Sylvia Brandis Windsbraut

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Inhaltsangabe zu „Windsbraut“ von Sylvia Brandis

Die mit den Pferden spricht Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler "Pferdemädchen" - ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt - die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer "schwieriger" Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein "Gespräch" mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält. "Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze - die Glut, das innere Feuer."

Windsbraut ist ein MUSS für alle Pferdeliebhaber. Absolut lesenswert...

— Zanbi
Zanbi

Bewegend, philosophisch und vielseitig - mehr als ein Pferdebuch und auch mehr als eine Autobiographie. In jedem Fall: mehr als lesenswert!

— Windflug
Windflug

Windsbraut ist ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst. Nicht nur für Pferdefreunde. Sehr lesenswert!

— summer22
summer22

Wunderschöne und authentische Autobiographie nicht nur für Pferdeliebhaber!

— Lienne
Lienne

Ich habe es sooo genossen dieses Buch zu lesen, es war einfach nur wundervoll

— beccy
beccy

Lesegenuss pur: Selbst wenn man nichts von Pferden versteht. Dieses "Sachbuch" literarisch aufbereitet, geht sozusagen "runter wie Öl".

— wandablue
wandablue

Eine wundervolle Geschichtenmischung aus der Liebe zu Pferden und einem bunten vielfältigen Autobiographie Romans.

— Buchraettin
Buchraettin

Ein autobiografischer Ratgeber in Sachbuch- und Romancharakter. Bewegend, informativ und bestärkend. Lebe deinen Traum!

— Floh
Floh

Man spürt, dass Frau Brandis die Pferde wirklich ein Anliegen sind

— Curin
Curin

Tolles Buch über eine starke, mutige Frau, deren Zuneigung zu den Pferden ihr Leben bestimmt.

— Saphir610
Saphir610

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  • Auch für Nicht-Pferdeliebhaber eine spannende Lebensgeschichte!

    Windsbraut
    Spatzi79

    Spatzi79

    05. January 2015 um 18:01

    Sylvia Brandis hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Sie trainiert schwierige Pferde, arbeitet mit ihnen und vor allem ihren Besitzern, um Probleme zu beseitigen und ein harmonisches Miteinander von Pferd und Mensch zu ermöglichen. Die Fachbezeichnung für ihren Beruf lautet Equitherapeut. Zu Beginn habe ich mich etwas schwergetan mit der wechselnden Zeitebene. Die Autorin erzählt zu einen ihre Lebensgeschichte, beginnend mit ihrer Kindheit, zum anderen erfahren wir immer wieder von ihren aktuellen Fällen und ihrer gegenwärtigen Lebenssituation. Nachdem ich mich dann aber hineingefunden hatte, gefiel mir der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr gut, ebenso der episodenhafte Erzählstil, so setzt sich nach und nach das Puzzle einer besonderen Autobiographie zusammen. Der poetische Schreibstil gefiel mir sehr, obwohl ich sonst eigentlich eher ein Fan klarer, deutlicher Schreibweise bin. Aber hier passt es. Manche Stellen über den Umgang mit Pferden in vielen Reitställen und bei privaten Besitzern machten beim Lesen sehr betroffen, andere zeigtem jedoch auch, wie es sein kann und sollte! Sehr interessant waren natürlich die persönlichen Einblicke. Die Autorin hat einiges erlebt, auch kuriose Jobs gehabt, wie als Rosenverkäuferin nachts in Berlin! Auch was die Männer in ihrem Leben anbetrifft, gibt sie tiefe Einblicke. Ihre Beziehung zu S. war für mich als Außenstehende über weite Strecken schwer nachzuvollziehen, ich hatte ein bisschen ein Problem damit herauszulesen, was sie an ihm gefunden hast. Letztlich müssen so etwas ja eigentlich nur die beiden Menschen verstehen, die es betrifft, wenn es aber in einem Buch so öffentlich gemacht wird, wäre es natürlich schöner, wenn auch die Leser es wenigstens ansatzweise nachvollziehen könnten. Aber seine spätere Entwicklung hat mich mit meinem anfänglichen Unverständnis ihm gegenüber dann noch ausgesöhnt. Dieses Buch ist durchaus interessant auch für Nicht-Pferdebesitzer, wie ich es bin. Es handelt sich um die Lebensgeschichte einer Frau, die viel erlebt und ihren ganz eigenen Weg gefunden hat.

