Sylvia Kéré Wellensiek

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Rezension zu "Resilienz – Kompetenz der Zukunft" von Sylvia Kéré Wellensiek

Eine lange unterschätzte Fähigkeit
WinfriedStanzickvor 4 Jahren


 

Schon seit vielen Jahren hat sich in der psychologischen Forschung ein Begriff etabliert, mit dem die Forscher eine immer wieder bei einigen ihrer Patienten und Klienten beobachtete Kraft bezeichnen, mit Hilfe derer sie aus einer deprimierenden Situation wieder in das normale und volle Leben zurückkehren konnten. Mit der sie Widerstand leisten konnten gegen die sie bisher krank machenden Zumutungen ihrer Umwelt und mit der sie wieder optimistisch ihren Blick nach vorne richten und ihr eigenes Leben im Griff behalten konnten.

Die auch in dem vorliegenden Buch der Trainerin und Coach Sylivia Wellensiek immer wieder erwähnte und zitierte Schweizer Paar-, Familien- und Organisationsberaterin Rosmarie Welter-Enderlin hat Resilienz schon früh ein "Gedeihen trotz widriger Umstände" genannt. Es bezeichnet eine psychische Fähigkeit von Individuen, die durch verschiedene Gründe vielen Menschen in der heutigen Zeit abhanden gekommen ist, beziehungsweise sie waren gar nicht der Lage, sie in ihrer Kindheit und Jugend zu entwickeln.

Die Psyche besitzt eine Art Schutzschirm, die den Menschen krisenfest macht. Der Kern der Resilienz ist das unerschütterliche Vertrauen in die Fähigkeit, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Dieses Vertrauen stützt sich auf sieben Säulen unserer inneren Stärke: Optimismus, Bewältigungsorientierung, Verlassen der Opferrolle, Akzeptanz, Verantwortung, aktive Zukunftsplanung, Netzwerke und Freundschaften.

Robert Brooks hat 2008 im Klett-Cotta Verlag ein Buch veröffentlicht mit dem Titel. "Das Resilienz-Buch. Wie Eltern ihre Kinder fürs Leben stärken", das wertvolle Hinweise gibt dafür, wie Eltern durch eine entsprechende Haltung ihre Kinder so stärken für ihr Leben, dass sie bei kommenden Krise nicht jedes Mal eine Therapie brauchen, sondern ihr Leben selbständig bewältigen können.

Resilienz als das unerschütterliche Vertrauen in die Fähigkeit, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen ist etwas, das man nicht einmal erwirbt und dann immer behält, sondern dieses Vertrauen und diese Fähigkeit müssen immer wieder „genährt“ und geübt werden.

Viele Bücher zur Resilienz (vgl. das von Christina Berndt) geben Hinweise darauf, wie Erwachsene für sich selbst und auch für ihre Kinder mehr seelische Widerstandskraft erwerben können:

1. Bauen Sie soziale Kontakte auf.
2. Sehen Sie Krisen nicht als unlösbare Probleme
3. Akzeptieren Sie, dass Veränderungen zum Leben gehören
4. Versuchen Sie, Ziele zu erreichen
5. Handeln Sie entschlossen
6. Finden Sie zu sich selbst
7. Entwickeln Sie eine positive Sicht auf sich selbst
8. Behalten Sie die Zukunft im Auge
9. Erwarten Sie das Beste
10. Sorgen Sie für sich selbst

Das Besondere an dem hier vorliegenden Buch von Sylvia Wellensiek ist, dass sie nicht nur fokussiert auf die Resilienz als die unentbehrliche Kraftquelle für den Einzelnen, aus der wir schöpfen können und die hilft, die Balance zu halten, sondern auch aufzeigt, welche Wert die Resilienz als einübbare Fähigkeit für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung hat.

 

Als ein Kompetenzbündel ist sie unentbehrlich dafür, die immer höher werdende Komplexität unsere wirtschaftlichen und sozialen Systeme zu meistern. Sie ist eine zentrale menschliche Ressource für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Gesellschaften. Und sie ist zentral notwendig für eine nachhaltige Entwicklung, ohne die ökologisch gesehen unser Wirtschaften bald an ein Ende kommt.

 

„Die eigentliche Lebenskunst“, sagt sie gegen Ende des Buches zusammenfassend, „besteht nicht nur darin, mein eigenes Leben kreativ und erfüllt zu leben, sondern es im Einklang mit allen Leben zu gestalten.“

 

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Rezension zu "Resilienz – Kompetenz der Zukunft" von Sylvia Kéré Wellensiek

Herausforderungen bestehen, Möglichkeiten nutzen
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Herausforderungen bestehen, Möglichkeiten nutzen

Die Dinge in Ruhe betrachten zu können, auch wenn es einmal hektisch oder druckvoll von außen wird.

