Sylvia Plath Die Bibel der Träume

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Inhaltsangabe zu „Die Bibel der Träume“ von Sylvia Plath

Zwölf Erzählungen, verfasst von einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts: Immer einengender wird die Welt, zuletzt sogar bedrohlich, und so ziehen sich die Heldinnen dieser Geschichten in ihre Träume zurück. Doch was, wenn das nicht mehr geht, weil die Realität durch alle Ritzen dringt? So wie der Schnee im Winter 1962/63 in London, so steigt die Verzweiflung in diesen Erzählungen. Kälte und Wasser dringen ein, der Strom fällt aus, alles scheint zusammenzubrechen. Und die Erzählerin, allein mit ihren kleinen Kindern, fragt sich, wie die Zukunft aussehen könnte, in einer Welt, in der sich die Menschen mit der Katastrophe abfinden. Kurz vor ihrem Tod vollendete Sylvia Plath die Erzählung »Schneeangriff«, bevor ihre Kräfte endgültig schwanden. So ist in all diesen zwischen 1958 und 1963 entstandenen Geschichten Plaths Leben direkt nachzuspüren: ihre Zeit in England, ihre Arbeit im Massachusetts General Hospital, ihre Kindheit im Haus der Großeltern, die Enge und Borniertheit der englischen Provinz und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit dem Beruf der Schriftstellerin und ihre Flucht in die Welt der Phantasie. Das Erzählte ist durchdringen von ihrem Leiden an sich selbst und den anderen und doch auch von ihrem Sinn für die Schönheit und Poesie des Augenblicks.

Beklemmende Themen sprachlich großartig verpackt.

— Julino

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  • Sylvia Plath: Die Bibel der Träume

    Die Bibel der Träume

    Julino

    26. February 2016 um 12:52

    "Die Landschaft meiner Kindheit war nicht Land, sondern das Ende vom Land – die kalten, salzigen, rollenden Hügel des Atlantik. Manchmal denke ich, daß mein Bild vom Meer das Klarste ist, was ich besitze. Ich trage es in mir, verbannt, wie ich bin, wie die purpurnen weißumrandeten Glückssteine oder die blauschaligen Muscheln, deren Inneres regenbogenfarben schimmert wie die Fingernägel von Engeln; und in einer Welle der Erinnerung werden die Farben tiefer und glänzend, die frühe Welt holt Atem." Seitdem ich Die Glasglocke von Sylvia Plath (geb. 1932) gelesen habe, bin ich ein großer Fan der Autorin, die vor allem erst nach ihrem Suizid im Jahr 1963 Bekanntheit und Ruhm erlangte. Plath zählt mit zu den genialsten Schriftstellerinnen unserer Zeit und ihr einziger Roman Die Glasglocke zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Nun habe ich auch Plaths Die Bibel der Träume gelesen, ein Erzählungsband mit Geschichten, die, wie auch schon Die Glasglocke, an die Biografie der Schriftstellerin erinnern. Der Band vereint zwölf Kurzgeschichten, in denen die Amerikanerin sich vorrangig mit dem Tod und dem Verlust der Fantasie, vor dem sie sich zeitlebens fürchtete, auseinandersetzt.»Das Wunschkästchen« beispielsweise beschreibt, wie ein Mann seiner Frau jeden Morgen von seinen wilden und bunten Träumen der vergangenen Nacht berichtet. Die Frau selbst kann nichts zu diesen Gedanken beitragen, denn sie träumt nicht und entdeckt zunehmend, dass ihre Fantasie beschränkt ist. Sie versucht gegen diese Fantasielosigkeit anzukämpfen, sieht allerdings letzten Endes nur eine Lösung: den Freitod. "Ihre Augen waren geschlossen, eine leere Pillenschachtel und ein umgefallener Wasserkrug lagen auf dem Teppich neben ihr. Auf ihrem friedlichen Gesicht lag ein feines heimliches Lächeln des Triumphes, als ob sie endlich in einem fernen Land […] Walzer tanzte." Nur durch den Tod kann sie sich von der quälenden Fantasielosigkeit und allem Druck befreien. Beim Lesen der Geschichte kommt es mir vor, als sei Sylvia Plath selbst die Protagonistin, denn auch sie konnte sich im letzten Moment nur noch durch den Suizid von allen Zwängen und Depressionen losmachen. Die Angst vor dem Fantasieverlust zieht sich durch den Großteil ihrer Geschichten: das Sterben der Träume in »Johnny Panic und die Bibel der Träume«, der kreative Tätowierer in »Der Fünfzehn-Dollar-Adler«, dem durch seine schneeweißhäutige Frau eine Grenze seiner Kunst gesetzt wird und auch das Mädchen in »Ocean 1212-W«, dessen Fantasie durch die Geburt eines Geschwisterkindes geraubt wird, ordnen sich diesem Sujet unter. Auch setzt Plath sich in ihren Erzählungen mit dem eigenen Schreiben, der damaligen Scheinheiligkeit der amerikanischen, christlichen Kirche und schließlich einer unerfüllten Liebe zu einem Mann namens Richard auseinander. "Es ist sehr kalt, und während des ganzen Wegs zurück denke ich: Richard, du lebst in diesem Moment: Du lebst jetzt. Du bist in meinen Eingeweiden und ich handele, weil du am Leben bist. Und inzwischen schläfst du wahrscheinlich erschöpft und glücklich in den Armen irgendeiner genialen Hure […]." Obwohl die gewählten Themen eher düster und deprimierend sind, bereitete mir vor allem Plaths sprachliches Können großes Vergnügen beim Lesen. Selten habe ich eine solch starke und intensive Metaphorik in einem Werk vorgefunden wie bei Sylvia Plath — so voll von Melancholie, dass es kaum auszuhalten war. In jeder einzelnen Geschichte steckt so viel Autobiographisches, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, neben Plath zu sitzen und mit ihr über ihre tiefsten Gefühle persönlich zu reden. Ein wirklich empfehlenswerter und aufreibender Erzählungsband. Meine Ausgabe ist aus dem Fischer Taschenbuch Verlag (1990) und mittlerweile vergriffen. Ich selbst habe das Buch in einem Antiquariat gekauft. Eine hübsche Neuauflage hat die Frankfurter Verlagsanstalt im Jahr   2012 herausgegeben.

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  • Beklemmend und wunderschön zugleich

    Die Bibel der Träume

    Julino

    04. August 2015 um 18:59

    "Die Landschaft meiner Kindheit war nicht Land, sondern das Ende vom Land – die kalten, salzigen, rollenden Hügel des Atlantik. Manchmal denke ich, daß mein Bild vom Meer das Klarste ist, was ich besitze. Ich trage es in mir, verbannt, wie ich bin, wie die purpurnen weißumrandeten Glückssteine oder die blauschaligen Muscheln, deren Inneres regenbogenfarben schimmert wie die Fingernägel von Engeln; und in einer Welle der Erinnerung werden die Farben tiefer und glänzend, die frühe Welt holt Atem." Seitdem ich Die Glasglocke von Sylvia Plath (geb. 1932) gelesen habe, bin ich ein großer Fan der Autorin, die vor allem erst nach ihrem Suizid im Jahr 1963 Bekanntheit und Ruhm erlangte. Plath zählt mit zu den genialsten Schriftstellerinnen unserer Zeit und ihr einziger Roman Die Glasglocke zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Nun habe ich auch Plaths Die Bibel der Träume gelesen, ein Erzählungsband mit Geschichten, die, wie auch schon Die Glasglocke, an die Biografie der Schriftstellerin erinnern. Der Band vereint zwölf Kurzgeschichten, in denen die Amerikanerin sich vorrangig mit dem Tod und dem Verlust der Fantasie, vor dem sie sich zeitlebens fürchtete, auseinandersetzt. „Das Wunschkästchen“ beispielsweise beschreibt, wie ein Mann seiner Frau jeden Morgen von seinen wilden und bunten Träumen der vergangenen Nacht berichtet. Die Frau selbst kann nichts zu diesen Gedanken beitragen, denn sie träumt nicht und entdeckt zunehmend, dass ihre Fantasie beschränkt ist. Sie versucht gegen diese Fantasielosigkeit anzukämpfen, sieht allerdings letzten Endes nur eine Lösung: den Freitod. "Ihre Augen waren geschlossen, eine leere Pillenschachtel und ein umgefallener Wasserkrug lagen auf dem Teppich neben ihr. Auf ihrem friedlichen Gesicht lag ein feines heimliches Lächeln des Triumphes, als ob sie endlich in einem fernen Land […] Walzer tanzte." Nur durch den Tod kann sie sich von der quälenden Fantasielosigkeit und allem Druck befreien. Beim Lesen der Geschichte kommt es mir vor, als sei Sylvia Plath selbst die Protagonistin, denn auch sie konnte sich im letzten Moment nur noch durch den Suizid von allen Zwängen und Depressionen losmachen. Die Angst vor dem Fantasieverlust zieht sich durch den Großteil ihrer Geschichten: das Sterben der Träume in „Johnny Panic und die Bibel der Träume“, der kreative Tätowierer in „Der Fünfzehn-Dollar-Adler“, dem durch seine schneeweißhäutige Frau eine Grenze seiner Kunst gesetzt wird und auch das Mädchen in „Ocean 1212-W“, dessen Fantasie durch die Geburt eines Geschwisterkindes geraubt wird, ordnen sich diesem Sujet unter. Auch setzt Plath sich in ihren Erzählungen mit dem eigenen Schreiben, der damaligen Scheinheiligkeit der amerikanischen, christlichen Kirche und schließlich einer unerfüllten Liebe zu einem Mann namens Richard auseinander. "Es ist sehr kalt, und während des ganzen Wegs zurück denke ich: Richard, du lebst in diesem Moment: Du lebst jetzt. Du bist in meinen Eingeweiden und ich handele, weil du am Leben bist. Und inzwischen schläfst du wahrscheinlich erschöpft und glücklich in den Armen irgendeiner genialen Hure […]." Obwohl die gewählten Themen eher düster und deprimierend sind, bereitete mir vor allem Plaths sprachliches Können großes Vergnügen beim Lesen. Selten habe ich eine solch starke und intensive Metaphorik in einem Werk vorgefunden wie bei Sylvia Plath -- so voll von Melancholie, dass es kaum auszuhalten war. In jeder einzelnen Geschichte steckt so viel Autobiographisches, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, neben Plath zu sitzen und mit ihr über ihre tiefsten Gefühle persönlich zu reden. Ein wirklich empfehlenswerter und aufreibender Erzählungsband. Meine Ausgabe ist aus dem Fischer Taschenbuch Verlag aus dem Jahr 1990 und mittlerweile vergriffen. Ich selbst habe das Buch in einem Antiquariat gekauft. Eine hübsche Neuauflage hat die Frankfurter Verlagsanstalt 2012 herausgegeben.

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  • Rezension zu "Die Bibel der Träume" von Sylvia Plath

    Die Bibel der Träume

    Clara-J

    25. January 2013 um 15:51

    Die kurzen Erzählungen handeln alle von sehr ähnlichen Themen, alle Protagonisten wollen sich in eine Traumwelt zurück ziehen und auf die eine andere Weise ist ihnen das auch möglich. Die Geschichten haben mir alle sehr gut gefallen, da sie kurz und auf eine seltsame Art wirklich schön waren. Etwas irriteirt hat mich der zweite Teil des Buches, ich weiß nicht genau, was für Texte das sind, die die gute Frau Plath da geschrieben hat, aber man kann sie gut lesen und darüber nachdenken. Am wenigsten gefielen mir die Tagebucheinträge. Sie waren etwas aus der Luftgegriffen, so schien es mir und auch, so kam es mir zumindest vor, schlecht übersetzt, da sie einfach nicht charakteristisch für Sylvia Plath waren. Alles in in Allem, ist das Buch wirklich schön, aber ich denke, nur etwas für Liebhaber

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