Sylvia B. Lindström Inselfeuer

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Inhaltsangabe zu „Inselfeuer“ von Sylvia B. Lindström

Öland brennt Eine Serie von Brandstiftungen und brutalen Morden erschüttert Öland. In den Augen der meisten gibt es nur einen Verdächtigen: Jorma Brolin, Tischler, Hufschmied und Ölands unumstritten stärkster Mann, den hier jeder fürchtet. Doch der Polizei mangelt es an Beweisen. Die schöne Anwältin Alasca Rosengren übernimmt widerwillig Jormas Verteidigung. Auch sie hat etwas zu verbergen und verstrickt sich immer mehr in sein Netz aus Lügen und geschickter Manipulation. Eine Geschichte von Liebe, Schuld, Gier und der Sehnsucht nach Heimat. Sylvia B. Lindström, die seit vielen Jahrzehnten auf Öland lebt, erzählt eine Geschichte von Liebe, Schuld, Gier und der Sehnsucht nach Heimat.

Statt der Täterüberführung steht die Psyche im Vordergrund. Leider fehlte mir die Spannung bei dem Buch.

— lesebiene27
lesebiene27

Mehr Psychogramm als Krimi

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Ein Brandstifter geht um und reißt alte Wunden auf und dunkle Geheimnisse kommen ans Licht!

— kassandra1010
kassandra1010

Eine tolle leicht kriminalistisch angehauchte, dramatische und tragische Erzählung!

— elmidi
elmidi

Überzeugend in der Figurenzeichnung, aber mit unausgereifter Handlung

— Svanvithe
Svanvithe

Düster und beklemmend,keineswegs Spannung aus Schweden,wie der Aufkleber verheißt, eher eine Sozialstudie aus dem Umfeld eines Brandstifters

— fredhel
fredhel

Kein gewöhnlicher Krimi, der sein Augenmerk verstärkt auf die psychischen Abgründe der Menschen richtet.

— AdrienneAva
AdrienneAva

mittelmäßiger Krimi, mit unnahbaren Protagonisten

— Engel1974
Engel1974

Tiefgründig, schwermütig, atmosphärisch - wie man sich Öland vorstellt! Mir hat es gefallen.

— Talitha
Talitha

Die Ausarbeitung der Figuren ist hier sehr gut gelungen - die Handlung der Geschichte jedoch eher nebensächlich.

— Diana182
Diana182

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  • Es brennt auf Öland

    Inselfeuer
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    23. June 2017 um 16:07

    Vor Jahren hat es schon eine Serie von Brandanschlägen auf Öland gegeben und der Schuldige war bei den Bewohnern schnell ausgemacht. Jorma Brolin hatte stets beteuert, dass er unschuldig ist und es gab auch keine Beweise, so dass er nicht verurteilt wurde. Nun gibt es wieder einige Brandstiftungen und wieder ist man davon überzeugt, dass nur Jorma der Täter sein kann. Doch dann gibt es auch noch Tote. Es fiel mir nicht leicht, in diese Geschichte, die ich nicht als Krimi bezeichnen würde, hineinzufinden. Das Geschehen auf der Insel wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Manches ist etwas langatmig geschildert. Es gibt eine ganze Reihe von Personen, die in dieser Geschichte mitspielen. Eigentlich war mir niemand sympathisch und ich konnte mit keinem mitfühlen. Alle scheinen einen Knacks weg zu haben. Jorma Brolin ist ein unangenehmer Mensch, der sich den anderen aufdrängt. Er ist Tischler und Hufschmied und übernimmt Arbeiten aller Art, das heißt er manipuliert die Menschen und da er stark und bedrohlich ist, wagt niemand sich zu wehren. Aber er hat auch Angst, dass ihn seine Frau Yvonne verlässt, daher tut er alles, um sie zufrieden zu stellen. Selbst die Anwältin Alasca Rosengren will nicht für ihn tätig werden, da sie ihn für schuldig hält, dabei hat sie selbst etwas zu verbergen. Ihr Sohn Kristian verändert sich und Alasca weiß nicht, was sie dagegen tun kann. Dafür ist Kristians Beziehung zu seiner Urgroßmutter Borghild sehr eng. Dann ist da noch der reiche Anwalt Stellan Qvist, der freundlich wirkt und seine Vorteile zu nutzen weiß. Es herrscht eine düstere und bedrohliche Atmosphäre auf Öland. Obwohl die Bewohner eine eingeschworene Gemeinschaft sind, hat doch jeder für sich etwas, das er bewältigen muss. Es ist ein sehr psychologischer Roman, bei dem der Kriminalfall etwas auf der Strecke bleibt, so dass meine Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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  • Ölland brennt - ein Roman über die menschliche Psyche in der Abgeschiedenheit Schwedens

