Sylvain Tesson

 3.8 Sterne bei 24 Bewertungen
Autor von In den Wäldern Sibiriens, Auf versunkenen Wegen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sylvain Tesson

Sortieren:
Buchformat:
In den Wäldern Sibiriens

In den Wäldern Sibiriens

 (17)
Erschienen am 14.12.2015
Auf versunkenen Wegen

Auf versunkenen Wegen

 (4)
Erschienen am 04.09.2017
Napoleon und ich

Napoleon und ich

 (1)
Erschienen am 28.03.2016
Berezina

Berezina

 (1)
Erschienen am 10.03.2016

Neue Rezensionen zu Sylvain Tesson

Neu
peedees avatar

Rezension zu "Auf versunkenen Wegen" von Sylvain Tesson

Der philosophisch-poetisch-kritische Wanderer
peedeevor 8 Monaten

Nach einem Krankenhausaufenthalt will Sylvain Tesson keine Reha machen, sondern durch Frankreich wandern, und zwar während vier Monaten. Er will alte Wege gehen, durch verlassene Dörfer und Landschaften, insgesamt 1‘000 Kilometer zu Fuss.

Erster Eindruck: Auf dem Schutzumschlag (ich bin kein Fan von Schutzumschlägen) eine schöne Naturkulisse mit dem rastenden Autor im Vordergrund. Auf den inneren Klappenseiten hat es insgesamt vier Fotos.

Aufgrund eines Sturzes über acht Metern Höhe im volltrunkenen Zustand kommt Sylvain Tesson ins Krankenhaus. Sehr viele Dinge sind im Argen und er hat Glück gehabt, diesen Sturz überhaupt zu überleben. Vier Monate später kann er das Krankenhaus wieder verlassen. Er hat sich geschworen, wenn er je wieder aus dem Krankenhaus käme, würde er zu Fuss durch Frankreich laufen.
Es wird in der späteren Lektüre ansatzweise erzählt, was die Folgen seines Sturzes waren; u.a. hatte er Schrauben im Rücken, eine halbe Gesichtslähmung und auf einem Ohr war er taub und hatte dadurch Gleichgewichtsprobleme. Ich habe mich gefragt, ob eine mehrmonatige Wanderung in diesem Zustand die richtige Wahl ist. Für ihn offensichtlich schon.

Für mich war es das erste Buch von Sylvain Tesson und es wird voraussichtlich auch für längere Zeit das einzige bleiben. Leider hat mich der Schreibstil nicht gefesselt, sondern eher ermüdet, hier ein paar Auszüge:
- „Wenn wir die Flüssigbildschirme unseres High-tech-Lebens mit dem Absatz einträten, würde sich ein verborgener Weg öffnen, der Schimmer eines Tunnels durch das Dispositiv.“
- „In der Provence war Wein das Blut des unter der Sonne ächzenden Felses, hier war er eine Lymphe des Sands, den die Nebel bestäubten.“
- „Das Parkinsonsyndrom der Geschichte trug den Namen Globalisierung.“
- Er spricht von „magersüchtigen Bergketten“; einem Tal, das Alzheimer bekommt; von Tektonik, die das Opium der Landschaft sei.


Immer wieder philosophiert er, zitiert andere Dichter, Denker und Schriftstellerkollegen, erzählt aus der alten und jüngeren Weltgeschichte, zieht Bilder von bekannten Malern herbei, um etwas zu beschreiben oder zu kritisieren. Während dieser ganzen Wanderung habe ich mich wiederholt gefragt, was der Autor mir eigentlich mitteilen will. Ich habe es nicht herausgefunden, schade. Ich weiss auch nicht, ob es für ihn gesundheitlich eine wirkliche Besserung brachte.

