Auf versunkenen Wegen

von Sylvain Tesson 
4,0 Sterne bei4 Bewertungen
Auf versunkenen Wegen
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Positiv (3):
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Der Großmeister des literarischen Wanderns!

Kritisch (1):
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Während dieser ganzen Wanderung habe ich mich wiederholt gefragt, was der Autor mir eigentlich mitteilen will. Ich weiss es nicht, schade.

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Inhaltsangabe zu "Auf versunkenen Wegen"

Auf alten Wegen: 1000 Kilometer zu Fuß durch Frankreich
Mitten in Europa existiert es noch: unberührtes, verzaubertes Land. Sylvain Tesson macht sich auf und durchwandert vier Monate lang Frankreich. Seine Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit führt ihn durch verlassene Dörfer und Landschaften, auf vergessenen Pfaden und alten Wegen, die keiner mehr benutzt. Vielleicht nur die Wölfe. "Bisher las man Tesson, um in die Ferne zu schweifen. Jetzt kann man mit ihm die eigene Heimat erkunden." Paris Match

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783813507751
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Knaus
Erscheinungsdatum:04.09.2017

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    peedees avatar
    peedeevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Während dieser ganzen Wanderung habe ich mich wiederholt gefragt, was der Autor mir eigentlich mitteilen will. Ich weiss es nicht, schade.
    Der philosophisch-poetisch-kritische Wanderer

    Nach einem Krankenhausaufenthalt will Sylvain Tesson keine Reha machen, sondern durch Frankreich wandern, und zwar während vier Monaten. Er will alte Wege gehen, durch verlassene Dörfer und Landschaften, insgesamt 1‘000 Kilometer zu Fuss.

    Erster Eindruck: Auf dem Schutzumschlag (ich bin kein Fan von Schutzumschlägen) eine schöne Naturkulisse mit dem rastenden Autor im Vordergrund. Auf den inneren Klappenseiten hat es insgesamt vier Fotos.

    Aufgrund eines Sturzes über acht Metern Höhe im volltrunkenen Zustand kommt Sylvain Tesson ins Krankenhaus. Sehr viele Dinge sind im Argen und er hat Glück gehabt, diesen Sturz überhaupt zu überleben. Vier Monate später kann er das Krankenhaus wieder verlassen. Er hat sich geschworen, wenn er je wieder aus dem Krankenhaus käme, würde er zu Fuss durch Frankreich laufen.
    Es wird in der späteren Lektüre ansatzweise erzählt, was die Folgen seines Sturzes waren; u.a. hatte er Schrauben im Rücken, eine halbe Gesichtslähmung und auf einem Ohr war er taub und hatte dadurch Gleichgewichtsprobleme. Ich habe mich gefragt, ob eine mehrmonatige Wanderung in diesem Zustand die richtige Wahl ist. Für ihn offensichtlich schon.

    Für mich war es das erste Buch von Sylvain Tesson und es wird voraussichtlich auch für längere Zeit das einzige bleiben. Leider hat mich der Schreibstil nicht gefesselt, sondern eher ermüdet, hier ein paar Auszüge:
    - „Wenn wir die Flüssigbildschirme unseres High-tech-Lebens mit dem Absatz einträten, würde sich ein verborgener Weg öffnen, der Schimmer eines Tunnels durch das Dispositiv.“
    - „In der Provence war Wein das Blut des unter der Sonne ächzenden Felses, hier war er eine Lymphe des Sands, den die Nebel bestäubten.“
    - „Das Parkinsonsyndrom der Geschichte trug den Namen Globalisierung.“
    - Er spricht von „magersüchtigen Bergketten“; einem Tal, das Alzheimer bekommt; von Tektonik, die das Opium der Landschaft sei.


    Immer wieder philosophiert er, zitiert andere Dichter, Denker und Schriftstellerkollegen, erzählt aus der alten und jüngeren Weltgeschichte, zieht Bilder von bekannten Malern herbei, um etwas zu beschreiben oder zu kritisieren. Während dieser ganzen Wanderung habe ich mich wiederholt gefragt, was der Autor mir eigentlich mitteilen will. Ich habe es nicht herausgefunden, schade. Ich weiss auch nicht, ob es für ihn gesundheitlich eine wirkliche Besserung brachte.