    Inselfeuer
    lesebiene27

    lesebiene27

    10. September 2016 um 19:25

    Inhalt: Eine Reihe von Brandstiftungen teils sogar mit Todesfolge versetzt die Öländer Bevölkerung in Angst und Schrecken. Eine ähnliche Serie hat es bereits in der Vergangenheit gegeben. Damals wurde der starke Jorma Brolin verdächtigt, der stets seine Unschuld beteuert hat. Auch jetzt bekräftigt er, nichts mit den Bränden zu tun zu haben, doch selbst Anwältin Alasca Rosengren ist nicht davon überzeugt. Zwar gibt es keine Beweise, die zu seiner Überführung führen, aber niemand in Öland glaubt daran, dass der Tischler und Hufschmied, der überall Schulden hat, unschuldig ist. Meine Meinung: Bei diesem Buch handelt es sich laut Autorin und Verlagsangaben um einen Krimi, doch fehlen ihm die klassischen Elemente wie ein Ermittler und die Ermittlungen. Vielmehr wird die Geschichte im Wechsel aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, wobei das Hauptaugenmerk auf der menschlichen Psyche liegt. Mir persönlich waren es jedoch viel zu viele Charaktere, die einen kurzen Auftritt hatten, was einiges an Spannung genommen hat. Außerdem konnte ich zu den Figuren keinerlei Nähe oder Beziehung aufbauen, was zum einen die Freude am Weiterlesen gemindert und zum anderen zu einigen Momenten der Verwirrung geführt hat. Dennoch war es sehr interessant, die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Personen zu erleben und somit auch die unterschiedlichsten Gedanken und Gefühle erzählt zu bekommen. Auch der Schreibstil konnte mich nicht vollends überzeugen. Die Autorin hat zwar an sich ganz gut geschrieben, sich jedoch stets in Details und umfangreichen Beschreibungen verloren, die das Buch zu sehr in die Länge gezogen haben. Dieser Aspekt war für die Spannung ebenfalls nicht förderlich. Die Atmosphäre innerhalb des Buches, zu der das Cover hervorragend passt, hat mir gut gefallen. Man spürt die Abgeschiedenheit der Gegend, die Melancholie der Bewohner, die Düsternis der Umgebung und die Gefahr durch die Brandstiftungen. Fazit: Dadurch, dass statt der Täterüberführung die menschliche Psyche im Vordergrund steht, ist der Krimi „Inselfeuer“ von Sylvia B. Lindström für mich nicht sonderlich spannend sondern sehr bedrückend. Leider ist dies der Beginn einer Reihe, die mich nicht überzeugen konnte und die ich daher voraussichtlich nicht weiter verfolgen werde. Von mir gibt es daher nur 2 von 5 Lesesternen.

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  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

