Sylvia Asmus 'So wurde ihnen die Flucht zur Heimat' - Soma Morgenstern und Joseph Roth. Eine Freundschaft.

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Inhaltsangabe zu „'So wurde ihnen die Flucht zur Heimat' - Soma Morgenstern und Joseph Roth. Eine Freundschaft.“ von Sylvia Asmus

Zwei Schriftsteller aus Galizien: Joseph Roth (1894– 1939) und Soma Morgenstern (1890–1976) Der eine schrieb und veröffentlichte rasch sein Werk und wurde berühmt, während die Romane, Dramen und Erinnerungen des anderen zum größten Teil erst nach seinem Tod publiziert wurden. Soma Morgenstern hat seinem Freund Joseph Roth einen Band mit Erinnerungen gewidmet, der 1994 erstmals erschien (zu Klampen): Darin erzählt er von vielen Schnittpunkten im Leben der beiden und gibt ihre künstlerischen Auffassungen wieder. Das nun anzuzeigende Buch über die Freundschaft zwischen Soma Morgenstern und Joseph Roth erscheint anläßlich der Ausstellung zu diesem Thema in der Deutschen Nationalbibliothek. Es versammelt Dokumente, die sowohl das Leben der Autoren als auch ihr Verhältnis zueinander weiter beleuchten. So finden sich bisher unbekannte Briefe und Notizen zu Morgensterns Texten und zu den jeweiligen Biographien der Schriftsteller, die im Grunde sehr ähnlich waren: Ihre Heimat Galizien mußten sie während des Ersten Weltkriegs verlassen, die sie prägende osteuropäische jüdische Lebenskultur wurde zerstört. Beide schrieben mit einem Bewußtsein des Untergangs einer Epoche; beide flohen vor den Nationalsozialisten, Roth aus Deutschland, Morgenstern aus Österreich. In Paris lebten sie zeitweise gemeinsam in einem kleinen Hotel und teilten die Strapazen des Exils bis zum Tode Joseph Roths 1939. Soma Morgenstern rettete sich schließlich nach Amerika und überwand seine Schreibblockade, die der Holocaust hervorgerufen hatte. 'Eigentlich sollte das, was ich seit Jahren schreibe, den Titel haben: Ein Leben mit Freunden. Aber leider kann ich diesen Titel nicht verwenden, weil ich zu der unglücklichen Generation gehöre, die in einer Flut von Weltgeschichte verunglückte, aus der nur einige ihr Leben gerettet haben, aber keinesfalls ohne Schaden davongekommen sind.' Soma Morgenstern 'In meinen Büchern übersetze ich die Juden für den Leser. Du gibst sie im Original.' Joseph Roth an Soma Morgenstern Vom 7. November 2012 bis zum 19. Januar 2013 zeigt die Deutsche Nationalbibliothek: 'So wurde ihnen die Flucht zur Heimat' – Soma Morgenstern und Joseph Roth. Eine Freundschaft. Eine Ausstellung des Deutschen Exilarchivs der Deutschen Nationalbibliothek 1933-1945. Kuratiert von Victoria Lunzer-Talos und Heinz Lunzer. Unterstützt von der Stiftung Flughafen Frankfurt / Main und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.

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    'So wurde ihnen die Flucht zur Heimat' - Soma Morgenstern und Joseph Roth. Eine Freundschaft.
    HeikeG

    HeikeG

    Wie viele Schnittmengen benötigen Erinnerungen? . "Die Erde in Ostgalizien ist schwarz und saftig und sieht immer etwas schläfrig aus wie eine riesige fette Kuh, die dasteht und sich gutmütig melken lässt. Ostgalizische Erde ist verschwenderisch und reich. Sie hat fettes Öl, gelben Tabak, bleischweres Getreide, alte verträumte Wälder und Flüsse und Seen und vor allem schöne gesunde Menschen: Ukrainer, Polen, Juden." Der große Bühnenschauspieler der Weimarer Republik - Alexander Granach - beginnt mit diesem ersten Satz sein von tiefer Liebe zu seiner Herkunft geprägtes Erinnerungsbuch "Da geht ein Mensch". Galizien - diese Grenzlandschaft des alten und neuen Europas, die nach Jahrhunderten der Vernachlässigung durch fremde Herrschaftsmächte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum eines intensiven europäischen Kulturaustauschs wurde. "Galizien liegt in weltverlorener Einsamkeit und ist dennoch nicht isoliert; es ist verbannt, aber nicht abgeschnitten; es hat mehr Kultur, als seine mangelhafte Kanalisation vermuten lässt; viel Unordnung und noch mehr Seltsamkeit. (...) Es hat seine eigne Lust, eigene Lieder, eigene Menschen und einen eigenen Glanz; den traurigen Glanz der Geschmähten.", stellte einer der dort Geborenen - Joseph Roth - fest. . Heute ist Galizien von der Landkarte verschwunden. Der westliche Teil gehört zu Polen, der östliche zur Ukraine. Geblieben sind Zeugnisse und Erinnerungen seiner "Kinder". Joseph Roth gehört ohne Zweifel zu deren berühmtesten. An Soma Morgenstern begann man sich erst wieder in den letzten Jahren zu erinnern. Die beiden Schriftsteller, die auch freundschaftlich verbunden waren, hatten neben ihrer Herkunft auch noch vieles andere gemeinsam: "die soziale und religiöse Prägung durch das Judentum, die Entscheidung für die deutsche Sprache als ihr Ausdrucksmittel und schließlich die erzwungene Emigration aus dem deutschen Machtbereich und damit aus dem Sprachraum, in dem sie sich etabliert hatten.", wie im Geleitwort dieses Buches zu lesen ist. Daher initiierte die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main vom 7. November 2012 bis zum 19. Januar 2013 eine Ausstellung, die den Starjournalisten der Frankfurter Zeitung, Joseph Roth und deren Wiener Korrespondent, Soma Morgenstern unter dem Motto "So wurde Ihnen die Flucht zur Heimat" wieder zusammenbrachte und das Leben der beiden Künstler beleuchtete und im vorliegenden Buch festhielt. . Das Grundgerüst der Betrachtungen bildet dabei Soma Morgensterns Erinnerungsbericht "Joseph Roths Flucht und Ende". Ergänzt durch zahlreiche Briefe, Interviews und Publikationen, Erinnerungen Dritter sowie zahlreiche Fotos und Faksimiles, zeichnet der Band, ausgehend von ihrer gemeinsamer und zeitlebens prägenden Heimat Galizien, die Lebenswege und Stationen von Roth und Morgenstern, die streckenweise weit voneinander entfernt lagen, aber auch immer wieder zusammenführten, auf eindrückliche Art und Weise nach. Entstanden ist ein beeindruckendes Zeitzeugnis, das die Beziehung der beiden illustriiert und Parallelen, aber auch unterschiedliche Entwicklungen herausarbeitet. Neben dem Blick in das bewegte Leben der beiden angesehenen Journalisten erhält der Leser gleichfalls einen wunderbaren Einblick in die journalistische Arbeit der 1920er und 1930er Jah¬re. Zudem fungiert es als eindrucksvolle Rückbesinnung an eine unglückliche Generation, "die in einer Flut von Weltgeschichte verunglückte, aus der nur einige ihr Leben gerettet haben, aber keinesfalls ohne Schaden davongekommen sind.", wie es Soma Morgenstern dereinst so emotional schilderte.

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