    Kommentare: 2
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    Erdhaftigs avatar
    Erdhaftigvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Es ist mehr ein poetisch und philosophisch verfasstes Tagebuch
    Auf versunkenen Wegen

    Es ist weder ein Roman noch ein Reisebericht, den der Wanderer Tesson vorlegt. Es ist mehr ein poetisch und philosophisch verfasstes Tagebuch, in dem er sich seiner Genesung und den Veränderungen seines Körpers stellt. Mal wandert er allein, mal mit Fremden ein Stück des Weges, mal mit seiner Schwester – immer auf alten Wegen quer durch Frankreich. Die Begegnungen mit sich selbst sind gut beschrieben und so, dass man sich viel dazu vorstellen kann: Wie es vor Ort aussah, welch ein Leben er vorher lebte, wie andere leben. Denn auch in verlassenen Dörfern und Kapellen finden sich noch Menschen, die auf das Alleinsein Wert legen. So zieht Tesson seine Verbindungen zu anderen Ländern und Wanderungen.

    Man kann gar nicht anders als immer weiter zu lesen.

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    tootsy3000s avatar
    tootsy3000vor einem Jahr
    Geheimnisvolle Wege, philsophische Gedanken

    Silvain Tesson ist für mich durch sein Buch “In den Wäldern Sibiriens” kein unbekannter. Darin lebt er weit abgeschieden von der Zivilisation 6 Monate in einer einfachen Blockhütte ohne jeglichen Komfort zusammen mit zwei Hunden. Man kann also sagen, er ist ein Mann der Extreme. Er sucht die Einsamkeit ohne sich jetzt von den Menschen abzuwenden. Er liebt die Ruhe und die Einfachheit die in unserer Welt der Hektik, Eile und Bequemlichkeit nicht immer leicht zu finden sind.

    In “Auf versunkenen Wegen” macht er sich auf, um das ursprüngliche Frankreich zu erkunden. Auf geheimnisvollen Pfaden durchstreift er sein Heimatland von der Provence im Süden bis zum entlegensten Zipfel der Normandie im Norden. Nicht immer gelingt es ihm, dem Pfad zu folgen. Private Grundstücke, Verbotsschilder, Straßen oder Sperrzonen behindern sein Fortkommen auf Wegen, denen Mensch und Tier zu früheren Zeiten wie selbstverständlich gefolgt sind. Aber wie kam es zu diesem Unterfangen? Tesson hatte einen schweren Unfall, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte und an dessen Folgen er lange Zeit zu kämpfen hatte. Anstatt seine Genesung in einem Reha-Zentrum voranzutreiben, beschloss er sich über längst vergessene Wege und Pfade zurück ins Leben zu arbeiten.

    Seine Tagbucheinträge sind gespickt mit Eindrücken von Land und Leuten, seinen eigenen Gedanken und Philosophien. Es ist sehr gut zu lesen, doch hatte ich mir irgendwie doch etwas anderes vorgestellt. Einzelne Passagen der Region und der Wege kann man sich zwar gut vorstellen, doch ist der Bericht eher tiefsinnig und es geht einfach um ihn selber. Er macht keinen Hehl daraus, dass er vor dem Unfall dem Alkohol nicht abgeneigt war und so manchen Rausch zu verbuchen hatte. Was auch zu seinem Unfall führte. In seiner Wanderung verarbeitet er einige persönliche Dramen.

    Mein Fazit:

    Das Buch ist kein Reisebericht und natürlich auch kein Wanderführer. Tesson erzählt zwar von seinen Eindrücken über Land und Leute, doch mehr erfährt man was ihn antreibt, welche Gedanken ihn beschäftigen, während er durch Frankreich streift. Ein mitunter recht philosophisches Buch mit wunderschönen Fotos vorne und hinten in der Klappe. Es beweist, dass man auch bei uns noch abgeschiedene Orte und Ruhe finden kann. Das es Möglichkeiten und Wege gibt, mit viel Willen und Hartnäckigkeit zu genesen.

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    ewigeweltens avatar
    ewigeweltenvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Der Großmeister des literarischen Wanderns!
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