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    • 3931
    kubine

    kubine

    01. August 2016 um 19:14
  • Ein realistischer Polizeiroman, man kann ihn einen Krimi nennen…

    Drachenmann
    Joachim_Tiele

    Joachim_Tiele

    17. July 2016 um 20:47

    Ich besitze Garry Dishers Drachenmann, seit er 2001 im Züricher Unionsverlag in der gebundenen deutschen Erstausgabe erschienen war. Er hätte aus heutiger Perspektive gut in die Metro-Reihe gepasst, in der der Unionsverlag seine Spannungstitel untergebracht hat, die es bereits gab, und in der die Taschenbuchausgabe des Romans inzwischen auch erschienen ist. Seinerzeit war er ein Titel der Allgemeinen Reihe, denn, wie es Thomas Wörtche in einem kurzen Nachwort beschreibt, ist der Drachenmann eher ein realistischer Roman, in dem ein Polizist die Hauptfigur ist, als ein Krimi oder gar ein Psychothriller über einen Serienmörder in der seinerzeit üblichen Machart. Die sprichwörtliche Zeit ist auch an diesem Roman nicht vorbeigegangen, und so ist heute das, was den Drachenmann bei seinem Erscheinen von den damaligen Serienmörderromanen abgegrenzt hat, zu einem der Hauptcharakteristika späterer Psychothriller über Serienmörder geworden, nämlich dass der Täter von Anfang an, wenn vielleicht auch nicht immer namentlich und in seiner vollständigen Identität, dem Leser bekannt ist, sei es weil er im Roman bereits eine Rolle spielt oder in aktive Interaktion mit den ermittelnden Polizisten tritt, und nicht erst gegen Ende als deus ex machina aus dem Hut gezaubert wird. Ein realistischer Roman um einen Polizisten also, den der Verlag nicht in seiner renommierten Krimireihe unterbringen wollte. Seltsam…? Oder doch nicht? Heute ist der Drachenmann natürlich als Krimi anerkannt, sein Protagonist Hal Challis als Held einer inzwischen fünfbändigen Reihe wohletabliert, und – dies ist der Grund dafür, dass ich ihn jetzt und hier rezensiere – gerade eben bekam ich ein Werbemail von eBook.de, dass er aktuell zu einem Schnäppchenpreis (1) erhältlich ist. Dass mit dem Krimi als Genre insgesamt etwas passiert ist, pfeifen sogar auf LovelyBooks die Spatzen von den Dächern, wenn auch häufig dergestalt, dass einigen Büchern das Recht abgesprochen wird, sich Krimis nennen zu dürfen, wenn sie nicht den gerade gängigen Genrevorurteilen der jeweiligen Leser entsprechen (2). Zu den Rennern hier bei LovelyBooks zählt der Drachenmann eher nicht, was die geringe Anzahl an Rezensionen zeigt, und ich denke, dass die große Mehrheit der Krimi- und Thrillerfreunde hier bei LovelyBooks wohl besser die Finger davon lassen sollte, denn er erzählt von der Wirklichkeit, und die Wirklichkeit hat es nun einmal an sich, dass sie nicht eindimensional ist. Zunächst ist also wohl zu befürchten, dass für Einige hier bei LovelyBooks in diesem Roman wohl viel zu viele Personen und Schauplätze vorkommen, die man auseinanderhalten muss (das Glück, mit den Sagen des klassischen Altertums, darunter die Ilias des Homer, oder auch mit den Märchen der Gebrüder Grimm aufzuwachsen, in denen auch ziemlich viele verschiedene Personen auftreten, konnte natürlich nicht jeder haben). Ein Sympathieträger, mit dem man sich sofort und positiv identifizieren kann? Fehlanzeige, denn dieser Polizist ist nicht nur traurig (3), sondern ein depressiver Unsympath. Und dann geht es noch um die Lebensumstände und seelischen Zustände der beteiligten Personen; und der Autor erspart es uns nicht, die Gründe dafür zu darzustellen. In Australien hatte bereits kurz vor der Jahrtausendwende das stattgefunden, was hierzulande später als Agenda 2010 bekannt wurde, und, wie man weiß, zu einem Kaputtsparen des Öffentlichen Dienstes sowohl auf Seiten der Sozialarbeit als auch auf Seiten der Polizei geführt, reihenweisen Pleiten und entsprechende Entlassungen bei Klein- und Mittelunternehmen, und dort wie hier konnten Einzelne das regierungsseitige Schönsprechen von vorne herein entlarven, denn nur Wenige profitierten davon, und die große Mehrheit eher nicht: Aber obwohl mehr Geld in Umlauf war, verteilte es sich nicht zwangsläufig auf mehr Menschen. Eine befreundete Sozialpädagogin in der Stadtverwaltung hatte Challis von der wachsenden Anzahl obdachloser, drogenabhängiger Jugendlicher berichtet, mit denen sie zu tun hatte. Industriebetriebe und Geschäfte wurden aufgegeben, gleichzeitig zogen immer mehr Familien in die billigen Wohnsiedlungen, die sich an den Rändern der größten Orte (…) ausbreiteten. Die Regionalverwaltung, einst einer der größten Arbeitgeber, kürzte die Ausgaben auf das Allernotwendigste (…). ‚Freistellungen‘ erfolgten ohne Vorwarnung (…). Die Sozialpädagogin verkaufte jetzt hausgemachte Pickles und Marmeladen auf den Märkten der Gegend. – Das geschah jetzt überall, und mit den Folgen muss sich die Polizei herumschlagen. Dies ist sozusagen das Setting, in dem sich der Fall eines Serienmörders auf einer überwiegend touristischen Halbinsel in der Nähe von Melbourne abspielt. Neben den Touristen gibt es auf dieser Halbinsel auch eine Reihe Einheimischer, im australischen Hochsommer in der Weihnachtszeit eher in der Minderheit, aber diese führen ein ganz normales Leben, das, soweit sie Polizisten sind, auch Polizeiarbeit einschließt. Die Polizisten in diesem Roman haben alle ein Privatleben, ihre Geschichten und Marotten, und der Protagonist hat seinen Spitznamen Drachenmann daher, dass er seit Jahren daran arbeitet, ein historisches Militärflugzeug zu restaurieren, Modell Dragon (Drache)… Die Polizeiarbeit ist durch die Veränderungen im Öffentlichen Dienst ziemlich durcheinandergebracht. Es gibt keine eigenständige Mordkommission, sondern so etwas wie ein Mordbeauftragter (man kann ihn sich etwa wie einen Daten- oder Brandschutzbeauftragten in einer Firma vorstellen) arbeitet mit einzelnen Polizeirevieren zusammen, die einige ihrer Beamten zur Zusammenarbeit mit diesem abstellen müssen. So etwas wie eine Sonderkommission oder auch nur eindeutige Zuständigkeit für die Mordserie gibt es nicht, und alle Polizeibeamten arbeiten auch an allen anderen Fällen, die zur gleichen Zeit zu lösen sind, seien es Diebstähle durch eine Wahrsagerin, von Jugendlichen angezündete Briefkästen oder der Fall einer Neuseeländerin, die im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in Australien lebt und glaubt, von denjenigen, gegen die sie ausgesagt hat, enttarnt worden zu sein. Im Grunde verstößt der Drachenmann damit gegen alle Erwartungen eines Psychothrillers um einen Serienmörder. Spannung, im Sinne der aktuellen überwiegenden Lesererwartung (wenn man sich an den Rezensionen und Leserunden hier bei LovelyBooks orientiert): eher keine. Hier haben wir einen Roman, der bei seinem Erscheinen weder als Thriller, noch auch nur als Kriminalroman aufgetreten ist, der es dennoch geschafft hat, die Zukunft beider Genres zu prägen, zumindest soweit sie als literarische Krimis beziehungsweiseThriller angesehen werden. Wer sich für Gesellschaft interessiert, und dafür wie sie funktioniert, und darüber hinaus vielleicht so etwas wie die Fähigkeit zu analytischem Denken hat und diese auch auf einen Text übertragen kann, wird dennoch ein spannendes Leseerlebnis haben. Und er wird auch etwas über Literatur lernen können, nämlich wie aus schnöder Wirklichkeit Kunst entstehen kann. Und über die Genres Krimi und Thriller kann man natürlich auch etwas lernen, nämlich dass sie sich nicht auf die Kolportageliteratur (@Wikipedia) gleichen Namens beschränken, aber natürlich auch über die eine oder andere Leserunde hier bei LovelyBooks auf dem Niveau einer Tupperparty für Gedrucktes. Hier hat man aktuell für wenig Geld die Gelegenheit, einen großartigen Roman kennenzulernen und dabei herauszufinden, ob man mit Literatur etwas anfangen kann, also mit jenen Druckerzeugnissen, die zu lesen ein wenig mehr erfordert als die Fähigkeit, Buchstabieren zu können. Zu Shakespeares Zeiten – im aktuellen Jubiläumsjahr anlässlich seines 400. Todestages im Jahr 1616 kann man es vielleicht sagen – ging es bei seinen Stücken und Sonetten darum, sie einem breiten Publikum anzubieten, To the great Varity of Readers, wie es im Vorwort zum berühmten First Folio, nach seinem Tode im Jahr 1623 erschienen, hieß, Dem Fähigsten ebenso wie Demjenigen, der gerade mal buchstabieren kann (From the most able, to him that can but spell, zitiert nach dem Faksimile des Vorworts im Riverside-Shakespeare, Boston, 1974, übersetzt von J. T.). Glückliche Zeiten damals, was das Lesen ebenso angeht, wie das Verlegen von Büchern; denn sogar im Buchstabieren müssen sie vor vierhundert Jahren besser gewesen sein –, sonst hätte es nicht geklappt mit Shakepeares Weltruhm. Shitstorms welcome (von denjenigen, die eine Ironie auch dann nicht erkennen, wenn sie sie von vorne anspringt)! Joachim Tiele – 17.07.2016 ________________ (1) http://www.ebook.de/de/product/25325252/garry_disher_drachenmann.html?adCode=932Q20X41B10F&utm_source=al&utm_medium=em&utm_campaign=al_preishit_KW28&emst=J7JP76wvC2_179553_930079_4437 – wie lange dieses Angebot gilt, weiß ich natürlich nicht; am 17.07.2016, dem Tag des Verfassens dieser Rezension, galt für das Ebook ein Preis von € 4,99, regulär sind wohl € 8,99, das Taschenbuch kostet unverändert € 12,95. (2) Leserunde und der Krieg der Rezensionen um Sylvia B. Lindströms Inselfeuer sind ein gutes Beispiel dafür, wie Genre- und Leseinkompetenz bei Lesern und Rezensenten zu Fragen des Geschmacks verniedlicht werden und damit teilweise in die Richtung verbaler Bücherverbrennungen führen können: http://www.lovelybooks.de/autor/Sylvia-B.-Lindstr%C3%B6m/Inselfeuer-1205383714-w/. Das ist ja gar kein Krimi, sondern ein Roman, ist ein von mir gelegentlich zitiertes Highlight aus dieser Leserunde. Andererseits kann man natürlich feststellen, dass der Unionsverlag seinerzeit Skrupel hatte, den Drachenmann unter dem Rubrum Krimi segeln zu lassen, die der Aufbau Verlag bei Inselfeuer nicht hatte. Dritterseits, wiederum, gelten die Kriminalromane von Georges Simenon und Barbara Vine als Krimis, obwohl Milieu und Psychologie in ihnen eine mindestens so große Rolle spielen, wie die Verbrechen, die ihn ihnen aufgeklärt werden. Stendhals Rot und Schwarz, vierterseits, gilt gemeinhin nicht als Krimi, obwohl es dort um einen nach heutigen begriffen psychopathischen Mörder geht, der dafür hingerichtet wird (und auf Tatsachen beruht der Roman auch). Dass Rot und Schwarz nicht naturalistisch, aber dennoch realistisch ist, gilt Vielen als Ausweis seiner literarischen Qualität. Im gleichen Sinne konstruiert zu sein, ohne konstruiert zu wirken, war wohl noch im Jahr 2001 für den Unionsverlag Grund genug, den Drachenmann nicht als Kriminalroman anzubieten. (3) Witzig, ist mir gerade eingefallen: Als Deon Meyers Der traurige Polizist gerade auf Deutsch erschienen und noch lange kein Bestseller war, konnte sich mein damaliger Buchhändler meines Vertrauens noch daran erinnern, dass ich auch den Drachenmann bei ihm gekauft und ihn gut gefunden hatte. Heute, inzwischen ist er pensioniert, macht der gleiche Buchhändler beim Nennen des Namens Deon Meyer eine wegwerfende Handbewegung und spricht von Mainstream-Schrott… Nichts scheint aktuell auf dieser Welt mehr sehr sicher zu sein, nicht einmal, was ein guter Krimi ist (oder auch nicht).