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  • Leserunde zu "Windsbraut" von Sylvia Brandis

    Windsbraut
    SylviaBrandis

    SylviaBrandis

    Literatur und Pferde - wie passt das zusammen? Start einer Leserunde; für mich ein Abenteuer, dem ich mit großer Spannung entgegensehe. Es geht um mein kürzlich im Aufbau Verlag erschienenes Buch »Windsbraut«; ein sehr persönliches Buch, in dem ich in einem Arbeitstagebuch über meinen schwedischen Alltag als Equitherapeutin und Ausbilderin/ Trainerin von Pferden und Reitern und im eingeschobenen erzählerischen Teil über mein (recht bewegtes!) Leben berichte.  Die Zuneigung zu Pferden macht seit meiner Kindheit das Zentrum meines Lebens aus. Diese Passion führt mich seit nunmehr gut dreißig Jahren mit unvermindertem Enthusiasmus (nicht nur) beruflich mit diesen faszinierenden Geschöpfen zusammen, deren Karma laut buddhistischer Weisheit dem Karma des Menschen am engsten verwandt ist. Wohl deshalb gilt der Umgang mit Pferden seit Urzeiten und noch heute bei vielen Naturvölkern als heilsam für die menschliche Seele.  »Windsbraut« ist ein erzählendes Sachbuch und zugleich eine Art Autobiographie. Eingewoben in ein Arbeitstagebuch sind Erinnerungen an Episoden meines Lebens, das mir selbst im Rückblick oft eher wie ein Roman vorkommt. Meine Absicht war es, ein Buch zu schreiben, das nicht ausschließlich für Pferdefreunde interessant sein soll. Es geht, außer um meine tägliche Arbeit mit Pferden, auch ums Schreiben und um Literatur; um die Liebe zu Pferden, zu Männern und zum Leben, um Kommunikation und Sprachen aller Art: mit und ohne Worte.  Kleiner Vorgeschmack gefällig? Hier geht´s zur Leseprobe und zum Trailer. Ist Euer Interesse geweckt? Dann bewerbt Euch bis einschließlich 27. Mai für eines von 25 Freiexemplaren. Solltet ihr zu den Mitlesenden zählen, setzen wir eine Teilnahme am Austausch in den Leseabschnitten und eine abschließende Rezension voraus. Ich freue mich auf Euch und meine erste Leserunde. Herzlich Sylvia Brandis

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  • Gefühle für Pferde!

    Windsbraut
    abetterway

    abetterway

    27. December 2014 um 11:00

    Inhalt: "Die mit den Pferden spricht Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler "Pferdemädchen" - ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt - die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer "schwieriger" Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein "Gespräch" mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält. "Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze - die Glut, das innere Feuer."" Meinung: Das Buch ist sehr schön und einfühlsam geschrieben. Sylvia zeigt uns wie sie mit Pferdenumgeht und wie sie es gelernt hat mit diesen Geschöpfen umzugehen. Die Fotos in der Mitte sind sehr berührend und schön. sie passen gut dazu und untermalen den Inhalt des Buches sehr. Die Autorin erzählt von ihren Begegnungen und Erfahrungen im Ungang mit Pferden, es sind viele Freundschaften geshclossen worden aber auc einiges Schicksalschläge sind vorhanden. Das Buch enthält viele sehr persönliche Dinge und man merkt das die Autorin sehr viel Einblick in ihr persönliches nahes Umfeld gibt, das erfordert Mut, Leidenschaft und Offeneheit. Fazit: Ein wundervolles Buch über Einfühlsamkeit und besondere Freundschaften.

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  • Windsbraut

    Windsbraut
    Windflug

    Windflug

    Der Untertitel: "Wie ich lernte, die Sprache der Pferde zu verstehen" passt, wie ich finde, gar nicht recht zum Buch, denn er schränkt es viel zu sehr ein und klingt nach dem üblichen Pferdeflüsterer-Buch. Worum geht es tatsächlich? Es ist eine Mischung aus Autobiographie und Pferdesachbuch mit Berichten über die Tätigkeit der Autorin als Equitherapeutin (den Begriff kannte ich übrigens vorher nicht, wenn ich das richtig sehe, ist das, schnoddrig gesagt, eine Mischung aus Ostheopathie, Physio- und Psychotherapie für Pferde). Das klingt erst mal nicht gerade nach hoher Literatur, sondern eher nach Selbstbeweihräucherung eines der vielen Pferdegurus - ist es aber nicht. Schon, weil die Autorin offensichtlich kein Guru ist - sie hat nicht mal eine Website und auch keinen besonderen Ansatz im Umgang mit Pferden, für den sie Zubehör und Anleitungsbücher verkaufen könnte. Was es statt dessen ist, finde ich schwer, in Worte zu fassen. Sylvia Brandis' Lebensgeschichte ist von zwei Dingen geprägt: von der Arbeit mit Pferden und von Literatur - und es gelingt ihr tatsächlich, diese beiden zunächst weit voneinander entfernt wirkenden Pole zu einer Einheit zu verschmelzen. Ich habe tatsächlich lange nicht mehr ein derart fesselndes Buch gelesen, das kein Roman war. Die beiden Ebenen, die sie aufgreift: ihre eigene Geschichte, die unter anderem eine mehrjährige Beziehung zu Wolf-Dietrich Schnurre beinhaltet, und die kleinen Geschichten ihrer Arbeit in Schweden, wechseln immer wieder miteinander ab. Anfangs tat ich mich schwer, damit zurechtzukommen, aber schon nach etwa 20 oder 30 Seiten war ich mitten drin - und zwar in beiden Ebenen. Ich hatte nie das Gefühl: Mist, jetzt kommen wieder die Pferde mit diversen Problemen, die von ihr behandelt werden, oder die Pläne einer Quadrille aus Frauen auf Friesenpferden, ich will doch wissen, wie es im Berlin der 80er Jahre weitergeht - oder umgekehrt. Statt dessen flossen beide Zeitebenen so wunderbar ineinander und waren beide auch so interessant, dass mir jeder Wechsel ganz selbstverständlich und richtig vorkam und ich mich im Gegenteil sogar darüber freute, bei dem jeweils anderen Strang weiterlesen zu können. Beide Zeitebenen haben mich tief bewegt - mit dem, was die Autorin erlebt hat, aber vor allem mit dem, was sie für sich daraus gelernt zu haben scheint. Etliche Male habe ich beim Lesen innegehalten und über Aussagen und Gedanken nachgedacht, die Sylvia Brandis dort formuliert - und zwar seltener die auf Pferde bezogenen, obwohl auch da gute und bedenkenswerte Ansätze drin stecken, die ich mir für meinen Umgang mit meinem Reitbeteiligungs-Pferd merken kann. Viel häufiger waren es Lebensweisheiten, philosophische Gedanken, die dazu auch noch so gut formuliert sind, dass sie mir direkt ins Herz trafen. Sprachlich ist das Buch nämlich ebenfalls bemerkenswert. Wie ich schon sagte: Literatur und Pferdeliebe, die in dieser Frau eine Symbiose eingehen. Formulierungen, Sprachmelodien und kunstvoll miteinander verwobene oder auch bewusst voneinander abgesetzte Teile - auch literarisch konnte mich das absolut begeistern. Fazit: Im Lesestatus habe ich gegen Ende des Buches geschrieben, es sei "atemberaubend" - "schön, schmerzhaft, hart und lebendig, voller Glück und Unglück und so wahrhaftig". Das ist zwar ein wenig vom Überschwang der ersten Begeisterung getragen, aber stimmen tut es doch.

