacht und Panik irgendwie über Wasser zu halten.Alles in allem bereitete mir die Geschichte sehr großes Vergnügen und zählt zu den wenigen Büchern, die ich gleich ein zweites Mal (zumindest auszugsweise) gelesen habe. Schuld daran ist ein gewisser Herr, der es mir vom ersten Augenblick an angetan hat. Aus Spoilergründen kann ich auf seine Stärken hier leider nicht eingehen und ich werde ihn auch nicht namentlich nennen, er wurde jedoch schnell zu meiner heimlichen Hauptfigur.Gerade für Neulinge auf dem Gebiet der Military-Gay-Romance bietet "Der Kampfschwimmer" einen anregenden Einstieg ins Genre, und ich bin schon sehr auf die Fortsetzungen gespannt. Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung!

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