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    • 10
  • Mehr Psychogramm als Krimi

    Inselfeuer
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    06. July 2016 um 06:01

    Dieses Buch reiht sich nahtlos in die Reihe der skandinavischen Krimis ein, die mich ein wenig ratlos zurücklassen. Worum geht's? In Öland geht wieder ein Brandstifter um. Häuser, Tiere und Menschen fallen ihm zum Opfer. Schon vor Jahren hat es eine ähnliche Serie gegeben. Damals verdächtig: Hufschmied Brolin, ein grober, ungeschlachter Mann, der es in seiner Einfachheit faustdick hinter den Ohren hat und die Menschen manipuliert. Obwohl die Einwohner seinerzeit von seiner Schuld überzeugt waren, konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Ist er wieder der Täter? Die Bevölkerung ist dieser Meinung. Weiters lässt die Autorin eine Menge Personen aufmarschieren, die allesamt eine angeknackste Psyche zu haben scheinen. Die Anwältin, ihr Sohn, das Missbrauchsopfer sowie Yvonne, die Gemahlin des mutmaßlichen Täters. Ich habe es nicht geschafft, ich den Figuren zu nähern. Am ehesten konnte noch Gunnel meine Sympathien wecken. Der Erzählstil ist schwermütig und wirkt stellenweise langatmig. Man verliert sich im beinahe bedeutungslosen Detail, weil nicht klar herauskommt, was bedeutsam sein könnte. Fazit: Dieser Krimi trifft nicht meinem Lesegeschmack.