Die Unwägbarkeiten des Lebens eben als „unwägbar“ anzunehmen und sich von „Überraschungen“ auf dem Lebensweg nicht umgehend aus dem Tritt bringen zu lassen, sondern diesen „Fluss des Lebens“ immer auch als Möglichkeit zu begreifen.

Eine gewisse Form der Nervenstärke somit, das meint der Begriff „Resilienz“.

Das Leben ist nicht im Letzten vorhersehbar und/oder kontrollierbar, es birgt Risiken. Diesem Fakt mit innerer Stärke begegnen zu können, sich in immer mehr unüberschaubar werdenden Strukturen nicht immer wieder von unverhofften Ereignissen sofort aus der Bahn werfen lassen, das sind Voraussetzungen dafür, mit all dem Unwägbaren und dem, was an Risiko auch im Raume steht, einen konstruktiven Umgang zu finden. Daran zu wachsen statt daran zu verzweifeln oder zu scheitern.

„Widerstandskraft, Belastungsfähigkeit, Flexibilität“, mit diesen drei Begriffen bringt Sylvia Kere Wellensiek die Ausformung der Resilienz im Menschen auf den Punkt. Begriffe, denen Joachim Galuska zudem noch die „weichen“ Faktoren zuordnet, die es benötigt, auf sich selbst in all diesen Situationen zu achten, die eigenen Gefühle zu beachten, sich angemessen einzubringen, sich selber weitgehend steuern zu können, statt nur reaktiv überraschenden Wendungen im Leben gegenüber zu stehen.

Wobei Resilienz in den Augen der Autoren zwar durchaus in verschiedener Ausprägung dem Menschen „mit auf den Weg gegeben“ ist, aber „aktiv angestoßen und verstärkt“ werden kann, ein „Prozess, der an Dynamik und Wechselwirkung geprägt ist“. So dass jeder eine Art „Steaufmännchen“ werden kann, die einen mit mehr Anlauf, die anderen mit weniger.

Im Folgenden legen die Autoren strukturiert und sehr verständlich im Stil die verschiedenen Ebenen (Person, Unternehmen, Gesellschaft), die verschiedenen „Orte der Resilienz“ und di konkrete „Wirkweise“ facettenreich im Buch vor. Wobei im Besonderen der „gesellschaftliche Blick“, die „Resilienz als Grundlage für Nachhaltigkeit“, aber auch die ethischen Implikationen dieses Buch von anderen aktuellen Werken zur Reislienz unterscheidet.

Wie die „Wirkung der Resilienz“ in Form von „Präsenz und Offenheit“ dem Leben gegenüber auf der Basis einer ruhigen Souveränität sich auf den persönlichen Umgang mit den Unwägbarkeiten und Risiken des Lebens auswirkt, aber auch auf die unternehmerische Gestaltung und die gesellschaftliche Ausrichtung Einfluss nehmen kann, das gelingt den beiden Autoren in gut ergänzender Weise, dem Leser nahe zu bringen.

Vielfache Hinweise auf Möglichkeiten, die eigene Reislienz in den Blick zu nehmen und zu verstärken runden die Darlegungen immer wieder konkret und fassbar ab.

Eine empfehlenswerte Lektüre zu einer wichtigen „Kraft für das Leben“.

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Rezension zu "Handbuch Integrales Coaching" von Sylvia Kéré Wellensiek

Rezension zu "Handbuch Integrales Coaching" von Sylvia Kéré Wellensiek
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Konstruktive methodische Kooperationen

Kaum jemand, der im praktischen Arbeitsfeld der Beratung und des Coachings arbeitet, richtet sich nach einer Form reiner Lehre. Zumeist bauen auf einen roten Faden einer Grundausbildung und Kernüberzeugung eine Vielzahl von Methoden und Beratungskonzepten mit ein, die praktikabel und nutzbringend erfahren worden sind. Paul Watzlawick selbst hat auf die Frage nach seiner zugrunde liegenden therapeutischen Haltung und Methodik immer wieder beton, er nutze „alles, was es tut“.

Im Rahmen einer kooperativen Haltung der Verbindung beratender Grundhaltungen und Arbeitsweisen hat nun Sylvia Kere Wellensiek ein Handbuch zum Thema eines solchen integralen Coachings vorgelegt. Grundlage ihrer Ausführungen ist das, von ihr entwickelte, Human Balance Training, dass in sich verschiedene Formen von therapeutischen Ansätzen, Kommunikationstheorien, naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen und Elemente von Weisheitslehren vereinigt und im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes für die Situationen der Beratung und des Coachings nutzbar macht.

