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Rezension zu "Königinnen Afrikas" von Sylvia Serbin

Rezension zu "Königinnen Afrikas" von Sylvia Serbin
Liisavor 11 Jahren

Das Wirrwarr (s. weiter unten nach der Rezension) um Sylvia Serbins Buch »Königinnen Afrikas« konnte ich leider bisher trotz hartnäckiger Recherche nicht auflösen. Sollte sich noch etwas ergeben, werde ich das nachreichen. Jedenfalls habe ich beschlossen, das Buch hier aus der üblichen Wertung herauszunehmen, einmal wegen dieser Problematik und zum anderen, weil kaum jemand - auch ich nicht - in der Lage sein dürfte, die Informationen, die dieses Buch bereitstellt wirklich einschätzen und beurteilen zu können. Das genau ist nämlich das ganz Besondere an diesem Buch, dass es zu den wenigen Büchern gehört - erst recht im deutschsprachigen Raum - die uns einen Teil afrikanischer Geschichte vermitteln. Dass Frauen in der Geschichtsschreibung schon bei uns in der sog. westlichen Welt mehr als kurz kommen - bis auf wenige Ausnahmen - lässt ahnen, dass afrikanische Frauen in der Geschichtsschreibung einen noch schlechteren Stand haben. Insofern ist das der zweite bemerkenswerte Punkt in Bezug auf Serbins »Königinnen Afrikas«. Die Suche nach Informationen und Dokumenten zu diesen Frauenfiguren war dementsprechend schwierig und Sylvia Serbin hat einigen Fleiß und manche Mühen auf sich genommen, um diese Informationen zusammenzutragen und aufzuspüren.

Herausgekommen sind über zwanzig Frauenportraits, wobei man sich vom Titel des Buches nicht irreführen lassen darf, denn Serbin hat nicht ausschließlich tatsächliche »Königinnen« portraitiert sondern verwendet den Begriff eher im erweiterten Sinne, sprich Frauen, die Macht hatten oder durch ihre Handlungen aus der Masse herausragen. Dem Durchschnittsleser dürfte als einziger Name der von Nofretete geläufig sein aber auch für diejenigen, die sich ein bisschen mehr auskennen, dürften die meisten Frauen, die hier vorgestellt werden, bisher selbst vom Namen her unbekannt sein.

Sylvia Serbin ist nicht der Gefahr erlegen, im Bemühen diese Frauen dem Vergessen zu entreißen, nun geschönte Portraits bzw. Biographien zu liefern. So verschweigt sie auch dunkle Ereignisse, Schwächen und Grausamkeiten nicht. Auch dürfte den mit den afrikanischen Kulturen eher nicht vertrauten Lesern manches sehr fremd oder sogar abstoßend erscheinen. Doch das ist nicht Serbins Schuld, sondern hat einfach damit zu tun, dass den meisten Afrika und seine Kulturen, Sitten und Gebräuche zu fremd sind und damit fast bedrohlich erscheinen können.
Serbin scheut auch vor Themen wie dem Sklavenhandel oder der
»Zurschaustellung« afrikanischer Frauen in Europa nicht zurück.

Eine wirkliche »Beurteilung« der Frauenfiguren, zu der Leser vielleicht neigen könnten, steht uns nicht zu und dürfte auch jenseits unserer Kenntnisse und Fähigkeiten liegen, zumal die Biographien auch nur an der Oberfläche »kratzen«. Somit ist »Königinnen Afrikas« eher ein Buch, das erste Informationen liefert und zumindest die Ahnung vermittelt, dass wir nur einen Bruchteil über Afrika und seine Geschichte kennen sowie eine Idee zu bekommen, wie afrikanische Frauenbiographien verlaufen konnten und womit afrikanische Frauen zu kämpfen hatten und noch haben.

In diesem Fall bedauere ich es wirklich, dass ich der französischen Sprache nicht so mächtig bin, dass ich die Originalausgabe des Buches lesen kann - denn wenn die am Anfang angesprochene Problematik den Tatsachen entspricht, dürfte es zwischen der Originalausgabe und der deutschen Übersetzung gravierende Unterschiede geben, immerhin so gravierend, dass sich die Autorin von der deutschen Ausgabe distanziert hätte.

Erwähnt sein soll noch, dass das Buch einige Stiche, Radierungen und Bilder enthält, so dass man sich zumindest einen kleinen visuellen Eindruck von den Frauen machen kann. Am Ende findet sich auch noch eine Bibliographie mit weiterführender Literatur, die aber natürlich in diesem Fall größtenteils aus dem französischsprachigen Raum kommt.

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zusätzliche
Anmerkung:
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Seltsames im Internet zum Buch »Afrikanische Königinnen« von Sylvia Serbin

Vorab wollte ich etwas mehr über die Autorin recherchieren und stieß dabei auf etwas sehr seltsames. An mehreren Stellen im Internet: unter anderem auch bei Amazon, findet sich eine längere Erklärung, in der sich die (angebliche?) Autorin darüber beschwert, von der deutschen Übersetzung und Veröffentlichung des Buches nichts gewusst und nur per Zufall - auch über das Internet - davon erfahren zu haben. Zudem seien wichtige Teile des Textes in der deutschen Ausgabe gar nicht vorhanden, fremde Bilder hinzugefügt worden etc. etc. Angeblich hat sie den Fall an einen Rechtsanwalt übergeben, da sie ihre Rechte massiv geschädigt sieht und sie warnt vor der deutschen Ausgabe des Buches, mit der sie nichts zu tun haben will, da sie nur ein sehr verkürztes Bild wiedergebe.
Alles noch ausführlicher nachzulesen als »Rezension« bei Amazon.

Ich muss gestehen, ich bin reichlich verwirrt und auch mit weiterer Recherche habe ich nicht herausfinden können, ob dieser Text bei Amazon der so auch noch an anderen Stellen im Internet auftaucht, tatsächlich von Sylvia Serbin ist. Sollte dies der Fall sein, dann wäre das natürlich ein starkes Stück und ich wundere mich, warum das von den deutschen Medien oder einschlägigen Buchjournalen etc. noch nicht aufgegriffen wurde. Immerhin ist das Buch ja schon eine Weile veröffentlicht und gibt es durchaus auch schon diverse Rezensionen dazu.

Ich versuche weiter zu recherchieren, was es mit dieser Geschichte auf sich hat .
Sollte zufällig jemand hier mehr über diesen Fall wissen, bin
ich für sachdienliche Hinweise dankbar!

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