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  • Die Einsamkeit verfolgt ihren Plan....

    Inselfeuer
    kassandra1010

    kassandra1010

    20. June 2016 um 09:08

    Als neue Brände in Öland aufflackern, gerät der schon vor Jahren in Verdacht geratene Jorma in arge Bedrängnis. Er beteuert seine Unschuld und ruft brav nach jedem Brand seinen Anwalt an. Doch die Angst geht um und selbst Alasca, zweifelt an der Schuld von Jorma. Jorma hat eine ganz besondere Art, sich seinen Mitmenschen aufzudrängen und kennt fast jede Leiche im Keller der kleinen Gemeinde. Abgeschottet auf der Insel hat er die Macht und lebt sie auch aus. Als Alasca ihren eigenen Sohn verdächtigt und jetzt auch Menschen sterben gerät für sie alles aus den Fugen…

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  • Cross-Over-Debüt

    Inselfeuer
    elmidi

    elmidi

    19. June 2016 um 20:33

    Einen Öland-Krimi und Spannung aus Schweden verspricht das Debüt „Inselfeuer“ von Sylvia B. Lindström auf seinem Cover. Alasca Rosengreen ist Anwältin auf Öland und lebt mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn Kristian zusammen. Auf Öland brennt es, immer wieder werden Häuser angezündet und ihre Bewohner gleich mit. Jorma Brolin, ein Tischler und Hufschmied, steht unter Verdacht, ohne dass es aussagekräftige Beweise gegen ihn gibt. Und so schwimmt man in einer Erzählung über die Leute auf Öland, über Alascas Mutter Brunhild und Jormas Mutter Gunnel und einige andere Öländer. Ein Krimi ist das Buch dadurch eigentlich nicht richtig, obwohl es am Ende sehr spannend wird und man dem Täter letztendlich doch auf die Spur kommt. Trotzdem ist es kein klassischer Krimi mit einem Verbrechen am Anfang, Ermittlungen und der Aufklärung am Ende. Für mich hat sich das Lesen aber doch gelohnt. Es war eine leicht kriminalistisch angehauchte, dramatische und tragische Erzählung, sprachlich auf einem hohen Niveau und detailreich geschrieben. Einzig zu verbessern wäre etwas mehr Stringenz und Gradlinigkeit in der Handlung. Dem Verlag gebührt hier mehr Kritik, dieses Buch nicht zuletzt auch mit dem Cover in ein Genre gepresst zu haben, in das es nicht recht passt. Da sind Debütautoren den Verlagen weit voraus, indem sie sich Geschichten einfach ausdenken, ohne sie schon beim Denken in eine Schublade pressen zu müssen. In diesem Sinne ist „Inselfeuer“ ein toller „Cross-Over-Roman“, der sich nicht zu verstecken braucht!

