Sylvester Groth

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Sylvester GrothDie Orchesterrepublik
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Die Orchesterrepublik
Die Orchesterrepublik
 (2)
Erschienen am 11.05.2007

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Rezension zu "Die Orchesterrepublik" von Sylvester Groth

Rezension zu "Die Orchesterrepublik" von Sylvester Groth
HeikeGvor 10 Jahren

Die Klangzauberer

Vor 125 Jahren gründete sich ein weltbekanntes Orchester: die Berliner Philharmoniker.
Der Anfang war alles andere als erfolgreich. Erst mit dem Berliner Konzertagenten Hermann Wolff, der 1887 die Organisation übernahm, konnten sie sich aus der wirtschaftlichen Misere der Anfangszeit befreien. Doch bis zum weltweit anerkannten Spitzenensemble dieser Tage war noch ein beschwerlicher Weg zurückzulegen. Als erstes galt es, ein festes Stammhaus zu finden. Wolff war es, der die erste "Philharmonie", eine umgebaute Berliner Rollschuhbahn (!) in der Bernburger Straße (wenige hundert Meter vom jetzigen Standort entfernt) als Konzerthaus "besorgte". Und er führt dem Orchester den besten Dirigenten ihrer Zeit zu: den aus Meiningen stammenden Hans von Bülow - ein Schwiegersohn Liszts.

Erst jetzt beginnt sich "Die Orchesterrepublik" (sie wählt bis heute ihre Chefs selbst) zu profilieren und wirklich zusammenzuwachsen. Viele große Namen sollten Hans von Bülow folgen: Arthur Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Leo Borchard, Sergiu Celibidache, Herbert von Karajans, Caludio Abbado. Seit 13 Jahren leitet Chefdirigent Sir Simon " Kommunikator" (Rattle) das Klangensemble.

Das Hörbuch "Die Orchesterrepublik" gliedert sich in zwei Teile: 1. Von der Kapelle zum Orchester und 2. Von Ruhm zu Weltruhm. Chronologisch angeordnet (die Dirigenten dienen als Wegzeichen) wird es von Corinna Kirchhoff und Sylvester Groth kompetent vorgetragen. Umfangreiche Augen- und Ohrenzeugenberichte (Hans von Bülow, Richard Strauss etc.), Selbstzeugnisse dreier Orchestermitglieder (die so genannten Orchesternotizen) und Hörspielelemente mit O-Tönen aus dem Konzertalltag ergänzen den Bericht und erzeugen eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Mischung. Von Zeit zu Zeit werden Hintergrundgeräusche eingespielt. So ertönt Sirenengeheul bei Kriegsausbruch oder ein Briefzitat wird von Schreibmaschinengeklapper begleitet.

Manches Erhellende, auch Erheiternde ist dabei. Wer weiß schon, dass Sony - 100 Jahre nach der Orchestergründung - die Weltneuheit CD nach der Dauer einer Berliner Beethoven-Neunten kalibriert: knapp 80 Minuten.
Vermisst wird jedoch, was das Orchester auszeichnet: die Musik. Immer wieder wartet man zwischen den einzelnen Kapiteln auf den berühmten Klang. Die wenigen - mehr oder weniger nur als Pausenzeichen gesetzten - kurzen Musikbeispiele (diese jedoch in großartiger Tonqualität) können leider nicht hinwegtrösten. So klingt von Zeit zu Zeit für einige Sekunden Strawinskys kraftvolles, an einen Marschschritt erinnerndes, "Le sacre du printemps" an oder eine frühe Mozart-Petitesse vertritt die Ära des Dirigenten und Orchesterleiters Claudio Abbado.

Fazit:
Das Online-Klassikmagazin "magazin.klassik.com" bezeichnete das Hörbuch als "geistreichen Klatsch aus den Hinterzimmern der Musikgeschichte". Ich nenne es einen interessanten und informativen Streifzug durch die Geschichte eines weltbekannten Klangkörpers: viel Stoff mit dem gewissen Etwas durch Authentizität.

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