Wellensiek führt zu Recht zunächst ins Felde, dass ein hoher Wissenstand und eine vielfältige Methodik an Entwicklungs- und Lernprozessen mittlerweile bestens praktisch erforscht vorhanden ist, im Rahmen dessen sich eine Erkundungsreise der vielfältigen Ansätze und Methodiken sich überaus lohnenswert gestaltet- Als ganzheitlicher Ansatz wird sicherlich einiges an Grundlagen einfach gesetzt, ohne diese zur Zeit empirisch beweisen zu können, doch gelingt es der Autorin, in plausibler und einleuchtender Weise die einzelnen Elemente und die Integration derselben vorzustellen, so dass jede Gefahr einer esoterischen Heilslehre oder der Ratio widersinniger Behauptungen gar nicht erst in den Raum tritt.

Durch den hohen Wert, den das Konzept auf den Bereich der begleitete Achtsamkeit legt, ergibt sich ein direkter Nutzen gerade auch in der Schnittstelle zwischen Einsicht und tatsächlicher Umsetzung. Gerade dieses Element ist besonders beachtenswert, da vielfach durchaus strukturierte und sinnvolle Coachingprozesse am Praxistext letztlich scheitern. Eine Achtsamkeit, die den Formulierungen und Einlassungen der Autorin im Buch ebenfalls abzuspüren ist und somit nicht als reine Theorie postuliert, sondern bereits während des Lesens deutlich wird.

Ganzheitlich und, vor allem, in der Sprache und den benutzen Beispielen und Verdeutlichungen zügig zu lesen und einfach zu verstehen, wird im ersten Teil die Methodik in ihrer Gänze zunächst vorgestellt unter besonderer Beachtung des pragmatischen Nutzens. Der sich anschließende zweite Teil legt seinen Schwerpunkt auf die innere Haltung des Coaches. Gerade durch die methodische Vielfalt ist einer reifen und achtsamen Haltung besonderes Gewicht beizumessen, eine Verantwortung, die Wellensiek unmissverständlich und klar zur Sprache bringt, eben so, wie sie Hilfen zur Reflektion und zur Aneignung notwendiger Haltungen benennt. In 12 praktischen und durchaus umsetzbaren Schritten bietet sie eine Vorgabe zur eigenen Bewussteinserkundung an, die eine Aneignung des Ansatzes gut ermöglicht. In den letzten Teilen des Buches wendet die Autorin sich dem Beratungsprozess als solchem zu. Strukturierte Schritte, Kernthemen menschlicher Grundstruktur, Übungen und Methodiken werden hier verständlich und ausführlich dargelegt.

In sich geschlossen betrachtet ist das Buch als sehr gelungen zu kennzeichnen. Jederzeit wird klar und deutlich, was die Autorin auszudrücken gedenkt, die Methode in sich ist stimmig und schlüssig, nicht nur in der Darstellung, sondern auch in den Grundlegungen und im Aufbau. Allerdings lässt es sich nicht vermeiden, dass allein sprachlich eine gewisse Nähe zu esoterischen Praktiken assoziiert wird und manche Praktiken z.B. der Körperarbeit ebenso zur Person des Coaches passen müssen, wie manche sprachliche Wendungen und Inhalt fernöstlicher Weisheitsliteratur in ihrem inne liegenden Pathos auf nüchtern sachlich orientierte Menschen auf den ersten Blick eher abschreckend Wirken.

Dennoch ist es eine richtige und der Gegenwart angemessene Beratungshaltung, dass komplexe Umstände ein komplexes Verständnis benötigen und mit pauschalen Antworten oder der Postulierung „einzig wahrer“ Theorien nicht klientengerecht zu lösen sein werden.

Ein guter Einstieg in das Buch bietet daher das Kapitel über die Eckpfeiler des human Balance Trainings und, sodann, die Bereitschaft, zumindest in Teilen integrative Methoden in der eigenen Praxis zu erproben. Das Bemühen der Autorin, möglichst sachlich und situationsbezogen darzustellen, ist hierfür äußerst hilfreich und kann durchaus dazu verhelfen, Vorbehalte gegenüber einer teils fremden Welt der „Heilung“ abzubauen.
Das Ziel der Herstellung einer Balance des Lebens und einer eigenen Präsenz im Leben verbindet letztendlich alle Versuche von Beratung und Coaching und ist auch durch Sylvia Kere Wellensiek in bester Weise gesetzt. So ist es ein Experiment wert, die eigene Interpretationsmatrix mit ihren raschen Werturteilen einmal hinten an zu stellen und sich offenen Blicks dem Human Balance Training zu nähern.

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