Sylvia Schöningh-Taylor

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Das schwarze Loch in mir, Kinderdiebe und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sylvia Schöningh-Taylor

Das schwarze Loch in mir

Das schwarze Loch in mir

 (4)
Erschienen am 11.04.2013
Kinderdiebe

Kinderdiebe

 (1)
Erschienen am 01.12.2013
Durchs Nadelöhr ins Himmelreich

Durchs Nadelöhr ins Himmelreich

 (0)
Erschienen am 01.12.2016

Neue Rezensionen zu Sylvia Schöningh-Taylor

Neu
Flohs avatar

Rezension zu "Das schwarze Loch in mir" von Sylvia Schöningh-Taylor

Ein neuer Weg zu seinem wahren Ich
Flohvor 5 Jahren

Gleich der erste Blick auf das Cover ist eine Symbolik zum Inhalt des Buches.  Autorin Sylvia Schöningh-Taylor erregt durch die gekonnte Optik ihres Buches die Aufmerksamkeit und macht Neugierig! Was erwartet mich im Innern dieses Lochs? Welchem Sog werde ich mitgenommen? In ihrem Roman "Das schwarze Loch in mir" nimmt die Autorin Bezug zu eigenen Erfahrungen im Umgang mit spirituellen Riten und das Seelenleben.

Zum Inhalt:
"Früh traumatisiert durch eine emotional verkrüppelte Mutter, vermag die Heldin des Romans schon als Kind nur über ihr Sex-Chakra Verbindung zu sich selbst aufzunehmen. Der strenge Gott der katholischen Kirche jedoch verstärkt die Schatten der Schuld und die Selbstangriffe. Dank ihres Seelenauftrags zur bedingungslosen Liebe begibt sie sich auf den Weg der Heilung. In der bewussten Auswertung der eigenen Erfahrungen wird ihr schmerzlich bewusst, dass innerer und äußerer Friede ganz in ihrer eigenen Verantwortung liegen. Sie erschrickt vor der Größe ihres Seelenauftrages. Auf der unermüdlichen Suche nach ihrer Unschuld lernt sie Osho und den tantrischen Weg kennen. Durch die sinnliche Erfahrung der dynamischen Meditation kommt sie in intensiven Kontakt mit der ursprünglichen Einheit allen Seins. Trennung ist eine Illusion und ein Konstrukt des Egos. Bis sie zu ihrem wahren Selbst findet, ist es allerdings noch ein langer und schmerzhafter Weg. Die Wanderung durch die dunkle Nacht der Seele, auf der sie sich ihren Schatten stellen muss, bleibt ihr nicht erspart. Sie muss erst alles, was ihr lieb und teuer ist, loslassen, um aus dem Schleudergang des Lebens als der Mensch hervorzugehen, als der sie gemeint war: Eine leidenschaftlich liebende Frau, der sich ein neues Universum erschließt, in dem Wunder möglich sind."


Meinung:
In "Das schwarze Loch in mir" begegnen wir nicht nur einer Frau, mit einem Schicksal, nein, wir begegnen einer Frau, die ihr Leben erzählt. Sofia! Zum einen ist da ihre verbitterte Mutter, der Zwiespalt zur Katholischen Kirche, ihre Wahrnehmung, ihre Schuld und ihr Glaube. Zum anderen ist dort ihr Beruf als Lehrerin, ihre Suche nach der Liebe und Nick.... Lange glaubt sie in Nick das Glück gefunden zu haben, bis auch diese Ehe nach dem zweiten Kind scheitert. Sie verliert ihren Mann und damit auch ihre Kinder. Sie verlässt England und begibt sich in die Einsamkeit der Berge. Dort erlebt sie sich neu und erlangt neue Ansichten des Lebens und ihrer Seele. Die Autorin hat diese Thematik der Traumatisierung und des Seelenheils toll in einem Roman aus Sicht der Hauptprotagonistin geschildert. 
Da ich gestehen muss, dass ich Spirituellem sehr skeptisch begegne, so hatte ich beim Lesen keinerlei Gefühl der Abneigung oder Skepsis. Der Autorin ist diese Gratwanderung schön gelungen und sie hat ein bewegendes Leseelebnis erschaffen. 
Besonders gefallen haben mir die Bezüge zu berühmter Literatur. Nicht alltäglich und sehr anspruchsvoll. Das verleiht dem Buch enorme Tiefe und Verbundenheit. 