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    • 2
  • Die Himmelsrichtung lautet vorwärts

    Windsbraut
    wandablue

    wandablue

    Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück der Erde „Wir sind klein, winzig klein, das ist das Gute an Himmel und Meer, dass sie uns das nie vergessen lassen“, sagt einer der Lebensgefährten der nach Schweden ausgewanderten Equitherapeutin Sylvia Brandis. Sie lebt jetzt auf einem Hof auf Öland, lebt dort im Einklang mit der Natur, lebt mit Pferden und Büchern ein reiches Arbeitsleben. Und ist geerdet: Durch die Natur, durch ihre Erfahrungen, durch Disziplin, Verlässlichkeit und Vertrauen in sich und das Schicksal, und durch das Reiten unter einem weiten Himmel, gespannt über einem kargen Land, in dem ihr Heimweh nach Schleswig- Holstein zur Ruhe gekommen ist. Ihre Lebensrichtung hat immer „Vorwärts“ geheissen, selbst als sie noch nicht so recht wusste, wohin der Lebensweg führen sollte und bis sie endgültig seßhaft wurde hat es mehrere Umbrüche gegeben. Ein anderes Motto „was man nicht kann, kann man schliesslich lernen“ hat sie unter anderem zur Melkerin gemacht und ihr in prekären Lebenslagen weiter geholfen. Pferde und Männer haben eine grosse Rolle gespielt, die Liebe und das Glück. Dabei überwog die Liebe das Glück, jedenfalls soweit es Männer angeht, „die Verlorenheit der Männer“ geht ihr nahe. Einen davon hat sie auch geheiratet, doch es hielt nicht, manchen hat sie geliebt, keinen gleich, jeden intensiv. Jede ihrer Beziehungen hat etwas gegeben und etwas genommen. Eine Liaison mit einem viel älteren Schriftsteller, die sie mit zwanzig eingeht, hält sie lange fest und klingt über dessen Tod hinaus nach. Die Pferde und das Glück, Halten und Loslassen, sind ein durchgehendes Muster. Jedes Pferd, von dem sie in ihrem Buch erzählt, ist eine Persönlichkeit. In einer bestimmten Lebensphase hat sie zu viel Pferd um sich gehabt, so dass sie mit den Tieren nur noch arbeiten konnte, aber sie nicht mehr kennt in ihrer Tiefe und Individualität. Das will sie nicht. Sie bricht auf zu einer Findungsphase im tiefen Schweden, da, wo es richtig viel düsteren Wald gibt, Elche, Füchse und Verwunschenheit, wo sie mit ihrem kleinen Sohn und zwei Pferden auftankt und Kinderbücher schreibt. „Ich wollte nicht mehr mit Pferden arbeiten, sondern mit ihnen leben“. Das tut sie. Aber es ist noch nicht das Richtige. „Die Schweden sind verrückt“ singt ihr Söhnchen einen Refrain, den ein unvernünftiger Besucher ihm beibringt, und ein bisschen stimmt es wie überall. Die Autorin schreibt über Pferde, also über ihre Arbeitswelt, denn als Equitherapeutin wird sie zu schwierigen Fällen überall im Land gerufen und mit der ihr eigenen Geduld, ihrem Einfühlungsvermögen und ihrer Kompetenz gelingt es ihr, ihren Patienten zu helfen. Meist liegt es am Menschen, wenn ein Pferd Probleme hat. Es ist dem Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und leider trifft man häufig auf letzteres. Ihre Liebe gehört den Friesenpferden, die sie in Schweden und darüber hinaus bekannt gemacht hat. Und die Autorin schreibt über sich. Und was bedeutet es, wenn man über sich schreibt? Man schreibt über Liebe und Tod, über Einsamkeit, Trauer und Erfüllung. Grosse Themen in kurze Sentenzen verpackt, vorgetragen elegant und kraftvoll, meinem literarischen Anspruch voll entsprechend, weise sogar, und manchmal schimmert die Herbheit des Lebens durch. Die Begebenheiten ihres Privatlebens rühren mich an und ich lese still und scheu. Dass sie weiss, was sie tut, das ist das Geheimnis ihres Erfolges als Equitherapeutin ebenso wie als Schriftstellerin. Und ihre Phantasie und ihre Lyrik, die auch in der Prosa zum Ausdruck kommt. Fazit: „Windsbraut“ ist ein Buch zum Träumen, jedoch weit entfernt von romantischem Kitsch. Es ist ein Sachbuch und liest sich wie ein Roman. Es vermittelt Empathie, Lebensfreude, wertvolle Kenntnisse und Schmerz. Für den vollen Lesegenuß muss man sich ein bisschen einlassen auf den Stil und die Gangart der Autorin, denn sie ist eine eigenwillige Schreiberin, doch man sollte ihr Buch lesen und man versäumt etwas, wenn man es nicht tut. Und für jeden, der mit Pferden zu tun hat, ist es ein absolutes Muß!

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    • 7
  • Absolut lesenswert...

    Windsbraut
    Zanbi

    Zanbi

    06. September 2014 um 16:44

    Ich war eine der Glücklichen, die ein Buch gewonnen haben. Vielen dank noch einmal dafür...   Der erste Eindruck des Buches war durchweg positiv. Die Pferde bei Rückblicken fand ich sehr schön. Das Buch war sehr schön zu lesen. Am Anfang fand ich den Wechsel von Gegenwart und Vergangenheit ein bisschen nervig, doch dann habe ich mich dran gewöhnt und gefiel mir immer besser. Sylvia Brandis schreibt sehr schön und authentisch. Sie verschönert nichts und berichtet sehr offen von ihrem Leben und Erlebnissen.           Die Beschreibungen gelingen ihr sehr gut. Auf jeder Seite konnte man die Liebe zu den Pferden spüren und sie spricht von Pferden wie von Menschen. Sehr schön waren auch die Bilder im Buch, die aber leider schwarz-weiß waren. Trotz meiner Begeisterung gebe ich nur 4 Sterne. Warum? Weil ich glaube, dass das Buch nur richtige Pferdeliebhaber in den Bann zieht. Es ist toll geschrieben, daran liegt es nicht, doch die ganze Zeit waren fast nur die Pferde im Spiel, sodass ich manchmal einfach eine Pause brauchte. Absolut lesenswert ist es trotzdem. Niemand wird es bereuen, es gekauft zu haben...  

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  • einfach unheimlich berührend und lesenswert

    Windsbraut
    summer22

    summer22

    24. July 2014 um 22:55

    Zum Inhalt Die mit den Pferden spricht Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler „Pferdemädchen“ – ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt – die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer „schwieriger“ Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein „Gespräch“ mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält. „Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze – die Glut, das innere Feuer.“  Zum Buch/Meinung Ich durfte Windsbraut von Sylvia Brandis im Rahmen einer Lovelybooks Leserunde lesen und muss sagen, es hat sich wirklich gelohnt. Windsbraut ist eines der Bücher, die man so schnell nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich will dieses Mal gar nicht so sehr auf den Inhalt an sich eingehen, da die Inhaltsangabe dieses Mal schon sehr viel hergibt. Sonst würde ich die Spannung nehmen und dieses Buch, ist so wunderbar geschrieben, dass es wirklich jeder selbst entdecken sollte. Das Buch wurde in einer Art Tagebuchform geschrieben und Sylvia Brandis` Schreibstil macht die Seiten zu einem wahren Fest. Ihre lockere Erzählform und der wunderbare Schreibstil haben mir wirklich sehr gefallen. Genauso wie ihre Erfahrungen im Umgang mit Pferden. Sie erzählt sehr bildlich, wie sie mit den Tieren arbeitet und zeigt einen anderen Weg in der Pferdetherapie. Sie regt zum nachdenken an und das Buch ist nie Oberflächlich. Natürlich geht es nicht nur um Pferde. Sie erzählt aus ihren Leben und ihrem Liebesleben und hat dabei schon einige Turbulenzen hinter sich. Das Buch ist auch ein wenig Lebensgeschichte mit Höhen und Tiefen und Interessanten Begebenheiten- Das Buch wird nie langweilig und eröffnet dem Leser auf viele Dinge einen anderen Blick. Alles in allem ein sehr gelungenes Buch, dass wirklich empfehlenswert ist. Nicht nur für pferdefreunde ein Vergnügen! Fazit Lesenswert und unterhaltsam mit viel Tiefgang