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    • 2
  • Inselfeuer

    Inselfeuer
    Svanvithe

    Svanvithe

    06. June 2016 um 00:05

    September 2007. Ruhe und Frieden sind wieder eingekehrt auf Öland. Der Sommer ist vorbei, die Touristen haben die kleine schwedische Insel verlassen. Die Öländer sind unter sich auf ihrem Eiland, dessen spröde, stille Schönheit sich einem Fremden kaum erschließt.Nun lodern jenseits der Idylle des schwedischen Urlaubsparadieses die Flammen auf. Ein Feuerteufel ist am Werk. Und die Bewohner des kleinen Örtchens Ormöga glauben, den Verursacher auch sofort ausmachen zu können.Schon vor zehn Jahren hatte nämlich Jorma Brolin unter Verdacht gestanden, einen der ihren getötet und anschließend dessen Haus in Brand gesetzt zu haben. Und da Jorma schon auf Grund seiner voluminösen Statur nicht wie ein Unschuldslamm wirkt, sind sich die Öländer sicher, dass der unbeholfene 47-Jährige der Übeltäter ist. Jorma - nach dem Verlust seiner weißblonden dünnen Haare kahl geworden - ist zudem eine blasse, farblose Erscheinung und für viele nicht vertrauenserweckend. Die Menschen fürchten sich vor ihm. Die, die ihm das erste Mal begegnen, aber auch die, die ihn schon immer kennen. Leider trägt Jormas Verhalten nicht dazu bei, diesen Eindruck zu entkräften. Im Grunde ist er selbst zutiefst unsicher, schwach und geprägt von der Angst, dass seine Frau Yvonne ihn verlässt. Ohne sie kann er nicht leben. Dieser Furcht opfert er vieles und fügt sich immer wieder ihren Wünschen.Doch ist er der Täter?Sylvia B. Lindström kennt sich aus auf Öland. Seit vielen Jahren lebt sie dort. Mit Ormöga hingegen hat sie einen fiktiven Ort geschaffen. Übersetzt ins Deutsche heißt Ormöga Vergissmeinnicht. Ein Schelm, der Böses bei diesem Namen denkt.Denn es geht nicht nur um eine Gemeinschaft, die nicht vergisst. Menschen, die den Eigensinn und Störrigkeit ihrer Insel in sich tragen, einander gewogen sind, helfen oder auch nicht, die einen festen Bund bilden, in den allerdings nicht jeder Aufnahme findet. Als Öländer wird man geboren. Öländer ist man oder man ist es nicht. Und wer es einmal mit den Öländern verscherzt, hat es schwer, nochmals Gnade vor ihren Augen zu finden. Nicht unbedingt vorteilhaft.Es ist offensichtlich, dass in der Geschichte von Sylvia Lindström weniger die Kriminalhandlung, sondern vielmehr die Figuren im Mittelpunkt stehen: Jorma Brolin, die Anwältin Alasca Rosengren, ihre Großmutter Borghild, Stellan Qvist...Die Brände als solches - und ebenso die Tötungsdelikte - geschehen eher am Rande und bilden den "Aufhänger" für einige Protagonisten, sich mit ihrer (vergessenen?) Vergangenheit zu beschäftigen und ihr Verhalten und ihre Gefühle in der Gegenwart auf den Prüfstand zu stellen.Besonderes Augenmerk erhalten hierbei die unterschiedlichen Mutter-Sohn-Beziehungen, unter anderem die von Jorma und seiner Mutter. Borghild und Karl, Alasca und Kristian, Themen wie Vernachlässigung und Missbrauch.Insgesamt gesehen sind die Figuren zum Teil recht unbequem und eigensinnig, verschlossen und ablehnend, verbittert und kühl. Sie müssen sich Sympathiepunkte beim Leser im Verlauf des Geschehens erarbeiten.Es ist beispielsweise lobenswert, dass die Autorin mit Alasca keine Frau geschaffen hat, die unfehlbar und über jeden Zweifel erhaben ist. Der Umgang mit ihrem Sohn Kristian wird nicht als heile Welt suggeriert. Vielmehr vernachlässigt Alasca ihren Sohn, nicht willentlich, eher aus Unvermögen und Zerstreuung heraus. Schließlich ist sie in ihrem Beruf als Opferanwältin sehr eingespannt, so dass sie die kostbaren gemeinsamen Stunden mit ihrem Sohn allzu oft vergeudet.Dabei ist Kristian ein kluges fantasievolles Kind und besitzt die Gabe, sich in andere Menschen einzufühlen. Er ist der geborene Optimist, der stets die Möglichkeiten, nicht die Schwierigkeiten sieht. Doch er verändert sich, und obwohl Alasca dies bemerkt, scheint sie nicht in der Lage zu sein, eine Änderung herbeizuführen. Sind daran die Erlebnisse in ihrer eigenen Kindheit schuld?Hingegen zeigt sich Kristians Beziehung zu seiner Urgroßmutter Borghild, die er Mormor - Großmutter - nennt, inniger, zumal sie nur seinetwegen noch am Leben festhält.Und welche Rolle spielt Stellan Qvist, der aus sogenannten einfachen Verhältnissen stammt und inzwischen zu den renommierten und wohlhabenden Öländern gehört? Hinter einer Fassade geschmeidiger Verbindlichkeit verbirgt er ein eher schüchternes Wesen, gilt als gutherzig, wenngleich er selten völlig selbstlos agiert und gute Taten mit für ihm Nützlichen verbindet. Als Anwalt wird er für schlau und durchtrieben gehalten, ist ein Meister der leisen Töne, nähert sich spitzfindig, eloquent und beharrlich seinem Ziel.Außerdem zeigt sich, dass die Beziehungsstörungen selbst vor den Tieren nicht Halt machen. Mit Sir Noir fügt die Autorin einen tierischen Protagonisten in das Geschehen ein, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat, das dem der Menschen durchaus ähnelt, so dass Parallelen gezogen werden können. Da das Pferd nicht in einer Herde aufgewachsen ist, versteht es die dort herrschenden Regeln nicht, so dass er von seinen Artgenossen gemobbt und unterdrückt wird. Zwar ist er das schwächste Tier in der Herde und ein Störenfried, gegenüber den Menschen aber spielt er sich auf und lehrt sie das Fürchten.Diesbezüglich beweist die Autorin ihr Verständnis für Pferde, ihre Beobachtungsgabe und ihr Können im Umgang mit den Tieren und die daraus folgende Deutung des Verhaltens.Das Geschichte ist vom Erzähltempo her sehr entschleunigt und liest sich manchmal etwas zäh. Zudem sind die vielen Szenenwechsel recht sprunghaft und irritierend. Es erschwert den Aufbau einer Verbindung zum Geschehen, das zwar düster, wiederum auch spannungsarm ist. Hier wäre in der Fortsetzung ein paar packende Momente wünschenswert.Sylvia Lindström legt einen Roman vor, der hinsichtlich der Charakterstudie von Mensch und Tier mit wenigen Abstrichen überzeugen kann, hinsichtlich der Handlungsabläufe jedoch ausbaufähig ist.

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  • Leserunde zu "Inselfeuer" von Sylvia B. Lindström

    Inselfeuer
    SylviaBrandis

    SylviaBrandis

    Spannung aus Schweden von einer deutsch-schwedischen Autorin. Ich möchte euch gern zu einer Leserunde einladen. Mein erster Öland-Krimi "Inselfeuer" ist kürzlich im Aufbau Verlag erschienen. Es handelt sich um den ersten Band einer Serie um zwei Anwälte; Opferanwältin Alasca Rosengren und  Strafverteidiger Stellan Qvist. In diesem ersten Roman geht es um eine Serie von Brandstiftungen und brutalen Morden, die die Insel nachhaltig erschüttern. Jenseits der Fassade der schwedischen Ferieninsel existiert ein ursprüngliches, raues Öland. Vor allem der dünn besiedelte Norden der Insel ist in der dunklen Jahreszeit abgeschieden und einsam. Ich wohne hier seit fast 25 Jahren und habe bei meinen zahlreichen Jobs sehr viele Öländer getroffen und nach ihren Lebensgeschichten befragt. (Und war zudem mit einem von ihnen verheiratet!) All diese Gespräche und Lebensläufe liegen dem Roman zugrunde. Er handelt von den vielen Aspekten der Wahrheit und erzählt eine Geschichte von Liebe und Schuld, Gier und der Sehnsucht nach Heimat. Ich freue mich schon auf Eure Bewerbungen!! Bitte stellt Euch doch kurz vor, damit ich weiss, mit wem ich es zu tun habe!Viele Grüße von der Insel Öland und auf bald!Sylvia 

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    • 721
  • Schweigen

    Inselfeuer
    fredhel

    fredhel

    20. May 2016 um 17:47

    Die Autorin Sylvia B. Lindström hat seinerzeit das Unwesen eines Brandstifters auf der malerischen schwedischen Insel Öland hautnah miterlebt. Ihre Erfahrungen hat sie nun schriftstellerisch aufgearbeitet. Ihre Charaktere lehnen sich stark an reale Biographien an, und so ist eine Art Sozialstudie aus dem Umfeld des Täters entstanden. Die Erzählperspektive wechselt ständig, so dass sich dem Leser die Handlung durch die unterschiedlichsten Personen erschließt. Wichtig sind hier vor allem der Hauptverdächtige Jorma, den alle fürchten, aber auch Alasca, die Anwältin, und ihre Familie, bestehend aus Sohn und Großmutter. Doch auch andere Personen haben ihren Stellenwert, was leider in meinen Augen den Handlungsstrang zerpflückt. Man braucht Geduld, um sich auf die Nebenschauplätze einzulassen. Die Handlung drängt nicht voran, sondern legt das Hauptaugenmerk auf das Seelenleben der Beteiligten. Auf mich hat der Roman einfach sehr beklemmend gewirkt. Auf allem liegt eine undurchdringliche Schwermut und Ausweglosigkeit. Die Personen sind in ihrem Schicksal gefangen. Sie verharren schweigend in ihrer Situation, anstatt zu handeln oder miteinander zu reden. Kinderausbeutung  in jeglicher Form war in der Vergangenheit bekannt, doch die Menschen schwiegen und schweigen immer noch. Und in meinen Augen ist der Roman eine Anklage gegen dieses Schweigen.Leider wird dieser Roman völlig falsch vermarktet. Ein gelber Aufkleber verspricht Spannung aus Schweden und auch die vorangestellte Inhaltsangabe verspricht: "Ein atemlos spannender Kriminalroman...."Wer darauf vertraut und kauft wird genauso enttäuscht sein wie ich.Wer sich allerdings gern in menschliche Abgründe vertieft, der hat unter Umständen einen guten Griff getan.

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  • Öland brennt

    Inselfeuer
    AdrienneAva

    AdrienneAva

    15. May 2016 um 14:08

    Das Buch:Als eine Serie von Brandstiftungen und brutalen Morden die Insel erschüttert, gibt es in den Augen der meisten nur einen Verdächtigen: Jorma Brolin, Tischler, Hufschmied und Ölands umstritten stärkster Mann, den inzwischen alle fürchten. Die schöne Rechtsanwältin Alasca Rosengren übernimmt widerwillig den Fall, denn auch sie ist von seiner Schuld überzeugt. Doch sie hat etwas zu verbergen. Ihr zwölfjähriger Sohn Kristian ist in der letzten Zeit auf unheilvolle Art verändert. Wer hinter diesem Werk von Sylvia B. Lindström einen typischen, skandinavischen Krimi erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Dieses Buch beschäftigt sich mehr mit den psychischen Abgründen der Menschen, denn der typischen Aufklärungsarbeit der Polizei. Die sehr detailverliebte Beschreibung von Öland hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mir die karge und teils unfreundliche Landschaft gut vorstellen. Hier spürt man, dass jemand schreibt, der sich auf dieser Insel gut auskennt. Die Figuren waren sehr gut ausgearbeitet und ich konnte trotz Anschuldigungen viel Empathie für Jorma aufbringen. Einzig Alasca Rosengren konnte mich nicht ganz überzeugen. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, wie sie die Konfrontation mit ihrem Sohn immer wieder vor sich her schob. Auch das ihr die Arbeit wichtiger als alles andere schien. Abschließend bleibt mir zu sagen, dass ich diesen Krimi gerne gelesen habe und ich ihn jedem empfehlen kann, der auch ohne großes Blutvergießen auskommt und stattdessen etwas über menschliche Abgründe lesen möchte.

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  • Inselfeuer

    Inselfeuer
    Engel1974

    Engel1974

    12. May 2016 um 08:43

    Mit „Inselfeuer ein Öland – Krimi“ von Sylvia B. Lindström begeben wir uns nach Schweden. Hier erschüttert eine Serie von Brandstiftungen und ein brutaler Mord Öland. In den Augen der Bevölkerung steht der Täter auch schnell fest: Jorma Brolin, Tischler und Hufschmied auf Öland. Er geriet bereits vor vielen Jahren bei ähnlichen Brandstiftungen ins Visier der Polizei, musste aber wegen Mangel an Beweisen frei gelassen werden. Widerwillig übernimmt die Anwältin Alasca Rosengren Jormas Verteidigung. Auch sie hat etwas zu verbergen und gerät daher in ein Netz aus Lügen und geschickter Manipulation. Meinung: Der Klapptext hatte mich neugierig gemacht und ich habe einen spannenden Krimi erwartet. Leider hielt sich meine Erwartung in Grenzen, der Schreibstil war schwerfällig und langatmig, Spannungspunkte gab es nur sehr wenige und ich musste etliche Seiten lesen, bis es einigermaßen spannend wurde. Auch mit den Protagonisten bin ich nicht warm geworden, sie wirkten insgesamt sehr unnahbar und fern. Insgesamt ist so ein mittelmäßiger Krimi entstanden, der auf vielen Seiten noch Ausbaupotential hat. In Kürze: Schreibstil: etwas schwerfällig Charaktere: wirken insgesamt sehr unnahbar und fern Inhalt: leider nur wenige Spannungspunkte Fazit: mittelmäßiger Krimi, mit unnahbaren Protagonisten

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  • Atmosphärisch sehr dichtes Buch

    Inselfeuer
    SusanneSH68

    SusanneSH68

    07. May 2016 um 23:25

    „Inselfeuer“ von Sylvia B. Lindström ist ein bemerkenswertes Buch. Kein klassischer Krimi, aber dafür ein Buch, daß die Atmosphäre auf der Insel Öland und die engen Beziehungen der Inselbewohner untereinander sehr gut einfängt. Die Insel wird von Brandstiftungen und Morden erschüttert. Die Einheimischen haben schnell einen Verdächtigen gefunden, Jorma Brolin, ein Mann, der von vielen gefürchtet wird. Die Anwältin Alasca Rosengren soll ihn verteidigen, hat aber auch genug eigene Probleme als alleinerziehende Mutter. Das Buch zeigt wunderbar, wie die Menschen in der teilweise auch sehr rauen Natur hier leben und wie die Familien miteinander verbunden sind. Die Situation, dass ein Brandstifter sein Unwesen treibt, führt gerade in so einer überschaubaren Gemeinschaft zu besonderen Problemen. Wer Skandinavien mag, die teilweise raue Natur dort kennt und etwas über die dort lebenden Menschen erfahren möchte, der wird an diesem Buch Freude haben.       

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Tiefgründig, schwermütig, atmosphärisch - ein Porträt Ölands und seiner Bewohner

    Inselfeuer
    Talitha

    Talitha

    03. May 2016 um 00:40

    Im Norden Ölands geht der Feuerteufel um. Einen Verdächtigen haben die Bewohner als Sündenbock bereits auserkoren: Jorma Brolin, grobschlächtiger, etwas einfältiger, unheimlicher Sonderling, der mit seiner verwöhnten Frau Yvonne und Tochter im Dorf Ormöga wohnt, allerlei Hilfs- und Handwerksarbeiten ausführt und von den anderen Dorfbewohnern dabei argwöhnisch beobachtet wird. Alasca Rosengren, Anwältin für Opfer, meist von Missbrauchdelikten ist gleichzeitig alleinerziehende Mutter des zwölfjährigen Kristian und wohnt mit der Großmutter im Dorf. Ihr Kontakt zu Brolin führt über ihre Pferde, die dieser als selbsterlernter Hufschmied behandelt, bis eines Tages Kristian verstört nach Hause kommt. In seinen Kleidern und Haaren steckt Brandgeruch. Wieder ist ein Haus abgebrannt und Kristian schweigt. Alasca stürzt in eine tiefe Krise... Dieser Roman ist ein tiefgründiges Porträt Ölands und seiner Bewohner. Die Landschaft, das Klima, die Häuser, das Treiben der Touristen im Sommer und die Einsamkeit und Kälte im Winter, die Bewohner und ihre Beziehungen zueinander werden wunderbar atmosphärisch dargestellt, so dass man sich als Leser in diese Welt hineingesogen fühlt. Ein Krimi im eigentlichen Sinne ist das Buch nicht, sondern eher eine Sozialstudie und Biografie von Bewohnern Ölands. Der Krimianteil, die Brände und der Feuerteufel, treiben die Bewohner zueinander und auseinander, stiften Freundschaften und Feindschaften, lassen die Gerüchteküche brodeln. Das fand ich sehr faszinierend zu lesen. (Es erinnert ein wenig an J. K. Rowlings "Ein plötzlicher Todesfall"). Der Erzählstil passt sich der Geschichte an. Er ist gut zu lesen, tiefgängig, sehr detailverliebt und manchmal auch etwas ausschweifend, aber dabei immer interessant und unterhaltsam. Das Erzähltempo ist dementsprechend eher niedrig. Erst zum Ende hin wird es richtig brenzlig und somit spannend. Ich vergleiche das Buch gerne mit einem großen Puzzle, dessen Puzzlestücke der Leser erst nach und nach erhält und zusammensetzen kann. So tauchen zuerst recht viele Nebenschauplätze und scheinbare Nebensächlichkeiten und Nebenfiguren auf, die jedoch zum Ende hin alle ihren Sinn ergeben. Mein Fazit: Dieser Roman ist ungewöhnlich, aber gelungen. Einen gewöhnlichen Krimi, wie etwa einen Schwedenkrimi, sollte man nicht erwarten, sonst könnte man enttäuscht werden. Stattdessen bekommt man ein unterhaltsames, interessantes Porträt einer faszinierenden Landschaft mit interessanten Charakteren. Mir hat das sehr gefallen und daher kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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