Schreibstil:
Man liest in dem Roman die Überzeugung und das Herzblut der Autorin. Ich freue mich, diese Faszination in Wort und Schrift zu spüren. Dieses Können zeugt von guter Überzeugung und Verbundenheit zum Buch. Sie wirkt weder aufdringlich noch bekehrend. Das bewerte ich sehr sehr positiv und löblich. Besonders der Anspruch des Buches ist hervor zu heben.

Cover:
Das Cover ist stimmig gewählt und gibt einen Anreiz zum Sog der Geschichte. Jedoch erscheint es leider auch schnell als Fantasy-Gestaltung, da es einer entfernten Galaxie gleicht.

Zur Autorin:
"Theaterpädagogin, Puppenspielerin, Tantra-Lehrerin, Psychosynthese-Coach, in Clown-Ausbildung bei David Gilmore, 100Tage-Absolventin der Psychology of Vision, Tigerfrau und Mutter zweier Engelländer, lebt schon eine Weile in Frankfurt und London"
Eine Autorin, die viele Erfahrungen in ihrem Leben gesammelt hat. Ob gut oder böse, auf jeden Fall spürt man die Weisheiten der Autorin in ihrem Roman. 

Fazit:
Es ist anders, als alle anderen Bücher, es bewegt. Es öffnet Türen und führt den Leser wahrhaftig in eine andere Welt. Der Leser muss jedoch offen sein für neue Welten. Meine Welt ist die Spiritualität leider nicht, aber die Qualität des Buches und das Können der Autorin würden 5 Sterne verdienen. Ich vergebe für meinen Standpunkt 4 volle Sterne für den erweiternden Ausflug ins Seelenheil!

Kommentieren0
78
Teilen
kiki62s avatar

Rezension zu "Das schwarze Loch in mir" von Sylvia Schöningh-Taylor

Auf der Suche nach dem Selbst
kiki62vor 5 Jahren

Bibliographisches:
erschienen 2013 im Verlag 3.0
umfasst 211 Seiten

Inhalt:
Sofia erzählt die Geschichte ihres Lebens. Ein Leben, das geprägt ist von der Suche nach Liebe. Schon als Kind versucht sie, die Liebe ihrer Mutter zu gewinnen. Doch ein unerfülltes Leben lässt sie immer wieder an Grenzen geraten. Sie muss erfahren, dass die Mutter sie bis zu ihrem Tod für ihr Leben, in dem sie nicht glücklich ist, verantwortlich macht. Als junge Frau sucht sie in sexuellen Exzessen nach dem, was sie als Liebe erkennen kann. Auch hier scheitert sie kläglich. Ihre Liebe und Hingabe erfüllt sie kurzzeitig in ihrem Beruf als Lehrerin. Doch eine Erfüllung will sich auf Dauer nicht einstellen. Und so führt sie ihr Weg nach England, wo sie darauf hofft, von Nick das zu erhalten, wonach sie sich schon Jahre sehnt – Liebe. Schnell erkennt sie, dass sie selbst diesen Mann nicht liebt, er aber scheinbar sie. Das ändert sich nach der Geburt des ersten Kindes. Nick zeigt sein wahres Gesicht. Eifersucht und Launen dominieren das Eheleben. Zugespitzt durch die Geburt des zweiten Kindes.
Irgendwann beschließt Sophia, wieder ihr eigenes Leben zu leben, gemeinsam mit ihren Kindern. Jedoch führt der Entschluss, sich scheiden zu lassen, dazu, dass sie auch auf ihre Kinder verzichten muss. Sie steht nun allein da. Verlässt die Insel. Erst in der Einsamkeit der Bergwelt findet den Frieden, den sie so lange gesucht hat.

Covergestaltung und Inhalt:
Das Cover scheint in einem krassen Gegensatz zum Titel und dem Inhalt zu stehen, da die farbige Gestaltung des Titels nichts mit dem schwarzen Loch gemein hat. Genau aber die Farben des Regenbogens zeigen dem Leser, wie die Autorin mit ihrem schwarzen umgeht. Sie ist versöhnt. Hass scheint ihr fremd zu sein.