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  • Gut verbunden

    Windsbraut
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. July 2014 um 18:38

    Syliva Brandis ist eine Equitherapeutin und arbeitet und lebt in Schweden.  In ihren Buch erzählt sie, wie sie zu diesen Beruf kam, was er ausmacht. Aber nicht nur das. Das Buch besteht aus zwei Erzählsträngen. In Form eines Tagebuches berichtet die Autorin über ihren gegenwärtigen Alltag, hier erfährt man viel über ihre Arbeit. In den anderen Erzählteil berichtet sie über ihre Vergangenheit, wie sie zu den Beruf fand, aber auch über sehr viel persönliches, wie z.B. ihre Ehe. Dies macht das Buch auch für Leser interessant, die sich nicht übermäßig viel für Pferde interessieren. Pferde und ihre Arbeit mit ihnen sind jedoch das Hauptthema. Man spürt immer wieder, wie wichtig Sylvia Brandis ihre Arbeit ist und wie sie darin aufgeht. das ist sehr bemerkenswert. Ich fand aber auch ihre Bericht über ihre Beziehungen interessant. Dadurch kommt noch mal sehr viel persönliches hinzu. Bleibt die Frage, was ist dieses Buch nun, eine Biographie, ein Roman oder ein Sachbuch? Es ist von allen etwas, das sehr gut verbunden wird und spannend erzählt wird.

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  • Windsbraut - eine authentische Biographie

    Windsbraut
    Lienne

    Lienne

    05. July 2014 um 14:28

    Windsbraut – Sylvia Brandis Inhalt: Die mit den Pferden spricht Seit ihrer Kindheit träumte Sylvia Brandis den Traum vieler „Pferdemädchen“ – ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mit Durchsetzungsvermögen, Fleiß und etwas Glück hat sie ihn verwirklichen können. Auch wenn das Schicksal ihr manchen Hieb versetzt – die Liebe zu den Pferden ist die große Konstante ihres Lebens. Schon bald wird sie zum Geheimtipp für die Besitzer „schwieriger“ Pferde. Sie trainiert die Tiere nicht durch Dominanz und Zwang, sondern führt ein „Gespräch“ mit ihnen. Anfang der neunziger Jahre zieht Sylvia Brandis nach Schweden, wo sie heute zu den anerkanntesten Equitherapeuten gehört. Kenntnisreich und poetisch zugleich schildert sie den Alltag mit den Pferden, die Hoffnungen und Glücksmomente, aber auch die Rückschläge, die dieses Leben bereithält. „Die Haupteigenschaft, die ein Pferd für mich begehrenswert macht, unterscheidet sich nicht wesentlich von der, die ich auch an Männern schätze – die Glut, das innere Feuer.“   Meine Meinung: Bei „Windsbraut“ handelt es sich um eine wundervolle Geschichte über das Leben, die Liebe und die Arbeit mit Pferden. In ihrer Autobiographie beschreibt die Autorin, wie sie zu dem Menschen geworden ist, der sie nun ist, wie sie lernte mit Pferden umzugehen und wer sie dabei unterstützt beziehungsweise auch beeinflusst hat. Der Schreibstil ist flüssig und auch ein wenig poetisch. In 2 Erzählsträngen beschreibt sie zum einen ihre Vergangenheit und zum anderen die Gegenwart bis diese zwei Erzählstränge am Ende zusammenlaufen. Sehr ehrlich und offen lässt die Autorin die Leser nicht nur Blicke in ihre Arbeit, sondern auch in ihre Privatsphäre werfen.   Fazit: Eine schöne und authentische Autobiographie, die mir sehr gut gefallen hat! Nicht nur für Pferdeliebhaber lesenswert!

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  • Ein hoch interessantes Sachbuch über die Sprache der Pferde, mit eigener Geschichte der Autorin

    Windsbraut
    Monalisa73

    Monalisa73

    29. June 2014 um 13:37

    Sylvia Brandis beschreibt in ihrem Buch "Winds Braut" ihr Leben und ihre Arbeit mit Pferden. Sie beginnt in jungen Jahren als Bereiterin und merkt sehr schnell wie wichtig ihr die Pferde für ihr eigenes Befinden sind und wie gerne sie mit ihnen arbeitet. In "Winds Braut" erzählt die Autorin anhand von zwei Erzählsträngen von ihrer Arbeit als Equitherapeutin in Schweden und im Wechsel dazu ihre eigene Lebensgeschichte, die nicht nur von Pferden handelt. Ebenso wichtig wie die Arbeit mit den Pferden, ist Sylvia Brandis das Schreiben. So manches Kinderbuch, Pferdebuch oder Märchen entstand unter ihrer Feder. Mit diesem Buch ist ihr ein wunderbares Lesewerk über die Sprache der Pferde gelungen. Beim Lesen bekommt man die  ungeheure Kraft zu spüren, die ihre Willenstärke widerspiegelt, mit der Sylvia Brandis durchs Leben geht. Sobald man in die ersten Kapitel des Buches eingetaucht ist, lässt es einen so schnell nicht wieder los. Ein sehr beeindruckende Geschichte.