Kommentare: 2
22
Teilen
Erdhaftigs avatar

Rezension zu "Auf versunkenen Wegen" von Sylvain Tesson

Auf versunkenen Wegen
Erdhaftigvor einem Jahr

Es ist weder ein Roman noch ein Reisebericht, den der Wanderer Tesson vorlegt. Es ist mehr ein poetisch und philosophisch verfasstes Tagebuch, in dem er sich seiner Genesung und den Veränderungen seines Körpers stellt. Mal wandert er allein, mal mit Fremden ein Stück des Weges, mal mit seiner Schwester – immer auf alten Wegen quer durch Frankreich. Die Begegnungen mit sich selbst sind gut beschrieben und so, dass man sich viel dazu vorstellen kann: Wie es vor Ort aussah, welch ein Leben er vorher lebte, wie andere leben. Denn auch in verlassenen Dörfern und Kapellen finden sich noch Menschen, die auf das Alleinsein Wert legen. So zieht Tesson seine Verbindungen zu anderen Ländern und Wanderungen.

Man kann gar nicht anders als immer weiter zu lesen.

Kommentieren0
1
Teilen
tootsy3000s avatar

Rezension zu "Auf versunkenen Wegen" von Sylvain Tesson

Geheimnisvolle Wege, philsophische Gedanken
tootsy3000vor einem Jahr

Silvain Tesson ist für mich durch sein Buch “In den Wäldern Sibiriens” kein unbekannter. Darin lebt er weit abgeschieden von der Zivilisation 6 Monate in einer einfachen Blockhütte ohne jeglichen Komfort zusammen mit zwei Hunden. Man kann also sagen, er ist ein Mann der Extreme. Er sucht die Einsamkeit ohne sich jetzt von den Menschen abzuwenden. Er liebt die Ruhe und die Einfachheit die in unserer Welt der Hektik, Eile und Bequemlichkeit nicht immer leicht zu finden sind.

In “Auf versunkenen Wegen” macht er sich auf, um das ursprüngliche Frankreich zu erkunden. Auf geheimnisvollen Pfaden durchstreift er sein Heimatland von der Provence im Süden bis zum entlegensten Zipfel der Normandie im Norden. Nicht immer gelingt es ihm, dem Pfad zu folgen. Private Grundstücke, Verbotsschilder, Straßen oder Sperrzonen behindern sein Fortkommen auf Wegen, denen Mensch und Tier zu früheren Zeiten wie selbstverständlich gefolgt sind. Aber wie kam es zu diesem Unterfangen? Tesson hatte einen schweren Unfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte und an dessen Folgen er lange Zeit zu kämpfen hatte. Anstatt seine Genesung in einem Reha-Zentrum voranzutreiben, beschloss er sich über längst vergessene Wege und Pfade zurück ins Leben zu arbeiten.

Seine Tagbucheinträge sind gespickt mit Eindrücken von Land und Leuten, seinen eigenen Gedanken und Philosophien. Es ist sehr gut zu lesen, doch hatte ich mir irgendwie doch etwas anderes vorgestellt. Einzelne Passagen der Region und der Wege kann man sich zwar gut vorstellen, doch ist der Bericht eher tiefsinnig und es geht einfach um ihn selber. Er macht keinen Hehl daraus, dass er vor dem Unfall dem Alkohol nicht abgeneigt war und so manchen Rausch zu verbuchen hatte. Was auch zu seinem Unfall führte. In seiner Wanderung verarbeitet er einige persönliche Dramen.

Mein Fazit:

Das Buch ist kein Reisebericht und natürlich auch kein Wanderführer. Tesson erzählt zwar von seinen Eindrücken über Land und Leute, doch mehr erfährt man was ihn antreibt, welche Gedanken ihn beschäftigen, während er durch Frankreich streift. Ein mitunter recht philosophisches Buch mit wunderschönen Fotos vorne und hinten in der Klappe. Es beweist, dass man auch bei uns noch abgeschiedene Orte und Ruhe finden kann. Das es Möglichkeiten und Wege gibt, mit viel Willen und Hartnäckigkeit zu genesen.

Kommentieren0
6
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 31 Bibliotheken

auf 2 Wunschlisten

von 1 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks