Sylvia Schneider Die Fleckenfieslinge

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Inhaltsangabe zu „Die Fleckenfieslinge“ von Sylvia Schneider

Julius hat Leukämie und muss ins Krankenhaus. Dort erfährt er, was Krebs ist und wie man die bösen "Fleckenfieslinge" im Blut mit den guten "Chemozwergen" bekämpfen kann.

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  • Rezension zu "Die Fleckenfieslinge" von Sylvia Schneider

    Die Fleckenfieslinge

    HeikeG

    18. August 2008 um 13:01

    Manchmal ändert sich das Leben von einem Augenblick zum nächsten Wie können Eltern mit der Diagnose Krebs bei ihrem Kind umgehen? Wie erklären sie es dem Kind und den Geschwistern? Denn Kinder können sich unter dem Wort "Krebs" nichts vorstellen. Alles ist unheimlich und neu und für das erkrankte Kind oft auch sehr unangenehm oder gar schmerzhaft. Mit einer Geschichte, die vieles durchschaubar macht, werden Kinder (und auch Eltern) in diesem Buch einfühlsam an das Thema Krebs herangeführt. Paulas Bruder Julius liegt im Krankenhaus. Er hat Leukämie. Ihre Eltern sind oft bei ihm, vielfach sogar über Nacht. Für Paula haben sie jetzt wenig Zeit. Doch endlich darf auch Paula Julius im Krankenhaus besuchen. Sie möchte ihm ein schönes Geschenk mitbringen, eine selbstgebastelte Schutzfee. Einfühlsam aber trotzdem ohne Umschweife erzählt Sylvia Schneider den Verlauf der Krankheit: den ersten Symptomen, über die Einweisung ins Krankenhaus bis zum Alltag auf der Kinderkrebsstation. Julius fürchtet sich natürlich. Blutkrebs!? Er weiß nicht, was das ist. Schwester Margit und der Arzt erklären es dem kleinen Buben sehr einfühlsam und anschaulich: "Du hast Fleckenfieslinge in deinem Blut, die wollen wir jetzt gemeinsam wieder 'rauswaschen'! (...) Da helfen wir dir mit Medikamenten, dir wir in dein Blut tun. Das nennen wir Chemotherapie. In den Medikamenten sitzen kleine Chemozwerge, die die Fleckenfieslinge bekämpfen sollen." Die Autorin spricht, ohne zu sentimental zu sein, Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schmerzen genauso an wie Haarausfall, medizinische Schläuche und Tropfenständer für die "Fleckenfiesling"-Medizin. Einen großen Anteil am Gelingen dieses großartigen Bilderbuches haben die wunderschönen Illustrationen von Mathias Weber. Mit klarem kräftigem Bleistiftstrich skizziert er einfache, aber äußerst liebevolle Figuren, die größtenteils fröhliche Gesichter zeigen. Auch wenn es Julius einmal nicht so gut geht, so ist seine Mimik niemals angstvoll oder erschreckend für kleine Kinder. Mit warmen Aquarellfarben tuscht er harmonische Farben in seine Umrisse. Goldgelbe Hintergründe zaubern Sonne und Heiterkeit in die sterile Atmosphäre eines Krankenhauses und erzeugen ein insgesamt äußerst stimmiges visuelles Gesamtbild. Am Ende besiegt Julius seine "Fleckenfieslinge" und er kann die von seiner Schwester geschenkte Schutzfee an seine Mitpatientin und kleine Freundin Sophie überreichen, die noch länger im Krankenhaus bleiben muss. Dieses Buch ist ein kleiner illustrierter Wegweiser durch die schweren Etappen des Krankheitsverlaufs von der Diagnose Leukämie bis zur Genesung. Es erklärt den kleinen Patienten die Erkrankung, die notwendigen Untersuchungen und ist durchaus für Eltern medizinische und psychologische Hilfestellung, um gemeinsam die schwere Zeit besser zu bewältigen. Tangierende Geschwisterteile erfahren liebevoll, dass der kleine Patient jetzt mehr Aufmerksamkeit benötigt. Für betroffene Eltern gibt es am Ende des Buches einen kleinen Informationstext und einen Überblick, welche Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Hilfe und Beratung anbieten. Fazit: Ein wunderbar illustriertes Bilderbuch mit einfühlsamen und kindgerechten Texten, welches die sensible Kommunikation zum Thema Krebs bei Kindern erleichtert. Es ist für erkrankte Kinder gleichermaßen geeignet wie für Geschwisterkinder und Eltern sowie für interessierte Erwachsene. Ein durchweg sehr zu empfehlendes und positives Buch für ein Alter ab 5 Jahren. Kinder ab 3 Jahren könnten jedoch auch schon an die liebevoll gezeichneten Bilder herangeführt werden.

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