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  • Windsbraut - Ein Leben mit und für Pferde

    Windsbraut
    Saphir610

    Saphir610

    Seit Tagen nach einem vernünftigen Anfang dieser Rezension, der diesem Buch irgendwie gerecht wird. Finde aber keinen, also fange ich einfach mal so an. Sylvia Brandis erzählt von ihrer heutigen Arbeit als Equitherapeutin in Schweden, und ganz besonders von "ihren" Pferden, den Friesen, die sie ausbildet, und der besonderen Geschichte der Friesen in Schweden. Allein dies ist für mich, als ebenfalls pferdeverrückte, schon lesenswert genug. Denn die Pferde werden in ihren Persönlichkeiten, ihren Problemen, ihrer speziellen Art so kurz und treffend geschildert. Dazu die Ansätze der Autorin diesen Pferden zu helfen. Und auch die Ausbildung der verschiedenen Pferdetypen. Das ist in einem ganz tollen, beschreibenden Stil geschrieben, wo dann auch die Liebe zu den Pferden voller Gefühl dargestellt wird. In anderen Kapiteln erzählt Sylvia Brandis chronologisch ihre Entwicklung zu dem Menschen der sie heute ist. Schon als Kind war sei ein Pferdemädchen und begann später mit einem Tiermedizinstudium. Doch dann kam die schriftstellerische Seite durch, eine besondere Freundschaft zum Schriftsteller Wolfdietrich Schnurre, dessen Coautorin sie war, ein spezielles Treffen mit Max Frisch, Verbindungen zum NDR und dem Schreiben von Kinderbüchern. Dazu die Geschichten von den Männern die ihren Lebensweg kreuzten und ihn einige Zeit bereicherten. Aber auch das Alleinsein, und das Leben mit ihrem Sohn. In der Zeit auch immer und weiterhin die Pferde, ein Verkaufsstall, der irgendwann zu groß wird, Standortwechsel, bis hin zum heutigen Hof in Schweden. Total ergreifend fand ich die Beschreibung als Sylvia mit ihrem Pferd Piet einen schwer krebskranken Mann im bzw. vorm Krankenhaus besucht. Nicht zu vergessen, die schwarzweiß Fotos von einigen ihrer Pferde. So ein umfassendes Buch, viel mehr als nur ein erzählendes Buch über Arbeit mit Pferden und dem Lebensweg der Autorin. Gedanken, die schon poetisch wirken, und versuchen den Zauber der Pferde, des Lebens und vielem mehr zu beschreiben. Auch viel mehr als ich erwartet hatte. Gerne würde ich mehr von Sylvia Brandis lesen und hoffe, dass dies nicht das letzte Buch von ihr gewesen ist.

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    • 2
  • Eindrucksvoll und interessant

    Windsbraut
    nodi

    nodi

    27. June 2014 um 19:14

    Die in Hamburg geborene Sylvia Brandis erzählt uns in ihrem Buch „Windsbraut“, von ihrer Liebe zu Pferden, ihrem Beruf als Equitherapeutin und auch Einiges aus ihrem Privatleben. Als Kind hatte sie Angst vor Pferden, entdeckte später aber ihre Passion und arbeitet heute sehr erfolgreich als Equitherapeutin in Schweden. „Windsbraut“ ist für mich Sachbuch und Autobiografie in einem. Zum einen erfahren wir viel über ihre Arbeit mit Problempferden, lernen aber auch, dass meist der Mensch die Fehler macht. Einfühlsam versucht sie den Pferden zu helfen, aber spart auch nicht mit Kritik am Menschen. Während des Lesens spürt man ganz deutlich ihre Liebe zu den Tieren und ihrem Beruf. Die Beschreibungen der Pferde werden nochmal in der Mitte des Buches durch Schwarzweißfotos verdeutlicht. Auch das Privatleben kommt nicht zu kurz, Sylvia Brandis eröffnet sehr viel Persönliches, unter anderem ihre Liebe zu einem sehr viel älteren Mann, aber auch von ihrem Leben mit späteren Partnern. In ihrem Leben scheint es viele Höhen und Tiefen gegeben zu haben, aber man spürt deutlich, dass sie trotz allem immer versucht ihre Träume zu leben. Wir bekommen Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, nehmen aber auch hilfreiche Tipps im Umgang mit Pferden mit. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, ich hatte oft das Gefühl, mittendrin zu sein. Die einzelnen Kapitel waren sehr kurz, nur einige Zeitsprünge unterbrachen manchmal meinen Lesefluss. „Windsbraut“ ist ein eindrucksvolles und interessantes Buch, nicht nur für Pferdeliebhaber geeignet.

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  • Vom Reiten, Lieben und Loslassen

    Windsbraut
    alasca

    alasca

    Vom Reiten, Lieben und Loslassen Eigentlich wollte Sylvia Brandis ein Sachbuch über gewaltfreies Reiten schreiben. Aber dann erwies es sich als unmöglich, Leben, Lieben und Literatur, alles untrennbar verbunden mit der Leidenschaft für Pferde, zu entflechten und auf ein einziges Thema zu reduzieren. So kam „Windsbraut“ in die Welt – eine Autobiografie der besonderen Art, in der wir Wege und Irrwege einer Amazone von der Kindheit in den 60er Jahren bis in die Gegenwart verfolgen können. In zwei Erzählsträngen nimmt die „Windsbraut“ Sylvia uns mit in ihr Leben. Der eine Strang dokumentiert die Gegenwart in lockerer Tagebuchform und erzählt informativ und lebendig von der Praxis der Equitherapeutin, die Brandis mittlerweile geworden ist. Man kann das Engagement spüren, mit dem sie ihren Beruf ausübt; aus ihrer Sicht hat das Lernen nie ein Ende; sie hat sich nie in die Ferne gesehnt, sondern in die Tiefe: „Eindringen ins Herz der Dinge. Ist das nicht eigentlich das fernste Ziel, die längste aller Reisen?“ Der zweite Strang erklärt, wie diese Gegenwart zustande gekommen ist. Diejenigen von uns, die ihre reiterliche und amouröse Sozialisation in den 70ern erlebt haben, werden sich und viele ihrer Erfahrungen wiedererkennen; mich nahm Sylvias Zeitreise mit zu meinen eigenen Ursprüngen. Sylvias Lehre vom gewaltfreien Umgang mit dem Pferd ist gekennzeichnet durch große Bescheidenheit; für sie ist klar, dass Pferd und Reiter voneinander lernen müssen. Ihre Lehre verzichtet auf die Pferdeflüsterer-Attitüde und beruht auf sensiblen Beobachtungen, Erfahrung und Lebensklugheit: „Was ihnen Konsequenz, Geduld, Ausdauer, Liebe und Lob nicht beibringen können, das brauchen meine Pferde nicht zu lernen.“ Die Fotosequenz in der Mitte des Buches zeigt Brandis mit den Pferden ihres Lebens und verleiht dem Erzählten weitere Tiefe. Besonders ist dieses Buch auch deshalb, weil Brandis (endlich!) das lebende Gegenbeispiel für das Bild der sportlich versierten, intellektuell aber eher einfachen Reiterin darstellt. Brandis kann nicht nur reiten, sie kann auch schreiben; im Literaturbetrieb eine unerhörte Kombination. Selbst als ihr 1989 der Literaturpreis der Kärntner Industrie im Rahmen des Ingeborg Bachmann-Preises verliehen wird, kann ein Juror es nicht glauben: „Ausbildung junger Pferde? Womit beschäftigen Sie sich denn nun wirklich?“ Für die Friesen in Schweden hat Brandis das getan, was Ursula Bruns für die Islandpferde in Deutschland tat: Ohne sie wären sie dort unbekannt. Ja, Brandis hat in ihrem Leben viel erreicht – und wieder verloren. Aber sie hängt nicht am Erreichten: „Man sollte alles Wichtige im Leben einmal besessen haben, zu dem einzigen Zweck, das man es schließlich nicht mehr braucht. Vielleicht ist das alles, was es für uns hier zu lernen gibt…“ Sie hat keine Angst vor den großen Themen im Leben: Tod, Freiheit, Einsamkeit – aber auch Leidenschaft, Freude, Transzendenz. Ihre Fähigkeit, sich selbst Heimat zu sein, hat ihr immer wieder die Kraft zu Weiterentwicklung und Neubeginn gegeben. Sylvia war Bereiterin, Ausbilderin von Verkaufspferden, studierte Veterinärmedizin, war Geliebte, Freundin und Koautorin von Wolfdietrich Schnurre und bezauberte mit ihren ersten Versuchen als Journalistin keinen Geringeren als Max Frisch. Später schreibt sie Kinderbücher, Artikel für renommierte Blätter wie „Die Zeit“; ist unter anderem Märchenautorin und -erzählerin, Altenpflegerin und Melkerin und tritt mit ihrem Friesen Piet kostümiert in Mittelalter-Inszenierungen auf. Ihre Lebensstationen sind Schleswig-Holstein, Berlin, wieder SH und schließlich Schweden. Ihre Schönheit, Energie und Ausstrahlung ziehen immer wieder Männer an, die sich daran wärmen wollen. Den Männern in ihrem Leben gesteht sie jedoch nicht wesentlich mehr Raum zu als den herausragenden Pferdepersönlichkeiten, und es hat mich schon sehr amüsiert, wie ihr öländischer Ehemann Christer mit einem Satz geheiratet und 6 Seiten weiter in einem Halbsatz wieder geschieden wird. Überhaupt ist Brandis´ Stil eine einzigartige Mischung aus lakonischer Prägnanz und lyrischer Bildhaftigkeit, wie die „…Reihen buckliger Apfelbaumgreise, die Spalier stehen“; ein schönes Sprachbild von vielen. Obendrein hat ihre Sprache Rhythmus und Klang und liest sich leicht und süffig; kurzum, wir bekommen als LeserInnen dieser Amazonenbiographie ein weit höheres Sprachniveau geboten als das oft kitschige Pferdegenre erwarten lässt. Vor allem gefiel mir, dass Brandis ohne Bitterkeit oder Zorn zurück blickt, auch wenn es zu beidem durchaus Anlass gegeben hätte. Frau kann generell viel von Sylvia lernen, nicht nur, was das Loslassen angeht. Den Frauen, die schon mit 30 anfangen, sich vor dem Altern zu fürchten, möchte ich Sylvias Gelassenheit anempfehlen: „Ich habe keine Altersängste. Im Gegenteil, mir erscheint das Leben von Jahr zu Jahr leichter.“ Am Ende fiel es mir schwer, mich von Sylvia zu verabschieden. Das Leben der Windsbraut geht nun ohne mich weiter, und eins weiß ich mit Sicherheit: Wenn sie nicht gestorben ist, dann reitet sie noch heute...

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    • 5
  • Liebe zu Pferden

    Windsbraut
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    24. June 2014 um 19:15

    Der Untertitel dieses Buches „Wie ich lernte, die Sprache der Pferde zu verstehen“ beschreibt sehr gut, worum es in diesem Buch geht. Aber es ist nicht nur ein Sachbuch, es ist auch eine sehr emotionale Biographie. Die zwei Handlungsstränge des Buches wechseln sich ab. In dem einen Teil erfahren wir sehr viel über die Arbeit als Equitherapeutin, in dem anderen erzählt Sylvia Brandis chronologisch ihre Lebensgeschichte. Mit jedem Satz erfährt man von ihrer Liebe zu den Pferden, ganz besonders zu den Friesen. Wenn sie von Piet berichtet, ist das eine einzige Liebeserklärung. Obwohl ihr Weg nicht immer einfach war, ist sie in konsequent weitergegangen. Inzwischen hat sie sich einen Namen in der Branche gemacht. Sie behandelt die Pferde ohne Zwang und Druck, sondern in dem sie sich in die Tiere hineinversetzt. In Schweden hat sie das Umfeld gefunden, wo sie mit ihren Pferden lebt. Der Schreibstil ist sehr anschaulich und zugleich poetisch. Die wundervollen Schwarz-Weiss-Fotos ergänzen die Geschichte sehr schön. Ein außergewöhnliches und bewegendes Buch – nicht nur für Pferdeliebhaber.

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  • Die schwarzen und die weißen Pferde

    Windsbraut
    Grandville

    Grandville

    19. June 2014 um 21:19

    Sylvia Brandis hat eine interessante und gut zu lesende Autobiographie über ihren Werdegang und ihre Pferde geschrieben. Schwierig fand ich den Einstieg, da mir am Anfang der Wechsel zwischen der Vergangenheits- und Gegenwartsebene ein wenig schwer viel. Desweiteren finde ich den Titel ein wenig irreführend. Zwar erfährt man viel darüber, wie Frau Brandis von Kindheit an mit Pferden aufgewachsen ist und diese sie immer begleitet und später zu ihrem Leben und Beruf gehörten. auch erfährt man vieles über ihre Sicht zur Pferdeausbildung und es fallen auch die ein oder andern Tipps und Hinweise. Nur hatte ich anhand des Titels einen größeren Schwerpunkt auf Hilfen für den Laien zum Umgang mit seinem Pferd erwartet. Es handelt sich aber eindeutig um eine Biographie, deswegen mein klarer Hinweis darauf. Frau Brandis hat bisher ein bewegtes Leben und interessantes Leben geführt und ich bin ihr gerne durch ihre Erinnerungen, Pferdelieben und Abenteuer gefolgt. Frau Brandis erzählt in einem angenehmen Stil, der sich flott und unterhaltsam lesen lässt. Mit Kritik am Reitsport und Pferdebesitzern spart Frau Brandis nicht, allerdings bleibt sie immer Fair und begründet ausführlich. Man kommt ins Nachdenken, über sich und den Pferdesport. Ernst und nachdenklich geht es zu, aber trotzdem wird es nicht zu ernst. Bedauerlich finde ich die Entscheidung des Verlages, die Bilder in schwarz-weiß abzudrucken, in Farbe hätten sie mir besser gefallen. Auch das sie in einem Bildblock in der Buchmitte zusammengefasst sind, ist mir einleuchtend, allerdings hätte ich sie näher an der betreffenden Textstelle lieber gehabt. Eine unterhaltsame Lektüre für Pferdefans, die Biographie einer starken und erfolgreichen Frau. Mir hat das Buch gefallen.

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