Die Glasglocke

von Sylvia Plath 
4,3 Sterne bei296 Bewertungen
Die Glasglocke
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Positiv (252):
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Sehr eindringliche, tiefgehende Szenen die bewegen und zum Nachdenken anregen!

Kritisch (7):
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Eine pure Enttäuschung...

Alle 296 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Glasglocke"

Vor 50 Jahren erschien die amerikanische Erstausgabe der Glasglocke, Sylvia Plaths einzigem Roman – vier Wochen später nahm Plath sich das Leben. Ihr Roman avancierte bald zum Kult, beschrieb er doch wie kein Buch zuvor die Stimmungslage junger Frauen, ihre Zerrissenheit angesichts gesellschaftlicher Anforderungen.
'Es war ein verrückter, schwüler Sommer, dieser Sommer, in dem die Rosenbergs auf den elektrischen Stuhl kamen und ich nicht wusste, was ich in New York eigentlich wollte': Die neunzehnjährige Esther gewinnt eine vierwöchige Hospitanz bei einem Modemagazin in New York, garniert mit Partyeinladungen und Werbegeschenken. Doch Esther, bisher strebsame Studentin, kann sich weder in den Arbeitsalltag so recht einfinden noch die Verlockungen der Stadt genießen. Sie fühlt sich, als lebte sie unter einer Glasglocke, die sie mehr und mehr von allem trennt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783518423653
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:262 Seiten
Verlag:Suhrkamp
Erscheinungsdatum:21.01.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.01.2002 bei DHV Der HörVerlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Ravenvor einem Monat
    Kurzmeinung: Sehr eindringliche, tiefgehende Szenen die bewegen und zum Nachdenken anregen!
    Eindringliche Literatur

    Das Buch "Die Glasglocke" von Sylvia Path hat einen Umfang von 263 Seiten und ist bei Suhrkamp Verlag erschienen.

    Das Buch ist als Softcover- Hardcover- und Ebookausgabe erhältlich. Als Ebook ist es schön übersichtlich strukturiert.

    Vier Wochen nachdem die Erstausgabe vor 50 Jahren veröffentlicht wurde, nahm sich die Autorin das Leben. Das Buch zeigt die extremen Anforderungen der Gesellschaft, die an junge Frauen gestellt werden und kaum zu leisten sind. Die junge Studentin im Werk kann sich weder so recht in den Arbeitsalltag einfügen, noch die Verlockungen der Stadt in ihrer Freizeit genießen. Sie fühlt sich wie in einer Glasglocke.

    Zitat:" Ich sah mich in der Gabel dieses Feigenbaumes sitzen und verhungern, bloß weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte sie alle, aber eine von ihnen nehmen bedeutete, alle anderen verlieren, und während ich dasaß, undfähig, mich zu entscheiden, begannen die Feigen zu schrumpfen und schwarz zu werden und plumsten eine nach der anderen auf den Boden unter mir."

    Das Werk ist in einer einfachen, aber sehr schönen Sprache verfasst. Es hat einen durchweg bedrückenden, melancholischen Stil. Die Seiten sind von Depression durchdrängt. Es gibt eindringliche Szenen, die wie gemalt erscheinen und sich im Geist festsetzen. Tiefgehende Literatur, die zum Nachdenken anregt und die auch heute immer noch aktuell das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft thematisiert. Es ist eine Reise in die düstere Welt der Protagonistin. Metaphern, Vergleiche und eindringliche Szenen rauben einen fast die Luft zum Atmen.

    Fazit: Ein sehr eindringliches Werk, welches das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft thematisiert und Seiten mit Depression drängt, eindringliche Szenen förmlich malt und einem die Luft zum Atmen raubt. Ein Meisterwerk. Absolute Leseempfehlung!

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    daydreaminvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr bewegender, teilweise autobiografischer Roman über das Leben mit Depressionen. Große Empfehlung!
    Einfühlsam und authentisch

    "Die Glasglocke" ist der einzige Roman der Dichterin Sylvia Plath und enthält viele autobiografische Elemente, welche mich sehr berührt haben. Wie auch Plath selbst verbringt Protagonistin und Musterstudentin Esther Greenwood einen Monat in New York bei einer Modezeitschrift. Was als größte Chance ihres Lebens beginnt, verwandelt sich schon bald in einen Albtraum und wird von schweren Depressionen überschattet. Nicht nur Esther beginnt im Buch eine Therapie mit den damals noch gebräuchlichen Elektroschocks, auch Plath musste sich diesen Behandlungen unterziehen, beendete ihr Leben jedoch 1963 selbst. Wie es für Esther Greenwood ausgeht, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht.

    Ihren Weg zu verfolgen ist spannend und extrem emotional. Ich habe Esther schnell in mein Herz geschlossen und konnte ihre Gefühle, Ängste und Träume gut nachvollziehen. Sylvia Plath hat einen einfühlsamen und sehr bildlichen Schreibstil, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass sie sich sonst eher mit der Lyrik auseinandergesetzt hat. Esther ist an einem Punkt im Leben angekommen, an welchem sie sich über ihre Zukunft klar werden muss und folgendes Bild von einem Feigenbaum geht mir in diesem Zusammenhang nicht mehr aus dem Kopf: 

    "Ich sah, wie sich mein Leben vor mir verzweigte, ähnlich [einem] grünen Feigenbaum [...]. Gleich dicken, pupurroten Feigen winkte und lockte von jeder Zweigspitze eine herrliche Zukunft. Eine der Feigen war ein Ehemann, ein glückliches Zuhause und Kinder, eine andere Feige war eine berühmte Dichterin, wieder eine andere war eine brillante Professorin, die nächste war [eine] tolle Redakteurin, die übernächste war Europa und Afrika und Südamerika, eine andere Feige war Constantin und Sokrates und Attila und ein Rudel weiterer Liebhaber mit seltsamen Namen und ausgefallenen Berufen, eine weitere Feige war eine olympische Mannschaftsmeisterin, und hinter und über all diesen Feigen hingen noch viele andere, die ich nicht genau erkennen konnte.Ich sah mich in der Gabel dieses Feigenbaumes sitzen und verhungern, bloß weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte sie alle, aber eine von ihnen nehmen bedeutete, alle anderen verlieren, und während ich dasaß, unfähig, mich zu entscheiden, begannen die Feigen zu schrumpfen und schwarz zu werden und plumpsten eine nach der anderen auf den Boden unter mir." (S. 85f) 

    Ich möchte gleich noch ein Beispiel für den in meinen Augen fantastischen Schreibstil bringen, der Esthers Schmerz richtig greifbar macht und die depressive Abwärtsspirale besonders deutlich hervorhebt: 

    "Ich sagte Doreen, ich würde nicht zu der Schau oder zum Lunch oder zu der Filmpremiere gehen, ich würde aber auch nicht mit nach Coney Island kommen, sondern im Bett bleiben. Nachdem Doreen gegangen war, fragte ich mich, warum ich es nicht mehr schaffte, das zu tun, was ich eigentlich tun sollte. Darüber wurde ich traurig und müde. Dann fragte ich mich, warum ich es nicht mehr schaffte, das zu tun, was ich eigentlich nicht tun sollte, so wie Doreen, und darüber wurde ich noch trauriger und noch müder.Ich wusste nicht, wie spät es war, aber ich hörte das Hin und Her und die Rufe der Mädchen auf dem Gang, während sie sich für die Pelzschau fertig machten, und dann hörte ich, wie auf dem Gang wieder Stille einkehrte, und während ich auf meinem Bett lag und zu der leeren, weißen Decke hinaufstarrte, schien diese Stille immer größer zu werden, bis mir fast das Trommelfell platzte." (S. 36f) 

    Tatsächlich habe ich mir sehr viele Stellen markiert und lese diese auch einige Wochen nach Beenden des Buches immer wieder gerne durch. 

    Die Thematik ist natürlich erdrückend und hat mich mitgenommen, doch immer wieder wurden auch schöne, hoffnungsvolle und sogar witzige Momente in Esthers Leben beschrieben, die vor allem ihrem Humor und ihrer Intelligenz zu verdanken waren. "Die Glasglocke" ist keine leichte Lektüre, aber das Lesen lohnt sich. Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der etwas mehr über Depressionen und den Umgang mit dieser Krankheit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts erfahren möchte. 

    Fazit

    Ein bewegender Roman über das Leben mit Depressionen in den 1950ern. Mir hat besonders der emotionale und bildliche Schreibstil von Sylvia Plath gefallen und der dadurch sehr einfühlsame Umgang mit einem so schwierigen Thema. Die Geschichte rund um Esther Greenwoods Schicksal enthält außerdem einige autobiografische Elemente, weswegen das Leseerlebnis für mich durch eine Recherche zu Plaths eigenem Leben noch einmal intensiver wurde. Ich zähle "Die Glasglocke" ab sofort zu meinen Lieblingsbüchern. 

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    dominonas avatar
    dominonavor einem Jahr
    tiefsitzende Depressionen

    An den Stil musste ich mich erst gewöhnen, aber er passt zum beschriebenen Charakter. Einige Stellen waren mir zu sehr in die Länge gezogen und am Schluss kam einiges wieder recht überraschend. Ich kann mir vorstellen, dass ein Teil des geschilderten biographische Einschläge hat und ich konnte das depressive 19 jährige Mädchen gut verstehen, weil sie einfach mit allem durch war und keine Zukunft im herrschenden Rollenbild für sich gesehen hat. Vielleicht mag der eine oder andere Leser es als langweilig empfinden, aber ich mochte auch den geschilderten Zynismus und die teils stoische Einstellung, wie manch Depression sie mit sich bringt, nur, dass die Protagonistin hier von allen missverstanden wird.

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    Jewegovor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zeitloses Werk mit tiefschürfenden Einblicken in die Depression einer jungen Frau. Regt zum nachdenken an und macht trotzdem Spaß zu Lesen!
    Zeitloses Werk mit tiefschürfenden Einblicken in die Depression

    Dieses Werk hat mich wirklich begeistert. Es erlaubt dem Leser schon auf so wenigen Seiten den Einblick in das melancholische Seelenleben einer jungen depressiven Frau. Wir begleiten die Protagonistin Esther durch die Geschichte und bekommen die bedrückende Stimmung, die in ihrem Leben herrscht, deutlich zu spüren. Trotzdem war es schön, dieses Werk zu lesen und ich würde es jeder Zeit vorbehaltlos weiterempfehlen.


    Schade dass "Die Glasglocke" der einzige Roman von Sylvia Plath war. Denn noch im gleichen Jahr, in dem Sie den Roman veröffentlichte, nahm sie sich selbst das Leben. Somit wird klar, wie die durchgehend beklemmende Stimmung in ihrem Werk so lebendig dargestellt werden konnte. 


    Trotz der Tatsache, dass man in meiner Rezension die Worte "melancholisch", "depressiv", "bedrückend" und "beklemmend" auf nur so wenigen Absätzen vorfindet, darf man daraus keinesfalls den Trugschluss ziehen, es handle sich hierbei um ein Werk, das etwa anstrengend zu lesen sei oder kein Vergnügen bereite. Im Gegenteil; die lyrische Darstellung von Plath, die uns mit kreativen Vergleichen und ihrem erzählerischen Können veranschaulicht, was im Kopf von Esther vorgeht, was sie denkt und fühlt, macht es so interessant, lebhaft und unverwechselbar. Wie ich schon in der Überschrift erwähnte, handelt es sich zweifelsohne um ein zeitloses Werk. Noch heute finden viele Leser ein oder mehrere Zitate in diesem Werk, das auch noch auf ihr eigenes Leben anzuwenden ist. So zum Beispiel, die Metapher des Feigenbaums, die ich sehr schön fand und die mich unter einigen anderen Stellen dieses Romans sicher auch noch lange Zeit begleiten wird. 


    Der Feigenbaum, als eine der zentralen Metaphern ihres Romans, steht da, mit so herrlichen Früchten und so viele an der Zahl. Doch sie sitzt nur davor und kann sich nicht entscheiden, nach welcher sie greifen soll, bis sie irgendwann alle nacheinander verdorrt sind und vom Baum abfallen. Jede dieser Früchte steht dabei für einen Weg, den sie für ihre Zukunft einschlagen kann, wobei die Frucht, nach der sie greifen würde, jede andere ausschließt.

    Metaphern wie diese, bringen einem das Werk noch näher und schaffen es unbemerkt, dass man das Seelenleben der Protagonistin noch besser versteht und die Stimmung auf gewisse Weise nachempfinden kann.
    Auch, wieso der Titel des Romans "die Glasglocke" lautet, hat damit zu tun, denn auch dabei handelt es sich um eine Metapher, die uns häppchenweise immer deutlicher wird. 

    Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Geschichte interessant geschrieben und die Überarbeitung beziehungsweise das Lektorat makellos.


    Gern hätte ich noch weiter gelesen. Ich werde es aber bestimmt nicht das letzte mal in die Hand genommen haben und mir auf kurz oder lang, noch ein mal durchlesen. 

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ich hatte einen nervigen, anstrengenden Roman erwartet, wurde aber Gott sei Dank eines Besseren belehrt.
    Die "Quasi-Autobiorafie" von Sylvia Plath

    Esther Greenwood ist Collegestudentin. Sie ist sehr begabt und hat ein begehrenswertes Stipendium bei einer Modezeitschrift ergattert. Dazu verbringt sie einen Monat in New York. Doch gleich nach ihrer Rückkehr aufs Land verfällt sie in eine Depression, die sich vielleicht schon in New York angekündigt hatte. Nach und nach wird klar, dass sie sich selbst verliert und ohne Beschönigung ihre Existenzkrise beschreibt.
    Nach "Du sagst es" von Connie Palmen hatte ich schon eine ungefähre Vorstellung von Sylvia Plath und daher ein wenig Bedenken, was dieses Buch angeht, doch das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Wahrscheinlich ist es auch der bekannteste Fakt  über Plath, dass sie sich selbst umgebracht hat. Dieses Buch zeigt meiner Meinung und nach Lesen von Connie Palmens Buch quasi Plaths Werdegang. Zumindest enthält es etliche autobiografische Elemente. Einerseits war das noch einmal eine gute Ergänzung zum bisher Gelesenen, andererseits kam mir dadurch auch sehr Vieles bekannt vor. Manchmal fand ich Esther Greenwood sehr naiv, dann wieder sehr von sich überzeugt. So scheint sie sich selbst als wirklich gute, talentierte Schreiberin zu halten, ist dann aber entsetzt, welch hohe Standards das College ihrer Mutter hat, auf das sie aus snobistischen Gründen niemals gehen wollte. Auch ihre extremen  Stimmungsschwankungen von himmelhochjauchzend zu zu Tode betrübt sind charakteristisch für eine manisch-depressive Person, die auch Sylvia Plath war. Daher hat sich für mich die Frage aufgedrängt wieviel von der "Glasglocke" überhaupt fiktiv war.
    Dennoch gehörte "Die Glasglocke" zu einem Buch, was ich auf jeden Fall gelesen haben wollte. Wenn es mich auch nicht vom Hocker gerissen hat, so war ich aber auch nicht angenervt von Esther Greenwood oder gelangweilt. Eigentlich war es Sylvia Plaths persönlicher Bericht und damit durchaus interessant zu lesen.

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    Aleenas avatar
    Aleenavor 2 Jahren
    wow,könnte es glatt nochmal lesen.

    Ein richtig gut geschriebenes Buch,ich könnte es sofort nochmal lesen.allein der Schreibstil ist klasse.Dieses Buch ist was besonderes auch wenn das Thema schon krass ist.Ich liebe es.

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    Corsicanas avatar
    Corsicanavor 3 Jahren
    Melancholie und Traurigkeit in literarisch perfekter Form

    "Die Glasglocke" ist der einzige Roman von Sylvia Plath, die vornehmlich Lyrik verfasst hat. Dieser Roman erschien in dem Jahr, in dem Sylvia Plath sich umgebracht hat. 

    Ich hatte daher so meine Vorbehalte gegen dieses Buch, zu wirr und zu kompliziert hatte ich es mir vorgestellt. Und wenn wir es nicht im Lesekreis gelesen hätte, würde es wohl immer noch auf meinem virtuellen Stapel der noch zu lesenden Bücher liegen.

    Zunächst war ich überrascht wie recht leicht die Lektüre am Anfang war. Nicht seicht - aber gut lesbar.  Ab der Mitte des Buches wird es dann weitaus trauriger - aber bis dahin ist man von der Geschichte so in den Bann gezogen, dass man einfach weiterlesen muss. 

    Die Geschichte handelt von Esther, Anfang Zwanzig, bisher brave und fleißige Tochter und Gewinnerin diverser Stipendien. Aus dem ländlichen Neuengland stammend  und noch nie dort herausgekommen, schafft es Esther zu einem Praktikum bei einer renommierten Zeitschrift in New York. Aber das Leben in New York und die neuen Anforderungen überfordern Esther - und ihr bisheriger Lebenstraum scheint in weite Ferne zu rücken. Dachte ich am Anfang noch, dass es eine "Landei kommt in die große Stadt und muss sich behaupten" - Geschichte wird, so zeigt sich im weiteren Verlauf, dass die Probleme viel tiefer  liegen....

    Dies alles wird sehr eindringlich und beklemmend erzählt. Mit großer sprachlicher Wucht. Wer sich richtige Depressionen bisher nicht vorstellen konnte - der wird nach dieser Lektüre eine bessere Vorstellung davon haben. Ist ein Roman über Depressionen wirklich eine Leseempfehlung? Ja - dieser hier auf jeden Fall.

    Kommentare: 1
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    cn8scs avatar
    cn8scvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Tiefgehend. Regt zum Nachdenken an.
    Eine außergewöhnliche und traurige Geschiche

    Wenn sich die Glasglocke über dich stülpt, fühlst du dich benommen. Du nimmst nicht mehr richtig am Leben teil, ziehst dich immer mehr zurück und fragst dich schließlich, warum das alles noch? 
    Auch Esther geht es so in dem Buch 'Die Glasglocke' von Sylvia Path. Eigentlich könnte für sie das Leben nicht schöner sein. Mit einigen anderen Mädchen gewinnt sie einen längeren Aufenthalt in New York bei einem Modemagazin. Darüber hinaus wird sie auf verschiedene Partys und Events eingeladen. Doch Esther zieht sich immer weiter zurück und als sie zurück in ihr altes tristes Leben muss, zieht sie sich immer mehr in ihre eigene Welt zurück. Das Cover erscheint zunächst trist und nichts aussagend. Nicht ein Buch, nachdem man sofort in einem Buchladen greifen würden. Jedoch ist das Cover umso passender zum Buch. Das Cover passt zu Esthers Leben. Es kann die Glasglocke darstellen oder auch einen Tunnel. Den Tunnel zurück ins Leben zum Beispiel. Vom ersten Moment merkte man, dass Esther anders war als Mädchen in ihrem Alter. Zunächst fand ich das sympathisch. Ich finde 'anders sein' irgendwie schön. Man muss ja nicht immer mit der Masse schwimmen. Sie entwickelt sich jedoch zu einem Mädchen, dass man bemitleidet. Mehrere Selbstmordversuche gehen schief. Ironie des Schicksals. Im Buch wird sehr gut der Verlauf der Gemütsstimmung dargestellt. Am Anfang ging es Esther noch relativ gut und sie war optimistisch. Sie zog sich dann immer mehr in ihre Traumwelt zurück und lebte weniger in der Realität. Die Glasglocke lies sie das richtige Leben nicht mehr wahrnehmen. Das Ende ist jedoch ziemlich offen. Man weiß weder ob Esther wirklich aus der Psychiatrie entlassen wird, noch was danach passieren wird. Wird sie wieder normal leben können? Wie wird die Gesellschaft sie akzeptieren? Kann sie dem Druck stand halten? Doch ich finde das Ende gut gewählt. Es lässt einem selbst Spielraum darüber nachzudenken. Und für mich komme ich zum dem Schluss, dass es für Esther in der neuen realen Welt nur sehr schwer fallen wird. 

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 3 Jahren
    "Ich bin, ich bin, ich bin."

    Die Glasglocke von Sylvia Plath erzählt die Geschichte der zwanzigjährigen Esther Greenwood, die in vielfältiger Weise auf der Schwelle steht. Ihre Collegeausbildung scheint sie eher von ihrem großen Interesse am Schreiben wegzutreiben und oftmals zweifelt Esther an ihren schriftstellerischen Fähigkeiten. Im Rahmen ihres Stipendiums in New York trifft sie auf die lebenslustige Doreen, die im Umgang mit Männern offenherzig und wagemutig ist. Esther hingegen ist zwiegespalten, sie würde ihre Jungfräulichkeit gerne noch bewahren und hält trotzdem ständig Ausschau nach einem Mann, der sie mit ihrem ersten sexuellen Erlebnis beschenkt ohne Verpflichtungen einzufordern. Mit ihrem Jugendfreund Buddy Willard verbindet sie hingegen nach seinem Eingeständnis verschiedener sexueller Erfahrungen nichts mehr. Esther beginnt sich nicht nur dem an Tuberkulose erkrankten Buddy gegenüber zu distanzieren. Sie wird nachlässig was ihr Erscheinungsbild betrifft, sie versäumt Termine und stößt Menschen mit ihrer zurückweisenden Art vor den Kopf. Als sie in den Sommerferien dann auch noch die Ablehnung für das Schreibseminar eines populären Autors erhält, scheint dies der letzte Tropfen zu sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Esther ist nun endgültig davon überzeugt der Welt nicht zu genügen, Mindestmaße und Erwartungen nicht erfüllen zu können, sie verliert jegliche Selbstsicherheit, allen Halt. Die Depression stülpt sich über sie wie eine Glasglocke. Esther steht neben sich, sie erkennt sich selbst nicht mehr und verliert alle Bedürfnisse. Sie kann nicht mehr schlafen, nicht mehr lesen oder schreiben und keine Aufgabe kann sie aus ihrer Isolation locken. Mehr und mehr formt sich in ihr der Wunsch diesem befremdlichen Dasein zu entkommen. Ohne Energie fehlt ihr der freie Blick um die Flucht nach vorne anzutreten, Esther sinnt in jeder Minute darüber nach, wie sie ihrem Leben ein Ende setzen könnte.

    Sylvia Plath schrieb „die Glasglocke“ aus der Erfahrung einer von Depressionen betroffenen Person heraus und platziert einen treffenden Blickwinkel auf die junge Esther, die von Selbstzweifeln geplagt in einer leistungsorientierten Gesellschaft sich selbst abhanden kommt. Ein eindrucksvoller Einblick, der nicht nur durch den autobiographischen Touch mit viel Kenntnis und Verständnis beeindruckt, sondern auch durch eine glasklare Sprache überzeugt. Esther ist keine Heldin und kein Opfer, sie ist schlicht Esther, eine junge Frau, die ihren Platz sucht und an selbstgesteckten überhöhten Erwartungen, Wünschen, aber auch ihren ureigenen Hoffnungen zu scheitern droht.

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    CirillavonCintras avatar
    CirillavonCintravor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Eine außergewöhnliche Geschichte sehr poetisch erzählt.
    Die Glasglocke - Sylvia Plath

    "Die Glasglocke" von Sylvia Plath habe ich mir spontan im Büchehandel mitgenommen, da ich es zum einen für die Rory Gilmore Reading Challenge lesen wollte und zum anderen auch viel Gutes darüber gehört habe - viel Gutes aber nichts zum Inhalt. Deswegen ging ich auch recht locker an das Buch und habe einfach angefangen zu lesen, mit dem Gedanken, dass so ein dünnes Büchlein bestimmt schnell durchgelesen ist und ohne zu wissen wohin die Geschichte mich führt.


    Sehr schnell musste ich feststellen, dass es sich bei der Glasglocke weder um eine verzwickte Liebesgeschichte handelt, was man anfangs noch dank der kurzen Sprünge in die Vergangenheit mit Esthers Freund "Buddy Willard" annehmen konnte. Genauso wenig geht es um Erzählungen aus einem wilden New Yorker Nachtleben. Der Kern der Geschichte befasst sich mit einer Depression, in der die Protagonisten Esther immer weiter versinkt. Außerdem wird die Thematik der Ungleichbehandlung von Mann und Frau der damaligen Zeit aufgegriffen.


    Dabei erzählt uns Sylvia Plath alle Begebenheiten aus der Gedankensicht der Hauptperson. Wir erfahren was Esther über wen denkt, wie sie alles Geschehen um sie herum bewertet, wie ihre Gedanken abschweifen, fantasieren oder abstumpfen. Wörtliche Rede wird sehr selten benutzt und wenn, dann ist sie von innerlichen Gedanken zu dem Gesagten begleitet. Dabei legt es die Autorin gerade nicht darauf an, dass der Leser mit der Hauptperson sympathisiert. Esther empfindet beispielsweise phasenweise aus (mir zumindest) unerklärlichen Gründen gegenüber ihrer Freundin oder ihrer Mutter Hassgefühle. Stattdessen werden uns die Gedanken einfach neutral und rücksichtslos präsentiert.

    Esther studiert Englisch und befasst sich mit Lyrik, was sich auch auf ihr Innenleben auswirkt. Dadurch ist die Geschichte mit außergewöhnlich poetischen, schönen, aber düsteren Zeilen gespickt, die nur manchmal durch lebensfreudige Sätze dank einem kurzen Hochgefühl der Protagonistin durchbrochen werden.

    Diese sehr besondere Art der Erzählweise hat es mir ermöglicht Esthers Depressionen in aller Härte und scheinbaren Undurchbrechbarkeit nachzuvollziehen, die langsam immer stärker auftreten, sodass man sich später fragt, wie Esther in ihrer Gedankenwelt überhaupt so tief stürzen konnte.

    Die Erzählung hat mich voll und ganz in ihren Bann gezogen, wenn auch nicht durch eine außergewöhnlich spannende Geschichte. Sylvia Plath punktet dagegen mit einer poetischen Ausdrucksweise, die nicht minder fesselnd auf mich wirkt, und einer außergewöhnlichen Thematik.

    zu meinem Blogbeitrag

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Schneekatzes avatar
    Hallo meine Lieben! :)

    Eine Buchverlosung zu meiner Aktion Lieblingsbücher habe ich bereits veranstaltet. Und nun kommt die zweite. Diesmal ist es ein Buch, das ich wahrscheinlich mit Abstand am meisten empfohlen habe: "Die Glasglocke" von Sylvia Plath. Ich verlose die Taschenbuchausgabe, die ein anderes Cover als das links gezeigte besitzt. Könnt ihr hier auf meinem Blog sehen.

    Vielleicht kennt ihr Zitate von Sylvia Plath, die auch besonders gern auf Facebook kursieren, wie zum Beispiel: "I desire things that will destroy me in the end." Oder: "I shut my eyes and all the world drops dead. I lift my eyes and all is born again." Oder auch, meiner Meinung nach, das Bekannteste: "Dying is an art, like everything else. I do it exceptionally well." Besonders mag ich auch: "I write only because there is a voice within me that will not be still."
    Aber bevor ich jetzt ewig mit Zitaten so weitermache – was ich gerne machen würde :D – zur Autorin selbst: Sie war eine amerikanische Schriftstellerin, hat Kurzgeschichten und Gedichte geschrieben. "Die Glasglocke" ist ihr einziger Roman. (Leider! ;)) Dafür wurden später ihre Tagebücher veröffentlicht.
    Vier Wochen nach der Veröffentlichung ihres Romans nahm sie sich das Leben, am 11. Februar 1963.

    Wenn ihr also aus Deutschland, Österreich und der Schweiz seid, könnt ihr ganz einfach mitmachen: Entweder hier unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen, unter entsprechendem Post auf meiner Facebookseite oder auf meinem Blog – und schon seid ihr im Lostopf.
    Interessieren würde mich auch, ob ihr vorher schon mal was von Sylvia Plath gehört habt. Vielleicht habt ihr auch Lieblingszitate von ihr?

    Das Gewinnspiel beginnt heute und endet dann nächsten Donnerstag, den 07.08.2014  um Mitternacht. Der/die Gewinner/in wird am Tag darauf bekannt gegeben. Falls sich die Bekanntgabe verzögert, könnte es daran liegen, dass ich am 8. Geburtstag habe. ;D

    Viel Glück! 🐘


    Sommerregens avatar
    Letzter Beitrag von  Sommerregenvor 4 Jahren
    Glückwunsch!
    Zur Buchverlosung

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