Sprachliche Gestaltung und Umsetzung der Thematik:
Die Autorin schreibt flüssig, bedient sich vieler sprachlicher Bilder. Was das Verstehen für manchen Leser erschweren könnte, sind die Bezüge zur Weltliteratur, die nicht unbedingt als bekannt vorausgesetzt werden können. Nur wer literarisch gut gebildet ist, kann die Zitate entsprechend zuordnen, Gleiches gilt für sehr ausgewählte Werke („Kein Ort. Nirgends“ von Christa Wolf), die nur einem begrenzten Lesepublikum bekannt sein dürfte. Weiterhin wäre es für den nicht so sprachgewandten Leser hilfreich, wenn die englischen Zitate in einer Übersetzung vorliegen würden. Auch wenn es sich hier um ein recht problematisches Thema handelt - ich nenne es Selbstfindung und der Weg dorthin – setzt das Buch im Sprachgebrauch keine Grenzen für eine besondere Leserschicht.
„Das schwarze Loch in mir“ – Selbstfindung und der Weg dorthin. Ist es ein besonderes Thema? Den Weg der Autorin gehen viele Menschen. Ich selbst habe mich an verschiedenen Stellen des Buches wiedergefunden. Braucht man dazu Spiritualität? Liest man verschiedene Definitionen, kann man den Untertitel bejahen oder verneinen. Das kommt auf die Sichtweise des Betrachters an. Sieht man sich nun den Begriff „Odyssee“ an, dann gelangt der Leser recht unverblümt zur Erkenntnis, dass eigentlich jeder Mensch eine Odyssee lebt, denn nach der Dudendefinition ist es nichts anderes als „lange Irrfahrt; lange, mit vielen Schwierigkeiten verbundene, abenteuerliche Reise“. Diese Reise tritt der Mensch am Tag seiner Geburt an. Sicherlich verläuft sie für jeden Menschen anders, abhängig von seinem sozialen Umfeld, in das er hineingeboren wird.
Nicht ganz klar ist mir die Wahl des Titels „Das schwarze Loch in mir“. Hat nicht jeder Mensch ein solches schwarzes Loch in sich? Das, was die Autorin beschreibt, ist kein Einzelfall. Prägende Lebensumstände gibt es in vielen Familien, besonders in Familien, die den Krieg miterlebt haben. Die Ausweitung des Erlebten auf die Mitglieder der Familie ist auch nichts Außergewöhnliches. Es ist nur ein Hilfeschrei, der möglicherweise in die falsche Richtung geht. Dass das auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen hat, wird nicht bestritten. Doch fragt sich der Leser, in diesem Falle ich, ob nicht jeder Mensch ein sogenanntes schwarzes Loch in sich trägt. Und resümierend von meinem Leben ausgehend, kann ich nur sagen, ja, auch ich habe ein solches schwarzes Loch in mir. Letztendlich kommt es jedoch immer darauf an, wie tief man diesen Strudel an sich oder in sich heranlässt.
Der Weg zur Selbstfindung ist nicht leicht, gepflastert mit Steinen und geprägt von tiefen Gräben. Für jeden? Nicht für jeden. Wer Sicherheit bevorzugt, sich mit dem Erreichten und Vorhandenen zufrieden gibt, braucht keine schmerzvollen und holprigen Weg zu gehen. Sucht man allerdings nach dem Perfekten für einen selbst, dann muss man mit einem schmerzhaften Weg rechnen.
Besonders fällt auf, dass die Autorin nie Groll oder Wut gegenüber den Menschen in ihrem Umfeld empfindet. Es hat den Anschein, dass sie ihnen eher wohlgesonnen ist, beinahe hilflos allem und jedem gegenübertritt. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, weil es nach meiner Auffassung so gar nicht dem menschlichen Wesen entspricht. Schließlich haben wir schon alle in unserem Leben Wut gegenüber anderen Menschen gefühlt.

Meine Meinung:
Ich konnte mich mit dem Buch teilweise identifizieren. Es ist aber nicht geballt mit neuen Erkenntnissen. Doch meine Meinung zu dem Buch ist auch geprägt von meinen eigenen Lebenserfahrungen. Mag durchaus sein, dass andere Leser dieses Buch als eine Unterstützung für ihr eigenes Suchen nach dem perfekten Lebensweg betrachten.
Und wenn ich am Ende den Inhalt noch mal Revue passieren lasse, dann frage ich mich, ob die Flucht in die Einsamkeit der Berge nicht die Flucht vor sich darstellt. Gut ich habe immer versucht mich den Steinen in den Weg zu stellen. Musste erkennen, dass man fallen kann und nicht mehr in der Lage ist, aufzustehen. Dann wird die Aussage der Flucht wieder relativiert, und ich nenne es Selbstschutz. Das ist das, was ich selbst lernen musste.
Es ist sicher ein sehr streitbares Buch. Aber eines ist es auf keinen Fall, ein Buch, das man in einem Zug liest, möglichst mit Kerzenschein und Rotwein. Man muss sich mit dem Geschriebenen auseinandersetzen, fast auf jeder Seite.

Kommentieren0
19
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Worüber schreibt Sylvia Schöningh-Taylor?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks