Sylvia Renz

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Rezension zu ". . . einmal nur die Sonne küssen" von Sylvia Renz

Begegnung der Kulturen
Anasavor 7 Monaten

Nachdem David und Jati ein ganzes Jahr getrennt waren, hat David nun seine Heimat aufgeben und heiratet Jati. Sie kaufen ein großes Haus und lassen die ehemalige Besitzerin, eine dunkelhäutige Frau aus Somalia und Muslimin, bei sich wohnen. Bei einem Einkauf in Jakarta findet Jati ihre Schwester Bagus wieder, jedoch in einem schlimmen Zustand. Drogenabhängig und hochschwanger nimmt sie Bagus mit zu sich nach Hause und versucht ihr zu helfen. Doch Bagus macht wieder einmal viel Ärger. Nach der Geburt des Kindes verschwindet sie schließlich und die muslimische Frau adoptiert ihr Kind, Muncak. Auch Jati und David werden Eltern eines kleinen Jungen, den sie Jonathan nennen. Auf einer nachgeholten Hochzeitsreise wird David schwer krank, sodass die Familie nach Deutschland fliegen muss, um ihn besser medizinisch behandeln zu können. Jati steht ein großer Kampf bevor. Sie muss sich schließlich die Frage stellen, welche Opfer sie bereit ist, für ihre Liebe zu bringen.

Dies ist der zweite Band über das Schicksal von Jati und David. Leider hat mich dieser nicht so sehr gefesselt wie der erste Band „…und wollte die Wolken umarmen“. Dafür ist der zweite Band tiefgründiger und kritischer bezüglich kultureller Differenzen und Themen, beispielweise wagt sich die Autorin an das Thema „Frauenbeschneidung“ in Teilen Afrikas heran und zeigt am Schicksal von Jamila die traumatischen Folgen dieser grausamen, kulturellen Tradition. Es wird außerdem über „wahre“ Liebe und die Rolle von Mann und Frau diskutiert. Dabei bringt die Autorin westliche Kultur, die Kultur der indonesischen Badui und muslimische Auffassungen zusammen. Ich empfand es als eine sehr offene Kulturbegegnung. Es wird keine Kultur generell abgelehnt, sondern Renz lässt ihre Figuren annehmend und wertschätzend einfach über Gott, ihren Glauben und ihre Meinungen sprechen. Dennoch wird die muslimische Lebensweise eher kritisch dargestellt, hinsichtlich Erziehung und der Rolle der Frau. Der christliche Glaube steht durch die Hauptfiguren Jati und David im Vordergrund. Ich fand es schön, wie Jatis Glaube in Gebeten und Gedanken immer wieder deutlich wird und eine tragende Rolle einnimmt. Nicht gefallen hat mir, die „schwarz-weiß-Malerei“ der Autorin bezüglich Jonathan und Muncak. Muncak wird derart negativ dargestellt und teilweise ist es für meinen Geschmack verachtend, was Jati für Gedanken über ihn hat, auch wenn es sie menschlich macht – dadurch, dass die Autorin mit dem Verlauf der Geschichte Jati in ihrem Denken sozusagen bestätigt, wirkt das Ganze für mich zu sehr abgestempelt. Dass Jatis Schwester Bagus eine derart große Rolle im zweiten Band einnehmen würde, hatte ich nicht erwartet. Die ganze Geschichte rund um bagus war mir etwas zu dramatisch, besonders die Ereignisse im Dorf der Badui. Da Renz auch im zweiten Band natürlich als „Ich-Erzähler“ aus der Perspektive von Jati schreibt und sie nicht im Dorf dabei war, wirken die Begebenheiten dort für mich noch unrealer und übertrieben dramatisch. Oft werden mir die Ereignisse auch zu schnelllebig erzählt. Die verspätete Hochzeitsreise von Jati und David war (endlich) wieder etwas unterhaltsamer, aber auch diese wird recht kurz abgehandelt.

Zusammengefasst hat mich der Roman mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen und konnte mich weniger überzeugen als der erste Band. Deshalb vergebe ich einen Stern weniger, als bei eben diesem.

 

 

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Rezension zu ". . . und wollte die Wolken umarmen" von Sylvia Renz

Fremde Kulturen
Anasavor 7 Monaten

„…und wollte die Wolken umarmen“ ist ein Roman von Sylvia Renz über eine mutige und neugierige junge Frau, die eine ganz neue Welt entdeckt, als sie sich aus ihrem kleinen Stammesdorf der Badui in Indonesien herauswagt. Jati lernt einen Fremden, den Arzt David, kennen und verliebt sich augenblicklich in ihn. Verständigen können sich beide zunächst nur mit Händen und Füßen. Als Jati zurück in ihrem Dorf von einer giftigen Spinne gebissen wird und von einem Baum fällt, scheint sie dem Tod geweiht. Doch ihr Vater, der Häuptling des Dorfes, erfährt von dem fremden Doktor David und holt ihn - entgegen aller „Badui-Regeln“ - in sein Dorf. David rettet nicht nur Jatis Leben, sondern heilt kurz darauf auch die anderen Dorfbewohner, die durch verseuchtes Trinkwasser erkrankt sind. Zum Dank verheiratet der Häuptling seine Tochter Jati mit David, ohne dass David so recht weiß, wie ihm geschieht. David bleibt einige Monate als Entwicklungshelfer und Arzt im Dorf. Jati lernt nach und nach seine Sprache, und assistiert ihm bei seiner Arbeit. Doch David behandelt sie immerzu wie eine kleine Schwester und Jati bemüht sich geduldig einen Weg in sein Herz zu finden. David erzählt ihr von seinem christlichen Glauben, einem liebenden Gott und Jati beginnt zu „Davids Gott“ zu beten. Als das Dorf von einem Feuer zerstört wird, kommt Jatis Mutter ums Leben, kurze Zeit später stirbt ihr Vater bei einer Auseinandersetzung mit einem anderen Stamm der Badui. Schließlich werden Jati und David nach der Wahl eines neuen Häuptlings aus dem Dorf ausgestoßen. David bringt Jati in der Stadt bei ihrer grausamen Schwester, die bereits vor einiger Zeit aufgrund eines Vergehens ausgestoßen worden war, unter. Als David Wochen später erfährt, dass Jati nicht gut behandelt wird, verspricht er ihr, sie woanders unter zubringen, doch ihre Schwester plant Jati schnell in einen Harem zu verkaufen. Jati kann den Männern, die sie dort hinbringen sollen, entfliehen und kommt bei Deutschen unter, die Kontakt zum deutschen Konsul haben. Dieser wiederrum beschafft ihr die nötigen Papiere, sodass sie mit David nach Deutschland fliehen kann. Doch dort trifft Jati auf Irene, Davids Verlobte. Irene setzt alles daran, Jati loszuwerden. Schließlich wird Jati als Hausmädchen bei Irenes wohlhabender Familie „eingestellt“. Nachdem Irene eine Intrige gegen sie geplant hat, um sie vor David schlecht da zustehen zu lassen und sie endlich ganz los zu werden, flieht Jati erneut. Ein Pastor hilft ihr zurück nach Indonesien zu kehren. Dort lebt sie bei den Deutschen, die ihr damals auf der Flucht geholfen hatten, und beginnt ein neues Leben ohne David. Sie lässt sich zur Dolmetscherin ausbilden, geht in den Gottesdienst und lässt sich taufen. Bei ihrer Arbeit lernt sie Samuel kennen, einen Krankenpfleger und Missionar, mit welchem sie in Badui-Dörfer geht und den Menschen dort hilft. Als Samuel ihr einen Heiratsantrag macht, taucht plötzlich David wieder auf.

Ein toller Roman, der den Kontrast zweier verschiedener Kulturen lebendig und durchaus humorvoll, aber auch teilweise kritisch darstellt. Abgeschnitten von der Zivilisation leben die Badui ganz einfach, primitiv und naturverbunden. Sie sind abergläubisch dem Zorn oder der Gunst ihrer gefürchteten Götter ausgesetzt. Als Jati in die Zivilisation kommt, wird auf humorvolle Weise beschrieben, wie sie den Fortschritt und seine Errungenschaften wahrnimmt. Ein Auto oder ein Fernsehen – das alles hat Jati noch nie gesehen und hat keine Vorstellung davon, wie diese Dinge funktionieren. Dennoch wird durch Zeitsprünge nicht ganz deutlich, wie Jati sich tatsächlich in der fremden Kultur einlebt – für mich war es teilweise erstaunlich, dass sie sich scheinbar schnell gut zurechtfindet. Ich hätte mir vorstellen können, dass sie die zerstörte Natur in der Großstadt auch schockiert haben müsste, da die Badui ja viel mehr für Naturbelassenheit bekannt sind. Ich persönlich hatte nicht den Eindruck, dass in dem Roman eine Kultur „negativer“ als die andere dargestellt wird. So ist z.B. der muslimische Jusef eine sympathische, hilfsbereite Figur und auch im Volk der Badui gibt es weise, kluge Menschen, wie auch selbstsüchtige, boshafte. Ebenso werden die Figuren in Deutschland sowohl positiv als auch negativ dargestellt. Es werden immer wieder Ausdrücke in der Sprache der Badui benutzt, die aber in Fußnoten erläutert sind. Wie realistisch die Darstellung der Badui in diesem Roman tatsächlich ist, ist für mich kaum zu beurteilen. Recherchiert man etwas, lassen sich sowohl Elemente finden, die im Buch abgewandelt wurden, als auch solche, die der Realität scheinbar entsprechen, z.B. dürfen Badui wohl keine Blumen tragen. Ich vermute, dass sie sie auch nicht pflücken dürfen, nur um etwas zu dekorieren (wie im Roman beschrieben). Außerdem nennen sie sich selbst wohl nicht Badui, sondern Kanekes. Es gibt aber tatsächlich sogenannte innere und äußere Badui, so wie im Roman dargestellt. Ich bin der Meinung, dass einem Roman eine gewisse literarische Freiheit zu Grunde liegt und somit die Realität nicht zwangsläufig eins zu eins abgebildet sein muss. Der Roman gibt einen Einblick in das Volk der Badui, aber er ist eben kein Sachbuch und daher auch keine „vertrauenswürdige Informationsquelle“.

Die Autorin schreibt aus Jatis Perspektive als „Ich-Erzähler“ und schafft es wunderbar, sich in Jati hinein zu versetzen. Vergleiche wie „Mein Herz klopfte einen wilden Tanz und es kribbelte in meinem Bauch, als hätte ich versehentlich eine Hand voll Termiten verschluckt“ lassen Jatis Gedanken und Gefühle bildlich werden. Dabei nimmt die Autorin den Leser wieder mit in Jatis kulturelle Vorstellungen und Herkunft und schreibt nicht etwa schlicht von „Schmetterlingen im Bauch“, wodurch Jati als Hauptprotagonistin sehr an Authentizität gewinnt. Mir hat die bildliche Sprache der Autorin, die sich so sehr an Jatis Welt orientiert, sehr gefallen.

Jati ist eine bewundernswerte und herzerfrischende Persönlichkeit. Es wird deutlich, dass sie schon als junges Mädchen neugierig ist und die Dinge um sie herum kritisch hinterfragt. So setzt sie sich vor allem mit den Göttern der Badui auseinander. Es quält sie eine tiefe innere Sehnsucht, die sie nicht zuordnen kann. Als sie „Davids Gott“ kennenlernt, der so ganz anders ist, als die Götter ihres Volkes, ist sie mutig genug, einfach zu diesem Gott zu beten, so wie sie es bei David beobachtet hat. David erklärt immer wieder in Gesprächen seinen Glauben und veranschaulicht ihn z.B. ganz praktisch anhand eines Kompass („Und er hat auch in das Herz des Menschen eine Sehnsucht hineingelegt, die ihn zu sich hinzieht. Er kann sich noch so schnell im Kreis drehen, sobald er zur Ruhe kommt, weist ihn eine innere Stimme zu Gott hin.“). Doch David bleibt nicht die einzige Begegnung, die Jati dem christlichen Glauben näher bringt. Sie ist eine starke Persönlichkeit und den Stolz auf ihre Herkunft, ihre Werte (z.B. Badui lügen nicht) gibt sie nicht auf, auch als sie in einer fremden Kultur als „Wilde“ gilt. Herzzerreißend kämpft sie um Davids Liebe, ohne ihn zu Bedrängen, sondern für sich in ihrem Innern, in Gebeten und durch Taten sucht sie einen Weg in sein Herz.

Der Roman kann schnell in einem durchgelesen werden. Es geschieht einfach ständig etwas, sodass die Spannung m.M. nicht abebbt (Aufgrund Dessen fiel es mir schwer, den Inhalt kürzer darzustellen). Oft hätte ich zu gerne gewusst, was in David vor sich geht, doch genau wie Jati, hat der Leser hier keinen Einblick in dessen Gedanken und Gefühle. Und so leidet man mit Jati, die immer wieder in ihrer Liebe von ihm zurückgewiesen wird. Am Ende kommt es dann beinahe etwas plötzlich, dass er sie auf einmal doch als seine „Frau behalten will“.

Für mich war der Roman von Sylvia Renz eine interessante und erfrischende Leseerfahrung! Es gibt eine Fortsetzung der Geschichte rund um Jati und David im zweiten Band, „…einmal nur die Sonne küssen“ von Sylvia Renz. Ich bin schon gespannt diesen zu lesen.

 

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Feanors avatar

Rezension zu "Der König von Babylon: Nebukadnezar -- ein Mann auf dem Weg zur Macht (Babylon-Trilogie 1)" von Sylvia Renz

Interessante Geschichte erwartet, leider nur tlw. erfüllt
Feanorvor 2 Jahren

Der Inhalt des Buches klang für mich äußerst interessant, weshalb ich mich auch auf das Buch eingelassen habe. Ich bin äußerst geschichtsinteressiert, konnte aber dennoch mit dieser Epoche nur wenig in Verbindung bringen. Die Erzählweise ist anfangs gewöhnungsbedürftig (Aneinanderreihen von einzelnen Facetten im Leben des Protagonisten), aber dann trotzdem amüsant zu lesen. Ein Buch für Zwischendurch, dem aber doch der Tiefgang fehlt. Dabei sind die Erzählungen aber nicht langatmig sondern phasenweise durchaus spannend. Allerdings gibt es zu viele Höhen und Tiefen (vor allem für den 1. Teil einer Trilogie). Eine straffere Handlung wäre von Vorteil gewesen.
3 Sterne für das Thema, an der Umsetzung könnte dennoch noch gearbeitet werden.

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